EZB-Chef Draghi: Finanzstabilität Europas in Gefahr

19.12.2011 | 21:41 |   (Die Presse)

Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs europäischer Großbanken sei zuletzt gestiegen, warnt die Europäische Zentralbank. 2012 werde ein schwieriges Jahr für Banken.

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Wien/Ag./red. Der Chef der Europäischen Zentralbank war am Montag um dramatische Worte nicht verlegen: Die Banken im Euroraum würden 2012 in ein schwieriges Fahrwasser geraten. Besonders im ersten Quartal „wird es bei der Refinanzierung eng werden“, warnte Mario Draghi vor dem Wirtschafts-und Währungsausschuss des europäischen Parlaments.

Doch das ist nur ein Teil der Hiobsbotschaft. Denn die EZB weist in ihrem Halbjahresbericht zur Finanzstabilität auf die Gefahr hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs von Großbanken zuletzt gestiegen sei. „Die Risiken für die Finanzstabilität der Eurozone haben in der zweiten Jahreshälfte 2011 beträchtlich zugenommen.“ Die Stabilität des Finanzsystems der Währungsunion sei insgesamt in Gefahr.

Die europäischen Geldhäuser müssen bis Ende Juni des kommenden Jahres ihre Kernkapitalquote auf neun Prozent erhöhen. Das hat die Europäische Bankenaufsicht (EBA) beschlossen. Für die meisten Institute bedeutet dies, dass sie sich Geld beschaffen müssen, um die Vorgaben auch zu erfüllen. Fast alle Banken der Eurozone sind von Refinanzierungsengepässen betroffen, sagt Draghi. In Österreich zählt die Raiffeisen Zentralbank zu jenen Instituten, die Geld benötigen (siehe Bericht unten). Allerdings ist der Kapitalbedarf der Bank höher als der anderer heimischer Institute.

Die europäischen Banken versuchen die Vorgaben der EBA auf verschiedenen Weise zu erfüllen. Die Banken stehen dabei vor einem doppelten Problem. Zum einem müssen sie den jüngst veröffentlichten Richtlinien Rechnung tragen. Zum anderen werden allein im ersten Quartal des kommenden Jahres Bankanleihen im Volumen von rund 230 Mrd. Euro fällig. Das bedeutet, dass die Banken ihren Gläubigern jenes Geld zurückzahlen müssen, dass diese ihnen einst geliehen hatten. „Der Druck an den Bondmärkten wird wirklich sehr, sehr spürbar, wenn nicht gar beispiellos werden“, sagt Draghi.

In dem selben Zeitraum müssen nämlich auch noch Staatsanleihen im Umfang von 250 bis 300 Mrd. Euro bedient werden. Banken sind neben Versicherern unter anderem Käufer staatlicher Schuldverschreibungen. Zuletzt hatte sie das in die Bredouille gebracht, weil Wertberichtigungen auf griechische Anleihen vorgenommen wurden.

Angst vor einer Kreditklemme

Die EZB hat auch Angst davor, dass Banken künftig mit Krediten geizen – und warnt vor einer Kreditklemme. Um einer solchen vorzubeugen, wird die EZB erstmals Liquidität mit einer Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung stellen. Diesen Mittwoch sollen Kreditlinien dieser Art aufgelegt werden. Zugleich müssen die Banken weniger Geld als Sicherheit hinterlegen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20. Dezember 2011)

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14 Kommentare

EZB-Chef Draghi: Finanzstabilität Europas in Gefahr

Wenn ich "das"...ich zitiere kurz: "Die Stabilität des Finanzsystems der Währungsunion sei insgesamt in Gefahr", schon zu lesen oder hören bekomme, stehen meine Nackenhaare! Eine Bankenwahrheit wäre wichtiger. Dann wäre gar nichts in Gefahr! Diesen gesamten finanz. Mist haben wir doch "nur" den BANKEN zu verdanken!

Gast: Eure Hohlheit
20.12.2011 19:45
0

Ist ist viel mehr in Gefahr

Nur müssen immer mehr europäische Staaten in den VS Zustand versetzt werden, damit auch die letzten verblieben Volkseigentümern den globalen Konzernen zugespielt werden können.

Nur so kann es nach dem Reset eine eine 100%-Wirtschaftsdiktatur geben.

http://www.rottmeyer.de/geab-n%C2%B060-ist-angekommen-umfassende-weltweite-krise-%E2%80%93-usa-20122016-ein-zahlungsunfahiges-und-unregierbares-land/

Gast: Hihihaha
20.12.2011 13:04
0

Die OeNB hat nichts, die anderen haben auch nichts!

Die OeNB hatte, nach eigenen Angaben, per Ende 2010, ein Kapital und Rücklagen von 4,17 Mrd. Euro. Wenn man das Eigenkapital (Nominalkapital lächerliche 12 Mio. Euro, Rest Rücklagen!) bezeichnen möchte, dann wären es bei einer Bilanzsumme von 79,77 Mrd. Euro eine Eigenkapitalquote von gerade mal 5,2%.

Von diesen 4,17 Mrd. Euro wird die OeNB auf jeden Fall mehr als 2 Mrd. für die "Betriebspensionen" der eigenen Parteibonzen brauchen. Das gilt vor allem dann, wenn diese irren Zahlungen (<70.000.- Euro pro Bezieher) nicht durch laufende Einnahmen gedeckt werden kann.

Wenn man annimmt, dass die Pensionen nicht aufs Eigenkapital durchschlagen, dann werden es wohl die "gekauften" Griechischen Staatsanleihen machen, auch wenn es heute noch noch als Vermögen in den Büchern ist. Das wird min. 2 Mrd. Euro kosten. Der OeNB werden also vielleicht 2,2 Mrd. bleiben, welche noch verbraucht werden können.

Nun aber, denken die Parteibonzenversager, dass die OeNB, welche ja kaum mehr was hat, plötzlich einen Kredit über 6 Mrd. Euro an den IWF geben kann. Die EZB soll also weiter reichen was die OeNB gar nicht hat.

Weil die OeNB, welche das Geld nicht hat, trotzdem aber einen Kredit gibt, diese Gelder über den IWF an Pleiteländer gibt, so soll die OeNB dafür Zinsen bekommen. Das sind doch Zinsen für Nichts, weil ja Nichts da ist und daher auch nicht gegeben werden kann.

Die sind doch fertig, auch in der Rübe!

Muahahahahaha!

was nun sprach Zeus

Ich sehe hier nur völlige Ratlosigkeit und Inkompetenz; it's time for a total change!

Hat nichts mit Euro zu tun

Anleihen laufen aus, müssen daher zum Nominale bezahlt werden. Das geht nur durch Ausgabe von neuen Anleihen.

Wenn die aber niemand kauft, dann sieht es schlecht aus.

Bleibt nur die EZB als Käufer. Und die darf nicht. Zumindest bis jetzt...

Das beschreibt ziemlich exakt


das Szenario einer Kernschmelze

Ich frage sie:

Warum präjudiziert man die sachliche Analyse der Krise?
Es wird vorab gesagt: Der Euro ist unumgänglich, die EZB muß Anleihen kaufen, Griechenland muß bei der Währungsunion bleiben etc., etc.

Begründet wird das meist mit einem recht kruden Zukunftsszenario, also eigentlich garnicht.

Wer mir bei einem so komplexen Problem mit dem gewissen Untergang kommt hat meist kein anderes Argument.

Hier werden ganz einseitige Interessen vertreten Lobbying+Politik+Medien= Gewinn.

Wenn alles so irrational weiterläuft wird einiges kaputtgehen.
Wer glaubt den schon dass ein 2-3.te Welt-Land mit Deutschland in einer Währungsunion gehalten werden kann?

Irgenwann wird man sich fragen: Wie konnten die so blöd sein das zu versuchen?

Gast: Gast 8
20.12.2011 09:59
0

Euro ist irreversibel

Ein gefährlicher Mann. Angeblich neutral, diese (seine) Aussage sagt mir aber, so neutral ist er nicht. Er ahnt genau: Griechenland raus= Italien raus.

Gast: Robert Artmann
20.12.2011 07:55
3

EZB-Chef Draghi: Finanzstabilität Europas in Gefahr


EZB wird weiter Staatsanleihen kaufen

Original-Ton von EZB-Boss Draghi:
„ Wer die Eurozone verläßt bekommt Inflation...“

Der EZB-Chef warnt insbvesondere davor, dass ein Austritt einiger Länder aus der Eurozone keine Erleichterung für diese bedeuten würde. Vielmehr gäbe es eine riesen Inflation und eine weitaus schwierigere Ausgangslage zur Durchführung der Reformen.
Häääh?
Quelle:
http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/12/33917/

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/12/33927/
KANN DIE EZB eigentlich zu einer Bad-Bank mutieren?

wussten Sie übrigens
“ wie DER BOCK >>Draghi<< ZUM GÄRTNER WURDE!“
Man erinnere sich:
Griechenland fälschte
seinerzeit seine Budget-Zahlen; daraufhin wurde Gr die Tür zur EU geöffnet.
Der Italiener Dragisch äh Draghi war an dieser „Bilanz-Fälschung“ nachhaltig beteiligt.

Und nun ist äh Herr Dragisch Chef der EZB und erzählt uns die Wahrheit und nicht als seine/die Wahrheit!

Antworten Gast: Auch so kommt die Inflation
20.12.2011 10:00
0

Re: EZB-Chef Draghi: Finanzstabilität Europas in Gefahr

Er wiederspricht sich ständig.

Verwirrung

Die Verwirrung für die Menschen entsteht dadurch, dass die Verursacher der Krise (Gelddrucker=Notenbanken, Schuldenmacher=Politiker) als die Retter in der Not auftreten, oder gar Lösungsvorschläge zur Krise unterbreiten. Wenn ein Drogensüchtiger das machen würde, wäre es wohl ziemlich bedenklich, würde er doch wohl eher ein Mehr an Drogen für den richtigen Ausweg halten...

Stellen Sie sich vor, ...

... es ist Finanzkrise und niemanden interessiert es - weil die Menschen erkannt haben, dass sie jederzeit ein freies, demokratisches und ihren Bedürfnissen angepasstes Geldsystem schaffen können.

http://www.banken-volksbegehren.at/geldsystem/124-gefangene-der-geldillusion

Antworten Gast: profitgieriger
20.12.2011 12:13
0

Re: Stellen Sie sich vor, ...

stellen sie sich vor es ist volksbegehren und niemand tut was


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