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AUA: Gewerkschaft gegen Betriebsrat

23.03.2012 | 23:12 |  JAKOB ZIRM (Die Presse)

Mit der Kündigung des Tyrolean-Kollektivvertrags will die Gewerkschaft den von der AUA geplanten Betriebsübergang verhindern. Der Tyrolean-Betriebsrat ist darüber wütend.

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Wien. Es ist eine kleine Bombe, die die Gewerkschaft am Freitag platzen ließ: So kündigte Gottfried Winkler, der Vorsitzende der Sektion Verkehr in der für Luftfahrt zuständigen Gewerkschaft Vida, völlig überraschend den Kollektivvertrag der AUA-Tochter Tyrolean auf. Dies sei eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, da man davon ausgehe, in den Verhandlungen mit der AUA-Führung zu einer Einigung zu kommen, heißt es lapidar. In Wirklichkeit will die Gewerkschaft damit den von der AUA zuletzt fix angepeilten „Plan B“ verhindern – den Betriebsübergang des operativen Betriebs auf die eigene Tochter Tyrolean und deren um 25 Prozent günstigeren Kollektivvertrag.

 

Vorerst gelten Regeln weiter

Per 30.6. tritt der Tyrolean-KV somit außer Kraft. Zum gleichen Zeitpunkt endet auch die Gültigkeit des AUA-KV, der bereits im Februar von der AUA-Führung gekündigt wurde. Nach Ansicht der Gewerkschaft ist es dadurch nicht mehr möglich, die AUA-Piloten und -Flugbegleiter in den günstigeren Tyrolean-KV überzuführen. Für die Mitarbeiter der beiden Unternehmen bedeutet dies laut Arbeitsrecht, dass die Bestimmungen der KV weiter gelten, bis es eine neue Regelung gibt.

„Die Verhandlungen der AUA-Führung waren zuletzt nur mehr Scheinverhandlungen. Man hat die Gewerkschaft nicht ernst genommen“, sagt AUA-Bord-Betriebsratschef Karl Minhard. Daher sei beschlossen worden, den Tyrolean-KV zu kündigen.

Dies erfolgte jedoch gegen den ausdrücklichen Wunsch der Tyrolean-Mitarbeiter und deren Betriebsrat. „Wir sind von der Gewerkschaft nicht einmal darüber informiert worden. Diese Vorgehensweise ist unglaublich. Man muss die ganze Gewerkschaft infrage stellen“, sagt Alexandra Patzal, Sprecherin des Tyrolean-Betriebsrates. Die Tiroler wollen daher auch gegen die Kündigung ihres KV vorgehen. Was das genau bedeute, könne aber noch nicht gesagt werden, so Patzal. Pikantes Detail am Rande: Der Tyrolean-Betriebsrat hat sich laut eigenen Angaben dafür die Unterstützung von AUA-Chef Jaan Albrecht gesichert, der ja mit der Gewerkschaft und dem AUA-Betriebsrat im Clinch liegt.

Der Kampf zwischen AUA-Führung und AUA-Bordpersonal wird somit immer mehr auch zu einem Kampf zwischen AUA- und Tyrolean-Mitarbeitern. Letztere fühlen sich von der Gewerkschaft Vida bereits seit Längerem nicht mehr gut vertreten und sind daher vor einigen Jahren bereits scharenweise zur GPA-djp übergetreten. Die Hoheit über den Kollektivvertrag hat aber weiterhin Vida.

„Natürlich verstehe ich, dass man sich bei der Tyrolean dabei nicht wohlfühlt. Wir appellieren aber an die Solidarität der dortigen Mitarbeiter. Unser Ziel ist ja ein neuer Konzern-KV, der für alle AUA-Mitarbeiter gilt und auch für die Tyrolean im Endeffekt besser ist“, sagt Winkler zur „Presse“. Und auch Minhard hofft auf Verständnis der Tyrolean-Kollegen: „Es wäre ja auch problematisch, sich aus der schwierigen Situation bei der AUA einen Vorteil zu erwarten.“ Der Chef der Gewerkschaft Vida, Rudolf Kaske, appellierte am Freitagabend via der "ZIB2" an die Belegschaft der Tyrolean: Er hoffe, die Betriebsräte der beiden Schwesterunternehmen würden "Seite an Seite kämpfen".

Bei der Unternehmensführung selbst sieht man das Vorgehen der Gewerkschaft „verwundert“, aber gelassen. „Wir sind uns sicher, dass die Kündigung des Tyrolean-KV einen möglichen Betriebsübergang nicht behindert“, heißt es. Anstatt auf den Tyrolean-KV könnten die AUA-Piloten eben einfach auf Einzelverträge – die im Inhalt dem Tyrolean-KV entsprechen – übergeführt werden. Wie schon bisher geplant, müssten die Piloten und Flugbegleiter diesem Vorgehen ohnehin zustimmen, ansonsten gelten sie als gekündigt und erhalten Abfertigungen von bis zu 39 Monatsgehältern.

 

Betriebsübergang ab 1. Juli?

Bei AUA-Betriebsrat und Gewerkschaft hofft man nun auf „konstruktive Verhandlungen“ für einen Konzern-KV. Die AUA-Führung sieht im aktuellen Vorgehen jedoch ein „Zeichen, dass kein Wille da ist, die Kollektivverträge so zu reformieren, dass strukturelle Probleme gelöst werden“. Der Betriebsübergang bleibt daher weiter wahrscheinlich. Das frühestmögliche Datum dafür wäre der Tag nach Ablauf der KV: der 1. Juli.

Auf einen Blick

Die Gewerkschaft hat am Freitag den Kollektivvertrag der AUA-Tochter Tyrolean gekündigt, um so den vom Unternehmen geplanten Betriebsübergang zu verhindern. Der Tyrolean-Betriebsrat sieht sich übergangen und will gegen die Kündigung vorgehen. Nach Ansicht der AUA lässt sich der Übergang zudem trotzdem durchführen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.03.2012)

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87 Kommentare
 
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Gast: rasputin
26.03.2012 10:55
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Gekaufte Betriebsräte?

Pikantes Detail am Rande: Der Tyrolean-Betriebsrat hat sich laut eigenen Angaben dafür die Unterstützung von AUA-Chef Jaan Albrecht gesichert, der ja mit der Gewerkschaft und dem AUA-Betriebsrat im Clinch liegt.

Wieder einmal ein BR der sich mit der GF auf ein Packel haut, zum Nachteil der Beschäftigten!

Ich würde mich als BR schämen!

Gast: eco wins
25.03.2012 00:38
0 0

Die Kündigung des Kollektivvertrags der Tyrolean kann nur eine Konsequenz haben


Die Gewerkschaft ist wirklich völlig verblödet - bald gibt es Einzelverträge für alle, die bei AUA und Tyrolean bleiben wollen (statt eines Kollektivvertrags) . . . vielen Dank, ihr Bonzen des ÖGB, dass ihr das für uns erreicht habt!

So kommt es, wenn Bonzen zocken. Pragmatisierte.

Gast: egi
24.03.2012 21:22
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Ein Glück für uns,

dass die Lufthansa diesen Betrieb für 5oo Mill. € genommen hat. Unsere Regierung würden in diesen Betriebsratverein AUA ohne mit der Wimper zu zucken unser Steuergeld weiterhin verbrennen. Keine Unternehmen kann langfristig mit sochen Gewerkschaftsfunktionären überleben.

Die Gewerkschaftsbonzen apellieren wieder mal an die "Solidarität"...

... und dann steigen diese von der Arbeit freigestellten Schmarotzer in ihre fetten Dienstautos, fahren heim in ihre billigen Dachterrassenwohnungen und kommen sich wichtig vor.

Naja. Hauptsache die Gewerkschaftsbeiträge fließen jeden Monat.

Gast: adamov
24.03.2012 17:52
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sanierung

Lasst die Gewerkschaften nur machen, die "sanieren" dieses AUA. Am Ende des weitsichtigen Sanierungsplanes gibts ueberhaupt keine Gehaelter mehr, weil ZUGESPERRT. Das ganze ist - sorry war- ein staatsnaher österreichischer Betrieb im internationalen Wettbewerb.
Das eine Lufhansa sich auf das eingelassen hat, hat da vielleicht auch wer mitverdient ?????

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Tipp an das AUA/Tyrolean Management

Sofort das Inkasso der Gewerkschaftsbeiträge durch Gehaltsbüro einstellen! Das ist etwas, was die Bonzoklrtie am meisten härmt und trifft.
Leider sind meist die Unternehmer und Manager zu feige dazu. Dann sollen die Gewerkschaftsfuzzi eben mit der Sammelbüchse herum gehen - oder direkt ihre Schäfchen nötigen, Zahlungs-Daueraufträge vom Bankkonto zu erteilen.

Re: Tipp an das AUA/Tyrolean Management

Dazu braucht man nur formlos aus der Gewekschaft austreten - habe ich schon vor einigen Jahren gemacht.
Niemand muss dort Mitglied sein, schon gar nicht, wenn er mit der Vertretung nciht einverstanden ist.

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Ich versteh nicht...

AUA und Swiss... Geschichte zweier Lufthansa-Töchter...
Bei der Swiss geht's... bei der AUA nicht...
Was stimmt da wohl nicht?

Re: Ich versteh nicht...

Das sind ihre Geschichtskenntnisse! Swissair ging in Konkurs, wurde mit ein paar Milliarden durch den schweizer Staat aufgerichtet und an LH verkauft, da sind die poppeligen 500 Mio eben nicht genug.
Ansonsten, Swiss, kleines Management, kleine Verwaltung, AUA, naja, wie immer!

Antworten Antworten Gast: Guru
24.03.2012 18:53
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Re: Re: Ich versteh nicht...

Bitte mit welchen "Milliarden" soll der schweizerische Staat die Swissair "aufgerichtet" haben um sie der Lufthansa zu schenken? Typische Märchen aus dem AUA-Stall, deretwegen der österreichische Staat 500 Millionen Euro von der riesigen angehäuften AUA-Schulden übernehmen musste, damit die LH diesen Laden überhaupt übernimmt. Anstatt eine Insolvenz abzuuwarten. Oder der Österreicher Mayrhuber bei seinem LH-Vorstand und Aufsichtsrat diese Spekulation überhaupt durchbringt. Besser er hätte griechische Staatsanleihen gekauft....

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So lange bis alles hin ist

Diese Gewerkschaftsbonzokratie spielt halt so lange, bis tatsächlich die LH den Laden in die Insolvenz schickt. Braucht nur den (zugesagten) Finanzierungshahn mit den 140 Mio € zudrehen - und halt etwas Nervenstärke. Dann werden - hoffentlich - die "kleinen" AUA/Tyrolean MitarbeiterInnen den Bonzen die Fensterscheiben einschlagen.

Re: So lange bis alles hin ist

Bis dahin können sie sich schon mal eine gute Ausrede für den Konkursrichter einfallen lassen, immerhin haben sie seit dem Kauf NICHTS getan um die AUA auf zukunftsfähige Beine zu stellen und jetzt soll das fliegende Personal der AUA das fast alleine stemmen?!?

Was mich da wundert ....

.... ist, dass es da überhaupt zwei KVs gab! Offenbar ist da die Gerwerkschaft sehr interessiert eine Mehrklassen-Gesellschaft aufrecht zu erhalten!

Re: Was mich da wundert ....

Es gibt keinen Branchen KV und beim Kauf der Tyrolean wurde deren KV beibehalten weil er eben für das Regionalflugunternehmen gemacht war und derjenige der AUA eben für die AUA gemacht wurde. Der Vesuch des AUA und LDA Personals die Kollegen von TYR mitzunehmen scheiterte an deren eigener Abstimmung welche zwar dafür war aber das Managementz mit seinen Ideen der Unterwanderung hatte da ein paar Vorschläge die man gerne annahm. Fazit, keine Mehrklassengesellschaft durch die Hand der Gewerkschaft, sondern durch das Management.

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Stzändestaat und Streicher

Das ist das Ergebnis, nachdem sich um 2002 der ÖGB-Verzetnitsch (warum wurde der nie für sein Bawag-Desaster zur Verantwortung gezogen?) und der unsägliche ÖVP-Ständestaatler Christoph Letl in einen Konflikt anläßlich der - von SP-Präsidentschaftsversager Rudolf Streicher betriebenen - Übernahme der Lauda Air und der Tyrolean "einschalteten". Der sich selbst Genieverdacht attestierende Hobbydirigent Streicher hatte als Kurzzeit-ÖIAG-General und AUA-AR Vorsitzender von einer "großen Luftfahrtlösung" schwadroniert. Und damit mit auch das kommende Debakel der AUA herbei intrigiert. (Weil er sich einer AUA-Senior doch nicht zu tief in die, äh, Augen verschaut hatte, der tolle Supermanager)

Gast: soso____
24.03.2012 10:15
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Vorbild Nikki - Wir müssen sparen!

1000.- Euro fixum (Brutto) + Gratis Nikki Kapperl pro Monat. (Selbstverständlich Leiharbeiter) Was haben wir noch von Nikki gelernt? Zwei Blatt Klopapier sind genug. Zwei paar billige Schuhe und Hosen sind genug. Der Nikki könnte Vorarbeiter bei Foxconn werden, da würde er wunderbar hinpassen.

Niki

nicht nikki

Gast: Altauflage
24.03.2012 09:53
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Gott sei dank, ist die AUA verkauft worden!


Antworten Gast: eco 66583
24.03.2012 13:00
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Re: Gott sei dank, ist die AUA verkauft worden!

Weiß Gott! Fort mit Schaden!

Gast: gast4733
24.03.2012 09:10
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Ist die Gewerkschaft auch an der Weltwirtschaftskrise schuld?

Wenn man sich die Posts hier ansieht, dann glaubt man, die Gewerkschaft sei Schuld an allem Elend dieser Welt. Ich möchte in Erinnerung rufen, dass die, die uns gestern noch die Wirtschaftswelt vollmundig erklärt haben (Mirko Kovats), Heuschreckenbanker, ein Haider, der ein ganzes Bundesland mit seinen Spekulationen in den Bankrott gewirtschaftet hat, in Wahrheit kritisiert werden sollten. Die Belegschaft hat schon Einsparungen in Höhe von 47 Mio € angeboten & ist weiter verhandlungsbereit. Irgendwann sind aber auch Spielräume zu ende. Kürzen wir doch Ärztegehälter auf 2.000€ oder Pilotengehälter auf selbigen Betrag. Wer geht dann noch 10 Jahre studieren oder zahlt 70.000€ aus eigener Tasche für die Pilotenausbildung? Vielleicht sollten die hier so tollen Unternehmer mal einen Taschenrechner zur Hand nehmen & 47Mio durch 2.400 Angestellte dividieren. Bei diesen gibts aber auch Flugbegleiter mit 1.000€ Nettogehalt. Wenn man sich die Zahl am Taschenrechner ansieht, sollte man wissen, dass die Gewerkschaft sehr wohl auch verhandlungsbereit ist & nicht nur Pründe verteidigt. Viel Spass beim Dividieren!

Re: Ist die Gewerkschaft auch an der Weltwirtschaftskrise schuld?

Vielleicht nicht Schuld an allem Elend dieser Welt, aber an der Konsum-Pleite, AZ-Pleite, BAWAG an Heuschrecken verkauft usw.

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Re: Ist die Gewerkschaft auch an der Weltwirtschaftskrise schuld?

an Unkenntnis kaum zu überbieten. die Dummheit stirbt eben nicht aus, sondern nimm erschreckend zu!

Re: Re: Ist die Gewerkschaft auch an der Weltwirtschaftskrise schuld?

Wie sie ja eindeutig zeigen, nur was sie damit sagen wollen ist natürlich nicht erkennbar.

Re: Ist die Gewerkschaft auch an der Weltwirtschaftskrise schuld?

Nun ja - zunmindest hat noch kein von der Gewerkschaft geführtes Unternehmen (oder Unternehmen mit einer sehr starken Gewerkschaft) jemals Gewinn gemacht. Haben bisher alle nur auf Kosten der Steuerzahler überlebt.

Gast: hannking
24.03.2012 07:51
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gewerkschaft gegen mitarbeiter - so sieht's aus im roten Bonzenland


Antworten Gast: wolffi
24.03.2012 13:55
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Re: gewerkschaft gegen mitarbeiter - so sieht's aus im roten Bonzenland

is doch nix neues!

 
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Hobbyökonom