Jugendarbeitslosigkeit als weltweite "Zeitbombe"

09.04.2012 | 17:43 |   (DiePresse.com)

Die Internationale Arbeitsorganisation ILO warnt vor sozialen Unruhen: "Wir laufen Gefahr, eine ganze Generation zu verlieren".

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), Teil der Vereinten Nationen, rechnet mit einem Anstieg der weltweiten Arbeitslosigkeit. Bis 2013 werde die Zahl der Arbeitslosen rund um den Globus von derzeit 200 Millionen auf 209 Millionen steigen, sagte ILO-Vizegeneraldirektor Guy Ryder der Tageszeitung "Die Welt" (Montagsausgabe). Eine Linderung sei erst ab kommendem Jahr zu erwarten.

Besonders schlimm sei die Situation für die Jugendlichen, sagte Ryder. Die Jugendarbeitslosigkeit liege derzeit global bei 12,7 Prozent und werde weiter steigen. "Das ist eine Zeitbombe mit einem großen zerstörerischen Potenzial, die zu sozialen Unruhen führen wird", warnte Ryder.

"Laufen Gefahr, eine Generation zu verlieren"

Wenn junge Leute nach dem Abschluss ihrer Berufsausbildung länger als zwei Jahre arbeitslos blieben, seien sie für den Arbeitsmarkt oft ganz verloren. "Sie werden marginalisiert, und sind meist für ihr ganzes Arbeitsleben geschädigt. Das ist die Erfahrung, die wir in Europa gemacht haben", sagte Ryder. "Wir laufen Gefahr, eine ganze Generation zu verlieren", so Ryder. In Südeuropa sei die Situation besonders dramatisch. In Griechenland und Spanien hat etwa die Hälfte der unter 25-jährigen keine Arbeit.

Doch gerade in den Ländern Südeuropas sei für Arbeitsmarktmaßnahmen momentan kein Geld übrig. Harte Sparprogramme zur Sanierung der Staatsfinanzen hätten Vorrang. Zwar seien teilweise auch langfristig orientierte Strukturprogramme zur Flexibilisierung der Arbeitsmärkte geplant, kurzfristig würden diese aber für zusätzliche soziale Härten sorgen.

Noch nicht von der Finanzkrise erholt

Die Welt habe sich noch nicht von der globalen Finanzkrise erholt, sagte Ryder. Derzeit gebe es immer noch 27 Millionen mehr Arbeitslose als vor der Krise 2008. Würden diejenigen hinzugezählt, die ihre Arbeit zwar verloren hätten, aber nicht in den offiziellen Statistiken auftauchten, steige die Zahl auf 56 Millionen. Ryder kandidiert im Juni für den Posten des ILO-Generaldirektors.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

53 Kommentare
 
12
Gast: athene noctua
16.04.2012 19:15
0 0

Anpassung an globale Verhältnisse

in Schwellenländern wie Ägypten ist dauerhaft jeder 2. unter 30 arbeitslos -- selbst Akademiker arbeiten im informellen Sektor, als Touristenführer etc.. Was wir erleben ist die Normalität -- die 3. Welt sickert allmählich halt auch nach West- und Südeuropa rein.

die neoliberalen Rezepte waren immer für die ganze Welt gedacht --

es ist keine neue Situation, sondern wir gleichen uns in der modernen Plutokratie und der Refeudalisierung halt nach unten an - anscheinend ist das ja auch politisch so gewollt.

irgendjemand wird schon noch dran verdienen.

Gast: seacloud
10.04.2012 10:28
0 0

es ist doch nur eine mär- das ungehemmte wachstum des geldes. im leben gibts auch noch was anderes als lebenslang arbeiten für die banken u.spekulanten.


Gast: Karl Koppala
10.04.2012 10:11
0 0

Za Wos

finanzieren wir dann noch den reichen Kindersegen unserer Zuwanderer aus gewissen Gegenden??

Gast: oranje
10.04.2012 10:06
0 1

hauptsache-die kapitalmärkte werden mit billionen volksvermögen geflutet u. die militäraufrüstung läuft auf hochtouren. das geht natürlich der ganzen gesellschaft ab. von den jungen bis zu den staatlichen pensionen.


Gast: Davidof2011
10.04.2012 10:03
0 0

Jobs selbst schaffen

Wieso fordern immer alle von der Wirtschaft oder Politik Jobs zu schaffen - junge Leute sollen einfach ihr eigenes Business anfangen - sie haben ja eh nix zu verlieren ausser ihre Freizeit :)

1 0

Grundproblem

Die Alten kosten zu viel als Pensionisten, daher sollen sie länger arbeiten. Macht grundsätzlich Sinn, wobei natürlich auch hier einige Probleme liegen.

Aber: Jobs vermehren sich nicht wie ein Wunder, daher bleibt irgendwer auf der Strecke. Meistens die Jungen, die entweder gar keine Jobs bekommen oder schlecht bezahlt werden, weil das Geld in die Gehälter der Alten fließt.

Warum das Ganze? Weil sich Österreich die Pensionen in der aktuellen Form nicht leisten kann. Dafür leisten wir uns hunderte Schmankerl wie die Landesregierungen, Drei- und Viergleisigkeiten bei den Strukturen etc.

Aber bevor man eine Verwaltungsreform auf die Beine stellt, die den Namen auch verdient hat, werden lieber die Alten zum Bleiben verdonnert oder im Niemandsland zwischen Arbeitslosigkeit und Pension gelassen. Und die Jungen erhalten eine immer schlechtere Ausbildung und danach keine Jobs,weil Österreich als Standort zu teuer ist (Lohnnebenkosten von über 100% sind nur der Anfang). Außerdem darf die junge Generation die immer weiter wachsenden Schulden übernehmen.

Eine Verwaltungsreform ist überfällig. Die Arbeitslosigkeit unter den Jungen und das teils erzwungen niedrige Pensionsalter sind doch nur Symptome, wie notwendig sie ist.

Tja,

liebe EU-Eurokraten habt noch keine geschichtsbücher gelesen oder ???????

Die sollten bedenken, das in geschichte Revolutionen IMMER von den Jungen die keine Perspektive haben ausgehen !!!!!

Die alten haben nichts mehr zu verlieren die halten fast immer Still. Die Jungen haben aber umsomehr zu gewinnen !!!!!!!!!!!!!!

Wie schon hier mehrfach erwähnt, das Pferd wird vom Schwanz her aufgezäumt und das wird sich rächen. Die alten immer länger arbeiten lassen, die Jungen immer länger ohne Job durchfüttern das wird auf Dauer nicht funktionieren, weil sich die Jungen dies nicht gefallen lassen werden !!!!!

Aber schaufelt mal schön weiter am EU-Grab

Gast: SDL
10.04.2012 08:40
0 0

Jeder richtet nun seinen Blick...

nach Spanien, Griechenland und co. Doch uns Bulgaren geht es seit Jahrzehnten so ohne die tollen Sozialleistungen und das 13, 14, 15, 16-te Gehalt jemals gehabt zu haben, die es in diesen Ländern vor Kurzem gab.

Und das Pensionsalter soll

angehoben werden,

damit die Jugend weiter arbeitslos bleibt!

0 0

Re: Und das Pensionsalter soll

Gnau, diese Zwickmühle haben uns unsere Politiker beschert.
Pensionsantrittsalter mit 67 und auf der anderen Seite die Jugendarbeitslosigkeit.

Eigentlich ein Wahnsinn, der noch großes Unheil bescheren kann.....und soweit ich mich an die Kommentare aus dem Herbst 2011 erinnern kann, haben genug Forenmitglieder darauf aufmerksam gemacht...und die Politiker stehen nun wieder da und werden verkünden, dass es so nicht vorhersehbar war.

Gast: Qixxxi
10.04.2012 07:05
2 0

Beamtenwitwen, Parteienförderung, Agrarsubventionen, Rettungsschirme - und Du


Auch bei uns:

http://kurier.at/karrieren/berufsleben/4480988-bekenntnis-zum-miesen-gehalt.php

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/686434/Wo-der-Lohn-am-meisten-wert-ist?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do

Miete: € 700,--
Strom, Gas, Heizung: 200,--
Hausmeister und BK: 150,--
Monatskarte: 50,--
Essen: 250,--
Kleidung, Hygene,Körperpflege: 30,--
Versicherung, Vorsorge, Selbstbehalte: 50,--
Feste (Weihnacht, Ostern, Geburtstage): 0,00 (in Worten: NICHTS).

Nettoverdienst: 1.400

Frage: Seid Ihr wahnsinnig?

Re: Beamtenwitwen, Parteienförderung, Agrarsubventionen, Rettungsschirme - und Du

wahnsinn, EUR 700,- nur für die miete!

kaufen sie doch ein haus, oder zumindest eine ETW, dann bleibt gleich viel mehr übrig, monatlich, und auch sie können ostereier oder weihnachtskipferl als geschenke kaufen.

Antworten Antworten Gast: non grata
10.04.2012 10:31
0 0

Re: Re: Beamtenwitwen, Parteienförderung, Agrarsubventionen, Rettungsschirme - und Du

Nicht jeder ist Funktionär, Parteimitglied oder sonstiger Günstling um eine Mietwohnung unter € 700,-- in Wien zu ergattern. Während Parteibuchstrolche tatsächlich tolle Mietwohnungen zum (beinahe) Nulltarif im Grünen zugeschanzt bekommen, müssen Durchschnittsbürger Länge mal Breite bezahlen. Da tut sich unter 700 Euro nichts. Bestenfalls am Neubaugürtel mit Bleivergiftung.

1 0

Re: Re: Re: Beamtenwitwen, Parteienförderung, Agrarsubventionen, Rettungsschirme - und Du

Also "Parteibuchstrolche" ist gut!

Gratuliere, die richtige Beschreibung!

Antworten Antworten Gast: Qixxxi
10.04.2012 10:16
0 0

Re: Re: Beamtenwitwen, Parteienförderung, Agrarsubventionen, Rettungsschirme - und Du

In Wien? Hier wird nicht mit Ostfriesen und Südburgenländer diskutiert.

Gehen Sie auf Will-haben:

http://www.willhaben.at/iad/immobilien/mietwohnungen/wien/?

Und vergessen Sie nicht die Kaution. Oder strecken Sie diese vor?

Jugendarbeitslosigkeit

Seit mehr als 15 Jahren warnen "Arbeitsmarktexperten" vor den Folgen des demografischen Wandels, d.h. dass Arbeitskräfte Knapp würden und man daher auf ältere Menschen zurückgreifen müsse.
Tatsächlich liegt das Problem am anderen Ende der Berufslaufbahn. Gehört Österreich noch mit den NL und D zu den Ländern mit der geringsten Jugendarbeitslosigkeit, sind die Werte in Schweden mehr als doppelt so hoch und ebenso im "Pisawunderland" Finnland.
Nicht nur Schulabbrecher sind am Arbeitsmarkt zum Scheitern verurteilt, sehr häufig wird auch von Jugendlichen die falsche Ausbildung gewählt, für die kein Bedarf in der Wirtschaft besteht.

Werner Faymann ist der Zeit vorraus!

Es ist immer das selbe. Anspannung. Nervosität. Hecktig. Wartende Blicke auf die Armbanduhr. Wird er kommen? Dann ein Geräusch - der Wagen fährt vor. Niemand geringerer als unser Lieblingsvolksbundeskanzler Werner Faymann hebt den Fuß um den ersten Fuß auf den Erboden zu setzten. Nachdem alle Fotographen und Fans nun mit Atranalin ihre Aufmerksamkeit gesteigert haben nimmt Faymann den zweiten Fuß um sich aufzurichten und auf die begeistertenden und wartenden Menschenmassen zuzugehen.

Das die Bürgerinnen vom Elitär und Lieblingsvolksbundeskanzler wie von einem Popstar begeistert sind, ist Schnee von gestern und kaum noch neu. Das wissen wir alle schon. Was aber viele Bürgerinnen von Faymann noch nicht wissen könnten ist, dass Faymann weltweit dafür gelobt wird, weil Österreich die jüngste Jugendarbeitslosikgeit hat! Unter vorgehaltender Hand wird im hohen Kreis geduschelt und gemunckelt was das Zeug hält. "Wie macht der das, dieser Faymann aus Österreich", ist immer wieder zu hören.

Zuletzt war es Mozart und Strauß, die bei einer Gesellschaft für den garantierten Wirbel sorgten. Heute ist es Faymann der mit seiner geringen Jugendarbeitslosikeit sein politisches Talent, seine Virtuosität und sein politisches Einfühlvermögen geschickt unter Beweiß stellt.

Faymann ein Künstler wie Mozart? Ja, immern schaffen es nur ganz wenige Staaten so spielend wie er die geringste Jugenarbeitslosikeit zu erzeugen. Synophonie de roboti demnächst als neue Hymne?

Antworten Gast: A oida Sozi
10.04.2012 09:28
0 0

Re: Werner Faymann ist der Zeit vorraus!

Hurra, unser Michi_Austria ist wieder da!

Ich hatte schon die Befürchtung, Michi_Austria wäre von Faymann in die Frühpension geschickt worden. Auch bestand die Möglichkeit, daß Michi_Austria still und heimlich Laura Rudas geheiratet hätte und somit zu deren Hausmann mit Publikationsverbot aufgestiegen wäre.

Gast: rufdergier
09.04.2012 23:10
0 1

diese fehlentwicklung ist eine schande; die globalen abzockerbörsen-u.finanzmärkte mit ihren politischen lobbyisten zerstören die zukunft der jungen und die staatlichen pensionsysteme.


Re: diese fehlentwicklung ist eine schande; die globalen abzockerbörsen-u.finanzmärkte mit ihren politischen lobbyisten zerstören die zukunft der jungen und die staatlichen pensionsysteme.

Nicht ganz.
Die Finanzmärkte werden mit Billionen frisch gedrucktem Geld geflutet, was zu Inflation und Geldentwertung führt, das ist dann schlecht für die Wirtschaft. Aber die staatlichen Einnahmen in Form von Steuern steigen natürlich.

die vergangenheit grüßt

Wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Familienleben nicht notwendig, Frauénerwerbstätigkeit notwendig, Selbstverwirklichung notwendig, Leistung nicht unbedingt notwendig, Sprachkompetenz nicht notwendig, Lesen-Schreiben-Rechnen nicht notwendig, persönliche Verantwortlichkeiten nicht notwendig, Staatsverantwortung immer notwendig, Korruption notwendig, Transparenz nicht notwendig... das alles haben uns die Experten immer gesagt. Und sollte es sich nicht nicht herumgesprochen haben, auch Experten sind nicht immer notwendig.

Antworten Gast: Frauenerwerb
09.04.2012 23:37
0 0

Re: die vergangenheit grüßt

Die Frauenerwerbstätigkeit ist nicht notwendig? Ich zahl sicher nicht fürs Daheimbleiben von Irgendwem!

Re: Re: die vergangenheit grüßt

Das verlangt auch niemand. Aber wenn ein Ehemann Lust hat, für's Daheimbleiben seiner Frau zu bezahlen, dann geht das nur die beiden etwas an, aber weder den Staat noch Sie.

1 1

weg mit dem Sumpf der Pfründe- und Privilegienwirtschaft

. . . für eine christliche Arbeiterbewegung, eine Familienpartei für soziale Gerechtigkeit. Persönlichkeitswahlrecht.
anyway
http://www.aktion21.at/index.html?menu=182&id=1342#comments

0 0

es ist eine Zeitbombe!

unbeschäftigte jugendliche, die mehr Energie und auch aggressionspotential besitzen als wir alten, sind wirklich eine tickende Zeitbombe. mit recht. wäre ich jung, ich würde fast militant werden angesichts der zustände in dieser Welt. diese generation wird durch mangelnde Flexibilität und Schnelligkeit der Durchsetzung anstehender Reformen abgedrängt in Warteschleifen und teure Investitionen seitens der Gesellschaft und vorallem der Eltern in ihre Ausbildung gehen verloren. ich habe zwei meiner söhne nach ihrem Studium fast zwei Jahre lang durchgefüttert, bis sie einen job fanden.

Gast: Be-obachter
09.04.2012 20:22
2 1

Da ist ein Trick dabei:

lieber dasd Pensionsalter erhöhen als den Jungen Arbeit zu geben.
Wenn junge Menschen keine Arbeit haben, kriegen sie auch keine Arbeitslosenunterstützung, weil sie noch keinen Anspruch erworben haben. Und in die Pensionskasse zahlen sie auch nicht ein, also werden sie später auch keine Pension bekommen. Das hilft dem Staat Geld sparen.

 
12
AnmeldenAnmelden