Wien/hie. Konkrete Zahlen gibt es keine – sagt die Wirtschaftskammer. Aber laut Branchenkennern gibt es in Wien etwa 40 Geschäfte, die sich auf Luxusschokolade spezialisiert haben. Zum Vergleich: In Brüssel sind es Schätzungen zufolge etwa 400. In Österreich, wo Krapfen und Topfenstrudel dominieren, ist Edelschokolade immer noch ein Nischenprodukt, sagt auch Herbert Schlögel, Obmann der Lebensmittelhändler in der Wirtschaftskammer Wien.
Einer, der diese Nische geschickt nützt, ist der Steirer Josef Zotter. Seine Schokoladen, die er mit Kirsche und Schweineblut, Erdäpfelwodka, aber auch mal ganz konventionell mit Haselnuss füllt, sind längst Klassiker. Zotter arbeitet auch ausschließlich mit Bioprodukten und kauft die Basisrohstoffe wie Kakao und Rohrzucker aus dem „fairen Handel“. Eigene Filialen hat er im steirischen Bergl, wo die Schokolade auch hergestellt wird, in Innsbruck und Salzburg. Zotter exportiert 45 Prozent seiner Produktion – unter anderem nach Deutschland, Belgien, Südkorea und Japan.
Bohemien am Spittelberg
Auch eher ausgefallen geht es Thomas Kovazh an: Er hat die Österreicher Zotter und Bachhalm im Sortiment, aber auch dänische Schokolade im Glas und Kakaonudeln aus Italien. Kovazh hat seinen Sitz am „bohemian Spittelberg“, wie er auf seiner Website schreibt, und das in Anlehnung an einen Artikel im „New York Magazine“, das Schokov schon gelobt hat. Auch im Schokoladeland Frankreich mag man den Österreich-Export: Der „Louis Vuitton City Guide“ nannte ihn „außergewöhnlich“.
Und auch Österreichs Spitzenköche mögen Schokolade: Ex-Coburg-Küchenchef Christian Petz tüftelte bis letzten Sommer in der Schokoladenmanufaktur Xocolat in der Servitengasse an neuen Trüffelsorten. Petz ist zwar nicht mehr an Bord – Xocolat gibt es aber noch: neben der Servitengasse in der Wiener Innenstadt auch in Baden und in Linz.
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