Schattenbanken: Das nächste Pyramidenspiel

17.12.2011 | 17:55 |  von Nikolaus Jilch (Die Presse)

In der unregulierten und undurchsichtigen Welt der Schattenbanken lauert ein bisher unbekanntes Monster: Die exotischen "Mehrfachhypotheken" versprechen schnelles Geld. Aber jetzt droht die Pyramide einzustürzen.

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Wenn ein Finanzskandal platzt, werden oft voreilige Schlüsse gezogen. Im Fall des Brokerhauses MF Global, das zu Halloween den achtgrößten Bankrott in der Geschichte der USA anmelden musste, einigten sich die Medien schnell auf den Fehler. MF-Chef Jon Corzine, ein Goldman-Sachs-Alumnus mit besten Verbindungen ins Weiße Haus, hatte eine Wette auf europäische Staatsanleihen verloren – und dabei offenbar auch Kundengelder verzockt. Die unterschwellige Message dieser Interpretation: Es war ein Einzeltäter, ein schwarzes Schaf. Die meisten Beobachter fragten sich nicht einmal, woher MF Global das Geld für eine Sechs-Milliarden-Dollar-Wette hatte – eine Summe fünfmal so hoch wie der Gesamtwert des Unternehmens.

Die Antwort ist ebenso kompliziert wie besorgniserregend. MF Global war kein Einzelfall, kein „Bad Apple“, wie die Amerikaner sagen. Wie Lehman Brothers und AIG wurde auch MF Global ein Opfer des sogenannten Schattenbankensystems. Das fasst alle Aktivitäten zusammen, die zwar in ihrer Natur Bankgeschäfte (wie Kreditvergabe, sprich „Gelderzeugung“), aber so kompliziert sind und so lasch reguliert werden, dass keine Behörde der Welt auch nur den geringsten Durchblick hat. Das Schattenbankensystem besteht aus ausgelagerten Zweckgesellschaften von Banken und Investmentbanken und aus anderen Finanzmarktfirmen, die keine Banken sind, aber Bankgeschäfte übernehmen, wenn ein Schlupfloch in den Regulierungen dies zulässt.

Bis zu 60 Billionen.
Weil sie ausgelagert sind, schlagen sich die Schattenaktivitäten der Banken nicht in den Bilanzen nieder. Sie sind „Off-Balance“. Und es liegt nur in der Natur der Sache, dass auch die Banken untereinander verheimlichen, welchen Schattengeschäften sie nachgehen. Niemand kann seriös sagen, wie viel Geld in diesen unregulierten Schattengeschäften steckt – Schätzungen gehen davon aus, dass es bis zu 60 Billionen Dollar sind.

Zentrum des Schattenbankensystems ist ohne Zweifel London. Nirgends gibt es weniger Regeln für Finanzgeschäfte. Der Untergang von MF Global und Lehman Brothers nahm in London seinen Anfang. Auch die weltgrößte Versicherung AIG, die vom US-Steuerzahler gerettet wurde, stolperte über die Geschäfte seiner London-Tochter. Im Zuge der MF-Global-Pleite kommt jetzt ein Geschäftszweig vom Schatten ans Licht, der es in sich hat: die Mehrfachhypothek.

Das Prinzip einer Hypothek ist simpel: Ein Kunde erhält von der Bank einen Kredit, um ein Haus zu kaufen. Dieses Haus wird mit einer Hypothek belegt. Das heißt: Zwar gehört dem Kreditnehmer offiziell das Haus – falls er aber seine Raten nicht bezahlen kann, geht das Haus an die Bank. So weit, so harmlos. Aber was, wenn die Bank selbst auf das Haus eine weitere Hypothek aufnimmt– also das Pfand des Kreditnehmers selbst verpfändet, um Kredit zu erhalten und Geschäfte zu machen? Und was, wenn die nächste Bank dieses Pfand noch einmal verpfändet? Plötzlich „gehört“ dasselbe Haus vier verschiedenen Marktteilnehmern. Nur einer muss mit seinen Kreditrückzahlungen in Verzug kommen, und das ganze Gebilde bricht zusammen. So funktioniert das Mehrfachhypotheken-Geschäft im Schattenbankensystem.

Auf Gedeih und Verderb. Kunden (meist Hedgefonds) hinterlegen Sicherheiten (meist Wertpapiere) bei Brokern (meist Investmentbanken). Diese Investmentbanken nutzen jetzt die Sicherheiten, die eigentlich die Kunden hinterlegt haben, um sich Liquidität zu beschaffen. Sie verpfänden das Pfand weiter. Die nächste Bank macht dasselbe. Und so weiter. Nach britischem Recht gibt es keine Grenze für die Aufnahme von Mehrfachhypotheken auf ein Asset. Kunden können diese Praxis zwar vertraglich untersagen – dann steigen aber auch die Gebühren. Am Ende sind die Bankhäuser auf Gedeih und Verderb einander ausgeliefert.

Die Kunden haben keine Ahnung, was mit ihren Sicherheiten passiert ist. Das ist der Grund, warum die Kunden von MF Global ihre Gelder und hinterlegten Wertpapiere wohl nie wieder sehen werden. Und es ist eine alternative Erklärung für die Liquiditätsprobleme, die vor allem Banken in Europa derzeit plagen. Das Schattenbankensystem kollabiert. Langsam, aber stetig. Hedgefonds haben die Machenschaften der Banken mit Mehrfachhypotheken durchschaut und unterbinden sie in neuen Verträgen. Der Internationale Währungsfonds hat errechnet, dass Investmentbanken sich vor dem Lehman-Kollaps Geld besorgt haben, indem sie über London aus Sicherheiten ihrer Kunden im Wert von einer Billion Dollar vier Billionen gemacht haben.

Und bis heute sind die großen Investmenthäuser massiv in dieses Spiel involviert: JP Morgan und Morgan Stanley mit jeweils 410 Milliarden Dollar (314 Milliarden Euro), Credit Suisse mit 354 Milliarden Dollar. Die Fachzeitschrift „Business Law Currents“ hat diese Zahlen für eine ausführliche Analyse des Spiels mit den Mehrfachhypotheken errechnet. Überschrift: „MF Global und der Skandal um die Mehrfachhypotheken“. Das Ende des Brokers enthüllt diese endlos komplizierten Finanzprodukte als das, was sie sind: ein Pyramidenspiel. Wenn der Geldfluss stoppt oder die Hypotheken zu hoch aufgetürmt werden, heißt es: Game over. Die Konsequenzen eines Zusammenbruchs dieses Pyramidenspiels sind nicht abzuschätzen. „Das Systemrisiko, das die Mehrfachhypotheken erzeugen, ist atemberaubend“, schreibt „Business Law Currents“, eine Publikation von Thompson Reuters. Wenn die Erhebungen der Fachzeitschrift sich bestätigen, dann wurde durch Mehrfachhypotheken schlicht die größte Kreditblase aller Zeiten geschaffen.


Das Spiel geht zu Ende. Und weil Staatsanleihen zu den meistgehandelten und meisthinterlegten Wertpapieren gehören, hat der „Skandal“ auch direkte Konsequenzen für die Schuldenkrise der Eurozone. „Business Law Currents“: „Wenn man bedenkt, dass Mehrfachhypotheken den finanziellen Fußabdruck von europäischen Staatsanleihen um mindestens das Vierfache vervielfacht haben könnten, dann könnte der Bankrott eines Eurolandes die Apokalypse bedeuten.“

Das würde auch den Unwillen der EU-Politiker erklären, Griechenland offiziell pleitegehen zu lassen. Und auch, warum Banken bei Schuldenschnitten nicht mehr zur Kasse gebeten werden sollen: Dank der Mehrfachhypotheken und anderer alchemistischer Ideen der Schattenbanken sind Griechenlands Schulden kein „kleines“ Problem, das sich eingrenzen lässt. Ein Staatsbankrott könnte das ganz große Pyramidenspiel der globalen Banken zum Einsturz bringen.

(c) Die Presse / GK

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2011)

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52 Kommentare
 
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einfach unglaublich?

damit zeigt sich endlich die maßlose Gier weniger und die dumm gehaltenen Bürger.
Warum werden die Menschen nicht besser über solche kriminellen Vorgänge aufgeklärt?
Wer denkt sich so etwas Krankes aus?
Dumme Frage: blitzgescheite Leute bauen ja auch
Waffen für den Massenmord gegen den angeblichen Feind, der zuerst gemacht wird!
Mein GOTT, wie dumm sind wir eigentlich?
Wie lange kann so ein Pyramidensystem noch funktionieren? Dirk Müller sagt je schon sehr viel über das kranke System
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Km6knPwqLpk#!

Gast: Reflector
20.12.2011 23:11
1

das Gleiche wie bei den Derivaten ²


An sich nichts Neues von den OTC Geschäften der Banken, dort kann man faktisch alles machen.

Verwunderlich ist aber, dass dazu nur die üblich stereotypen Rufe nach Regulierung durch irgendeine 'oberste' Instanz kommen.

Dann wird am 24. wohl auch noch das Christkindl kommen.

Diese 'Regulierungsbehörde' oder Instanz kann es nie und nimmer geben, weil die Staaten selbst zu den Nutzniessern, Mithelfern und damit Räubern dieses Systems gehören.

Je mehr reguliert, desto mehr involviert.

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/archiv/78534_Hans-Hermann-Hoppe.html

Die dekadent gewordenen westlichen Bürger in den gepuderten Wohlfahrtstaaten müssen anscheinend wieder Selbstständigkeit lernen.

Zumeist passiert es allerdings nicht bevor ein Eriegnis sich bereits überdeutlich abzeichnet, sondern nachdem die Folegewrkungen hart treffend wahrgenommen werden.

Und selbst die zyklischen Auftritte dieser Krisen scheint niemand zu wundern, gerade so als ob es naturgegeben wäre.

Rothschild hatte mit seiner Aussage zum System leider nur allzu Recht - Anscheinend wirklich ein Perpetuum Mobile.

Der Finanzplatz London gehört unter Quarantäne gestellt!

Und am besten die Wall Street gleich auch!!

Gast: Adept
20.12.2011 08:35
2

Rohstoffmärkte durch MF Global zerstört

Es gibt Gründe anzunehmen, dass die Ursache des Bankrottes nicht die nie bewiesene Wette gegen den Euro war.
Vielmehr scheint MF Global als riesiger Händler von comodoties das Geld der Kunden gestohlen(!) zu haben, mit Billigung der US-Regierung.
MF Global war Teil des Systems der Preisdrückung und konnte nicht mehr zu den anvisierten Preisen liefern.
Was das bedeutet, erkennt man , wenn man sich zum Beispiel diese Seite anschaut:
http://www.finanztreff.de/etc_uebersicht.htn?gclid=CIL20fePkK0CFUUPfAodYFhsmg
Sämtliche Rohstoffe unterlagen vermutlich durch MF Global manipulierten Märkten.
Diese Sache ist deshalb noch lange nicht ausgestanden.
Nach einer Stagnationsphase werden die Rohstoffmärkte vermutlich noch weiter explodieren, tropische Gewürze z.B.(Pfeffer,Muskatnuß) legen seit zwei Jahren
massiv im Preis zu.

Gast: synchron1
20.12.2011 05:12
2

warum nennt keiner das kind beim namen

welcher hebel auch immer das system ist korrupt, wird von geldgeilen korrupten sog. volkverttretern gemanagt und die schlafschafe stehen vor dem trog und blöken weil der trog scheinbar leer ist.
die strafbare tat ist der staat und seine erfüllungsgehilfen.....................also alle die dieses kranke, kaputte, dem wahnsinn entprungende system mittragen oder sich gedanken machen wie der wahnsinn unter kontrolle gebracht werden kann.
beendet den irrsinn des monotären system und dann erkennt was wirklich relevant ist.
das system der ausbeutung des menschen durch den menschen sicher nicht

Angela Merkel hat es völlig richtig definiert!

Ihrer Meinung nach gehe es heute um eine
MARKTGERECHTE DEMOKRATIE!
Also um eine Herrschaftsform, welche primär die Interessen der "Märkte" zur obersten Pflicht jedes Bürgers macht!
Also nicht mehr um
DEMOKRATISCH KONTROLLIERTE MÄRKTE!
Ich halte solche Aussagen für den endgültigen Bankrott demokratisch gewählter Volksvertreter!
Diese Zeit ist offenbar auch offiziell VORBEI...

Allgemeiner Realitätsverlust

Was ich persönlich an dem Ganzen besonders erschütternd finde ist, wie die britische Politik den "Finanzplatz London" nach wie vor als einen zentralen und schützenswerten Aspekt der britischen Wirtschaft ansieht. Und zwar in seiner jetzigen Form. Regulierung wird als völlig undenkbar angesehen - das ist eine ideologische Frage, die nicht zur Diskussion steht.

Angesichts derartiger Umtriebe erinnern mich Cameron & Co immer mehr an die vergreisten Vollidioten, die den Ostblock unmittelbar vor dem Umsturz 1989 regiert haben. Völlig losgelöst von der Realität, nur mehr auf das Absichern der Pfründe einer rein parasitären Funktionärskaste aus. Es ist schon eine Leistung, die an sich sehr wohl selbstkorrigierende Marktwirtschaft durch eine Orgie an Blödheit, Korruption und Gier dermassen zu destabilisieren. Das war harte Arbeit, Jungs...

Antworten Gast: "3OO"
19.12.2011 16:21
2

Re: Allgemeiner Realitätsverlust

was sollte cameron u. co auch tun,sie haben ja sonst "keine wirtschaft mehr als die finanzwirtschaft(hüben wie drüben war das "reale" nicht mehr gut genug) u. jetzt etwas anderes od. neues auf die beine stellen,wie?! ausserdem ist die politik nicht in der lage wirtschaft zu machen nur die voraussetzungen um unternehmen etc. anzusiedeln können geschaffen werden,alles andere ist ostblock(z.b erst wenn die staaten ihre griffeln aus dem "geschäft" mit den erneuerbaren energien nehmen kann/könnte etwas daraus werden)..... meines erachtens ist der zug für die banken wie wir sie jetzt kennen abgefahren,wird noch viele tränen geben aber es wird weitergehen,ich habe eigentlich mit dem "thema banken" (in ihrer jetzigen form) schon abgeschlossen,die reise "um geld zu verdienen" geht in richtung ---> wer hat die grössten ackerflächen,wer(bauern,privatunternehmer) produziert, fördert u. verarbeitet,lagert,transportiert usw. am besten diese agrarrohstoffe(ähnliches gilt für rohstoffe allg.), hier wird sich noch für manchen staat rächen die landwirtschaft vernachlässigt zu haben (weil nicht mehr up-to-date im zeitalter zeitalter der mag. u. dr. -schwemme),so wie die briten die meinten keine verarbeitende industrie mehr zu benötigen vor lauter superbanker etc. ! ps: die karawane zieht weiter u. ich zieh mit,jede menge arbeit u. geschäft warten bei 7 mrd. bürger auf der welt u. das leben ist zu kurz um sich mit staatshilfe u. pleitebanken von vorgestern herumzuschlagen !!

Re: Re: Allgemeiner Realitätsverlust

Im Prinzip gebe ich Ihnen (leider!) grösstenteils recht.

Aber all das, was Sie da schreiben, macht die Haltung von Cameron & Co eigentlich noch wesentlich unverständlicher, als sie ohnehin schon ist. Gerade wenn ich keine Realwirtschaft mehr habe, muss ich doch darauf achten, dass ich wenigstens den Finanzplatz, von dem ich lebe, ordentlich und einigermassen nachhaltig betreibe? Und gerade das haben die sträflichst vernachlässigt!

Atemberaubend und bestätigt, dass die Finanzwirtschaft

mehr oder weniger eine große Räuberbande ist.

Das Vertrauen ist weg, denn der Klüngel zwischen Politik, Banken und Wirtschaft ist zum ökonomischen Monster angewachsen.
Der Verlauf wie bei der Krankheit Krebs ist immer wahrscheinlicher.

Gast: "3OO"
19.12.2011 11:57
2

Ohne (richtige) Arbeit kein Wohlstand(zumind. nicht auf Dauer)

das kann/konnte nicht gutgehen:auf der einen seite investmentbanker u.spekulanten(mitunter sicher clevere leute dabei) die sich rund um die uhr mit geldvermehrung beschäftigen,solche produkte entwickeln bzw. erfinden,auf der anderen seite eine grosse masse an bevölkerung die ohne sozialstaat nicht wüsste was tun(dazu zähle ich auch den sogenannten mittelstand mit seinen beamten u. unterkommerjobs,dahinstudiererkinderln, sozialleistungsempfängern etc. ); u. dazwischen steht die reale wirtschaft mit seinen unternehmen/mitarbeitern,auch old- economy genannt die diesen ganzen wahnsinn an staatsschulden,bankenpleiten u. netteoempfängern schultern soll!!diese old- economy die vor gar nicht langer zeit nichts mehr gegolten hat,bei der niemand mehr arbeiten wollte weil nur mehr "superstars" von den unis abgingen,selbst österreichs eher einfältige bankenszene meinte das rad neu erfunden zu haben(hi,hi,ha,ha,da lacht manch spitzbübischer osteuropäer über diesen warmen regen aus österreich) u. vernachlässigte die mittel u. kleinbetriebe!! .. u. jetzt scheint diese ganze kasperlwelt zu zerbersten!! ich glaube aber denoch das es eine rettung gibt: aufhören mit den subventionieren der maroden banken inkl. ihrer angeschlossenen bereiche, wieder normal zu denken beginnen, so mancher wird sich dann anstatt im bankenturm o.ä eher am fliessband oder als gehilfe im warenlager wiederfinden(auch im "lagerhaus"),aber das ist besser für uns alle, denn wie gesagt ohne richtige arbeit kein wohlstand!

Tja, was soll man da noch schreiben?

Ich bin sprachlos, wie nennt man das beim Schreiben?

Antworten Gast: Hba
20.12.2011 08:41
1

Re: Tja, was soll man da noch schreiben?

Schreiblos . wäre lustig, wenn die Situation in der wir uns alle befinden nicht so ernst ist.

Gast: Hans im Glück
19.12.2011 09:51
0

Habt ihr schon mal von Frictional Banking gehört???

Nun dieses Prinzip wird auch im Aktienhandel angewendet.

Wir ordern Aktien und andere Wertpapiere.

Die Bank tragt es uns ins WP-Portfolio ein.

Die Bank hat diese Papiere aber nicht gekauft sondern unser Geld einfach ihrem WP-Hanels-Pool dazugegeben.

Man kann diesen Vorgang nicht so leicht überprüfen. Einzelne Aktien haben keine Seriennummer. Man kann nur sagen was für Aktien man hat. Diese sind mit der Wertpapierkennummer (ISIN) festgelegt.

Ist die Bank pleite bleibt theoretisch der eigene Wertpapierbestand erhalten. Da es diesen nicht gibt bzw. nur optisch dargestellt ist werden viele am Ende des Tages große Augen machen.

Gast: gast45
19.12.2011 09:32
1

aufsichtsbehörden haben halt wieder mal versagt ..

warum ? ... weil bankgeschäfte immer zu regulieren sind, und nicht nur dann, wenn auf dem firmenschild bank darauf steht ..
da kann man wirklich nur mehr von unfassbarer dummheit reden .....

sehr interessanter artikel

das gleiche prinzip ist aber schon bekannt von den derivaten

Gast: Der Gehebelte
18.12.2011 21:31
2

DAS GRAUSAME SPIEL …

… wird immer offensichtlicher. Die Banken per se sind ja gar nicht die Bösen. Denn die werden laut Politikerbeschluss vom Kollektiv gerettet und nicht durch ihre Eigentümer – daher können die Banken von den Eigentümern ebenfalls ausgeblutet werden.
Diese wiederum investieren aber vorrangig in hard assets wie Energie, Wasserversorgung, Minen, Bohrlizenzen etc., die sie den verschuldeten Polit-Kasperln zum Dumpingpreis abpressen („Privatisierung“). Damit potenziert sich die Zinsversklavung. Faymann geht hilflos auf Weihnachtspause und lässt die Intelligenzbestie Laura facebooken. Das Paradoxe daran: Die Linke merkt nicht einmal, wie sie ständig vor den Karren der weltweiten Hochfinanz gespannt wird, um dem Mittelstand was wegzunehmen und schuldengeknebelte Billiglohnbevölkerung zu schaffen.
Wenn’s durch die exzessiven Finanzhebelungen scheppert und der Riot auf Supermärkte, Tankstellen, Bankomate und vernagelte Bankfilialen losgeht, tauchen Rothschilds und Konsorten in ihre Gated Communities ab. Wir können jedoch noch hoffen, dass dann gerade nicht Winter ist und wir das Brennholz nicht mit Waffengewalt im Wald z’samklauben müssen. „Europäischer Frühling“, sozusagen …

Sehe keinen Hebel?

A nimmt 100 Kredit bei B
B nimmt 100 Kredit bei C
C nimmt 100 Kredit bei D...

als Sicherheit dient jeweils der davor vergebene Kredit. Somit entsteht aus meiner Sicht keine Hebelung. Der Risikobetrag bleibt immer 100, ausser der Kreditbetrag steigt mit der Zeit.

Das Problem scheint mir ehrer die Vernetzung der Banken zu sein, so dass bei einem großen Kreditausfall gleich viele Banken mitgerissen werden.

Re: Sehe keinen Hebel?

Die Frage ist nur: Wie kommt D zu seinem Geld, wenn C pleite ist?

Dann müssten Sie die Kette in Gang bringen, also vielleicht den Kredit von A glatt stellen, damit alle zu Geld kommen.

A müsste dann vielleicht sein Haus verkaufen - möglicherweise zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, nämlich in einer großen Krise, wo keiner liquide ist.

Das ist ein Pyramidensystem.


Re: Sehe keinen Hebel?

Das ist relativ, weil Leverage ja durch Kredit entsteht und Kredit somit immer zu Leverage führt! Je länger die Bilanz, desto höher der Leverage aufs Eigenkapital.

Besicherungstechnisch ist es schon problematisch, weil eine Hypothek ist ja kein herkömmliches Vermögen in der Bilanz, die ähnlich wie eine Forderung als Sicherheit weitergereicht werden könnte. Versuchen Sie einmal ihr mit 100 Prozent des Wertes mit Hypotheken belastetes Haus einer zweiten Bank als Sicherheit für einen weiteren Kredit zu geben.


Der "Hebel" besteht darin, dass A, C, E, G ...usw. nix mehr voneinader wissen!

Da wurden ja irre Summen nur auf "Zuruf", ohne genaue schriftliche Verträge, aber, weil eben alle "im selben Boot" sitzen, streng einzuhalten, gehandelt.

Diese Praxis dürfte vom Börsehandel kommen, wo auch alle auf "Zuruf" mit diesem Urvertrauen agieren, dass diese "Verträge" eingehalten werden.

So hat mans ja auch geschafft, eine Bank wie die BAWAG, mal so auf die Schnelle übers Wochenende zu ruinieren.

Re: Der "Hebel" besteht darin, dass A, C, E, G ...usw. nix mehr voneinader wissen!

mit dem Börsenhandel haben Sie teilweise Recht. Die meisten Instrumente werden zwar über ein Buchungssytem transparent uns sicher abgewickelt. In der globalen Schuldenkrise hat sich aber gezeigt, dass z.B. CDS (Credit Default Swaps) OTC (Over the Counter) gehandelt wurden - also ohne zentrales, transparentes Buchungssystem.
Was auch schlimm ist, sind die Off-Banlance Sheet Aktivitäten der Banken. Dass so etwas legal ist, ist unglaublich. Jedes Unternehmen muss normal alle Geschäfte in der Bilanz ausweisen. Ein Wahnsinn, dass das für Banken nicht gilt!
Die "Goldmans und Rothschilds" dieser Welt haben es geschafft, machen zu können, was sie wollen - zu ihrem Nutzen, und zum Schaden von uns allen. Auf Sicht ist auch nicht davon auszugehen, dass ihre Macht gebrochen wird, da sie alle wichtigen Notenbanken und Politker beherrschen/beieinflussen/bestechen/unterwandern.

Gast: Vogel Strauss
18.12.2011 16:48
0

Mehrfachhypothek u. Haus??

Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, weil das ja ins Grundbuch eingetragen wird. Da müßte der Hausbesitzer das ja mitkriegen und Feuer schreien ... bei Anleihen kann ich mir das schon eher vorstellen. Kein Geld mehr für Bankenrettung!

Gast: MAMALEONY
18.12.2011 16:09
0

SEHR LEHRREICH

Im Prinzip warnen schon seit Jahren Personen davor. Zb Wissenschaftsmanufaktur oder
einfach erklärt
http://www.youtube.com/watch?v=Y780J3HFiqI
Man muß sich halt nur die Mühe machen selber zu denken.

Lasst sie alle in Konkurs gehen!

Wer hat der hat.

Abrechnung jetzt, statt nie bzw. mit den Unschuldigen.

Antworten Gast: Febobo
20.12.2011 20:40
1

Re: Lasst sie alle in Konkurs gehen!

2008 verschlafen? Sobald Konkurse das Pyramidenspiel ins Wanken bringen, schreitet die Politik ein und schiebt Steuergeld nach.

Getreu dem Motto "The Great Ponzi must go on" - sollte man vielleicht am Parlamentsgebäude anbringen, damit es auch jeder versteht.

 
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