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Venezuela schließt Rückholung der Goldreserven ab

31.01.2012 | 18:33 |  NIKOLAUS JILCH (Die Presse)

Als erster Staat holt Venezuela die nationalen Goldreserven zurück ins eigene Land. Manche Beobachter glauben, Präsident Chávez bereitet sich mit der Goldrückholaktion auf möglichen Krieg gegen den Westen vor.

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Wien/Caracas. Die Nationalbank in Caracas meldet Vollzug: Am Montag ist die vorerst letzte Lieferung Goldbarren in Venezuela angekommen: 14Tonnen, geliefert von ausländischen Banken. Damit hat Venezuela seit November 2011 ganze 160Tonnen Gold aus dem Ausland zurück in die Heimat geholt. Wie viel Gold Venezuela jetzt noch im Ausland lagert, ist nicht bekannt. Insgesamt belaufen sich die goldenen Reserven des Landes auf 372Tonnen. Venezuela hat in den letzten Jahren ständig Gold hinzugefügt, wenn auch in relativ kleinen Mengen.

Die Rückholung des Goldes aus dem Ausland hatte Präsident Hugo Chávez im August damit begründet, das Land vor den wirtschaftlichen Problemen der USA und Europas schützen zu wollen. In Zeiten wachsender Unsicherheit an den Märkten ist die sichere Verwahrung der nationalen Goldbestände in der eigenen Zentralbank für einen Staat eine Option, sich abzusichern. Ein Großteil der staatlichen Goldreserven ist nicht im jeweiligen Land, sondern an den Goldhandelsplätzen London, Zürich und New York gelagert. Das dürfte auch für den österreichischen Goldschatz von 280Tonnen gelten – die Nationalbank veröffentlicht hierzu aber keine Details.

Manche Beobachter glauben aber, Chávez bereitet sich mit der Goldrückholaktion auf einen möglichen Krieg gegen den Westen vor. Elektronisches Geldvermögen von Diktatoren zu sperren ist für westliche Regierungen kein Problem, Gold im eigenen Land also eine Art Notgroschen.

Der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi hatte die libyschen Goldreserven im Land, als die Militärmission der Nato gegen ihn begann. Wo die rund 144Tonnen libysches Gold geblieben sind, ist indes ein Rätsel. In der Statistik des World Gold Council ist ihr Gegenwert für das zweite Quartal 2011 noch verzeichnet (rund sechs Mrd. Dollar). Im dritten Quartal fällt die Summe plötzlich auf null. Der neue libysche Notenbankgouverneur Qassim Azzuz sagte noch im September, dass „nur“ ein Fünftel der Goldreserven während des Krieges verschwunden wäre.

 

Zentralbankkäufe verfünffacht

Kriegsangst ist aber nicht der einzige Grund für Chávez' Goldgier: Seit zwei Jahren sind die Zentralbanken weltweit nicht mehr auf der Verkäufer-, sondern überwiegend auf der Käuferseite zu finden. Allein im vergangenen Jahr haben sich die Goldkäufe der Zentralbanken verfünffacht, berichtet der Branchendienst „Thomson Reuters GFMS“. 2011 haben die Notenbanken 430Tonnen Gold gekauft, im ersten Halbjahr 2012 werden sie weitere 190Tonnen nachfragen, so GFMS.

Die Aktivitäten der Zentralbanken sind vor dem Hintergrund der „Remonetarisierung des Goldes“ zu begreifen, sagt Erste-Goldexperte Ronald Stöferle: „Gold ist wieder Geld.“ Die Nachfrage nach physischem Gold von Privatkunden hat 2011 auch stark angezogen. Weltweit wurden fast 2000Tonnen Gold verkauft, ein Plus von 36Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch der steigende Goldpreis hilft mit, die Bedeutung des Edelmetalls zu vergrößern. So hält zum Beispiel Österreich mit seinen 280 Tonnen mehr als die Hälfte seiner Währungsreserven in Gold. Im Falle von Deutschland (3400 Tonnen) sind es sogar mehr als 70 Prozent. Trotzdem sind europäische Zentralbanken heute noch immer auf der Verkäuferseite zu finden – zwar eingeschränkt, aber dennoch. Dieses Gold wandert nach Asien, um dort in Tresoren zu verschwinden.

 

China deckt sich ein

„So verlagert sich der Wohlstand von West nach Ost“, sagt Stöferle: „Russland, China und Indien akkumulieren ständig.“ China hält offiziell 1054Tonnen, ist aber der größte Goldproduzent der Welt und exportiert nicht eine Unze: Alles Metall bleibt im Land. „Ich gehe davon aus, dass die Chinesen wesentlich mehr besitzen, als sie behaupten“, sagt Stöferle. China sitzt auf 3,2 Billionen Dollar Währungsreserven. Die Zentralbank macht auch keinen Hehl daraus, dass man in Gold hinein diversifizieren will. So bezeichnete der Notenbanker Zhang Jianhua Gold erst im Dezember als „den letzten Sicheren Hafen“.

Sollte China seine Ankündigung wahr machen, bis zu zehn Prozent seiner Reserven in Gold halten zu wollen, müsste man noch rund 9000 Tonnen Gold zukaufen. Es gibt Hinweise, dass dies sogar schon geschieht. Londoner Gold-Trader berichten immer wieder, dass China jeden Boden im Goldpreis zum Nachkauf ausnützt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2012)

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26 Kommentare
 
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Gast: Han
02.02.2012 16:42
0 0

Gold

ist derzeit hochspekulativ weil die Börsengurus und deren Helferhelfer darauf aus sind gegen den Euro zu spekulieren.

Diese dürfen sich zumindest derzeit alle bei der europ. Zentralbank bedanken nicht die Notenpresse in Bewegung zu setzen.

Es liegt ein hochgradig von Psychpathen beherrschter Markt vor, der bereits am Untergang des gegenwärtigen Wirtschaftssystems arbeitet, wir sind ja alle so frei bis zum Selbstmord.

Einige wenige die übrig bleiben, werden wie Dagobert Duck unterwegs sein und das wollen natürlich alle Spekulanten sein!

Gast: Karl Huber
01.02.2012 22:24
2 1

Herr Jilch

Wenns was schreiben solltens weg von "Google" und rein in Flieger..
Alles kompletter Tee bzgl. Chavez.
In Venezuela explodiert die Verbrechensrate und der linke Faschist Chavez als Oberverbrecher holt sich nur "seinen" Teil vom Kuchen.
Das Land versinkt mehr und mehr im Chaos (no na net. Wo immer Faschisten am werkeln sind isch der Untergang nur eine Frage der Zeit. Das hat sich seit A.H. nicht geändert...).
Die "Presse" könnte sich ja mal bemühen einen wirklichen Beitrag über Venzuela zu recherieren.
Aber vielleicht sollten wir uns da besser an den "Falte" oder sonst einer linken Meinungsdikatorischen Zeitung wenden sonst wirds glatt a klä Schmerzhaft für die GenossenInnen ;D

Aber vielleicht bekommt der Heinzi a bisserl was ab wenn er das nächstemal für den Hugo den Roten ausrollt... ;D

Gast: Bänkster
01.02.2012 17:54
3 0

Was hat die österreichische Nationalbank

zu verbergen - wenn es so ist, wie dieser Presse-Artikel schreibt:

"Das dürfte auch für den österreichischen Goldschatz von 280Tonnen gelten – die Nationalbank veröffentlicht hierzu aber keine Details."

???

Was ist an einer solchen Information - wo unser Gold lagert - so "heikel", dass sich unsere Nationalbank darüber ausschweigt ?

Antworten Gast: Bärenfalle...
02.02.2012 06:25
4 0

Re: Was hat die österreichische Nationalbank

Weil die OENB in ihrer Bilanz
"Gold und Goldforderungen"
in einer Position verbucht ;)

Ich habe 20 Euro.
Ich verleihe 15 Euro.

In meine Bilanz schreibe ich:
"Ich habe 20 Euro"

Na da würd das Finanzamt aber ...

Das Ösi-Gold wird wohl weg sein, da hocken wohl unsere amerikanischen Freunde drauf und der Rest ging ans europäische Friedensprojekt.

Das ist woran ich glaube bis die OENB handfeste Gegenbeweise erbringt .. gerne in Form eines Tages der offenen Tür, mit allen Barren schön in Reih und Glied für die Öffentlichkeit aufgelegt.

Beim Bio-Bauern geht es ja auch um das vielzitierte "Vertrauen" der Kunden zu schaffen.


Antworten Antworten stefania
02.02.2012 12:57
1 0

Re: Re: Was hat die österreichische Nationalbank


Ich bitt Sie:
Noch nix von Messing gehört?

Gast: King Balance
01.02.2012 16:47
1 0

Gold ist Geld

Die „Working Group on Financial Markets" wird bald alle Hände voll zu tun haben.

China hat allein im November 2011 in aller Stille 102.779 Kilo Gold über Hongkong importiert. Dazu kommen die Russen und Indien..

cerberus
01.02.2012 04:49
10 1

Deutschland würde auch gut daran tun

seine Goldreserven aus den USA nach Deutschland zu transferieren. Wer das aber wohl verhindern würde? Interessant wäre dabei vor allem die Begründung.
Aber die Deutsche Regierung ist als bedingungsloser Vasall der USA und Israel wohl nicht in der Lage, diese berechtigte Forderung nach Rückholung seines Eigentums zu stellen...

Antworten Murray
01.02.2012 09:12
8 0

Re: Deutschland würde auch gut daran tun

Deutschland möchte die internationale Krise vermeiden, die entsteht, wenn alle bemerken, dass die Fed Spinnweben bewacht, wo einstmals Gold lag...


EvE_
01.02.2012 01:53
0 0

Vielleicht...

hat Chavez aber auch nur den Film "Stirb langsam 3" gesehen...

Gast: Hamdudeldei
31.01.2012 22:29
6 0

"Wo die rund 144Tonnen libysches Gold geblieben sind, ist indes ein Rätsel."

Ach.

6 0

Wo die rund 144Tonnen libysches Gold geblieben sind, ist indes ein Rätsel.

Libyen ist somit "ganz erfolgreich von seinem eigenen Gold befreit" worden.

Re: Wo die rund 144Tonnen libysches Gold geblieben sind, ist indes ein Rätsel.

ueber 40 t sind angeblich in QIII in zuerich angeschwappt

4 0

Wer "Krieg vorbereitet",

holt nicht das Gold ins Land zurück, sonder kauft Waffen ein bis zum geht-nicht-mehr. Aber es könnte Staaten geben, die Krieg vorbereiten, um anderen Ländern ihr Gold abzunehmen.

Gast: LVM1080
31.01.2012 21:54
6 0

der junge jilch...

..ist scheinbar am besten weg zum österreichischen Ambrose Evans-Pritchard!! weiter so, die österr. journalisten-riege ist ähnlich spannend wie das mistelbacher telefonbuch..

Gast: hugo33
31.01.2012 21:35
3 1

super Bericht!

China macht die Preise!
Nicht nur von Kupfer oder Baumwolle, sondern auch von Gold und fast allen anderen Rohstoffen.

Die schwachbrüstigen Westler glauben, sie machen den Goldpreis wenn sie ein paar Euros in Goldmünzen eintauschen. Peanuts!

Ohne China wäre der Goldpreis so bei 500 Dollar.

Antworten GeraldC
01.02.2012 09:10
2 0

Re: super Bericht!

"Ohne China wäre der Goldpreis so bei 500 Dollar. "
Lächerlich!

Ohne die Drücker bei der COMEX wäre der Goldpreis längst viel höher.
Die Chinesen freut das und sie sammeln billig das Gold ein.

jhau
31.01.2012 21:23
5 0

Präsident Chávez bereitet sich mit der Goldrückholaktion auf möglichen Krieg gegen den Westen vor

Es sollte eher "Krieg des Westens" heißen.

Inzwischen sieht jeder, wo die Kriegsschiffe und die Truppen zusammengezogen werden und wer nach Krieg schreit.

"Wo die rund 144Tonnen libysches Gold geblieben sind, ist indes ein Rätsel."
Selbst für investigativen Journalismus?

Es wird doch nicht jemand dringend gebraucht haben?
Ist Libyen nicht dank des Westens inzwischen eine Demokratie, aber das Volk weiß nicht, wo seine Goldreserven sind? Die militärische Unterstützung war vermutlich ziemlich teuer oder haben die Libyer geglaubt, der Westen handelt aus Nächstenliebe?

Chavez setzt sich allem Anschein nach für die Interessen seines Volkes ein. In der westlichen Wertegemeinschaft ein Skandal?

Antworten Gast: Hudriwudri
31.01.2012 22:31
5 0

Re: Präsident Chávez bereitet sich mit der Goldrückholaktion auf möglichen Krieg gegen den Westen vor

Auch unser Volk weiß nicht, wo seine Goldreserven sind und vielen anderen Ländern geht es ähnlich. Das scheint ein Wesensmerkmal "westlicher Demokratien" zu sein.

Burgos
31.01.2012 21:20
0 0

Eine sichere Anlage

solange nicht die Wissenschaft in der Lage sein wird Gold künstlich zu erzeugen!

Die Menschheit ist bereits in der Lage Leben zu erzeugen, warum sollte es nicht möglich sein in allzu ferner Zukunft Gold zu erzeugen!

Die Goldspielwiese der Börsen würde damit ihre Bedeutung verlieren.

Antworten Gast: Presseabo beenden?
31.01.2012 21:55
4 0

Gold erzeugen geht ganz einfach:

man braucht dafür nur ein unedles Metall und den Stein der Weisen.

Antworten Antworten Gast: Allwissender
01.02.2012 19:26
0 0

Re: Gold erzeugen geht ganz einfach:

Natürlich ist es ganz einfach Gold zu erzeugen!
Durch Neutronen und Protonenbeschuß eines Anderen Materials das unterhalb von Gold im Periodensystem steht {kleinere Ordnungszahl als Gold [Aurum(AU)]}.
Nachteile bei diesem Verfahren extrem Teuer und dieses Gold ist auch noch Radioaktiv!

Antworten Antworten EvE_
01.02.2012 01:59
1 0

Re: Gold erzeugen geht ganz einfach:

Das geht auch einfacher:
Einfach ein Kilo Quecksiber nehmen, pro Atom ein Proton entfernen und man erhält 995 Gramm reines Gold.

Antworten Antworten Antworten Gast: EFF EFF
01.02.2012 02:53
0 0

Re: Re: Gold erzeugen geht ganz einfach:

Wissen Sie eigentlich, dass manche Leser ihren Schwachsinn glauben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Murray
01.02.2012 09:09
0 0

Re: Re: Re: Gold erzeugen geht ganz einfach:

"In einem Kernreaktor kann durch Bestrahlung von Platin oder Quecksilber Gold hergestellt werden. Da Platin annähernd gleich teuer ist wie Gold, ist es als Ausgangsmaterial unwirtschaftlich. Vom Quecksilber kann nur das Isotop 196Hg, welches im natürlichen Quecksilber mit einem Gehalt von 0,15 % enthalten ist, bei Bestrahlung mit langsamen Neutronen durch Neutroneneinfang zu 197Hg umgewandelt werden, das anschließend durch Elektroneneinfang mit 64,14 Stunden Halbwertszeit in das einzige stabile Goldisotop 197Au zerfällt." - behauptet zumindest Wikipedia.

2 0

Re: Gold erzeugen geht ganz einfach:

und wozu Gold erzeugen, wenn doch Geld erzeugen weitaus leichter und schneller geht? Wir alle werden schon bald Millionäre sein.

Antworten Antworten Antworten Murray
01.02.2012 09:06
3 0

Re: Re: Gold erzeugen geht ganz einfach:

Richtig, genau so wie in den Zeiten des österreichischen "Qantitative Easing" der Zwischenkriegszeit (von Reaktionären wie mir auch Hyperinflation genannt): heute Millionär, morgen Milliardär - hilft aber alles nichts, wenn man eine Billion benötigt, um eine Packung Eier zu kaufen...

 
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