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Soja- und Maispreise ziehen stark an

30.04.2012 | 16:58 |   (DiePresse.com)

Experten machen dafür die steigende Nachfrage in China und eine fallende globale Produktion wegen der Dürre in Lateinamerika verantwortlich.

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Steigende Preise für Agrarrohstoffe lassen neue Ängste vor einer Nahrungsmittelkrise aufkommen: Vor allem Soja und Mais haben sich zuletzt deutlich verteuert. Experten machen die steigende Nachfrage in China und eine fallende globale Produktion wegen Dürre und Ernterückgängen in Lateinamerika verantwortlich. Doch auch Finanzspekulanten dürften ihre Finger im Spiel haben. Händler erwarten, dass der Preisauftrieb anhält.

Sojabohnen kosteten in der vergangenen Woche so viel wie seit vier Jahren nicht mehr. Am Freitag durchbrach der Preis sogar die Marke von 15 US-Dollar (11,35 Euro) pro Scheffel (gut 27 Kilogramm). Einem Bericht der "Financial Times" (FT/Montag) zufolge rechnen Rohstoffhändler mit weiteren Anstiegen. Die Experten erwarten sogar, dass die Höchststände aus dem Sommer 2008 eingestellt werden. Damals war der Preis bis auf 16,63 Dollar gestiegen.

"Besonders für arme Länder problematisch"

Eine Preisexplosion bei Soja könnte jedoch verheerende Folgen für die weltweite Nahrungsmittelversorgung haben: Die Nutzpflanze findet breite Verwendung als Tierfutter in der Agrarwirtschaft und wird unter anderem als Salat- und Kochöl sowie Brat- und Backfett benutzt.

"Hohe Nahrungsmittelpreise sind besonders für arme Länder problematisch, die einen Großteil ihrer Nahrungsmittel importieren, wie die große Mehrheit der afrikanischen Staaten", erklärt Ralf Südhoff, Deutschland-Chef des UN World Food Programme (WFP). Wenn sich die Kosten für Importe erhöhten, werde es für diese Länder schwieriger, ihre Bevölkerung zu ernähren. "Viele Haushalte in Entwicklungsländern geben ohnehin 60 bis 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus - steigende Preise haben deshalb dramatische Konsequenzen."

Spekulanten sind mitverantwortlich

Thilo Bode, Chef der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch, macht Spekulanten an den Finanzmärkten mitverantwortlich für die Entwicklung: "In den vergangenen Jahren ist massiv Geld in Agrarrohstoffe geflossen", sagte Bode im "Handelsblatt" (Montag). Seit dem Jahr 2000, als die Politik die Rohstoffterminbörsen für Investoren geöffnet hat, habe sich das Kapital am Terminmarkt von 15 Milliarden auf 600 Mrd. Dollar erhöht. "Das hat zu Preisblasen und phasenweise höheren Lebensmittelpreisen geführt."

Nach Einschätzung von Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank, ist auch der Preisanstieg der vergangenen Wochen maßgeblich auf "spekulative Finanzanleger" zurückzuführen. Die Kontrakte auf anziehende Preise hätten den zwölften Wochenanstieg in Folge markiert und ein Rekordhoch erreicht. Damit habe sich jedoch "ein beträchtliches Korrekturpotenzial aufgebaut".

Auch Maispreis steigt rasant

Auch der Maispreis hat zuletzt rasant zugelegt: Am Freitag stiegen die Notierungen an der weltgrößten Terminbörse CBOT in Chicago um fast fünf Prozent, nachdem das US-Landwirtschaftsministerium mit 1,56 Mio. Tonnen den größten Verkauf von US-Mais an einem einzigen Tag seit 1991 bestätigt hatte. Der Großteil davon bezieht sich laut Commerzbank-Experte Weinberg auf die neue Ernte, für die zwar ein Rekordwert erwartet wird. Trotzdem zeigt der große Abverkauf bereits im Vorfeld, wie stark zurzeit die Nachfrage nach Agrarrohstoffen ist.

(Ag.)

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9 Kommentare

Blödsinn!

Der grüne Biosprit-Wahn

ist verantwortlich für die massive Verteuerung

von Nahrungsmitteln und Hunger in Lateinamerika!

Die faymannsche logik: Die spekulanten sind schuld!

Das leben kann so einfach sein!
an allem sind die mysteriösen spekulanten schuld
an der schuldenkrise
an der wirtschaftskrise
an den steigenden lebensmittelpreisen
und an den steigenden treibstoffpreisen sowieso!

Der spekulant ist ein gutes feindbild, denn er ist so schön difus, man muss sich also nie den vorwurf der verhetzung gefallen lassen, weil sich eh keiner angesprochen fühlt und sich daher nie jemand aufregt!

aber schauen wir uns einmal die sache genauer an:

1) in deutschland werden derzeit 10% der kfz kraftstoffe aus pflanzen hergestellt, wodurch enorme anbauflächen die zur lebensmittelproduktion genutzt werden könnten verloren gehen

2) Die 2mrd einwohner chinas und indiens werden von tag zu tag wohlhabender, damit steigt automatisch der fleischkonsum an, wodurch sich der bedarf nach futtermitteln und somit der preis ua für mais und soja erhöht, selbiges gilt natürlich auch für die einwohner der anderen boomenden schwellenländer wie z.b brasilien

3)EZB,FED, und diverse andere kleinere notenbanken, fluten seit 2008 regelmäßig die märkte mit frisch gedruckten geld

Die 3 faktoren machen sicherlich den absoluten löwenanteil der preissteigerungen aus, denn fakt ist der globale lebensmittelhandel ist derart umsatzstark, dass diverse investmentbanken und andere spekulanten gar nicht das kapital haben den preis langfristig zu beeinflussen!

die Geldentwertung hat

mit der Teuerung natürlich nix zu tun...

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Der Betrug schlechthin - und alle schauen zu ...


An den Rohstoffbörsen wird ein Vielfaches der Mengen gehandelt, die überhaupt rund um den Globus produziert werden können = es werden praktisch fiktive Waren gehandelt. Die Dealer verdienen sich blödsinnig, die Konsumenten der tatächl. am Markt vorhandenen Mengen bezahlen die Gewinne.

Alles gemeiner Betrug, sonst nichts.


Antworten Gast: Halbwissen
01.05.2012 17:37
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Re: Der Betrug schlechthin - und alle schauen zu ...

Bevor Sie über Rohstoffspekulation schreiben sollten sie sich Informieren wie das Geschäft funktioniert !

Gast: b754
30.04.2012 18:38
3 1

die neoliberalen massenmörder in aktion


Antworten Gast: Tempa
01.05.2012 09:43
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Re: die neoliberalen massenmörder in aktion

Die wirklichen Massenmörder waren Stalin, Mao und Co.:
"Dokumente aus dem ukrainischen Archiv belegen, worauf viele Historiker und Überlebende seit Jahren hingewiesen haben: Die Hungersnot wurde von Stalins Regime aus Moskau regelrecht organisiert und von lokalen Aktivisten - gekauften armen Ukrainern - ausgeführt, um den Widerstand der ukrainischen Bauern gegen die Zwangskollektivierung und drohende Enteignung zu brechen."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,458006,00.html

"In vielen Fällen allerdings meldeten die örtlichen Kader die mageren Ernten gar nicht erst nach oben, da sie ihre »Rote Fahne« nicht verlieren wollten. Guten Gewissens hielten daher viele Funktionäre des staatlichen Aufkauf-Monopols an den hohen Zwangsablieferungen fest.
...
Also wurde die Miliz in die Dörfer und Kommunen geschickt, um die festgelegten Mengen einzutreiben. Sie nahm, was da war. Maos Paladin Deng Xiaoping hatte ihr eingeschärft, so hart vorzugehen, »als ob wir uns im Krieg befänden«.
http://www.zeit.de/2012/17/Riesenreich-China/seite-4

Was wirklich problematisch ist, sind fehlende Programme zur Bevölkerungsentwicklung zB im arabischen Raum.
Mehr Menschen,mehr Bedarf an Lebensmittel. Wobei der Bedarf in den nächsten Jahrzehnten der Bedarf immens steigen wird.Aber gerade Politiker des linken Spektrums wollten eigentlich der europäischen Landwirtschaft immer die Förderungen entziehen.

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Re: Re: die neoliberalen massenmörder in aktion


Leider alles viel dramatischer:

Die Börsen und Spekulanten regieren die Wirtschaft- haben Sie das noch nicht gecheckt??? Da könne Sie here und verantwortungsbewußte Pläne und Programme haben wie Sie wollen - so lange Börsen und Spekulanten global den Preis für Rohstoffe bestimmen = ein einziger Preis für A L L E auf der Erdkuge = ALLE ZAHLEN die Gewinne einer Handvoll Spekulaten ...

Alleine das ist das zu lösende Problem - der Rest ist im Vergleich dazu Routine.


Antworten Antworten Antworten Gast: Tempa
01.05.2012 16:33
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Re: Re: Re: die neoliberalen massenmörder in aktion

Zuwachs der Weltbevölkerung:

pro Jahr: 82.947.000 Menschen
pro Tag: 227.252 Menschen
pro Minute: 158 Menschen
pro Sekunde: 2,6 Menschen

Die Weltbevölkerung umfasste beim Jahreswechsel 2011/12 rund 7,01 Milliarden Menschen.
Die UNO erwartet bei mittlerer Projektion bis 2025 8,0 Milliarden und bis 2100 10,1 Milliarden Menschen.

Die simple Rechnung:
Mehr Menschen, mehr Bedarf an Nahrung.
Höherer Entwicklungsstand in Schwellenländern,grösserer Bedarf an Lebensmittel.Viele Chinesen geben sich schlicht nicht mehr mit der legendären Schüssel Reis pro Tag zufrieden. Grösserer Bedarf an Wohnraum, Infrastruktur etc für eine zahlenmässig mehr werdende Bevölkerung mit grösseren Ansprüchen.32 000 Hektar Ackerland
gingen alleine durch den Bau des Drei-Schluchten-Damm's verloren.
Eine Mrd. mehr Menschen mehr in relativ kurzer Zeit mehr machen mir weit grössere Sorgen als Spekulanten, die es schon immer gab.

Hobbyökonom