Das Opel-Werk Bochum steht einem Pressebericht zufolge erneut auf der Kippe. Der US-Autokonzern General Motors (GM) prüfe aufgrund des schwachen Geschäfts in Europa eine Schließung des Standortes, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch unter Berufung auf einen GM-Manager. Opel erklärte lediglich, angesichts der Schwäche des Automarktes verhandelten Unternehmen und Belegschaft über Einsparungen.
Neben einer Schließung des Standortes Bochum mit 3100 Mitarbeitern ziehe GM auch ein Aus für das Werk im englischen Ellesmere Port mit 2100 Beschäftigten in Betracht, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den GM-Manager. Die Diskussion um die Standorte sei Teil eines neuen Sanierungsplanes für das kriselnde GM-Europageschäft. Der Standort Bochum galt schon während der schweren Krise Opels in den vergangenen Jahren als von der Schließung bedroht.
"Beträchtlicher Verlust"
Der neue Sanierungsplan für Europa könne neben Werksschließungen auch das Aus für mehr Arbeitsplätze bedeuten als bisher bekannt, berichtete die Zeitung. Der US-Konzern erwarte für 2011 im Europa-Geschäft einen "beträchtlichen Verlust". Es gebe "eine zunehmende Unzufriedenheit mit Opel und ein Gefühl, dass die Einschnitte vor zwei Jahren nicht tief genug waren", zitierte die Zeitung den GM-Vertreter. "Wenn Opel repariert wird, wird es jetzt repariert, und die Einschnitte werden tief sein."
Opel wollte den Bericht nicht bestätigen. Ein Sprecher am Stammsitz Rüsselsheim sagte lediglich, es bestehe Einigkeit zwischen Unternehmen und Belegschaft, dass sich das Ergebnis Opels verbessern müsse. "Darin sind sich alle beteiligten Parteien einig." Die Finanz-und Euroschuldenkrise belaste das Geschäft auf dem Automobilmarkt massiv. Deswegen stünden Verhandlungen zwischen Belegschaft und Unternehmen an, um Zukunftsstrategien zu erarbeiten. "Wir müssen unser Ergebnis in jeder Hinsicht verbessern", sagte der Opel-Sprecher. Umsätze und Gewinne müssten steigen, Kosten sinken.
Der Opel-Betriebsrat erklärte, er habe "keinerlei Hinweise darauf", dass GM oder Opel die bestehenden Verträge zur Sanierung des Rüsselsheimer Autoherstellers nach der schweren Krise der vergangenen Jahre verletzten. Unternehmen und Arbeitnehmer hatten sich damals auf einen Sanierungsvertrag verständigt. Die Vereinbarungen schließen betriebsbedingte Kündigungen oder die Schließung ganzer Standorte bis Ende 2014 aus.
(APA)
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