IWF-Chefin Lagarde warnt vor "verlorenem Jahrzehnt"

Klare Worte von Christine Lagarde: Die Chefin des Internationalen Währungsfonds befürchtet, dass durch die Euro-Krise die gesamte Weltwirtschaft in eine Abwärtsspirale gerät.

Christine Lagarde
Schließen
Christine Lagarde
(c) AP (Sergey Ponomarev)

Die Weltwirtschaft steht vor massiven Problemen, sagt Christine Lagarde. Die Chefin des Weltwährungsfonds (IWF) warnte bei ihrem Besuch in Peking vor einer "Spirale der Unsicherheit und finanzieller Instabilität" - und vor dem Zusammenbruch der globalen Nachfrage. "Uns droht, was einige Kommentatoren bereits das verlorene Jahrzehnt nennen", warnte Lagarde am Mittwoch in einer Rede vor Bankenvertretern in Peking.

Auch die Staaten Asiens seien nicht immun: "Wir sitzen alle in einem Boot", so Lagarde. Es liege nun an reichen Ländern, die Lasten zu schultern und Wachstum sowie Vertrauen wiederherzustellen. Die EU-Pläne für ein neues Rettungspaket für das schuldengeplagte Griechenland seien zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber der Ausblick für die Weltkonjunktur bleibe ungewiss. "Es sind ganz klar dunkle Wolken am Horizont".

Appelle an China und Russland

Lagarde hält sich zu einem zweitägigen Besuch in China auf. Wen sie in Peking treffen will, ist unklar. Zuvor hatte die IWF-Chefin Russland besucht und auch die dortige Führung zur Zusammenarbeit im Kampf gegen die Eurokrise aufgerufen. Von beiden Ländern erhofft sich die Eurozone Investitionen in Fonds zur Stabilisierung der europäischen Gemeinschaftswährung.

Chinas Führung rief Lagarde dazu auf, ihre Währung nicht künstlich niedrig zu bewerten, um heimischen Exporteuren das Geschäft zu erleichtern.

>>> Christine Lagardes Rede im Wortlaut (Englisch)

(Ag.)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen

Mehr zum Thema:

Kommentar zu Artikel:

IWF-Chefin Lagarde warnt vor "verlorenem Jahrzehnt"

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen