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Sturm auf Euro: Iraner fürchten Verfall ihrer Währung

15.01.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Vor dem Hintergrund härterer Sanktionen und wachsender Spannungen mit den USA versuchen die Iraner, ihre Landeswährung gegen harte Währungen einzutauschen. Der Rial hat im Vormonat 20 Prozent an Wert verloren.

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Teheran/Ag/Bloomberg. Die europäische Schuldenkrise bereitet im Basar Arz von Teheran niemandem Sorgen – im Gegenteil. Wer hierher gekommen ist, sucht das, was der Händler inmitten der Menschenmenge in die Höhe streckt: ein Bündel 500-Euro-Scheine. Vor dem Hintergrund härterer Sanktionen und wachsender Spannungen mit den USA versuchen die Iraner, ihre Landeswährung Rial gegen harte Währungen einzutauschen. Der Rial hat im Vormonat 20 Prozent an Wert verloren, gemessen an der offiziellen Umtauschrate für Iraner, die ins Ausland reisen wollen.

Im Basar Arz, dem Zentrum des Devisenhandels in Teheran, ist der Wert noch stärker gesunken. Doch Euro und Dollar zu kaufen, wird immer schwieriger. Internetseiten, die Wechselkurse anzeigen, wurden in der vergangenen Woche blockiert, viele offizielle Wechselstuben geschlossen. Zudem verringerte die Regierung den Devisenbetrag, den Iraner, die ins Ausland reisen wollen, mitnehmen dürfen, um die Hälfte auf 1000 Dollar.

Flucht in Gold und Devisen

Zentralbankgouverneur Mahmoud Bahmani hat abgestritten, dass es die Sanktionen gegen das Land sind, die die Probleme verursachen. „Der Feind setzt darauf, psychologische Spannungen aufzubauen“, sagte er. „Wenn wir uns davon einschüchtern lassen, spielen wir dem Feind in die Hände.“ Der Ansturm auf harte Währungen zeigt jedoch, dass sich diese Spannungen ausbreiten, noch bevor die jüngsten Sanktionen vollständig eingeführt worden sind. Die USA und die EU wollen ein Embargo gegen Ölkäufe vom Iran verhängen und die Transaktionen mit der iranischen Zentralbank beschneiden. US-Präsident Barack Obama unterzeichnete am 31. Dezember ein Gesetz, demzufolge Unternehmen und Staaten, die mit dem Iran Geschäfte machen, der Zugang zum US-Finanzsystem verweigert wird.

Gerichtet sind die Sanktionen gegen das Atomprogramm des Iran, da es nach Ansicht der USA militärischen Zwecken dient. Der Iran bestreitet dies und erklärt, es gehe um die Nutzung der Kernkraft für friedliche Zwecke. Vizepräsident Mohammad Reza Rahimi drohte am 27. Dezember, die für die Öltransporte aus dem Persischen Golf wichtige Straße von Hormuz zu sperren, falls Sanktionen verhängt würden. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch die Meerenge transportiert. Der Ölpreis kletterte in der Vorwoche auf ein Acht-Monats-Hoch von über 103 Dollar je Fass.

Vor den Sanktionen hatte der IWF für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum aufgrund steigender Ölpreise von 3,4 Prozent vorausgesagt. 2011 lag das Wachstum bei 2,5 Prozent. Der Rutsch des Rial wird allerdings die Gefahr einer Inflation erhöhen. In den vergangen zehn Jahren lag die Teuerungsrate im Schnitt bei rund 15 Prozent. Derzeit liegt sie bei 20,6 Prozent. Schon vor den jüngsten Sanktionen hatten Iraner deswegen begonnen, Gold und Devisen zu kaufen.

Dollar ab 8.15 Uhr ausverkauft

Der offizielle Wechselkurs der Zentralbank lag zuletzt für Iraner, die Reisepläne belegen können, bei 13.630 Rial je Dollar. Vor kaum einem Monat lag er noch bei 10.800 Rial je Dollar. Auf dem Teheraner Basar kostete der Dollar 16.900 Rial. Die Spreizung der Wechselkurse sei eine „symbolische Niederlage“ für die Regierung, sagt Kevan Harris, Wissenschaftler an der Johns Hopkins Universität. Weil es im klassischen Sinne keinen funktionierenden Devisenmarkt gebe, hätten sich die Kursschwankungen derart ausgeweitet. Die Regierung hat mittlerweile ein Gesetz verabschiedet, das es ermöglicht, inoffizielle Devisengeschäfte zu bestrafen. Die Strafe entspricht dem doppelten Transaktionsbetrag. Allerdings ist das Gesetz noch nicht in Kraft getreten.

Die Preise für Importwaren aus China im Bereich Konsumelektronik sind innerhalb von nur zwei Wochen um 20 Prozent gestiegen. Für die meisten Iraner ist jedoch die Preisentwicklung bei den Grundnahrungsmitteln wichtiger: Der Iran wird dieses Jahr 1,3 Millionen Tonnen Reis importieren. Das entspricht beinahe der eigenen Produktionsmenge. Die Getreideimporte dürften bei sechs Millionen Tonnen liegen, das entspricht etwa einem Viertel des Verbrauchs. Die Ölproduktion, die 2011 bei durchschnittlich 3,6 Millionen Fass pro Tag lag, hält die Handels- und die Leistungsbilanz im Plus und hat es dem Land ermöglicht, Devisenreserven von fast 80 Mrd. Dollar anzuhäufen. Damit ist ein Schutz vor den Auswirkungen von Sanktionen vorhanden.

Während es auf dem Basar Dollar und Euro zu kaufen gibt, ist die Verfügbarkeit über offizielle Kanäle begrenzt. Bei einer Filiale der Bank Melli – einem der größten iranischen Institute – im Teheraner Vorort Sadeghieh, teilte ein Mitarbeiter den enttäuschten Kunden mit, sie sollten beim nächsten Mal doch früher kommen, denn Dollars seien üblicherweise um 8.15 Uhr morgens ausverkauft.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2012)

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17 Kommentare
fariborsm
16.01.2012 17:33
1 0

Sturm auf Euro: Iraner fürchten Verfall ihrer Währung

Also, ich habe viel Unlogisches konsumiert, aber das hier ist derart Wunschtraum beladen, dass selbst der intelligenteste Leser schallend lachen muss. Also, bitte wenn in einem Land vermehrt Devisen gehortet wird, was bedeutet das dann? Angenommen es träffe zu, dass die Leute dort unten im am Persergolf im Mullahstaat den Vetrfall Ihrer Währung tatsächlich fürchten und vermehrt Devisen horten, heißt das dann etwa, dass dort Euro gültiges Zahlungsmittel ist? wird? geworden ist? Kann der Verbraucher seine Omnibusfahrt mit Euro bezahlen? die hier geführte Auslegung ist tendenziös, hat nichts mit einer neutralen reellen und wahrhaftige Marktanalyse gemein.
ganz neben bei: Heute vor 33 Jahren hat seine Majestät Schahinschah ...usw. Iran verlassen.

0 0

Na also:

Da fließt ja jede Menge Geld in "die Märkte" und das kann eben so wenig versiegen wie das Öl.

Wozu also die Panik um das AAA?

Antworten fariborsm
16.01.2012 18:01
0 0

Re: Na also:

Bitte nicht allzu früh jubeln. Wir sind der Überzeugung der Mullahstaat befindet sich am rande der wirtschaftlichen Ruin. Demnach kann gar nichts in den Markt fliessen. Oder? Ich denke besser wir meiden die widersprüchlichkeiten in denen wir verwickelt werden. Fortwährend. Hinsichtlich AAA: Wir - D - sind nicht , noch nicht schlecht daran.

Gast: schwarzseher
16.01.2012 13:37
1 0

aaa

alles nur wegen israel-wen ihre regierung die nerven verlieren gibt es einen 3. weltkrieg

0 0

Re: aaa

nicht nur israel, auch wegen der radfahrer, frei nach e. kästner....

Iran Revolution

so lange der Ölpreis nicht einbricht wird der Rial nicht abstürzen.
Hoffentlich kommt eine längere Zeit des tiefen Ölpreises. Dann wird die Verbrecherregierung des Iran weggefegt, wie jene in Nordafrika. Derzeit scheint das unwahrscheinlich...

4 0

Re: Iran Revolution

Das wäre dann wirklich ein "Frühling". In Nordafrika wird´s dagegen gerade düster, denn dort kommen gerade genau diese Kräfte an die Macht...

schaun wir mal

wie viele postings hier notwendig sind um eins zu veröffentlichen

Antworten Gast: isjanetfair
16.01.2012 12:36
0 0

Re: schaun wir mal

man bedenke, dass einen manchmal die zensur vor sich selbst schützt....

die Zensur ist auch gut ins neue Jahr gerutscht

2 Wochen Postingpause und das erste Posting verschwindet gleich im Orkus. Aber ein echter Wutbürger lässt sich dadurch natürlich nicht aufhalten.

Artikel für Eurofetischisten

wenn man lang genug mit der Lupe sucht, können auch die Eurofetischisten noch irgendwas positives finden.

2 0

falsche Richtung

vom Regen in die Traufe !!!

josua1123
15.01.2012 21:41
0 0

Na ja

bei einem Rating von "D"wundert mich das nicht.

Iason
15.01.2012 20:23
4 0

Haha, Iraner setzen auf den Euro

Das ist vielleicht das geringere Übel, aber nicht viel mehr.

Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
15.01.2012 19:46
8 5

Die größte Gefahr für die USA

ist der Verfall ihres Dollars (der ja faktisch nicht mehr viel wert ist), damit steht und fällt ihre Macht, jedoch immer mehr Länder wenden sich von der Dollar-Leitwährung und auslandsorientierten Zentralbanken ab, die wirtschaftliche Führungsrolle Amerikas verblaßt rapide, die politische Richtungsvorgabe durch ökonomische oder diplomatische Druckmittel klappt nicht mehr, das einzige was der USA geblieben ist, ist ihre überwältigende militärische Macht. Die setzt sie jetzt ein, um einen globalen 'Einschüchterungskurs' zu fahren, um ihren Dollarkurs zu stützen.
Nach dem Motto: Wenn ihr glaubt so wie Gad.. eure eigene Währung machen zu wollen, dann seht mal was aus dem geworden ist!

D.h. je mehr es mit der US-Wirtschaft bergab geht, desto mehr muß man auf militärische Stärke setzen (was nicht unbedingt einen Krieg erfordert, aber beständiges Drohen und Zündeln).
Man kann nur hoffen, dass sich Murphys Law nicht überall bewährt.


Antworten Martin_01
15.01.2012 21:49
3 1

Re: Die größte Gefahr für die USA


Sorry, du hast was nicht verstanden, im Artikel steht das Gegenteil.

Antworten Antworten fariborsm
16.01.2012 18:07
0 0

Re: Re: Die größte Gefahr für die USA

im Artikel steht das Gegenteil? Klar doch das gegenteil. Der Einzelne kann noch eigene meinung sein. Aber die Presse muss doch die diktierte meinung verbreitern. Wo bliebe sonst, bitte schön, die Demokratie? Ha?