19.05.2013 01:55 Merkliste 0

Airport Berlin: Chefplaner schrieb nebenbei Dissertation

11.05.2012 | 12:23 |   (DiePresse.com)

Neue Aufregung um die verpatzte Eröffnung des neuen Flughafens Berlin: Der Chefplaner widmete sich in der heißen Bauphase seiner Doktorarbeit.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Aufregung am Dienstag war groß: Der Vorstand des neuen Flughafens Berlin Brandenburg gab bekannt, dass der Airport nicht wie geplant am 3. Juni eröffnen wird. Die offizielle Begründung sind Sicherheitsbedenken an der Brandschutzanlage. Insider sagen, dass es weitaus größere Probleme gebe (mehr dazu ...).

Nun behaupten böse Zungen, dass der Chefplaner in der heißen Bauphase wohl etwas abgelenkt war. Der Grund: Manfred Körtgen legte mehreren Medienberichten zufolge am 29. April 2010 an der Universität Kassel die mündliche Prüfung für seine Promotion ab. Die Arbeit sei während seiner Berufstätigkeit ab 2003 entstanden, schreibt Körtgen im Vorwort zu seiner 2010 elektronisch publizierten Dissertation. Das Thema: "Optimierungsansätze zur prozessorientierten Abwicklung komplexer Baumaßnahmen unter Einsatz neuer Informations- und Kommunikationssysteme".

Flughafen Berlin: ''Europas modernster Airport''

Alle 16 Bilder der Galerie »

Körtgen hatte 2004 den Bereich Planung und Bau des Flughafens übernommen, 2008 wurde er Geschäftsführer. Auf 200 Seiten erklärt er in seiner Doktorarbiet, wie man komplexe Baumaßnahmen "schneller und kostengünstiger abwickelt". Bei der Uni Kassel gab es  dafür ein "sehr gut", berichtet die "Bild"-Zeitung. Ob er mit seinem Flughafen-Projekt auch so gut abschneidet, ist fraglich.

Der Flughafen wollte noch keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben. Ein nicht namentlich genannter Flughafen-Manager übte im "Tagesspiegel" aber bereits scharfe Kritik: "Mir ist es schleierhaft, wie man es schaffen will, ein so komplexes Projekt wie den Bau des Flughafens mit einer Promotion zu verbinden".

(Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

7 Kommentare

Fail

Man kann es drehen und wenden wie man will: Fail.

Gast: ASVG-Sklave
11.05.2012 15:10
1 0

das ist eine Neid-Diskussion

Selbst der Chefplaner ist ein Arbeitsnehmer, ob er nebenbei eine MBA-Thesis oder eine Dissertation schreibt, geht dem Arbeitsgeber nichts an. Absolut nicht, das nach dem österreichischen Arbeitsrecht muss er dem Arbeitsgeber gar nicht informieren, genau ob er ein Buch schreibt. Es gibt keine Unvereinbarkeitsklausel. Wenn er nebenbei eine Beratungstätigkeit seines Branch nach geht, muss er die Genehmigung seines Chef einholen.
Ich denke, das ist eine Neid-Diskussion. Die Rechtslage ist eindeutet. Luppenrein.

Antworten Gast: Herbert E9H
11.05.2012 18:26
0 0

Vorstände sind Angestellte?

Das wäre neu. Oder Sie kennen sich nicht aus ...

Antworten Gast: Tranmar
11.05.2012 18:24
0 0

Arbeitnehmer? Wieso?

Projektmanager sind üblicherweise Selbständige und werden auf Prämienbasis bezahlt. Oder glauben Sie, dass sonst auch nur ein Großprojekt fertig werden würde ..... und glauben Sie mir, wenn man den Job des Projektmanagers enst nimmt hat man nicht mal Zeit, regelmäig aufs Klo zu gehen ....

Antworten Gast: Jusler
11.05.2012 16:59
0 1

Re: das ist eine Neid-Diskussion

Ganz so einfache ist das nicht.
Gemäß §242 BGB (Treu und Glauben) können bei vorliegen dringender betrieblicher Gründe uU Überstunden angeordnet werden.
Dies insbesondere, da es sich beim Chefplaner, ja um ein höheres Management handelt und die Kosten für einen verspäteten Fertigstellungstermin angeblich mehrere Millionen pro Tag betragen.

Gast: Ggrufti
11.05.2012 14:04
2 0

Annahme

Ich nehme mal an, dass auch ein Chefplaner eine gesetzlich geregelte Arbeitszeit hat, ausserhalb derer er tun ujd lassen kann, was er will. Vermutlich sind hier die Plagiatsjaeger gruendlich auf Grund gelaufen.

Wahrscheinlich hatte der Verantwortliche

dieselben "Berater" wie beim österreichischen Skylink.

Hobbyökonom