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Argentinien will größten Ölkonzern teilverstaatlichen

17.04.2012 | 08:30 |   (DiePresse.com)

51 Prozent des Ölkonzerns YPF, der vom spanischen Repsol-Konzern kontrolliert wird, sollen enteignet werden.

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Argentinien will den größten Ölkonzern des Landes teilweise verstaatlichen. Laut einem Gesetzentwurf, den die Regierung in Buenos Aires am Montag vorlegte, sollen 51 Prozent der Anteile der Ölfirma YPF, die vom spanischen Repsol-Konzern kontrolliert wird, enteignet werden. Repsol bezeichnete die Entscheidung in einer ersten Reaktion als "illegal".

In einer Erklärung, die bei einem Treffen von Präsidentin Cristina Kirchner mit ihren Ministern und Gouverneuren verlesen wurde, wird YPF zum "öffentlichen Versorgungsunternehmen" erklärt. Die verstaatlichten Anteile sollen zwischen dem argentinischen Staat und den erdölfördernden Provinzen aufgeteilt werden. Die Regierung begründete die seit Wochen erwartete Enteignung von YPF, gegen die Spanien und die Europäische Union schon im Vorfeld scharf protestiert hatten, mit mangelnden Investitionen des Unternehmens.

Der Repsol-Konzern bezeichnete die Entscheidung als "klare Verletzung der vom argentinischen Staat bei der Privatisierung von YPF übernommenen Pflichten". Er kündigte zudem an, "alle juristischen Maßnahmen" ergreifen zu wollen, um seinen Börsenwert stabil zu halten und die Interessen seiner Aktionäre zu verteidigen. Der Handel mit YPF-Aktien wurde in New York nach einem Kurssturz ausgesetzt. Die US-Ratingagentur Fitch stufte das Unternehmen von "B+" auf "B" herab.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy berief in Madrid umgehend eine Dringlichkeitssitzung seines Kabinetts ein. Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo sagte danach, die argentinische Entscheidung schade dem "Klima der Freundschaft" zwischen beiden Ländern. Industrieminister Jose Manuel Soria sprach von einer "feindlichen Entscheidung". Eine Sprecherin von Rajoys konservativer Volkspartei PP kündigte eine "passende Antwort" Spaniens an.

Kirchner hatte von den argentinischen Ölfirmen verlangt, ihre Produktion hochzufahren, nachdem Argentinien im vergangenen Jahr etwa 9,4 Milliarden Dollar (rund sieben Milliarden Euro) für Ölimporte zahlen musste - 110 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. In den vergangenen Wochen hatte YPF bereits in 16 argentinischen Provinzen seine Zulassungen verloren.

 

(APA)

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3 Kommentare
Gast: beb8er
17.04.2012 19:41
0 0

Warum denn verstaatlichen?

ganz versteh ich hier was nicht! Die Ölfirma soll zum Ölfördern gezwungen werden ocer nicht? amders gefragt aus welchem Interesse heraus hat sie denn im letzten Jahr nicht gefördert? Wegeb dadurch vergrößertem Importzwang zu wesentlich höheren Preisen`? Oder??

Gast: pächter der wahrheit
17.04.2012 09:22
2 1

Jetzt schrillen im Grosskonzernenverband EU die Alarmglocken

Enteignung! Verstaatlichung! - Welch garstige Worte. Wo kommen wir denn da hin wenn die Staaten plötzlich eigenmächtig und in Ihrem Sinn Ihres Volks handeln?

Die Bürger der EU werden doch permanent still und heimlich über die Sparpakete und Rettungsschirme enteignet. Genauso wie bei den "Privatisierungen" der staatlichen Unternehmen.

Re: Jetzt schrillen im Grosskonzernenverband EU die Alarmglocken

Sie glauben doch nicht im Ernst, dass diese Enteigung "den Argentiniern" zugute kommt?!

Hobbyökonom