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Autokonzern GM: Rückkehr mit Rekord

06.02.2012 | 18:28 |   (Die Presse)

Der US-Autokonzern GM war 2011 nicht nur der weltweit größte Hersteller, sondern erzielte auch einen Gewinn von acht Milliarden Dollar. Die Gründe für die Genesung liegen vor allem in dem Insolvenzverfahren.

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Wien/Jaz. Dass US-Unternehmen auch aus existenziellen Krisen relativ schnell wieder auf den Erfolgsweg zurückkehren können, zeigte in der Vergangenheit bereits der Elektronikkonzern Apple. Nun sorgt auch der Autohersteller General Motors (GM), dessen Schicksal mit der Insolvenz im Sommer 2009 bereits besiegelt schien, für eine fulminante Rückkehr: So wird GM im Jahr 2011 mit rund neun Mio. verkauften Autos nicht nur die Krone des weltgrößten Autoherstellers zurückergattert haben, sondern laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ mit acht Mrd. Dollar (6,1 Mrd. Euro) auch einen Rekordgewinn erzielen.

 

Insolvenz als Neustart

Die Gründe für diese Genesung, nur zweieinhalb Jahre nach dem drohenden Untergang, liegen vor allem in dem damaligen Insolvenzverfahren. So konnte GM durch die Pleite 40 Mrd. Dollar an Schulden in eine „Bad-GM“ auslagern. Auch alte und teure Verpflichtungen für die Kranken- und Pensionsversicherungen der GM-Mitarbeiter konnte der Konzern so abändern. Zusätzlich erhielt das Unternehmen Milliarden vom amerikanischen Steuerzahler, um den Neubeginn zu finanzieren. In Summe investierte die US-Regierung rund 50 Mrd. Dollar in GM.

Wirtschaftlich profitierte GM zudem von einer Kostensenkung durch Jobabbau und einer Reduktion der Modellpalette von 86 auf 49 unterschiedliche Fahrzeuge, einem erholten US-Heimmarkt und einer gestiegenen Nachfrage aus China sowie der Beendigung der Rabattschlachten in den USA. Letzteres hatte GM zwar in den Jahren vor der Krise regelmäßig zum mit Abstand größten Hersteller gemacht, das Unternehmen unter dem Strich jedoch viel Geld gekostet. So meinte jüngst GM-Chef Daniel Akerson, auf den „Titel“ des weltgrößten Autoherstellers angesprochen: „Wir konzentrieren uns inzwischen auf Margen und weniger auf Stückzahlen.“

Die Folge dieser neuen Strategie ist, dass GM seit dem Bankrott den Mitarbeiterstand – der damals von 263.000 auf 208.000 Personen gesenkt wurde – wieder um 13.000 angehoben hat. Auch während der Krise geschlossene Werke konnten seither wieder neu eröffnet werden.

 

GM möchte Margen wie BMW

Der Rekordgewinn (in absoluten Zahlen; inflationsbereinigt war GM in den 1960er- und 1970er-Jahren profitabler) soll jedoch erst der Beginn der wirtschaftlichen Rückkehr sein. Bei einem Umsatz von rund 150 Mrd. Dollar entspricht der Gewinn nämlich einer Marge von rund fünf Prozent. Dies liegt zwar im Branchendurchschnitt, die Margenkaiser BMW und Hyundai erzielen jedoch über zehn Prozent. Ein Wert, den GM nun als Ziel anpeilt.

Positiv überrascht von der schnellen Gesundung ist auch die Börse – die GM-Aktie legte schon Ende der Vorwoche um über sieben Prozent zu. Auch die Analysten sind begeistert: Von 21 empfehlen 16, die Aktie zu kaufen.

Auf einen Blick

Der US-Autokonzern GM konnte 2011 bei einem Umsatz von etwa 150 Mrd. Dollar einen Nettogewinn von rund acht Mrd. Dollar erzielen. Dies bedeutet in absoluten Zahlen einen Rekord in der Firmengeschichte – nur zweieinhalb Jahre nachdem das Unternehmen aufgrund riesiger Verluste Insolvenz anmelden musste und vom Staat aufgefangen wurde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2012)

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10 Kommentare
Gast: Pfefferkorn
07.02.2012 12:21
0 0

Wie man´s macht, macht man´s schlecht...

Ich finde es herrlich, dass so mancher Poster auch hier wieder etwas zum Nörgeln findet. Es dürften die gleichen Charaktere gewesen sein, die angesichts des Konkurses von GM vor Freude nicht wussten, auf welchem Bein sie stehen sollen. Es ist schon richtig, dass GM Steuergelder bekommen hat. So wie es ausschaut, geht die Rechnung für den Steuerzahler aber auf: die amerikanische Regierung kann angesichts steigender Aktienkurse guter Hoffnung sein, dass das Geld wieder reinkommt. Ganz abgesehen von den nun ausgebliebenen Folgen für den Arbeitsmarkt im Falle einer vollständigen Zerschlagung des Unternehmens.

Re: Wie man´s macht, macht man´s schlecht...

Wenn mir jemand als Unternehmen

* die Schulden abnimmt
* der Staat Milliarden schenkt
* Toyota wegen angeblichen Bremsenproblemen in den Medien vernichtet wird - und alles war gelogen
* die Wirtschaft eine Scheinerholung durch Gelddrucken hinlegt

... ja, dann mache ich sicher noch mehr Gewinn
Fairness und freier Markt sieht anders aus!

Antworten Antworten Gast: Pfefferkorn
07.02.2012 16:40
0 0

Re: Re: Wie man´s macht, macht man´s schlecht...

Natürlich wurde mit der staatlich-subventionierten Rettung GMs gegen die reine Lehre des Kapitalismus verstoßen. Die Amerikaner haben da aber offenbar einen pragmatischen Zugang: Lieber einen Industriekonzern retten als ein Heer von Arbeitslosen versorgen. Und dass GM jetzt wieder Gewinne macht, soll ja nicht verboten sein.

Re: Re: Re: Wie man´s macht, macht man´s schlecht...

leider ist GM keine Ausnahme.
Lieber alle Banken und Versicherungen retten, und die ganze Wirtschaft mit Gelddrucken retten....
aber am Ende zahle ALLE eine viel höhere Rechnung, als im Kapitalismus notwendig wäre.

0 0

15,9 Prozent...

der belegschaft sind - unter beruecksichtigung der neueinstellungen - jetzt ohne job. 40 milliarden $ schulden wurden "ausgelagert". "Verpflichtungen für die Kranken- und Pensionsversicherungen der GM-Mitarbeiter konnte der Konzern abändern" (was fuer die betroffenen gm-mitarbeiter sicher nichts positives bedeutet) und 50 milliarden $ kamen vom steuerzahler. Und jetzt wird gejubelt?

Murray
07.02.2012 09:52
2 0

Auch ein Erfolg

1. Schulden werden de facto gestrichen.
2. Das Unternehmen wird mit Steuergeldern geflutet.
3. Der Hauptkonkurrent säuft wegen Tsunami ab.

Unter diesen Voraussetzungen erzielt GM Erfolg - und wahrscheinlich nur unter diesen Bedingungen.

Gast: biersauer
07.02.2012 08:14
0 0

GM hat bessere Voraussetzungen als das korrumpierte Europa.

In Österreich ist nichteinmal der E-Bike-Markt ein Thema, obwohl damit, mittels eines E-Bike an die 90% Treibstofflkosten einsparbar sind. Nachweislich!
In den USA ist der Treibstoff weit billiger als in Europa und daher hat der Verbrennunjgsmotor noch lange eine Zukunft, wärenddem ist bei uns eine Preisschwelle von 20€ pro Liter in absehbarer Zeit zu erwarten, dann ist es ohnehin vorbei.
VW hat schon seine Zukunft in Katar gefunden und präsentiert den 1 Liter-Diesel dort, weil es offenbar in EUropa keine Zukunft hat, hier weiter solche Autos zu bauen. Unsere Zukunftsentwicklung ist beim den politischen Verhältnissen passe!

Gast: pan-tora
06.02.2012 21:15
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?

gehört zwar nicht wirklich zum thema, aber ich wundere mich trotzdem über die gm-absätze. ich verbinde mit dieser marke eher motoraufhängungs- und elektronikprobleme...

Antworten Murray
07.02.2012 09:53
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Re: ?

Die Japaner sind abgesoffen und ihre Produktion ist ausgefallen.

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warum hat Hyundai so eine große marge?

so teuer sind deren autos nun auch wieder nicht.

bei bmw und anderen luxusmarken ist eine derartige marge nicht wirklich verwunderlich, bei vw würde mich das auch nicht wundern, deren autos sind zwar sehr gut, aber auch sehr teuer

wie hyundai zu solchen margen kommt ist mir aber nicht ganz klar.