26.05.2012 20:15 | Meine Presse Merkliste 0

Zinsen: Die ungeliebten Kinder des Kapitals

21.01.2012 | 18:14 |  von Jakob Zirm (Die Presse)

Seit gut 4000 Jahren verrechnen Menschen Zinsen. Fast so lange gibt es auch Kritik an dem "Geld vom Gelde". Im Mittelalter war der Zins verboten, die Marxisten wollten ihn abschaffen.

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Das Geborene ist gleicher Art wie das Gebärende – durch den Zins entsteht Geld aus Geld. Diese Art des Gelderwerbs ist am meisten gegen die Natur.“ Mit diesen Worten wetterte bereits der griechische Philosoph Aristoteles im vierten Jahrhundert vor Christus gegen den Zins. Eine Meinung, der sich auch knapp 2500Jahre später immer noch viele Menschen anschließen können. Wer heute in Internetforen zu volkswirtschaftlichen Themen stöbert, stößt bald auf Wortmeldungen, laut denen nur eine Abschaffung von Zins und Zinseszins das ökonomische Heil bringen kann.

Für Richard Sturn, Professor für Finanzwirtschaft an der Uni Graz, ist es „Humbug, in der Abschaffung des Zinses den Schlüssel für eine bessere Gesellschaft“ zu sehen. Denn Zinsen hätten in der Ökonomie eine wichtige Funktion – und zwar jene, das knappe Gut Kapital möglichst sinnvoll zu verteilen. „Ohne Zinsen bräuchte man einen anderen Allokationsmechanismus.“ Etwa den Staat oder eine zentrale Planungsstelle – wie in den Planwirtschaften des 20.Jahrhunderts. „Und dass diese das besser können würden, ist vollkommener Unsinn.“ Was in der Geschichte ja auch mehrfach bewiesen worden ist.

Wenn Zinsen nun also eine so wichtige Rolle in der Ökonomie spielen, warum waren und sind sie dann so häufig ein Hassobjekt? Für Sturn hängt dies mit den fatalen Folgen zusammen, mit denen säumige Schuldner etwa in der Antike bedroht waren. „Wer seine Schulden nicht zahlen konnte, wurde zum Leibeigenen“, so Sturn. Auch in der Literatur findet sich oft das Bild des gierigen Geldverleihers. Etwa in „Schuld und Sühne“ – dem Meisterwerk Dostojewskis. Darin sieht der Protagonist, der arme Jusstudent Rodion Raskolnikow, es als sein Recht an, eine in seinen Augen geldgierige Pfandleiherin zu erschlagen, weil sie nichts für die Menschheit beitrüge. Auch William Shakespeare setzte dem Geldverleiher in der Figur des Shylock aus dem „Kaufmann von Venedig“ ein unrühmliches Denkmal. Dieser will seinem Schuldner, als dieser nicht zahlen kann, sogar „ein Pfund Fleisch“ aus dem Körper schneiden. Die Figur des Shylock ist auch eines der bekanntesten Beispiele für die häufige Vermischung von Zinskritik und Antisemitismus in der christlichen Welt.

Diese ist in dem „kanonischen Zinsverbot“ von 1215 begründet, durch das Papst Innozenz III den Christen die Zinsnahme beim Geldverleih untersagte. Eine ähnliche Regelung gab es zwar auch im Judentum (und im Islam noch heute), allerdings galt diese nur für Israeliten untereinander. Dies, und das zunehmende Verbot anderer Tätigkeiten für Juden, führte dazu, dass im Mittelalter Zinskredite nur von Juden vergeben wurden, was das Stereotyp des „geldgierigen Juden“ formte. Der Wunsch einer Vernichtung von Schuldscheinen durch die Schuldner soll daher auch einer der Auslöser erster Judenpogrome im Mittelalter gewesen sein.

Teil des Gewinns. Das religiös motivierte Zinsverbot ist seit der Aufklärung und dem wirtschaftlichen Aufschwung der industriellen Revolution zwar Geschichte. Ökonomische Kritik am Zins ist jedoch bestehen geblieben. „Eine gewisse Regulierung, etwa in Form von Zinsobergrenzen, ist sicherlich zu argumentieren“, sagt Sturn. „Diese wurden ja sogar von Adam Smith (dem Begründer der klassischen liberalen Ökonomie) gutgeheißen.“ Laut Smith ist der Zins ein Teil des Gewinns, den der Schuldner durch die per Kredit erworbenen Produktionsmittel erzielt hat. Daher steht dieser Teil auch dem Kapitalgeber zu – als Zins. Die Neoklassiker ändern diese Definition dann ab, wonach der Zins den Verleiher dafür belohnt, für eine gewisse Zeit zugunsten des Schuldners auf Konsum zu verzichten. Der Zins ist quasi die Miete für das Geld.

Kritiker wie Karl Marx sahen im Zins jedoch einen Teil des Arbeitsertrags, der dem Arbeiter vorenthalten werde. In diese Richtung geht auch ein Gleichnis des ehemaligen belgischen Notenbankers Bernard Lietaer, auf das vor allem bei zinskritischen Beiträgen im Internet gerne verwiesen wird. So kommt es etwa in dem Kurzfilm „Wie funktioniert Geld?“ vor, der auf der Internetplattform YouTube bereits 1,1 Millionen Mal aufgerufen wurde und auf den häufig mit Links verwiesen wird.

Dabei kommt ein Banker zu einer rückständigen kleinen Gemeinde, bei der noch Tauschwirtschaft herrscht. Er zeigt den zehn Familien, dass der Einsatz von Lederstücken als Währung den Tausch ihrer unterschiedlichen Produkte deutlich vereinfacht. Dafür zerschneidet er ein großes Leder in hundert Teile, von dem jede Familie zehn erhält. Als Belohnung will er dafür von jeder Familie im darauffolgenden Jahr elf Lederstücke zurückerhalten – ein Zins von zehn Prozent. Laut der Logik des Gleichnisses muss nun eine Familie ihr ganzes Leder verlieren, damit die anderen neun es schaffen, elf Lederstücke zurückzuzahlen.

Dieses Gleichnis mag auf den ersten Blick ein eindrucksvolles Ergebnis liefern – es ist jedoch falsch. „Ein Investor gibt ja kein Geld, sondern Vermögen“, sagt Martin Zagler vom Institut für Volkswirtschaft an der WU Wien. Das Geld sei lediglich das Tauschmittel. Und damit könnte eine Familie etwa einen Traktor kaufen, mit dem sie den Ertrag ihrer Felder verdoppelt. Ein Zins von zehn Prozent wäre dann kein Problem. Es müsse auch nicht eine Familie ihr Geld verlieren, damit die anderen genügend zusammenbringen, da in der Realität die Geldmenge mit der Wirtschaft mitwächst. „In der Regel nimmt die Geldmenge pro Jahr um drei bis fünf Prozent zu.“

Ein Abschaffen des Zinses würde lediglich die Verfügbarkeit von Kapital schlagartig reduzieren. „Man kann auch den Bierpreis per Gesetz auf null setzen. Freibier für alle. Dann wird es aber halt keine Bierbrauer mehr geben“, so Zagler. Daher gebe es – abseits von Urvölkern ohne echte Investitionstätigkeit – auch keine Gesellschaft, die ohne Zinsen auskommt. So wird etwa im „islamischen Banksystem“ das Zinsverbot umgangen, indem der Finanzier etwa pro forma Güter kauft und mit Aufpreis wieder zurück verkauft.

Und selbst in der DDR wurden in den 1960er-Jahren im Rahmen des „neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung“ Zinsen in Form von Produktionsfondsabgaben eingeführt. Das Programm, das auch Leistungsboni für Arbeiter enthielt, war übrigens ein Erfolg – die Produktivität nahm deutlich zu. Aus politischen Gründen wurde das Programm Anfang der 1970er-Jahre jedoch wieder beendet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2012)

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87 Kommentare
 
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heduda
24.01.2012 18:28
0 0

Die Neoklassiker argumentieren,was heute noch State of Art ist?

Der Zins ist die Entschädigung für unseren Konsumverzicht.Treichl,Konrad und all die Bankmitarbeiter darben weil sie uns einen Kredit einräumen.Glauben die wir sind Trotteln!?.Offensichtlich.Ja.
Der Sturn faselt vom kappen Gut,Kapital.
Kapital ist zu einer Lawine angewachsen und die Anleger wissen gar nicht mehr wohin damit.Viele vertrauen jetzt dem Singer weil der selbst in der Krise 15%Rendite schaffte.Ob dabei Staaten krepieren ist dem "natürlich"ganz egal.Die Geldsäcke wollen mit Gewalt den Status quo.weil arbeiten ist Ihnen ein Greuel.Außer die Arbeit aus Geld Geld zu machen.

heduda
24.01.2012 18:19
0 0

Die Neoklassiker sind doch heute noch state of Art,oder!?.

...Die Kreditgeber verzichten,zugunsten des Schuldners. eine Zeit auf Ihren eigenem Konsum,,,,
Treichl.Konrad und das Heer seiner Mitarbeiter verzichten auf Konsum.Glaubt"Ihr"wir sind Trotteln!?.Offensichtlich ,ja.
Die Knappheit des Kapitals,so Sturn,braucht den Zins.Für wen arbeitet den der?.Die Kapitalbesitzer raufen sich die Haare wo sie die angeschwollene LAWINE des Kapitals überhaupt anlegen sollen.Viele entscheiden sich für SINGER dessen Hedgefonds machte auch in der Krise um die 15%Rendite.Statten in den Tod zu treiben geht dem am A::vorbei.Nur mehr die Geldsäcke verteidigen dieses System das ermöglicht OHNE Leistung komfortabel zu leben.

Antworten periskop
24.01.2012 18:57
1 0

Re: Die Neoklassiker sind doch heute noch state of Art,oder!?.

Die Banken verleihen ja nicht ihr eigenes Geld, sondern das der Sparer, die ihr Geld zu ihnen gebracht haben, weil sie sich gute Zinsen erwarten. Diese Sparer sind es auch, die auf sofortigen Konsum verzichten, um sich später etwas Größeres leisten zu können!

Antworten Antworten Rautgundis
24.01.2012 20:22
0 0

Re: Re: Die Neoklassiker sind doch heute noch state of Art,oder!?.

Das die Banken das Geld der Sparer verleihen, ist Teil der Märchen und Mythen rund ums Geld.
Bei jedem Kredit wird Geld neu geschaffen, das Geld der Sparer wird direkt dazu nicht benötigt.
Die Buchung lautet Verbindlichkeiten der Bank gegenüber dem Sparer an Forderungen der Bank gegenüber dem Sparer.
Ob jemand auf sofortigem Konsum zugunsten einem späteren Konsum verzichtet, ist moralisch weder besser noch schlechter, sondern steht überhaupt nicht mit Moral im Zusammenhang. Des einen Ausgaben sind des anderen Einnahmen. So einfach funktioniert die Wirtschaft.

Antworten Antworten Antworten periskop
25.01.2012 08:47
2 0

Re: Re: Re: Die Neoklassiker sind doch heute noch state of Art,oder!?.

Die Banken können schon Geld schöpfen aber nicht beliebig. Wenn die Außenstände größer werden als ihre Forderungen plus Eigenkapital, so müssen sie in Konkurs gehen. Das beschränkt natürlich die Geldschöpfung!

Bei "Forderungen der Bank gegenüber dem Sparer" haben Sie sich wohl verschrieben, oder?

Antworten Antworten Antworten Antworten Rautgundis
25.01.2012 14:32
0 0

Re: Re: Re: Re: Die Neoklassiker sind doch heute noch state of Art,oder!?.

Sie haben recht, soll natürlich in beiden Fällen Kreditnehmer heissen.


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Re: Re: Re: Die Neoklassiker sind doch heute noch state of Art,oder!?.

naja, 1% mindestreserve haben wir ja noch im euroraum (frueher war es 2%)

also kann aus jedem euro, den die kunden einzahlen, ein kredithebel von 99 eingesetzt werden :o

Antworten heduda
24.01.2012 18:29
0 0

Re: Die Neoklassiker sind doch heute noch state of Art,oder!?.

Staaten.


Gast: Josefa Maurer
23.01.2012 19:50
0 1

Vollgeld - Monetative

Wenn der Staat selber Geld schöpfen und es an Stelle von Steuern verwenden würde, wären Zinsen kein Problem. Wo aber Geldvermögen Privater durch die Dynamik des Zinseszinsmechanismus exponentiell anwachsen, wachsen die Schulden ebenso. Werden Vermögen nicht konsumiert, können Schulden nie mehr zurückbezahlt werden.

Antworten periskop
23.01.2012 22:38
3 0

Re: Vollgeld - Monetative

"Wenn der Staat selber Geld schöpfen und es an Stelle von Steuern verwenden würde," so gibt es Inflation und die Zinssätze würden explodieren!

Ein privates Vermögen, welches zu 3 Prozent angelegt wird, verdoppelt sich nach 23,5 Jahren. Dass jemand für sein Geld so lange keine Verwendung hat, ist praktisch unmöglich, wenn er es aber täte, wäre eine Verdoppelung immer noch kein Problem. Nach 100 Jahren würde es auf das 19-fache anwachsen, auch das wäre nur dann ein Problem, wenn es sehr viele machen würden , in Wirklichkeit ist das aber völlig undenkbar!

Antworten Antworten Rautgundis
24.01.2012 05:51
0 0

Re: Re: Vollgeld - Monetative

Sie betrachten die Wirtschaft aus der Sicht eines einzelnen Wirtschaftssubjektes, so zu sagen aus der Froschperspektive.
"das wäre nur dann ein Problem, wenn es sehr viele machen würden" - 3% Wirtschaftswachstum beschreibt doch genau dass es viele machen.

Warum würden die Zinssätze bei nicht mehr knappen Geld explodieren?

Eine Steigerung um 1900% ist unter welchen Bedingungen kein Problem?

Antworten Antworten Antworten periskop
24.01.2012 16:55
0 0

Re: Re: Re: Vollgeld - Monetative

Als Wirtschaftswachstum bezeichnet man die Vergrößerung des BIP (Bruttoinlandsprodukt). Dieses ist die Summe aller im Inland innerhalb einer Periode erzeugten Güter und Leistungen, bewertet zu Marktpreisen. Bei der Berechnung des Wirtschaftswachstums kommen Zinsen oder gar Zinseszinsen überhaupt nicht vor und "wie viele es machen", ist gleichgültig.

Das Preisniveau ergibt sich nach der Quantitätsgleichung des Geldes aus dem Produkt von Geldmenge mal Umlaufgeschwindigkeit dividiert durch das Gütervolumen. Eine Erhöhung der Geldmenge - in Ihrem Beispiel durch Geldschöpfung des Staates - muss daher, wenn die anderen beiden Parameter konstant bleiben, zu einer Erhöhung des Preisniveaus, also zu Inflation führen.
Geldzinssätze sind aber nichts anderes als Realzinssätze zuzüglich der Inflationsrate (Fishers Zinsgleichung), weshalb der Zinssatz bei Erhöhung der Geldmenge steigen muss.

Eine Steigerung von Geldguthaben um 1800 (nicht 1900) Prozent ist dann kein Problem, wenn es sich um Einzelfälle handelt. In der Realität gibt es aber 100 Jahre lang angelegtes Geld nur in ganz seltenen Ausnahmen und da werden Zinserträge praktisch immer regelmäßig abgezogen (z. B. Nobelstiftung), sodass es kein ungewöhnliches Anwachsen des Guthabens gibt!

Antworten Antworten Antworten Antworten Rautgundis
25.01.2012 14:24
0 0

Re: Re: Re: Re: Vollgeld - Monetative

Eine Steigerung von...

Das das Horten (Anwachsen eines Guthabens) nicht stattfindet, entspricht einfach nicht den Tatsachen.
Das aus dem wirtschaftlichen Kreislauf Nehmen von Geldvermögen und das mit diesem Geld Geld machen Wollen, ist doch eine Ursache für Krisen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Rautgundis
25.01.2012 14:10
0 0

Re: Re: Re: Re: Vollgeld - Monetative

Das Preisniveau ergibt...

Schön, so weit die Theorie einer umstrittenen Wirtschaftstheorie.
Wie wird in der Praxis die Umlaufgeschwindigkeit gemessen?
Wie wird die Geldmenge gemessen, wo nicht einmal klar ist, was alles Geldfunktion besitzt?
Wenn Sie per Formel die Höhe der Zinssätze berechnen können, widerspricht dies der Angebot-und-Nachfrage-Theorie auch der, Zinssätze seien Risikoprämien.
Wie sind die Mechanismen in der Praxis, die zu einem Ansteigen der Preise bei einer Erhöhung der Geldmenge führen?
Werden Finanz"güter" auch zur Gütermenge gerechnet?
Welche Rolle spielt die Spekulation bei steigenden "Preisen"? usw.

Antworten Antworten Antworten Antworten Rautgundis
25.01.2012 11:31
0 0

Re: Re: Re: Re: Vollgeld - Monetative

Wirtschaftswachstum...: Es geht mir um den Zinseszinseffekt. Ist es jetzt egal wieviele es machen: "das wäre nur dann ein Problem, wenn es sehr viele machen würden"?

Zinsen sind in allen "Preisen" enthalten, deshalb ist es auch egal, ob der Staat durch Kredit Geld schöpft oder ein "Privater". Der Konsument oder Steuerzahler zahlt immer die Zinsen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten periskop
25.01.2012 15:07
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Vollgeld - Monetative

In Ihren letztenn drei Postings haben sie eine enorme Unwissenheit bewiesen. Alle Ihre Fragen zu beantworten, würde eine kleine Broschüre füllen, hier ist das unmöglich!

Nur so viel:
Dass die Krisen von "Spekulanten" verursacht werden, ist eine sehr beliebte Ausrede von Politikern, weil sie bei unbedarften Leuten immer gut ankommt. Unsere derzeitigen Krisen sind aber ganz allein von unverantwortlichen Politikern, denen Stimmenfang wichtiger ist als Vernunft, verursacht!
Bei dem, wovon hier die Rede ist, ist nichts "umstritten", auch welche Arten von Geld es gibt, ist völlig klar.
Dass Finanztransaktionen und Zinserträge bei der Berechnung des BIP (Wirtschaftswachstums) nicht vorkommen, habe ich schon geschrieben.

Es gibt Lehrbücher, wenn Sie sich da schlau machen würden, müssten sie nicht solche Fragen stellen!

litik verursacht!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Rautgundis
25.01.2012 15:15
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Vollgeld - Monetative

Danke für die aufschlussreiche Antwort. Und willkommen im Club der Unwissenden.

naehich
23.01.2012 10:29
2 0

Zins ist eben keine "Miete" für Geld

Denn im Gegensatz zur Miete, die ein regelmäßig zu zahlender fixer Betrag ist, wächst die Zinsschuld exponentiell. Und zwar für alle Zinssätze, wie klein sie auch seien. Und genau das ist das Problem: durch Kredit wird Geld erschaffen, Kredit ist mit exponentiell wachsender Zinsschuld behaftet und daher gibt es nur zwei Möglichkeiten, dass es hier nicht zum Crash kommt: exponentiell wachsende Wirtschaftsleistung, was nur durch wachsende Ausbeutung von Ressourcen möglich ist, und bei begrenzten Ressourcen daher nur für eine beschränkte Zeit. Oder exponentieller Wertverlust des Geldes (oder beides). Einige der in letzter Zeit erfundenen Finanzprodukte können mit ihrer "Hebelwirkung" dieses exponentielle Wachstum von Schuld noch beschleunigen.

Das sind mathematische und ideologiefreie Tatsachen auf die leider nur wenige Wirtschaftsprofessoren eingehen. Und die, die es tun und etwas mathematisches Wissen haben, teilen für gewöhnlich diese Meinung.

Aber solange diese Tatsachen nicht von einer breiten Masse verstanden werden, wird sich nichts ändern, denn die regelmäßigen Crashes schaden ja nur den Habenichtsen wirklich und nützen meist denen, die haben und an der Macht sind, indem reale Werte statt Geld von unten nach oben verteilt werden und indem sich einfach der relative Abstand von arm zu reich vergrößert.

Antworten Murray
23.01.2012 19:12
2 0

Re: Zins ist eben keine "Miete" für Geld

Die Zentralbanken tätigen aber auch Offenmarktgeschäfte, d.h. sie drucken Geld und kaufen sich direkt etwas Schönes drum. Und damit ist ihr Szenario dahin.

Antworten Antworten Rautgundis
24.01.2012 05:54
0 1

Re: Re: Zins ist eben keine "Miete" für Geld

Es heisst doch, die Zentrlabanken pumpen das Geld in die Geschäftsbanken? Und, welches Szenario ist dahin?

Antworten Antworten periskop
23.01.2012 22:18
0 0

Re: Re: Zins ist eben keine "Miete" für Geld

Es gibt aber auch kontraktive Offenmarktpolitik um die Geldmenge zu verringern, z. B. Wertpapierverkäufe. Es funktioniert in beiden Richtungen!

Antworten heduda
23.01.2012 18:09
1 0

Re: Zins ist eben keine "Miete" für Geld

Angenehmes Statement.Leider haßen es die Nutznießer.Die Verlierer verstehen es nicht.Sie glauben den Nutznießern und besiegeln damit Ihr Elend.

Antworten Antworten naehich
24.01.2012 00:52
0 0

So ist es

leider.

Antworten periskop
23.01.2012 16:08
1 0

Re: Zins ist eben keine "Miete" für Geld

Kein Kredit läuft ewig und Zinseszinsen fallen nur dann an, wenn weder Kapitaltilgung noch Zinsen bezahlt wurden, und die machen dann auch nicht mehr aus, als wenn der Zinssatz etwas höher wäre.
Bei Kreditvergabe wird zwar Geld geschöpft, die umlaufende Geldmenge wird aber von den Zentralbanken durch Leitzinssatz, Offenmarktpolitik usw. gesteuert, weshalb das von Ihnen geschilderte Szenario niemals eintreten kann!

Antworten Antworten heduda
24.01.2012 18:08
0 0

Re: Re: Zins ist eben keine "Miete" für Geld

greenspan hatte niemals eine Ahnung über die Geldmenge.So what!?.

 
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