Deutsche Konzerne bieten Ratingagentur S&P die Stirn

Es ist beispiellos: Zwölf deutsche Konzerne lehnen sich gegen die weltgrößte Ratingagentur auf. Sie werfen Standard & Poor's Preistreiberei vor.

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(c) EPA (Justin Lane)

Zwölf deutsche Konzerne proben den Aufstand gegen die weltgrößte Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). In einem gemeinsam verfassten Brandbrief werfen sie S&P Preistreiberei vor, wie "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet. Der Vorwurf: Der aktuelle Gebührenvorschlag laufe "auf eine Verdopplung der Preise, wenn nicht sogar mehr" hinaus.

Der Brief wurde bereits vor einigen Wochen verfasst und ist beispiellos. Noch nie zuvor haben sich mehrere Konzerne gemeinsam gegen die Preispolitik einer Ratingagentur aufgelehnt.

"Einseitig festgelegte Gebührenordnung"

Damit sie am Markt zu guten Bedingungen Kapital aufnehmen können, benötigen Unternehmen und Staaten gute Ratings der drei großen Agenturen Standard & Poors, Moody's und Fitch, die rund 95 Prozent des weltweiten Bewertungsmarkts dominieren. Bislang wurden daher auch hohe Gebühren akzeptiert, schreibt "FTD". Einige Konzerne würden schon jetzt mittlere sechsstellige Beträge zahlen.

Die deutschen Konzerne stoßen sich vor allem an der Art und Weise, wie ihnen die Preiserhöhung vermittelt wurde. Bei dem neuen Preismodell handle es sich "um eine einseitig festgelegte Gebührenordnung", die "von den Kunden als Faktum hinzunehmen ist".

S&P weist Vorwürfe zurück

Ein S&P-Sprecher weist darauf hin, dass die Gebühren für europäische Konzerne durchschnittlich um weniger als fünf Prozent steigen werden. Allerdings gebe es bei einigen Großkonzernen "potenziell stärkere Erhöhungen".

Unterzeichnet haben den Brief die DAX-Konzerne Bayer, Continental, Daimler, Lufthansa, Deutsche Post, Eon, Henkel, Linde, RWE, Siemens und VW sowie der nicht börsennotierte Medienkonzern Bertelsmann.

(Red.)

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