Wien/Gre/Ag. Dass der größte Anteil der europäischen Importe aus China kommt, ist bekannt. Doch China wird für Europa auch als Absatzmarkt immer wichtiger. Optimisten glauben, China könne die USA noch heuer als wichtigsten Exportmarkt ablösen. In den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres waren die europäischen Exporte in die USA allerdings noch doppelt so hoch wie jene nach China. Diese wechselseitige Abhängigkeit ist mit ein Grund für die immer stärkere politische Zusammenarbeit, die bei einem Gipfel am Dienstag in Peking weiter forciert werden sollte.
Beide Seiten betonten, welch wichtige Stellung die gegenseitige Kooperation im Kampf gegen die Wirtschaftskrise habe. Die Welt brauche solche Partnerschaften, um die aktuellen Herausforderungen bewältigen zu können, sagte Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der in Peking gemeinsam mit Ratspräsident Herman van Rompuy die EU vertrat. Der chinesische Regierungschef, Wen Jibao, sagte den Europäern Hilfe bei der Lösung der Schuldenkrise zu – allerdings ohne auf Details einzugehen. Aufgrund der zunehmenden wirtschaftlichen Verflechtungen wird der Zustand der europäischen Wirtschaft auch für China immer wichtiger.
In dieser Hinsicht sei das Potenzial allerdings noch nicht ausgeschöpft. Das Handelsvolumen zwischen der EU und China hat in den letzten Jahren stark zu genommen. Die Ausfuhren von Europa nach China sind in den ersten elf Monaten 2011 um 21 Prozent auf 124 Mrd. Euro gewachsen, die Importe aus China um fünf Prozent auf 244 Mrd. Euro (nach plus 31 Prozent im Jahr 2010).
Daraus ergibt sich für Europa wie schon seit vielen Jahren ein Handelsbilanzdefizit – und Chinas Devisenberge werden immer höher. XI JinPinG in washington Seite 7
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2012)
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