S&P droht USA mit neuerlicher Herabstufung

Die Ratingagentur moniert einen konkreten Plan, wie das Defizit unter Kontrolle zu bringen wäre. S&P hatte die Vereinigten Staaten bereits am 5. August von „AAA“ herabgestuft.

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(c) Dapd (Oliver Lang)

Wien/Ag./Jil. Den Vereinigten Staaten droht eine weitere Herabstufung ihres Kreditratings. Und zwar – nach Aussage des Chefs der Ratingagentur Standard& Poor's – schon in den nächsten sechs bis 24 Monaten. „Die USA brauchen einen glaubhaften mittelfristigen Finanzplan, um das Defizit von einer Billion Dollar unter Kontrolle zu bekommen“, sagte S&P-Geschäftsführer John Chambers der Agentur Bloomberg. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Herabstufung der USA liege bei eins zu drei.

S&P hatte die Vereinigten Staaten bereits am 5. August 2011 erstmals in der Geschichte (und als einzige große Ratingagentur bisher) von „AAA“ herabgestuft. Das aktuelle S&P-Rating der USA lautet „AA+“ mit negativem Ausblick. „Die waghalsige Haushaltspolitik hat noch nicht aufgehört“, sagte Chambers weiter. In anderen Ländern mit „AAA“-Rating gebe es eine derartige Politik einfach nicht.

 

Wahljahr nicht hilfreich

Die Investoren hatten auf das erste Downgrade der USA eher gelassen reagiert. Die anhaltenden Probleme in der Eurozone führten zu einer Flucht in amerikanische Anleihen, deren Renditen nach der Herabstufung sogar noch fielen. Dazu dürften auch die laufenden Anleihenkäufe der US-Notenbank Fed beigetragen haben. Die grundlegenden Probleme der Vereinigten Staaten bleiben freilich ungelöst.

Die Staatsschulden stehen bei mehr als 15 Billionen Dollar, sie haben sich seit Barack Obamas Amtsantritt um 50Prozent erhöht. Dass 2012 ein Wahljahr ist, stimmt den S&P-Chef nicht gerade zuversichtlich. Im Gegenteil: „Ich glaube nicht, dass zwischen heute und den Wahlen im November irgendetwas passieren wird“, sagte John Chambers.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2012)

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