Nowotny: Griechen brauchen Wachstumsperspektive

24.02.2012 | 13:28 |   (DiePresse.com)

Die Lage in Griechenland sei sehr schwierig, aber auch eine Chance. Österreichs Sparpaket hält der OeNB-Gouverneur für "sinnvoll", Vorerst sei auch kein weiterer 3-Jahres-Tender nötig.

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Das Anfang dieser Woche von den Euro-Finanzministern geschnürte nächste Griechenland-Hilfspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro wird nach Ansicht von OeNB-Gouverneur EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny positive Effekte haben.  Entscheidend sei, dass das neue Griechenland-Paket an eine Reihe von Bedingungen geknüpft sei, die das Land erfüllen müsse: "Da sind noch erhebliche Anstrengungen nötig", und auch der Internationale Währungsfonds (IWF) müsse noch mit ins Boot, so Nowotny. Es müsse dem Land auch eine Wachstumsperspektive eröffnet werden. Griechenland sei in einer sehr ernsten, sehr schwierigen Situation, in der es keine Gewissheit, aber eine Chance gebe, aus der Problemlage wieder herauszukommen, sagte Nowotny am Freitag in Wien.

Die Athen auferlegten Bedingungen seien "kein fiskalischer Sadismus", sondern sollen die Voraussetzung für Wachstum in dem südosteuropäischen Land verbessern, meinte der Notenbanker im Ö1-"Mittagsjournal".

Wettbewerbsfähigkeit verbessern

In erster Linie müsse Griechenland seine Wettbewerbsposition verbessern, Stichwort Lohnstückkosten, erläuterte Nowotny. Zweitens müsse das Land seine Infrastruktur, auch die organisatorische ("Behörden") verbessern, damit es wieder ein attraktiver Standort für Auslandsinvestitionen werde. Diese hätten um Hellas bisher einen Bogen gemacht. "Die Exportdynamik muss durch ausländische Investitionen kommen", sagte Nowotny und verwies auf den Vorschlag von EIB-Chef Werner Hoyer für einen Art "Marshall-Plan". Er teile nicht die Meinung, dass Athen nun allein zurück an den Start solle, es gelte auch, einen Dominoeffekt zu vermeiden.

Beim Griechen-Paket handle es sich um ein "Stützungsprogramm für die europäische Wirtschaft in einer schwierigen Phase, also für ein Funktionieren der Geld- und Kapitalmärkte". Vereinbart wurde ja, dass die EZB einen Beitrag am neuen Hilfspaket leistet, indem sie künftig Gewinne aus ihren Beständen von Hellas-Bonds an die Euro-Mitglieder ausschüttet - die dieses Geld dann an Athen weitergeben können, in welcher Form ist noch offen.

Bestnote nur schwer zurückzuholen

Das jüngste Sparpaket der österreichischen Regierung bezeichnete der Notenbankchef als "sinnvoll", auch hier stecke der Teufel aber nicht nur im Detail, sondern auch in der Durchsetzbarkeit. "Wir müssen alles machen, unseren Haushalt in Ordnung zu halten. Wir machen das für uns selbst, nicht für eine Rating-Agentur." Eine Rating-Bestnote könne leider sehr rasch verloren gehen, werde aber nur schwer und langsam zurückzugewinnen sein, meinte Nowotny auf die Frage, ob seiner Meinung nach das Sparpaket für das Wiedererlangen der "AAA"-Bewertung durch Standard & Poor's (S&P) ausreiche.

Nach dem nächsten 3-Jahres-Tender der EZB kommende Woche (29.2.) sehe er persönlich einmal keinen weiteren Bedarf für eine solche Maßnahme. Grundsätzlich gebe es aber keine Vorab-Festlegungen durch die Euro-Hüter, erinnerte Nowotny. Die EZB habe in der Vergangenheit "doch sehr deutliche Maßnahmen" gesetzt, und nach dem nächsten langfristigen Tender "sollten wir einmal weiter beobachten".

(APA)

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7 Kommentare
Gast: oko
25.02.2012 21:48
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mehr arbeiten

herr novotny

am wochenden kann man privat brennholz machen usw.

da braucht man nicht sparen sondern statt teurem öl billiges holz

aber das kennen sie ja nicht

wissen sie was ne axt oder hacke ist

Gast: Blankenstein Husar
24.02.2012 19:57
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Eine der ersten Aufgaben einer freiheitlichen Regierung muß sein

diesen Deppen hinauszuwerfen....

Wenn schon einmal die "Süddeutsche" die Wahrheit schreibt:


Griechenland hat keine Chance:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/troika-bericht-geleakt-griechenlands-wahre-schulden-1.1289702

Und wir, so lange wir in dem Verein auch nicht.Wir werden ausgeplündert für die megalomanischen Träume der EU !!

Gast: Drachent0eter
24.02.2012 17:19
0

F A L S C H !!!

Anleger die zu dämlich sind, trotz Rating Agenturen die Risiken von spez. Staatsanleihen oder anderen Finanzprodukten einschätzen zu können dürfen nicht vom Volk freigekauft werden!

http://astrologieklassisch.wordpress.com/2012/02/24/goldman-sachs-lakai-draghi-verkundet-tod-des-europas-das-wir-kannten/

Für Griechenland gibt es nur einen Alternative!
Raus aus der EU und den Vorbildern Argentinien und Island folgen.

Gast: Der Optiker ihres Vertrauens
24.02.2012 15:15
0

Sollten wir nicht ehrlich sein?

Auch wenn die Wahrheit über jedermanns Schmerzgrenze liegt: Die Griechen brauchen momentan wirklich nur die ARMUTSperspektive, weil ohne diese wähnen sie sich bis zum St. Nimmerleinstag hineingeboren ins Schlaraffenland made by Brüssel.

Wenn ihnen aber klargeworden ist, daß sie sich die nächsten 20-30 Jahre höchstens den Lebensstandard der baltischen Staaten leisten können (entspricht einer Halbierung) kommt das Wachstum dann nahezu von selbst.

Gast: 1. Parteiloser
24.02.2012 14:25
0

Muahahaha, ein Kommunist referiert über Wachstumsperspektiven!

Kommunisten sind doch niemals wettbewerbsfähig gewesen und werden es auch niemals sein.

Kommunisten wollen sich das Wachstum erkaufen, können aber die dazu notwendige Leistung und Freiheit der Menschen und der Wirtschaft nicht erkenne. Deshalb sind Kommunisten immer auch Bankrotteure.

Der Nowotny, in seiner Funktion als EZB Gouverneur, der unterstützte die Europäischen Kommunisten (also die Bankrotteure) auch schon heftig mit einer Geldschöpfung, als einem Raubzug an den Sparern und den Einkommen in Europa. Das waren in den letzten 6 Monaten ja "nur" 500.000 Mio. Euro!

Muahahaha, der ist wirklich lustig.

Gast: smilefile
24.02.2012 13:53
0

Lieber Hr. Novotny,....



Die "EU" ist eine Union der Lohndrücker,....!!!

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