Autoindustrie schüttet Rekordprämien an Beschäftigte aus

26.02.2012 | 12:50 |   (DiePresse.com)

Bis zu fünfstellige Sonderzahlungen pro Kopf sind möglich. Die höchsten Boni gibt es bei bei Audi. Daimler-Mitarbeiter erhalten 4100 Euro.

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Angesichts der glänzenden Zahlen von Daimler, VW und Co. erhalten die Beschäftigten in der deutschen Autoindustrie in diesem Jahr Prämien in bislang einmaliger Höhe. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) berichtet, sind bis zu fünfstellige Sonderzahlungen pro Kopf möglich. Die Prämien würden an die Marke von 10.000 Euro heranreichen, bestätigte IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann, zugleich Aufsichtsrat von Daimler und Bosch, dem Blatt: "Der Schlag Sahne oben drauf in diesem Jahr schmeckt extrem gut."

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück sagte der Zeitung: "Die Prämie wird manche umhauen, so was gab es noch nie! Unsere Leute haben eine genial-intergalaktische Sonderzahlung verdient. Den Rekordgewinn hat ja nicht der Petrus auf dem Moped vorbei gebracht."

Bei Daimler erhalten die Mitarbeiter in Deutschland für 2011 in Deutschland mit 4.100 Euro die bisher höchste Ergebnisbeteiligung, wie der Autobauer vor zwei Wochen mitgeteilt hatte. Die Höhe orientiert sich am jeweiligen Geschäftserfolg im zurückliegenden Jahr.

Ein Zehntel an Belegschaft

Den höchsten Bonus hat laut Zeitung die Audi-Belegschaft zu erwarten, da in Ingolstadt Vorstand und Betriebsrat vor Jahren eine feste Regel zur Aufteilung des Gewinns vereinbart haben: Von dem Teil des operativen Ergebnisses, der 1,2 Milliarden Euro überschreitet, wird ein Zehntel an die Belegschaft ausgeschüttet. Das treibt angesichts eines Rekordgewinns die Prämie in voraussichtlich fünfstellige Höhe, wie die Zeitung berichtete. Im vorigen Jahr kamen die Audi-Beschäftigten im Schnitt auf 5.000 bis 6.000 Euro. Dieses Jahr werde die Prämie ein gutes Stück höher ausfallen, sagte ein Audi-Sprecher dem Blatt.

Die deutschen Autobauer haben ein starkes Jahr hinter sich. Sie profitierten vor allem vom anhaltenden Absatzboom in Schwellenländern wie China, aber auch vom Comeback des US-Marktes. So verzeichnete Daimler das beste Jahr seiner Unternehmensgeschichte und fuhr unterm Strich einen Rekordgewinn von 6,0 Milliarden Euro ein.

 

(APA/Ag.)

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8 Kommentare
Gast: ASVG-Angesteller
08.03.2012 17:20
0

in österreichischen Firmen undenkbar

So eine freiwillige Prämie ist in österreichischen (private) Firmen undenkbar. Da ist die Gier so groß. Wenn wieder schlechte Zeiten kommen und Verluste gebaut werden dann werden die Mitarbeiter wieder beteiligt mit Gehaltskürzungen, Personalabbau, extremen All-In-Verträgen u.s.w.

so sind die deutschen

-im ausland billigst zu hungerlöhnen pruduzieren lassen,
-zum 50 fachen einkaufspreis die teile dann als "deutsche qualität" in länder verscherbeln, die es sich eh nicht leisten können
- das ganze vorfinanzieren lassen durch banken, die genau wissen dass sie das geld nie wieder sehen werden
- den rest-europäern einreden, dass es "systemrelevant" ist diese banken dann mit ihrem steuergeld zu retten
- und sich obendrein noch als "musterknaben" und "exportweltmeister" feiern lassen.

mein gott wie blöd sind die rest-europäer dass sie auf so was reinfallen, und diese miese abzocke auch noch mit steuergeldern finanzieren? wer deutsche ware kauft ist selber schuld!

Gast: Benziner mit Automatic
26.02.2012 17:21
1

Deshalb

kaufe ich NIE und NIMMER ein Deutsches Auto. Wird der neue HONDA CR-V. Den gibt es Rekordprämien frei. Und der ist auch Prämium.

Gast: Peeperkorn
26.02.2012 14:10
1

Böser, böser Kapitalismus!

Da sieht man es wieder. Der Kapitalismus beutet die Menschen aus ;-)

Re: Böser, böser Kapitalismus!

JA

nämlich die in den ländern, wo diese "deutsche qualität" zu hungerlöhnen produziert wird (auch in österreich), damit die deutschen fest abkassieren können mit ihrer scheinheiligkeit.

kleines beispiel? fragen sie was die österreichischen unternehmen für ihre zulieferteile, fertig verpackt bekommen, ...und was die deutschen dann für den selben teil als ersatzteil verlangen. da beträgt die spanne 1 zu 50!

Gast: gasti
26.02.2012 13:26
2

und bis gestern haben ihnen die steuerzahler verschrottungsprämien finanziert

weil alle autobauer erfolgreich ihre polit-freunderln belogen hatte wie schlecht es ihnen doch geht und wie viele arbeitsplätze gefährdet seien

Re: und bis gestern haben ihnen die steuerzahler verschrottungsprämien finanziert

Da hilft Neuwagenverweigerung.
Leider haben die Grünen Gutmenschen etwas dagegen. Laut deren Diktion ist Autobau wohl CO2 neutral...

Re: und bis gestern haben ihnen die steuerzahler verschrottungsprämien finanziert

Es steht jedem frei, die Dummheit der Politiker zu nutzen ...

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