Spekulation mit Nahrung – Allianz im Kreuzfeuer der Kritik

Der deutsche Versicherungskonzern wettet mit hohen Einsätzen auf steigende Nahrungsmittelpreise, kritisiert die Hilfsorganisation Oxfam.

Noch gut auf den Halmen steht  am Mittwoch, 11. Juli 2007, Getreide der Sorte Triticale, eine Kreuzun
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Noch gut auf den Halmen steht  am Mittwoch, 11. Juli 2007, Getreide der Sorte Triticale, eine Kreuzun
(c) AP (Winfried Rothermel)

Ein Bericht der Organisation Foodwatch sorgte im Vorjahr für Aufregung: Er wies auf den Zusammenhang zwischen Spekulation mit Nahrungsmitteln und Hungersnöten. Erst vor wenigen Monaten stand die Deutsche Bank als Nummer fünf im globalen Rohstoffhandel am Pranger - und reagierte prompt darauf.

Jetzt steht der deutsche Versicherungskonzern Allianz im Kreuzfeuer der Kritik. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet unter Berufung auf einen Bericht der Hilfsorganisation Oxfam, dass die Allianz wie kein zweites deutsches Unternehmen an den Warenterminbörsen mit Nahrung handelt. In fünf Fonds setze das Unternehmen demnach auf steigende Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse, insbesondere über die zum Konzern gehörende Kapitalanlage-Gesellschaft Pimco.

"Mit Essen spielt man nicht"

Der Studie zufolge habe die Allianz 2011 mehr als 6,2 Milliarden Euro in solche Fonds investiert, berichtet die "Süddeutsche" weiter. Das ist ein beträchtlicher Anteil, wenn man bedenkt, dass Analysten schätzen den Globalen Markt auf rund 70 Milliarden Euro schätzen. Solche Geschäfte trieben Nahrungspreise hoch und verschärften so Hungerkrisen, kritisiert Oxfam. "Mit Essen spielt man nicht", lautet der Appell der Organisation.

"Ein Ausstieg steht zurzeit nicht zur Debatte", sagte ein Allianz-Sprecher sagte zur "Süddeutschen". Ursachen der hohen Nahrungsmittelpreise seien vor allem Bevölkerungswachstum, Klimawandel, politische Krisen oder Biosprit - und nicht der Derivatehandel.

(Red.)

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