20.06.2013 07:07 Merkliste 0

IWF warnt Portugal vor zu viel Sparen

06.04.2012 | 18:41 |   (Die Presse)

Sollte sich der Wirtschaftsabschwung in Portugal weiter verschärfen, sei das Festhalten an Defizitzielen möglicherweise nicht der richtige Weg, so der IWF.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Reuters/Red. Der Internationale Währungsfonds (IWF) gilt als der strenge Mann in der internationalen Finanzfeuerwehr: Greift er einem Land in der Krise mit Krediten unter die Arme, sind diese in der Regel an strenge Sparvorgaben gekoppelt. Im Fall Portugals sieht die Sache nun etwas anders aus: Sollte der wirtschaftliche Abschwung in dem Land stärker ausfallen als erwartet, sei das starre Festhalten an Defizitzielen möglicherweise nicht die richtige Strategie für Portugal. Die Ziele für das heurige Jahr seien allerdings noch in Reichweite, heißt es in einem Bericht des IWF.

Im Fall einer heftigeren Rezession sei es möglicherweise nicht ratsam, die Defizitziele, die im Gegenzug für das 78-Milliarden-Euro Hilfspaket mit der EU und dem IWF vereinbart wurden, zu verfolgen. Die Experten des IWF zeigten sich über die rückläufige Nachfrage aus dem Ausland und die wirtschaftlichen Folgen der Einsparungen besorgt. Bisher hatten die Geldgeber aus der EU eine strikte Einhaltung der Sparziele gefordert.Der IWF meinte weiter, das Rettungsprogramm sei mit 78 Mrd. Euro ausreichend. Portugal werde sich 2013 wieder selbst auf dem Markt finanzieren können.

 

Spanien will angeblich kein Geld

Am Mittwoch hatte der Währungsfonds die Auszahlung von mehr als fünf Mrd. Euro aus dem Rettungsprogramm freigegeben. Portugal habe Fortschritte bei Haushaltsreformen wie dem Umbau staatlicher Unternehmen gemacht, so die Begründung.

Portugal erlebt den schwersten Wirtschaftsabschwung seit den 1970er-Jahren. Die Regierung in Lissabon geht wie die EU davon aus, dass die Wirtschaft des Landes heuer um über drei Prozent schrumpfen wird. Auch für 2013 wird kein Wachstum erwartet. Einige Experten sehen das Land als nächsten Pleitekandidaten nach Griechenland.

Unterdessen verlieren die Anleger zunehmend das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit von Italien und Spanien: Die Zinsen für italienische zehnjährige Staatsanleihen stiegen auf dem Sekundärmarkt am Freitag auf 5,453 Prozent. Die Renditen für zehnjährige spanische Papiere kletterten mit 5,757 Prozent auf den bisher höchsten Wert in diesem Jahr. Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos schloss eine Rettung des Landes durch die anderen Euroländer aber aus: „Wir haben nicht darum gebeten, das liegt nicht auf dem Tisch“, sagte er am Donnerstagabend in einem Radiointerview.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.04.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

2 Kommentare
Gast: Schon wieder
09.04.2012 14:04
0 0

Glaubwürdigkeit

...nach dem Griechenland Kollaps soll der IWF sich selbst reinigen, und Europa kann wieder einmal zeigen, ob irgend wer was gelernt hat...! Es ist schauderhaft, wie die Mächtigen das Ruder herumtun.

hmmm

bin kürzlich auf folgendes gestoßen http://www.reichwerden.me sind paar gute Artikeln dabei. Warum die Reichen uns immer einen Schritt voraus sind

Hobbyökonom