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Draghi: EZB kann "nicht ewig" Euro-Retter spielen

01.12.2011 | 17:01 |   (DiePresse.com)

Es sei nicht die Aufgabe der Zentralbank, Regierungen zu subventionieren, stellte der neue EZB-Chef vor dem EU-Parlament klar.

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Trotz der heiklen Lage der Schuldenländer will sich die Europäische Zentralbank nicht in die Rolle eines Staatsfinanzierers drängen lassen. Gleichzeitig fordert sie  eine Bekräftigung bereits vereinbarter Haushaltsregeln in der Eurozone. Das sagte der neue EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag bei der Vorstellung des EZB-Jahresberichts vor dem Europa-Parlament.

Draghi meinte, die Notenbank könne Schuldenländern nur in begrenzter Weise mit dem Aufkauf von Staatsanleihen unter die Arme greifen. "Es geht nicht darum, Liquidität zu schaffen", sagte er, "es geht nicht darum, Regierungen zu subventionieren. Es wird nicht ewig dauern", meinte der Italiener mit Blick auf die Anleihenkäufe von Krisenländern. "Die EZB kann innerhalb des EU-Vertrags handeln. Daher sollte nichts von ihr verlangt werden, was nicht im Vertrag steht." Draghi machte deutlich, dass sich die Zentralbank nicht in ihre Geldpolitik hineinreden lässt. "Die Unabhängigkeit der EZB ist und bleibt unverhandelbar", sagte Draghi auf deutsch.

"Die EZB kann innerhalb des EU-Vertrags handeln. Daher sollte nichts von ihr verlangt werden, was nicht im Vertrag steht."
Mario Draghi

Unter Draghis Amtsvorgänger Jean-Claude Trichet hatte die EZB seit August auch vermehrt Schuldscheine aus Italien und Spanien erworben, weil deren Renditen stark gestiegen waren.

Auf die gemeinsame Vorgehen der EZB und mehrerer anderer internationaler Zentralbanken vom Mittwoch ging Draghi nicht im Detail ein.

Neue Übereinkunft in Fiskalfragen gefordert

Draghi drängte auf einen Durchbruch beim EU-Reformgipfel am 8. und 9. Dezember. "Ich denke, unsere Währungsunion braucht eine neue Übereinkunft in Fiskalfragen". "Weitere Elemente können folgen, aber die Abfolge ist entscheidend", betonte Draghi und ließ offen, welche Aktionen zur Marktstabilisierung ihm vorschweben.

Eine Woche vor dem EU-Gipfel am 8. und 9. Dezember wird in der EU intensiv an einem neuen Rettungsplan für die Eurozone gearbeitet. Nach Auskunft mehrerer Finanzminister der EU spielt die Notenbank dabei eine wichtige Rolle - denn nur sie kann mit Markteingriffen die Zinsen von Anleihen stabil halten oder drücken. Deutschland ist bisher dagegen, die Anleihenaufkäufe auszudehnen, Frankreich pocht hingegen auf eine aktivere Rolle der mächtigen Notenbank.

(APA)

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11 Kommentare
Gast: Bonn
02.12.2011 15:34
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Macht in der EZB

In dieser Bank sind zu viele Südeuropäer. Das muß schnell geändert werden. So geht das nicht weiter. Jetzt wird zu viele Geld verschwendet.

Gast: Hans im Glück
01.12.2011 19:22
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Wenn das nicht draghisch ist...

Wer verlangt von euch den EUR zu retten?
Solche Heldentaten wollen wir gar nicht.

Wir wollen eine Währung die nicht Blasen bildet.
Wir wollen eine Währung die man nicht dauernd Retten muss.
Wir wollen eine Währung die nicht dem Gedeih und Verderb der Banker und Politiker ausgesetztist.

Also Draghilein, hop hop und dalli dalli.
Wir brauchen kein Monopolgeld oder soll ich Monopoly-Geld dazu sagen?

Antworten Gast: Gast2
02.12.2011 09:41
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Wer???

Wo waren Sie die letzten Jahre?

Die EZB wird seitens der Politik massiv unter Druck gesetzt. Die Politik verweigerte bis zuletzt Reformen und ist seit dem Bestehen des Euros der EZB durch das Brechen und Aufweichen des Stabilitätspaktes immer wieder in den Rücken gefallen.

Die Politik hat lieber die kurzfristigen Bedürfnisse von Wähler und Interessensgruppen befriedigt.

Soll Draghi jetzt Wunder wirken?

Gast: mmmh
01.12.2011 18:59
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pfah!

verstehen tu ich die sache nicht, wenns gestattet ist: hausverstand:
einer, der bei g-s gearbeitet hat ist nun bestens geeignet die EZB zu leiten, oder nicht?

Antworten Gast: Gast2
02.12.2011 11:38
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Re: pfah!

Warum ist er nicht bestens geeignet?

Er ist eben nicht nur irgendein Professor sondern hat viel Erfahrung bei Notenbanken und privaten Banken gesammelt.

Er weiß wie der Hase läuft; er kennt auch die schmutzige Seite. Er kennt Freund und Feind. Das letzte was wir bräuchten wäre irgendein naiver Gutmensch aus der Theoretikerecke.

Draghi ist nun auf DER absoluten Spitze einer Volkswirtkarriere; Geld hat er wohl genug- jetzt geht es um Prestige. Und das Prestige der Währung ist gleichzeitig sein Prestige.

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Draghi, bitte unterschreiben

...und auch wenigstens 3 Monate lang durchhalten.

Antworten Gast: Vogel Strauss
01.12.2011 19:17
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Re: Draghi, bitte unterschreiben

Das glaubst ja selber nicht ... das ist doch nur ein Ablenkungsmanöver. Und obs in 3 Monaten den Euro noch gibt? Nach dem Weihnachtsgeschäft?

Abstrus

Die EZB, die *europäische* Zentralbank, mag den "Euro" nicht retten???

Der Euro ist, soweit ich das verstehe, der einzige Grund warum es sie gibt, oder?

:-)

Gast: mutbürger
01.12.2011 17:38
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Ordnung aus dem Chaos!

Goldman-Sachs Draghi läuft zu Hochleistungen auf. Wir retten euch armen Fußabtreter (= europas Völker) nur dann, wenn ihr uns eure Recht übergebt.

Die Fiskalunion ist nichts anderes als ein faschistisches Regime, in dem nicht gewählte Technokraten den Ländern ihre Sichtweise/Regeln aufzwingen! Moderne Sklaverei in Reinkultur.

Ich finde das toll, wir machen mehr von dem (mehr EU) was eigentlich schon schief gegangen ist (Euro). Das wird uns sicher retten!

Der Schärdinger

Richtig, man kann nur hoffen, dass er dabei bleibt!!!!!!!!!!!!!!!!!1

Gast: guesto
01.12.2011 16:56
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His name is Pinoccio.

der gute Mann hat ein zweifelhaftes Verhältnis zur Wahrheit.
Denn die EZB hat heute offenbar über einen "Strohbank" erstmals in neue Staatsanleihen investiert.
Die gesamte Bondauktion Spaniens wurde nämlich von einem einzigen Käufer aufgekauft....
na, da fragt sich doch, wer noch sehenden Auges so viel Geld in ein Pleiteland steckt.
Sicher nicht Soros und Konsorten. Eher Kollege Draghi, eh?

Hobbyökonom