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PR-Desaster: Goldman tappt in die Muppets-Falle

23.03.2012 | 09:02 |   (DiePresse.com)

Ein Ex-Mitarbeiter offenbarte, dass Banker Kunden intern als "Muppets" bezeichneten. Nun untersucht Goldman verdächtige E-Mails und erntet Spott.

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Vor einer Woche brachte die öffentliche Abrechnung eines Ex-Mitarbeiters die US-Bank Goldman Sachs in die Schlagzeilen. "Es macht mich krank, wie kaltschnäuzig die Leute darüber reden, ihre Kunden abzuzocken", kritisierte Greg Smith in einem Kommentar in der "New York Times" die schlichte Profitorientierung der Bank. Er prangerte die "giftige und zerstörerische" Kultur an (mehr dazu....). Er selbst habe im letzten Jahr gehört, wie fünf verschiedene hochrangige Manager der Bank ihre Kunden als "Muppets" (engl. für Depp, Vollidiot) bezeichneten. Und nach genau diesem Wort "Muppet" lässt die Bank nun interne E-Mails durchforsten. So soll festgestellt werden, ob sich Mitarbeiter abfällig über Kunden geäußert haben.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein nehme die Angelegenheit ernst und versuche herauszufinden, inwieweit die Vorwürfe des abtrünnigen Bankers stimmen könnten. Ein Sprecher der Bank bestätigte am Donnerstag laut Nachrichtenagentur Reuters das Überprüfen der E-Mails. Goldman Sachs zieht sich damit aber offenbar den Spott der Wall Street zu.

Der "Ker-Mit"-Deal

Denn die "Muppets" - also die beliebte Stoffpuppen-Truppe von Jim Henson rund um Frosch Kermit und Miss Piggy - sind äußerst beliebte Figuren. Deshalb ist nun scherzhaft die Rede von der Jagd auf Kermit und seine Freunde. Der "New York Times"-Blog "Dealbook" hat etwa einige satirische E-Mail-Dialoge erfunden, die zeigen würden, wie leicht man nun mit "unschuldigen" E-Mails ins Visier der neugierigen Goldman-Spitze geraten könnte.

Zwei Beispiele:

Banker Nr. 1: Ich arbeite an der Übernahme von Kentucky Equine Research durch das Massachusetts Institute of Technology.

Banker Nr. 2: Ah, der KER-MIT-Deal.

---

Händler Nr. 1: Hast du gehört, dass Madoff verurteilt wurde, weil er ein Fozzie-Schema am Laufen hatte?

Händler Nr. 2: ?

Händler Nr. 1: LOL, ich meinte Ponzi. Verdammte Autokorrektur.

Zur Erklärung: US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff wurde zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt, weil er ein als "Ponzi-Schema" bekanntes finanzielles Schneeballsystem betrieb. Fozzie ist der braune Bär mit Hut und Halstuch aus der "Muppet Show".

Und bei Twitter schrieb ein Follower der Reuters-Journalistin Lauren LaCapra, die die E-Mail-Geschichte recherchiert hat: Goldman-Offizielle würden sicherheitshalber auch nach "Fraggle", "Schlumpf" oder "Teletubby" suchen, um sicher zu gehen, dass keine verdächtigen E-Mails übersehen werden.

"Möchte Muppets nicht in E-Mail verwendet haben"

William Cohan, der das kritische Buch "Money and Power" über Goldman geschrieben hat, sagte am Donnerstag laut "Handelsblatt" jedenfalls: Ich möchte im Moment nicht derjenige sein, der das Wort 'Muppets' in einer E-Mail verwendet hat".

Goldman: Der ''vampirartige Tintenfisch''

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(phu)

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6 Kommentare
Gast: Pongo
23.03.2012 17:30
1 0

Normales Verhalten

Ih finde das ganz normal. Welche Bank hat schon Interesse daran, dass ihre Kunden reich werden ? Ihr Interesse ist allein, dass die Bank selbst bzw. deren Manager reich werden. Es wird den Baken aber vom Steuerzahler auch sehr leicht gemacht, dieses Spiel zu spielen.

2 0

Die guten Geschäfte

macht die Bank selbst (zBsp Geld mit günstigen Zinsen ausleihen).

für die schlechten Geschäfte brauchen sie dann die Deppen, denen sie das „gute, einmalige, ...“ Geschäft (meist mit Provision) einreden – das nennen die Bankmanager dann „Produktivität“, es entspricht aber mehr der Kriminalität.

Und wie werden Politiker bezeichnet die

Bankenhilfspakete organisieren?

Re: Und wie werden Politiker bezeichnet die

Foo-Foo (der Hund von Miss Piggy).

Gast: Hans im Gück
23.03.2012 13:19
2 0

Genau so ist das, jeder der Verantwortung abgibt ist letztendlich die Verantwortung los. Ist also Verantwortungslos!!!

Schönes Wortspiel.

Die Banker nutzen die Sparer überall, auf der ganzen Welt, aus.

Am Sparbuch bekommt man ein paar zerquetschte %. Die Zinsen auf dem Sekundärmarkt sind viel höher und jeder könnte Staatsanleihen kaufen.

Würde mehr bringen und man müsste niemandem die Hand küssen.

3 0

Kein Unterschied zu unseren Banken

Auch da sind die Kunden nur diejenigen, die ohne Risiko abkassiert werden können.

Hobbyökonom