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"Mercedes nicht mehr Maß der Dinge im Premiumsegment"

04.04.2012 | 13:15 |   (DiePresse.com)

Bei der Hauptversammlung des Autoherstellers Daimler geht ein Großaktionär hart mit der Unternehmensführung ins Gericht.

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Die Fondsgesellschaft Union Investment hat dem deutschen Autobauer Daimler auf der Hauptversammlung die Leviten gelesen. Die Anteilseigner könnten sich zwar "über eine sehr ordentliche Dividende freuen", sagte Fondsmanager Ingo Speich am Mittwoch in Berlin. Bei genauerem Hinsehen verblasse "aber der Glanz des Sterns im Schatten der übermächtigen Wettbewerber", sagte Speich. Trotz eines Rekordabsatzes bei Pkw verkaufe Daimler weniger Pkw als BMW und Audi und verdiene weniger als die Wettbewerber. "Nicht Daimler, sondern BMW und Audi sind heute im Premiumsegment das Maß aller Dinge", sagte der Fondsmanager.

Daimler verliere seit Jahren Marktanteile, während BMW und Audi "erfolgreich den Turbo gezündet" hätten. Daher habe sich die Daimler-Aktie "im Jahr 2011 um 20 Prozent schlechter entwickelt als die Aktie von BMW", rechnete der Fondsmanager vor. Rückblickend auf das vergangene Jahrzehnt könne man "von einer verlorenen Dekade" für den einstmals größten deutschen Premium-Pkw-Anbieter sprechen, sagte Speich und verlangte vom Vorstand auch einen Ausstieg aus der Formel-Eins-Rennserie nach dem Vorbild des Wettbewerbs BMW. Das Sponsoring der Rennserie kosten Millionen, zudem fahre Daimler mit seinem Mercedes-Rennstall hinterher.

Daimler-Aktien haben elf Prozent verloren

In den vergangenen zwölf Monaten haben die BMW-Aktien elf Prozent gewonnen, die Daimler-Titel dagegen elf Prozent verloren.

VIDEO: Daimler auf Erfolgskurs

Daimler auf Erfolgskurs / Bild: RCA

Nach Rekordquartal bei Mercedes-Benz will Daimler weiter Marktanteile streitig machen.

Daimler hatte das zurückliegende Geschäftsjahr mit Rekorden bei Umsatz, Absatz und Ergebnis abgeschlossen und will an die Aktionäre mit 2,20 Euro je Anteilsschein eine der höchsten jemals in der Unternehmensgeschichte ausgeschütteten Dividenden zahlen. Nach Einschätzung von Fondsmanager Speich hat Daimler das jüngste Betriebsergebnis in Höhe von 8,8 Milliarden Euro Ergebnis jedoch mit "aggressiver Bilanzierung" geschönt. Durch die Aktivierung von Investitionsaufwendungen in der Bilanz sei das operative Ergebnis rund 630 Millionen Euro höher ausgefallen als bei direkter Abschreibungen der Aufwendungen.

Union Investment ist eigenen Angaben zufolge einer der großen Daimler-Aktionäre. Reuters-Daten zufolge ist die zur Volks- und Raiffeisen-Bankengruppe zählende Gesellschaft mit gut 0,6 Prozent an Daimler beteiligt. Größter Daimler-Anteilseigner ist die arabische Investmentgruppe Aabar mit neun Prozent.

 

(APA)

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24 Kommentare

mercedes = luxus??

schon mal in einem lincoln gesessen, oder cadillac? die sind weitaus geraeumiger

Gast: Der Notar
04.04.2012 20:54
0 0

Mercedes - Nein Danke

wer sich mit einem Mercedes in bestimmten Kreisen blicken läßt, sollte gleich seinen Beamten- und ÖAAB Ausweis in die Heckscheibe legen. Im Sommer des Vorjahres kam ich auf einer Staustrecke von rd. 35 km an gezählten 4 (vier) Mercedes vorbei. Teilweise funkelnagelneu.

Die A- und später die B-Klasse sind sowas von hybrid in ihren Formen,

könnten aus jedem anderen Land kommen!
Von der Qualität abgesehen: lausig!

Gast: porto5
04.04.2012 20:24
1 0

Rost

Wenn ein "Premiumhersteller" heute nicht in der Lage ist, eine vollverzinkte Karosse anzubieten, stimmt etwas nicht. Bei meiner C-Klasse musste auch entsprechend nachgebessert werden. Ging zwar auf Kulanz, die es übrigens nur gibt, wenn man bei Mercedes Werkstätten die überteuerten Services machen lässt. Aber irgendwann ist mit der Kulanz Schluss.

Mercedes hat eben neue Konkurrenz bekommen

Fiat rostet weniger
Hyundai hat das bessere Design
Dacia baut elegantere Autos
...

Gast: gladiator18
04.04.2012 18:48
0 1

Mercedes hat halt den Ruf eines Pensionistenfahrzeugs...

...während BMW ein schnittiges Coupe´ nach dem anderen baut:)

1 1

es rieselt der Rost!

Zu dieser leidvollen Erfahrung muß man leider bei neuen Mercedes-Autos kommen!

Allerdings technisch ist das Auto super.

Gast: iStern mit den vier Ringen und den schönen münchner Nieren
04.04.2012 17:16
2 0

MB bräuchte einen Fokus auf zeitloses, edles und rassiges Design

Daimler hat sich ja wenig um seine Kernmarke Mercedes-Benz gekümmert. Mann wollte ein Konzern sein, in dem die Sonne nie untergeht (man erinnere an Schrempps Kooperation mit den Japanern, ein Milliardengrab!), irgendwie ist man bei AEG beteiligt (oder war das einmal so),...

Wer Autos bauen will, sollte nur das machen. Ich weiß nicht, wie gut der "zu Wasser, zu Land und zu Luft"-Konzern (die drei Enden des Sterns sollten dies symbolisieren) heute noch in den Nicht-Automobil-Branchen ist, aber es wäre wichtig, wieder zeitlos-elegantes Design und hervorragende Technik, gepaart mit baden-württembergischen Erfinder- und Innovationsgeist sowie schwäbischer Arkibie auf den Markt zu bringen.

Man sollte zu 100 Projkete nein sagen können, nur zu wenigen ausgewählten JA und diese bis in die höchste Perfektion treiben. Damit verdient man auch Geld, ein klarer Fokus ist oft die beste und nachhaltigste Strategie.

---

Mich wundert wirklich, warum Steve Jobs in den letzten Jahren einen Mercedes fuhr. Ein Mann wie er hätte schon längst auf Audi oder BMW wechseln können. (Er war ein Fan deutscher Technik.)

Gast: MeinungDaimler
04.04.2012 16:52
2 0

zurückfinden zu der Basis

In einer anderen Zeitung stand, dass der Vorstandsvorsitzende jetzt noch mehr sparen möchte. Super Gewinne und dann sparen. Hmmm - BMW - Audi - steht bei der Bevölkerung für Qualität; ein Mercedes Oldtimer steht für Qualität - ein neuer Mercedes nicht wirklich, bzw. kommen solche Sparaussagen nicht gut an. Wenn die Menschen sparen hören, dann denken sie z. B. an Rost usw. :-)... Weiter kommt es nicht gut an, wenn z. B. die C-Klasse nicht mehr in Deutschland gebaut wird, sondern in den USA!!! BMW baut z. B. das neue Vorzeigemotorrad "BMW S 1000 RR" in Leipzig und genau dieses macht das Motorrad noch erfolgreicher.

Re: zurückfinden zu der Basis

Die C-Klasse wird in den USA gebaut? Das stimmt zu exakt 20%, 10% werden in China und Südafrika gebaut, 60% der Fahrzeuge kommen aber aus Bremen (dafür wird der neue SL nicht mehr in Bremen sondern in Sindelfingen gebaut).

Ach ja, BMW baut die Modelle X3, X5 und X6 in Spartanburg, weitere BMW Werke sind ebenfalls nicht in DE, zB Jakarta, Rosslyn in Südafrika, aber auch Steyr.

Und Audi fertigt u.a. Motoren schon seit vielen Jahren in Ungarn, VW baut den Tuareg in Bratislava.

3 0

Es stimmt.

Früher war ein Mercedes schon etwas Besonderes, wer sich einmal in einen der alten Mercedes der 50er und 60er gesetzt hat, weiß warum.
In den 70er bis 90er verbanden sie Großserie mit einer gewissen Eigenständigkeit und Solidität, was Beides mittlerweile verlorengegangen ist.
Das beginnt damit, daß ebenso kurze Poduktzyklen haben wie die Konkurrenz (6 Jahre, früher waren es 9-11 Jahre), was das Straßenbild mitprägte, sieht man ein altes Straßenfoto und erkennt einen Mercedes darauf, kann man auf 10 Jahre genau sagen, wann es geschossen wurde, heute hingegen gehen sie einfach nur in den anderen Autos unter und man sieht wesentlich mehr Generationen nebeneinander.
Es geht weiter bei der Qualität, die E-Klasse der 90er waren echte Rostkübeln, die mittlerweile schon großteils zusammengekehrt wurden. Den Stern auf der Kühlerhaube haben sie auch schon fast zur Gänze aufgegeben und das Design wird immer mehr zu "ich will aber ich kann nicht".
Schade darum, es geht ein Stück deutscher Industriekultur unter.

4 0

Re: Es stimmt.

Ich geb Ihnen voll und ganz recht, die außergewöhnliche Qualität von Mercedes in vergangenen Jahren erkennt man auch leicht wenn man den Oldtimermarkt betrachtet...Die Dominanz und Omnipräsenz der Marke wird wohl von Jahr zu Jahr weiter verblassen.
Ein alter Mercedes war in wohl jeder Hinsicht das Qualitätsbenchmark (1.000.000 km Taxis). Die Zeit ist leider vorbei...

Gast: B602
04.04.2012 14:58
5 2

Frage des Images

Mercedes hat einfach ein Imageproblem: Taxifahrzeug, Bauernfahrzeug, Altherrenauto und teilweise Prolokiste von Neureichen (CLS+S-klasse).

Audi + BMW: dynamisch, modern, erfolgreiche Typen

Bitte das ist nur das Image was assoz. wird.

0 0

Re: Frage des Images

Altherren- und Bauernfahrzeug mag stimmen, aber Prolokiste für Neureiche? Gerade das ist wohl das dominierende Marktsegment von BMW und Audi. Doch wie wurde Mercedes zum Altherren- und Bauernfahrzeug? Ganz einfach, weil sie Solidität und überragende Qualität lieferten. Ein alter Mercedes hielt ewig und das auch unter schwierigeren Bedingungen (ländliches Gebiet), deswegen wurde er auch zum Bauernfahrzeug.

Heute hingegen ist man beliebig und austauschbar. Qualitativ setzt man keine Maßstäbe mehr, ganz im Gegenteil da sind die Japaner mittlerweile qualitativ besser und designmäßig sind auch BMW und Audi vorbeigezogen.

Wirklich arm ist der,

der seine Persönlichkeit über das Auto definiert, das er fährt.

3 1

Re: Wirklich arm ist der,

Das stimmt.
Arm ist aber auch, wer eine Persönlichkeit über das Auto, daß diese fährt, definiert.

0 2

Re: Re: Wirklich arm ist der,

Reich ist der, der ein Fahrzeug wählt, dass zu seinen Lebensumständen & zu seiner Persönlichkeit passt...

Re: Re: Re: Wirklich arm ist der,

Jetzt mal ganz im ernst: wenn Sie meinen, dass ein Auto irgendetwas mit Persönlichkeit zu tun hat, dann gehören Sie zu den Menschen, die ich meinte. Ich fahre ein Auto, das meinen ZWECKEN genügt, dementsprechend sehe ich das Auto als Gebrauchsgegenstand und nicht als Lieblingsspielzeug, das meine Persönlichkeit wieder spiegelt. Ein Fahrzeug kann schon deshalb nicht als Indikator für die Persönlichkeit herangezogen werden, weil die Meinungen zu den verschiedenen Karossen subjektiv sehr weit divergieren.

Und richtig arm

sind diejenigen, die sich keinen Mercedes leisten können.

Re: Und richtig arm

sind jene, die einen Mercedes fahren, der der Bank gehört, und die Welt glauben machen wollen, es wäre ihr eigener.

0 0

Re: Re: Und richtig arm

Das trifft aber auch für einen ganzen Haufen von DMW und Audi-Fahrern zu. Ich denke da Wien, 15.,16.Bezirk und Migrationshintergrund. Die Autos werden dann oft geleast, weil das ist zwar teuerer, klingt aber besser als mit Pump finanziert.

Gast: b754
04.04.2012 13:28
3 4

ein auto für neureiches luxusproletariat


3 2

Re: ein auto für neureiches luxusproletariat

Leider voll daneben gegriffen. zumindest in der Vergangenheit stand Mercedes für höchste Qualität zum stattlichen Preis für konservative Menschen...

Antworten Antworten Gast: b754
04.04.2012 18:57
0 1

Re: Re: ein auto für neureiches luxusproletariat

wie du schon sagst in der verganenheit heute fahren dass vorwiegend profilneurotiker denn qualitativ sind japaner mittlerweile besser

Hobbyökonom