Kommission sieht "Risiko einer Rezession" für Eurozone

10.11.2011 | 13:54 |   (DiePresse.com)

Für nächstes Jahr prognostiziert die EU-Kommission ein BIP-Plus von nur 0,6 Prozent für die gesamte EU. Die Eurozone wird unter diesem Wert liegen, Österreich darüber. 2013 soll es wieder aufwärts gehen.

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Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ist nach einer Schätzung der EU-Kommission zum Stillstand gekommen. "Es besteht das Risiko einer erneuten Rezession", sagte Wirtschaftskommissar Olli Rehn am Donnerstag in Brüssel bei der Präsentation der Herbstprognose. Für die Eurozone hat die EU-Kommission die Aussichten deutlich nach unten revidiert: Gegenüber 1,8 Prozent Wachstum in ihrer Frühjahrsprognose rechnet die EU-Behörde nur mehr mit einen Zuwachs von 0,5 Prozent für 2012. Im Jahr darauf soll das BIP dann wieder um 1,3 Prozent wachen, in der gesamten EU um 1,5 Prozent.

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Für Österreich hat die Kommission die Prognose für heuer angehoben: Demnach wird das BIP heuer um 2,9 Prozent steigen, im Frühjahr hatte die Kommission noch 2,4 Prozent prognostiziert. 2012 wird das Wachstum dann aber auf 0,9 Prozent abgeschwächt.

Für 2013 kann Österreich laut der Prognose wieder mit 1,9 Prozent Wachstum rechnen. Für die gesamte EU sagt die Kommission für heuer 1,6 Prozent Wachstum voraus, für kommendes Jahr nur mehr 0,6 Prozent. Die Eurozone wird demnach 2013 auch nur einen schwachen BIP-Zuwachs von 1,3 Prozent verzeichnen, die gesamte EU von 1,5 Prozent.

Wirtschaft in Athen und Lissabon schrumpft

In Griechenland und Portugal wird die Wirtschaft im kommenden Jahr der Schätzung zufolge weiter schrumpfen: Für Athen wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2,8 Prozent prognostiziert, für Lissabon ein Minus von 3,0 Prozent. Deutschland kann der Prognose zufolge im kommenden Jahr mit einem BIP-Plus von 0,8 Prozent rechnen, Frankreich mit 0,6 Prozent - und Italien nur mehr mit 0,1 Prozent.

Die steigenden Zinsen für italienische Staatspapiere können nach Worten von Rehn mittelfristig "beträchtliche Auswirkungen" für Italien haben. "Kurzfristig sind die Auswirkungen nicht dramatisch. Mittelfristig wird das aber beträchtliche Auswirkungen auf die Finanzierungsbedingungen und auf das Wachstum der Realwirtschaft haben", sagte Rehn. Auf Fragen, ob er erwarte, dass Rom Hilfen vom Euro-Rettungsschirm beantrage, ging der Kommissar nicht näher ein. Ein ständiger Anstieg des Zinsniveaus von einem Prozentpunkt würde aber zusätzliche staatliche Ausgaben von 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung 2012 und 0,4 Prozent 2013 nach sich ziehen, rechnete Rehn vor. Wenn dieser Prozentpunkt voll an die italienische Wirtschaft weitergegeben werde, würde die Wirtschaft über drei Jahre um ein Prozent schrumpfen.

Jeder zehnte EU-Bürger ist arbeitslos

2012 könnte die Arbeitslosigkeit in der EU weiter zunehmen, sagte Rehn. In ihrer Prognose erwartet die EU-Kommission heuer 10,0 Prozent Arbeitslosigkeit in der Eurozone und 2012 10,1 Prozent. Für Österreich wird ein Anstieg von 4,2 Prozent im laufenden Jahr auf 4,5 Prozent 2012 vorhergesagt.

Die Inflation soll nach 2,6 Prozent heuer in der Eurozone im nächsten Jahr wieder auf 1,7 Prozent zurückgehen. Für Österreich wird ein Rückgang der Teuerung von 3,4 Prozent auf 2,2 Prozent prognostiziert.

(APA)

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71 Kommentare
 
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Gast: gott
13.11.2011 22:37
0

dei rezession kommt

der mensch hat in seiner gier alle grenzen überschritten. natur und tiere nicht respektiert.nun kommt die rezession damit ein umdenken statt findet und die natur eine chance bekommt.

die rezession kommt!!!

es gnade euch gott

Gast: pächter der wahrheit
11.11.2011 11:55
1

Na Gottseidank

haben die Regierungen 2008/09 bereits mit so sinnlosen, kurzfristigen Subventionen wie Abwrackprämien ihr finanzielles Pulver verschossen.

Da wird der Werner aber schön bl.d dreinschauen wenn das dicke Ende da ist.

Re: Na Gottseidank

das leben ohne schuldenmachen ist nicht das "dicke ende" sondern jene form von wirtschaften die dauerhaft friedlich möglich ist.
ich weiß nicht, warum davor jeder panik hat?

Schöner Ausblick: Der EU-Austritt

Es wird Zeit, dass die Österreicher & -innen ihren Glauben an ein selbstbestimmtes Österreich mit eigener Währung bei einer Volksabstimmung oder Wahl zum Ausdruck bringen dürfen.
Wieviel Milliarden österr Steuergeld wollen SPÖ & ÖVP noch auf Griechenland, Italien und EU setzen?

R. Marschall, Obmann
http://www.euaustrittspartei.at/

Außerdem, wenn man dieselben Finanz- und Steuergesetze wie in den USA einführen würde (die ja ein Hauptkonkurrent auf dem Markt sind),...

...wären solche Flucht- und Absetzbewegungen gar nicht möglich.

Wobei sowieso etwas verwundert, wieso Deutschland nicht auch solche Gesetze hat. Denn wenn jemand in Deutschland am meisten ständig alles "nachäfft", was in den USA gemacht wird, dann doch wohl in erster Linie die kapitalistischen Parteien, vor allem die CDU. Mit ihrer braven US-Gefolgsfrau BK Merkel an der Spitze.

Wie gesagt, die Lage wäre keineswegs hoffnungslos! Übrigens auch in Griechenland und in den zahlreichen anderen EU-Pleitestaaten.

Die Lage wäre keineswegs aussichtslos, wenn endlich die privaten Supervermögen normal(!) besteuert würden.

Diskussion auf dem Fernsehsender Phoenix (mit Professoren und Experten):
Wenn Deutschland nur eine Erbschaftssteuer für die 2-3% Allerreichsten einführen würde (da ist noch von Finanztransaktionssteuern u. anderen Steuern gar nicht die Rede!!!!!), würde das eine deutliche Sanierung für das deutsche Budget bedeuten. Eigentlich unglaublich!

Dabei würde lt. Expertenmeinung auch nicht im Geringsten irgendeine Firmensubstanz verringert werden. Auch Häuslbauer und normale Betriebsnachfolger würde das überhaupt nicht treffen. Das würde nur die reinen Geldvermögen und ähnliche Vermögen der Superreichen betreffen.

Und wieso Erben von Super-Geldvermögen u. dgl., die beim Erben überhaupt nichts für die Wirtschaft oder Gesellschaft leisten, nicht in ähnlicher Weise wie die Einkommen der schwer arbeitenden Klein- und Mittelbetriebe, Arbeiter und Angestellten zur Kasse gebeten werden sollen, wissen auch nur die Parteien und Gleichgesinnten, welche die Superreichen bis aufs Messer verteidigen.

Und was das scheue Reh "Kapital" betrifft, das angeblich sofort ins Ausland flüchtet, darf schon auch angeführt werden, dass wohl kaum alle Superreichen nur in den Hungerlohnländern und in Ländern ohne soziale Einrichtungen Platz und Anwendungsmöglichkeiten für ihr unfassbares Vermögen haben könnten.

Re: Die Lage wäre keineswegs aussichtslos, wenn endlich die privaten Supervermögen normal(!) besteuert würden.

es würde reichen, wenn man mal jene steuergesetze die es gibt exekutiert, das gilt für GR und IT, aber auch für AT.

schwarzarbeit, schwarzhandel, mag sein das dies den wohlstand eines einzeln von arm auf mittelschicht hebt, aber staatsschädlich ist es jedenfalls.


Was soll das Ganze...

sie waren an der Macht, sie haben entschieden - nicht erst jetzt in "Krisenzeiten", schon vorher. Ergo haben diese Personen, die jetzt Ratschläge, Analysen und Mahnungen verteilen uns, die Völker, in diesen unabsehbaren Schlamassel geführt. Also die Verursacher sollen die Heiler sein?

Gast: Nordlicht
11.11.2011 04:43
0

EU-Krise: „Unser Ausblick ist sehr düster“

Ein interessanter Artikel dazu in der "rechtspopulistischen" Wochenzeitung "Junge Freiheit" zu diesem Thema:

http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M573dac2a714.0.html

Die Rechnung für Österreich wird bitter ausfallen

Die Wirtschaftskrise ist in erster Linie auf das Versagen der Politik zurückzuführen, wobei anscheinend mittlerweile die Achse Paris-Berlin bestimmt und dann die übrigen Staatenlenker die Beschlüsse der beiden Personen vertreten sollen. Die inflationäre Häufigkeit der Zusammentreffen zeigt die Hilflosligkeit und fehlende Lösungskompetenz der Entscheidungsträger auf. Nachdem nunmehr Italien und Griechenland Experten vorstehen sollen, wäre es überlegenswert, ob nicht die besten Köpfe Europas Kurs bestimmen sollten bevor alles vor die Hunde geht.

Aus heutiger Sicht ist anzunehmen, daß die Krise Österreich mehrfach treffen wird:

a) durch die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten
b) durch die Aufkäufe von giftigen Papieren durch die EZB sowie die ÖNB
c) durch die Finanzmisere im eigenen Land (überschuldete Gemeinden, Bundesländer, usw.)

womit nach einer Rückstufung Frankreichs unser Land relativ kurze Zeit später sein Triple-A-Rating verlieren wird, womit die Finanzierungskosten entsprechend ansteigen werden und es somit zu Steuererhöhung sowie Kürzungen der Sozialleistungen kommen wird.

Antworten Gast: radius
10.11.2011 23:43
0

Re: Die Rechnung für Österreich wird bitter ausfallen

Die besten Leute, aber sicher nicht die, die jetzt am Ruder sind, nicht Papademos, nicht Monti sondern Hankel, Schachtschneider, Henkel usw.

Re: Re: Die Rechnung für Österreich wird bitter ausfallen

ist man schon gut, wenn man gegen den Euro oder EU ist?


Re: aber geh,

da spannen wir einen neuen Regenschirm mit 18000000 Milliarden Euros drüber und alles passt wieder
immer diese Panikmache, is eh olles paletti
da Feyman und de Fekta und de anderen Politika sagen des jeden Tag, des sind unsere Chefs und müssen somit recht haben
warum sollten´s denn sonst so viel Geld verdienen, die müssen ihren Job doch beherrschen
oder?

Barroso will den totalen Euro

Anstatt sich den Realitäten zu stellen - der Euro funktioniert nicht! - versucht der EU-Boss jetzt sogar die Flucht nach vorne, indem er alle EU-Staaten in den Euro bringen will. Hört sich unglaublich an, ist aber wahr.

Was mit 17 schon nicht klappt, soll mit 27 besser funktionieren?? Das ist halt EU-Logik.

Ob Barroso damit durchkommt? Wahrscheinlich. - Das Ziel ist es doch, die deutschen Ersparnisse so lange anzuzapfen, bis alle gemeinsam untergehen. Nie würde die EU-Kommission einer Aufspaltung des Euro zustimmmen, weil sie damit ihre eigene Macht verliert.

Aber der Zeitpunkt wird kommen. Auch mit 10 Billionen ist die Einheitswährung nicht mehr zu retten.

Interessant in diesem Zusammenhang:

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/8850-barroso-will-den-totalen-euro

Botschaft

Die Drohkulisse wird weiter aufgebaut. Die Alternativlose Geldvernichtungspolitik soll gefestigt werden.

Gast: menschodermaschine
10.11.2011 21:43
1

zuerst lassen sich die casinobanken von den staaten mit steuergelder retten- und nun werden die euländer genau von diesen banken und märkten kaputtspekuliert- der IWF, die weltbank und die börsen führen die euländer in den untergang.- die menschen sind denen völlig egal.


Re: zuerst lassen sich die casinobanken von den staaten mit steuergelder retten- und nun werden die euländer genau von diesen banken und märkten kaputtspekuliert- der IWF, die weltbank und die börsen führen die euländer in den untergang.- die menschen sind denen völlig egal.

die banken retten seit jahren die staatsbilanzen, das ist die wahrheit.

Gast: =EHM=
10.11.2011 21:38
2

Dieses Wirtschaftswachstum hätten wir auch ohne EU Beitritt locker geschaft.

Für eine "Wirtschaftsunion" eigentlich eine Todeserklärung.

Die Eu wird doch nur deshalb aufrecht gehalten, damit die Politiker Europas einen Schuldigen für ihr Fehlverhalten ins Treffen führen können.

einkommen

wenn mein einkommen nicht steigt, wäre ich zufrieden.

Gast: b754
10.11.2011 21:03
0

systematische krankjammerei


Gast: Blankenstein Husar
10.11.2011 20:46
2

Noch so ein Depp, der noch immer nicht weiß,

daß die EU am Ende ist...

Gast: Vogel Strauss
10.11.2011 20:34
2

Hoch bezahlte Pappfiguren ...

"Die EU-Länder müssten ihr wirtschaftliches Schicksal selbst in die Hand nehmen" - aber diese Pappnasen nehmen unser Geld. Wofür eigentlich, frage ich mich langsam ... Brüssel benötigt einen Tahrir-Platz! (Obwohl die armen Brüsseler eigentlich nix dafür können ...)

was daran ist überraschend ?

die Intervalle zwischen den Hoch´s und Tief´s werden kürzer
China investiert per anno 125 Milliarden Euro in Afrika ,sichert sich damit Rohstoffe wärend sich die Banker und Politiker im Westen zu Krisensitzungen treffen
Schwellenländer haben jährliche Zuwachsraten ab 5%
es wird kälter im Norden

Re: was daran ist überraschend ?

Wenn AT oder die EU in Afrika investiert, regt sich ja hierzulande sofort jeder auf.

Dann machen halt die Chinesen in Afrika das Geschäft. Wichtig ist, das die Pensionen sicher sind.

 
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