Die Aufregung am Dienstag war groß: Der Vorstand des neuen Flughafens Berlin Brandenburg gab bekannt, dass der Airport nicht wie geplant am 3. Juni eröffnen wird. Die offizielle Begründung sind Sicherheitsbedenken an der Brandschutzanlage. Insider sagen, dass es weitaus größere Probleme gebe (mehr dazu ...).
Nun behaupten böse Zungen, dass der Chefplaner in der heißen Bauphase wohl etwas abgelenkt war. Der Grund: Manfred Körtgen legte mehreren Medienberichten zufolge am 29. April 2010 an der Universität Kassel die mündliche Prüfung für seine Promotion ab. Die Arbeit sei während seiner Berufstätigkeit ab 2003 entstanden, schreibt Körtgen im Vorwort zu seiner 2010 elektronisch publizierten Dissertation. Das Thema: "Optimierungsansätze zur prozessorientierten Abwicklung komplexer Baumaßnahmen unter Einsatz neuer Informations- und Kommunikationssysteme".
Körtgen hatte 2004 den Bereich Planung und Bau des Flughafens übernommen, 2008 wurde er Geschäftsführer. Auf 200 Seiten erklärt er in seiner Doktorarbiet, wie man komplexe Baumaßnahmen "schneller und kostengünstiger abwickelt". Bei der Uni Kassel gab es dafür ein "sehr gut", berichtet die "Bild"-Zeitung. Ob er mit seinem Flughafen-Projekt auch so gut abschneidet, ist fraglich.
Der Flughafen wollte noch keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben. Ein nicht namentlich genannter Flughafen-Manager übte im "Tagesspiegel" aber bereits scharfe Kritik: "Mir ist es schleierhaft, wie man es schaffen will, ein so komplexes Projekt wie den Bau des Flughafens mit einer Promotion zu verbinden".
(Red.)





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