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Metallpreise: Droht das Ende der Rohstoffrallye?

11.02.2012 | 18:22 |  von Beate Lammer (Die Presse)

Die Preise für Metalle ziehen angesichts der besseren Konjunkturerwartungen an. Dem Silber trauen die Analysten heuer das größte Potenzial zu. Beim Ölpreis gehen die Meinungen auseinander.

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Wer zu Jahresbeginn auf Rohstoffe setzte, tat gut daran. Im Jänner ging es vor allem mit den Metallpreisen steil bergauf. Seit Jahresbeginn hat sich Silber um 20 Prozent verteuert, Platin um 17, Kupfer um 13 und Gold um neun Prozent. Hauptursache sei die lockere Geldpolitik der Notenbanken, meint Erste-Analyst Ronald Stöferle. Diese pumpen Geld in die Märkte, welches unter anderem für Aktien und Rohstoffe ausgegeben wird. Von dieser Politik dürften seiner Meinung nach heuer vor allem Silber und Gold profitieren, die als Inflationsschutz gekauft werden.

Die zweite Ursache ist der wachsende Optimismus für die Konjunktur. Sollte sich das Wachstum in China doch nicht so stark einbremsen, dürfte die Nachfrage nach Metallen wie Kupfer, Platin und Palladium hoch bleiben. Sie werden in der Autoindustrie verwendet. Diese reagiert sensibel auf Konjunkturveränderungen. Das bedeutet aber auch: Sollte sich die Konjunktur einbremsen, kann es mit den Metallpreisen rasch nach unten gehen.

Ölpreis von Politik abhängig.
Zu den Pessimisten zählt Bill Smead von der Vermögensverwaltung Smead Capital Management in Seattle. Er bezifferte gegenüber der Agentur Bloomberg die Wahrscheinlichkeit, dass China bis 2015 in eine Rezession rutscht, mit 30 Prozent. Rohstoffe hält er für „massiv überbewertet“. Das gelte auch für den Ölpreis, der derzeit 50 bis 70 Prozent über den Förderkosten liege. „Die Vergangenheit zeigt, dass die Preise einen Boden nahe den Produktionskosten bilden. Das sind für Rohöl 50 bis 55 Dollar je Barrel.“ Derzeit kostet ein Fass der US-Sorte WTI 98,5 Dollar, die Nordseesorte Brent kostet 117 Dollar.

Anderer Ansicht ist Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch: Die Förderkosten spielten beim Ölpreis nur eine geringe Rolle. Die Opec-Staaten brauchten einen Preis von 80 bis 90 Dollar, um ihre Importe zu finanzieren, und würden daher den Preis auf diesem Niveau halten. Auch Stöferle hält das Risiko für einen steilen Rückgang des Ölpreises für gering. Eher bestehe das Risiko nach oben, falls der Iran-Konflikt eskalieren sollte. Unsicher sind auch die Aussichten für Agrarrohstoffe: Hier komme es vor allem auf die Ernte an, meint Fritsch. Die Nachfrage steige seit Jahren stetig leicht an, daher seien kaum Überraschungen zu erwarten– es sei denn, es kommt zu einem so starken Konjunktureinbruch wie 2009. Laut Commerzbank rechnet der Markt mit einer schlechter als erwarteten Maisernte in Argentinien und einer geringeren Sojaernte in Brasilien. Das ließe die Preise für Mais und Soja steigen.

Da die Agrarpreise stark vom Angebot und der Ölpreis von der Politik abhängt, empfiehlt es sich für jene Investoren, die an eine gute Entwicklung der Konjunktur glauben, auf Metalle zu setzen. Eine negative Korrelation zu Aktien gibt es aber nicht: Die Rohstoffpreise (mit Ausnahme von Gold) ziehen meist zeitgleich mit den Börsen an.

Parallelität zu Aktien. Zur Streuung sind Rohstoffe daher nicht geeignet, schon gar nicht Industriemetalle wie Kupfer, Palladium etc. Für die meisten Rohstoffe (außer Gold) gilt jedoch, dass sie für Privatanleger nicht so leicht direkt handelbar sind. Wer börsengehandelte Fonds oder Zertifikate kauft, muss häufig die Erfahrung machen, dass sie hinter dem Rohstoffpreis, den sie abbilden, zurückbleiben. Ursache sind „Rollverluste“. Bei solchen Papieren müssen nämlich laufend Terminkontrakte mit kurzer Laufzeit durch solche mit längerer Laufzeit ersetzt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2012)

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7 Kommentare
Gast: goldix
12.02.2012 23:35
0 0

gold mann kann das nicht essen

gold mann kann das nicht essen - was kann mann überhaupt mit gold anfangen - warum hat das so viel wert

cerberus
12.02.2012 10:19
2 0

Gold wird weiter im Wert steigen

weil die Zisen bis 2014 eingefroren sind, und die Konjunktur nicht wirklich performen wird. Das ist Wunschdenken, um Aktienkurse zu pushen, damit Investmentbenker mit Gewinn aussteigen können!
Das pausenlosen Drucken von Banknoten wird das Vertrauen in diese Währungen und deren realen Wert nicht unbedingt erhöhen.

Realist7
12.02.2012 07:02
5 0

Die Frage ist ob die Rohstoffpreise raufgehen,...

...oder die "Preise" der Währungen nur konstant nach unten gehen. Vielen Dank an die EZB!

Iason
11.02.2012 21:25
8 1

Als Privater kann man keine Rohstoffe kaufen

Das würde auch wirklich wenig Sinn machen, weil man meist keine eigenen Lagerräume besitzt.

Die Preise gehen runter und rauf, je nachdem wieviel die Fed oder die EZB gerade Geld druckt (fälscht).

Gold ist ja bekanntlich kein Rohstoff (wird nicht verbraucht!), sondern eine Währung (wird ähnlich wie eine Währung gehandelt).

Antworten fefe
12.02.2012 12:06
0 0

Re: Als Privater kann man keine Rohstoffe kaufen

Gold wird an sich schon gebraucht, aber wegen seines hohen Werts rückgewonnen im Recycling. Der Wert von Gold ist nicht fiktiv, weil es einzigartige Eigenschaften hat.

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Re: Re: Als Privater kann man keine Rohstoffe kaufen

die einzige eigenschaft die gold hat ist dass es selten vorkommt.
nur dieser umstand treibt den preis, denn gold kann nicht wie geld binnen sekunden vervielfältigt werden.

rein rational betrachtet ist gold aber relativ nutzlos.
die einzige wirkliche verwendung ist für schmuck, wobei da ja bekanntlich auch kein reines gold zur anwendug kommt sondern eine legierung, um die härte zu erhöhen

verglichen mit anderen edelmetallen wie platin oder palladium ist der praktische nutzen von gold jedoch relativ bescheiden

Antworten Antworten Antworten Iason
13.02.2012 01:16
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Re: Re: Re: Als Privater kann man keine Rohstoffe kaufen

Das Papiergeld ist relativ nutzlos, wenn es hyperinflationiert wird und das Vertrauen verloren geht..

Weit sind wir davon nicht mehr entfernt. Man sehe sich einmal an wie die Geldmengen ansteigen.

Gold ist als Wertspeicher sehr gut geeignenet. Das wissen die Menschen weltweit seit Jahrtausenden.

Dass der Euro ein guter Wertspeicher sei, glaubt heute nicht einmal mehr der naivste Bürger.