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SPD: "Steuerabkommen hat viel zu viele Schlupflöcher"

05.04.2012 | 19:21 |   (DiePresse.com)

Deutschland und die Schweiz unterzeichneten einen neuen Steuerpakt. Doch dieser droht an einem Veto der Sozialdemokraten zu scheitern.

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Das umstrittene Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz droht trotz erheblicher Nachbesserungen am Nein der SPD-regierten deutschen Bundesländer zu scheitern. Die Vereinbarung soll die Schweiz für deutsche Steuerflüchtlinge unattraktiver machen und hohe Nachversteuerungen für Schwarzgelder ermöglichen. Kurz nachdem sich die deutsche und die Schweizer Regierung in Bern auf Verschärfungen zulasten der deutschen Steuersünder verständigt hatten, kündigte SPD-Chef Sigmar Gabriel am Donnerstag eine Ablehnung des Abkommens im Bundesrat durch die SPD-regierten Bundesländer an. "Das Abkommen wird nicht wirksam, es enthält viel zu viele Schlupflöcher." Skepsis hört man auch aus Brüssel, wo die EU-Kommission das Abkommen genau prüfen will.

Knackpunkt ist, dass die Abgabe von 21 bis 41 Prozent erst für Vermögen gelten soll, die 2013 noch auf Schweizer Konten liegen. Davor könnten Steuerhinterzieher ihr in der Schweiz verstecktes Vermögen in andere Länder verlagern. und dadurch die Amnestieabgabe umgehen. Wenn die Schweiz sich nicht darauf einlasse, auch rückwirkend Abgaben zu erwirken, will die SPD das Abkommen im deutschen Bundesrat ablehnen.

Änderungsprotokoll unterzeichnet

Mit dem jetzt unterzeichneten Änderungsprotokoll versuchen die deutsche und die Schweizer Regierung das im August 2011 geschlossene Steuerabkommen angesichts der heftigen Kritik von SPD und Grünen zu retten. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble wie auch seine Schweizer Kollegin Eveline Widmer-Schlumpf hatten von einem für beide Seiten angemessenen und fairen Kompromiss zur Lösung des langjährigen Steuerstreits gesprochen. In Deutschland muss das Abkommen allerdings grünes Licht vom Bundesrat bekommen. Ohne Stimmen der SPD- und Grünen-regierten Länder ist eine Mehrheit in der Länderkammer nicht zu erreichen.

Da über das deutsch-schweizerische Abkommen erst nach der Sommerpause im deutschen Bundesrat abgestimmt werden dürfte - also nach den Wahlkämpfen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein - geben maßgebliche Koalitionsvertreter das Abkommen noch nicht verloren. "Ich denke, dass das, was jetzt an Änderungen kommt, die Chancen auf jeden Fall verbessern wird, weil das ja den Forderungen der SPD-Länder Rechnung trägt", sagte ein hoher Regierungsvertreter. Dem widersprach SPD-Chef Gabriel.

"Ohrfeige für ehrliche Steuerzahler"

"Es wird zum zweiten Mal scheitern, weil die SPD-geführten Länder da nicht mitmachen werden", kündigte er an. Die Vereinbarung sei "eine Ohrfeige für jeden ehrlichen Steuerzahler", sagte Gabriel in Berlin. Dadurch würde "millionenfache Steuerhinterziehung nachträglich legitimiert". Ein Milliardenvermögen werde ins Ausland gebracht, dieses Geld fehle in Deutschland für Bildung oder Infrastrukturmaßnahmen. Das Steuerabkommen sei "in hohem Maß sozialschädlich". Gabriels Parteikollege und Finanzminister aus Düsseldorf Walter-Borjans ergänzte: "So kann es eigentlich nur den Weg gehen, dass die Mehrheit der Länder da eine entschiedenes Nein sagt."

Durch das Änderungsprotokoll soll auf vererbtes Schwarzgeld der Maximalsatz der deutschen Erbschaftssteuer von 50 Prozent erhoben werden. Auf schon länger im Nachbarland deponiertes Schwarzgeld soll einmalig eine pauschale Abgeltungssteuer zwischen 21 und 41 Prozent erhoben werden - bisher war von 19 bis 34 Prozent die Rede. Zudem soll der Steuerflüchtling nicht mehr, wie bisher vorgesehen, nach Inkrafttreten der Vereinbarung einige Monate Zeit erhalten, sein Geld in einen Drittstaat zu verlagern. Vielmehr soll mit Inkrafttreten des Abkommens zum 1. Jänner 2013 gelten: Verlagerungen von Vermögen von der Schweiz in Drittländer werden den deutschen Behörden gemeldet. Für eine rückwirkende Regelung, wie sie SPD und Grüne fordern, war die Schweizer Seite aber nicht zu haben.

EU will Abkommen genau prüfen

Warnende Worte kommen auch aus Brüssel. Die Kommission will das Abkommen überprüfen. Es geht darum, ob EU-Regeln eingehalten werden. Die EU-Behörde habe gegenüber Berlin ihre Bedenken im Hinblick auf die ursprüngliche Abmachung sehr deutlich gemacht, sagte die Sprecherin von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Auf Details des Abkommens ging sie nicht ein. "Wir werden unserer Bewertung erst nach einer gründlichen Analyse der Ergänzungen abgeben", sagte die Sprecherin.

Grundsätzlich dürften bilaterale Abkommen von EU-Ländern mit Drittstaaten nicht bereits existierende EU-Gesetze untergraben, sagte sie weiters und wies auf die grenzüberschreitende Zinsbesteuerung hin, die die Steuerflucht in Europa eindämmen soll, und das Abkommen zwischen der EU und der Schweiz. Die EU sei gegenüber Drittstaaten generell nicht bereit, in Steuerfragen klein beizugeben. "Ein Bankgeheimnis, das Steuerflucht schützt, ist für uns nicht hinnehmbar."

 

(APA)

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32 Kommentare
 
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1 0

Schieder...

Wenn`s nichts zu verteilen gibt, dann stellt sich der Schieder "in die Auslage", wenn`s Geschenke gibt, dann kommt die Fekter aus der Deckung.
Nibelungentreue der Dummheit...

Gast: pferdekopf
05.04.2012 18:57
4 0

ehrliche steuerzahler??

wenn man den satz;
"Ohrfeige für ehrliche Steuerzahler"
ändert auf
"Ohrfeige für dumme Steuerzahler"

dann käm das der realität fürchterlich nahe!


Gast: b754
05.04.2012 18:08
4 7

das war doch klar dass merkel die reichen schützt

und der schurkenstaat schweiz nicht das geringste interesse hat die verbrecher auszuliefern

Gast: Kaufmann 1010
05.04.2012 17:52
5 7

Steuerbetrug ist schlicht ein Verbrechen und sollte viel härter bestraft werden.


Die Schweiz und auch Lichtenstein müßten hart isoliert werden, denn beide Länder fördern schweren Betrug, Geldwäsche und kriminelle Geschäfte!

Antworten Gast: Isis Wien
05.04.2012 17:57
4 6

Re: Steuerbetrug ist schlicht ein Verbrechen und sollte viel härter bestraft werden.


Stimme ihnen zu!

Österreich hätte vermutlich kein Budgetdefizit, wenn allle Schwarzgelder versteuert wären.

Antworten Antworten Gast: Bankengeheimnis hat Vorrang gegenüber Steuerhinterziehung
05.04.2012 19:38
2 4

Re: Re: Steuerbetrug ist schlicht ein Verbrechen und sollte viel härter bestraft werden.

Sogar einen Überschuß!
So ist es halt wenn manche Länder
Kriminelle mit Ihren Schwarzgeldern unterstützen bzw schützen!


Geld wird dieses lächerliche "Abkommen"


keines bringen!

Erstens, was ist Schwarzgeld?

Geld hat bekanntlich kein Mascherl!

Und wer ist sodumm und lässt sein Geld auf einem schweizer Konto liegen, wenn er weiß, daß ihm im nächsten Monat 41% abgezogen werden?

Es wird einfach ein Konto in einem sicheren Land eröffnet und aus der Schweiz überwiesen.

Das weiß doch wirklich jeder, dieses "Abkommen" dient nur wieder der Beruhigung des gierigenlinkenPöbels!

Unser Steuersystem ist schon völlig pervertiert, deshalb braucht es ein Ventil!

70% und mehr, wer zahlt das schon freiwillig?


Antworten Gast: Wohlhabender (46)
05.04.2012 17:49
4 5

Re: Hallo persil 4.0, du hast doch kein Geld. Und du hast auch keine Ahnung, echt!


Motzer wie du sind ja so lächerlich.

Antworten Antworten Gast: Bissiger Wolf
05.04.2012 17:59
2 5

Re: Re: Hallo persil 4.0, du hast doch kein Geld. Und du hast auch keine Ahnung, echt!


Geh, der persil ist doch eine Null. Der hat Waschpulfer im Kopf.

;-)

Gast: vif
05.04.2012 16:04
3 1

wieso Pauschalbesteuerung für alle?

Keine Frage, Schwarzgelder verdienen keine Schonung und es muss scharf gegen Steuerhinterzieher vorgegangen werden. Aber es gibt genügend Leute, die berechtigterweise dieser EU nicht mehr trauen und daher die Veranlagung von in Österreich verdientem und auch voll versteuertem Geld in der Schweiz bevorzugen. Ob das klug oder unklug ist, sei dahingestellt, aber in Zeiten des freien Devisenverkehrs ist das jedenfalls weder illegal noch unmoralisch.
Wieso werden diese Personen dann mit Steuerhinterziehern über einen Kamm geschoren?
Auf welcher Rechtsgrundlage kann man die Guthaben dieser Personen mit 41% strafbesteuern?

Antworten Gast: Black Box
05.04.2012 17:55
0 1

Re: wieso Pauschalbesteuerung für alle?


Wer offen sein Vermögen deklariert, seine Steuern bezahlt, dem werden ja keine 41% abgezogen.

So einfach ist das. Ob das dein Minihirn begreift?

nicht Deutschland unterzeichnet

Sondern Frau Merkel, ... wird später vor Gericht wichtig sein ...

41% ist ein Witz

für Verbrecher gilt 100%

Antworten Gast: Hans im Glück
05.04.2012 15:36
6 9

Re: 41% ist ein Witz

Welche Verbrecher?

Ohne Gerichtsverhanndlung 41% zu beschlagnahmen ist ein starkes stück.

Verbrecher sind die die mit vorhandenen Mitteln nicht auskommen und das Land in immer höhere Schulden stürzen.

Re: Re: 41% ist ein Witz

was Rauchen Sie gerade?

Gast: odin C.
05.04.2012 15:18
1 2

Mindestens 41% Steuer für Schwarzgeld in der Schweiz,


wäre auch für Österreich vorbildlich!

Gast: b754
05.04.2012 14:41
5 4

der schukenstaat gehört international isoliert

die größten verbrecher haben dort ihr geld gebunker

Re: der schukenstaat gehört international isoliert

bledsinn!! es liegt weit mehr geld auf den Kanalinseln. da traut sich aber keiner drüber sprechen weil UK die Hand darüber hält

der schukenstaat gehört international isoliert

die grössten Verbrecher müssten logischerweise in einem Verbrecherstaat sitzen

Re: der schukenstaat gehört international isoliert

Österreich gehört aber auch gleicher Katagorie!

Früher haben die Menschen ihr Geld vergraben ...

... heute bringen sie es zum Schutz vor Räubern in die Schweiz.

Gast: Fritzl
05.04.2012 13:45
3 1

Pauschalbesteuerung

Die Kontoinhaber müssen mit dem Pauschalabzug einverstanden sein. Sind sie es nicht, wird das Konto durch die Schweizer Bank gekündigt und das Geld bleibt Schwarzgeld. Der Kontoinhaber hat dann die Möglichkeit sein Schwarzgel per Mausklick per Maus-click nach Singapur oder auf die Caymans zu verschieben und die Finanzminister aus D und A schauen durch die Finger. Was für eine Fehlkalkulation von Fr. Fekter mit Ihren Milliarden!

Das Geld ist längst woanders!

Bekanntlich ist Kapital ja ein ganz besonders scheues Wild. Für die Staatskasse in D bleibt da nichts. Dafür haben die Bangster in CH schon gesorgt. Aber die Machenschaften von CDU/CSU und FDP bleiben für immer verborgen. Etwas anderes hat Schäuble auch nie gewollt. mfg

Gast: 1. Parteiloser
05.04.2012 13:36
2 1

Steuersätze beachten!

Der Spitzensteuersatz betrug in Deutschland doch fast in ganz Europa um die 50%. Die Steuersünder sind auch diesem Steuersatz ausgewichen. Wie es bei dieser Sachlage sein kann, dass die Gelder nun mit max. 41% versteuert werden sollen, das versteht doch kein Mensch. Das läuft doch auf eine Belohnung für die Steuerhinterziehung, also Straftaten, hinaus. Dieses zwischenstaatliche Abkommen wird also eine brauchbaren Rechtsstaat, sollte dieser jemals bestanden haben, noch weiter ausheben.

Wenn man, wie ich auch, davon ausgeht, dass eine Masse an diesen Geldern durch Korruption entstanden ist, dann wird Grausamkeit dieser Vorgangsweise noch deutlicher erkennbar. Die Korrupten, welche das eigene Volk bestohlen haben, die können sich nun unter dem eigentlichen Steuersatz von den schweren Straftaten der Korruption und zusätzlich von der Steuerhinterziehung freikaufen.

Ich würde meinen, dass es weniger um die Banken geht. Die haben im Rahmen der damals geltenden Rechtslage operiert und durften die Täter schützen. Es ist ein Totalversagen der Behörden und der Gesetzgeber, welche die heutige Sachlage geschaffen haben.

Die Gelder müssen auf jeden Fall auf Herkunft untersucht werden und sollten Straftaten dahinter stecken, dann sind die Inhaber der Gelder zur vollen Verantwortung zu ziehen.

Dass Staaten, welche mit einer 30%igen Abgabenquote nicht das Auslangen finden, auch grausige (Straf)Staaten sind, das rechtfertigt das Versagen auch nicht.

Was heißt: Eine Belohnung?

Das Geld gehört doch nicht dem Staat. Bei einer Steuerbelastung von mittlerweile 70-80% (DG-, DN-Beitrag, Lohnsteuer, Sozialversicherung:NETTO -MwSt, NOVA, Mineralölsteuer u.s.w kommt dieser Prozentsatz heraus) für mittlere Einkommen (so um die 3.000,00) müsste man zum Aufstand aufrufen, wenn das nicht vor einigen Monaten verboten worden wäre (die Politiker wissen schon, dass irgendwer - nur kein Qualitätsmedium - diese Rechnung irgendwann publik machen wird.
Die Belastung der Bürger durch den Staat ist eindeutig zu hoch und muss gemildert werden. Dann kann die Politik auf die Solidarität der Menschen in diesem Land rechnen. Sonst nicht!

Gast: Hans M..
05.04.2012 13:34
6 1

Warum verschweigt die ZIB im ORF

um 13 Uhr und der SPÖ Heini das es ohne Deutschen Bundesrat gar nicht geht?
Die tun gerade so als sei alles unter Dach und Fach. Richtig verlogen und falsch.
Der Deutsche Bundesrat wird diesem dreckigen Gesetz niemals zustimmen.
Lügen nichts als Lügen.

 
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Hobbyökonom