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JP Morgan krempelt Chefetage um

14.05.2012 | 17:37 |   (Die Presse)

Nach dem Verlust von zwei Milliarden Dollar muss die Spitzenbankerin Ina Drew gehen. Berichten zufolge könnte gleich das ganze Londoner Büro geschlossen werden. Davon betroffen wären „einige Dutzend“ Mitarbeiter.

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Wien/Ag./Weber. Finanziell gesehen sind die zwei Milliarden Dollar, die die US-Großbank JP Morgan Chase in den vergangenen Wochen in den Sand gesetzt hat, verkraftbar. „Wir werden dieses Quartal trotz allem eine Menge Geld verdienen“, berichtete CEO Jamie Dimon am Wochenende in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC. Zwar dürfte die „Corporate“-Sparte, die den Verlust verursacht hat, für den Zeitraum zwischen April und Juni einen Verlust von 800 Mio. Dollar ausweisen. Insgesamt werde die größte Bank der Vereinigten Staaten aber noch einen Gewinn von etwa vier Mrd. Dollar verbuchen, so Dimon.

Dennoch hat der gigantische Verlust, den die Londoner Investmentsparte mit Derivategeschäften verursacht hat, weitreichende Konsequenzen. Am Montag gab JP Morgan den Rücktritt von Ina Drew bekannt. Sie war Geschäftsführerin des „Chief Investment Office“ (CIO), wie das Londoner Büro offiziell heißt. Die 54-Jährige hatte sich 30 Jahre lang in dem Unternehmen nach oben gearbeitet. Zum Schluss war sie eine von zwei Frauen in der Chefetage der Bank.

Von Insidern wird sie als jemand beschrieben, der bereitwillig große Risken einging. Dennoch sei sie „sehr unauffällig“ gewesen, „verglichen mit den Verrückten, die man sonst in den Handelsabteilungen findet“, sagte Mark Schneiderman, der früher in der Personalabteilung von JP Morgan arbeitete. Pflichtveröffentlichungen zufolge verdiente sie im Vorjahr etwa 14 Mrd. Dollar.

Das „Wall Street Journal“ berichtete am Wochenende von drei Entlassungen. Demnach müssten neben Drew noch zwei weitere Mitglieder ihres Teams den Hut nehmen. Neuer Chef des CIO wird Matt Zames, momentan Koleiter des Anleihengeschäfts in der Investmentbank und Leiter der Kapitalmärkte in der Hypothekenbankensparte.

Was wusste Dimon?

Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge könnte gleich das komplette Londoner Büro vor dem Aus stehen. Davon betroffen wären „einige Dutzend“ Mitarbeiter. Offiziell hieß es von JP Morgan lediglich, man prüfe, ob einer der Mitarbeiter der Sparte versucht habe, Risken zu verschleiern. Bislang gebe es aber keine Anzeichen dafür.

Wie genau ein so großer Schaden entstehen konnte, ist immer noch nicht ganz klar. Eigentlich ist die Londoner Sparte dafür verantwortlich, die Risken der Bank abzusichern. Dabei hat sie sich offenbar mit Kreditausfall-Versicherungen verspekuliert. Solche Papiere hatten schon 2008 für viel Aufregung gesorgt.

Unklar ist auch, inwieweit der Wall-Street-Star Dimon in die Geschäfte eingeweiht war. Informationen von Bloomberg zufolge soll der CEO täglich Berichte über Gewinne und Verluste des „Chief Investment Office“ erhalten haben. Am Wochenende übte er sich in Demut: „Wir wissen, dass wir nachlässig waren, wir wissen, dass wir dumm waren, wir wissen, dass es an Urteilsvermögen mangelte“, sagt er gegenüber NBC.

Für die gesamte Bankenwelt kommt der Handelsskandal zur Unzeit. „Das ist eine ziemlich unglückliche Zeit für so einen Fehler“, räumte auch Dimon selbst ein. Denn in Washington wird momentan über die Verabschiedung der sogenannten „Volcker-Rule“ verhandelt. Die nach dem früheren US-Notenbankchef Paul Volcker benannte Regel verbietet es Banken, mit dem eigenen Geld zu spekulieren. Ausgerechnet der JP-Morgan-Chef war bislang der lauteste Kritiker des Gesetzesvorhabens. Der Kongressabgeordnete Barney Frank erklärte am Samstag, es sei nun um „zwei Mrd. Dollar schwerer geworden, gegen die neuen Regeln zu argumentieren“.

Anleger reagieren nervös

Auch an der Börse sorgte der Verlust für Aufregung. Am Freitag gaben die Aktien von JP Morgan mehr als neun Prozent ab. Auch Morgan Stanley, Goldman Sachs und Citigroup mussten Verluste hinnehmen. Die Nervosität hielt auch am Montag noch an: JP Morgan setzte den Abwärtstrend fort, zur Eröffnung der New Yorker Börse lag das Papier erneut mit zwei Prozent im Minus. Am Freitag hatte die Ratingagentur Fitch das Institut noch eine Stufe heruntergestuft. Die Agentur begründete dies mit den Risken, die mit dem Verlust verbunden seien, etwa für den Ruf und die Führung der Bank.

Auf einen Blick
Ina Drew ist das erste offizielle Opfer des immensen Spekulationsverlusts von zwei Mrd. Dollar, den ihre Sparte in den vergangenen Wochen verursacht hat. Die 54-Jährige arbeitete 30 Jahre lang für JP Morgan und galt als eine der mächtigsten Frauen der Wall Street. Sie dürfte aber nicht die Letzte sein, die ihren Hut nehmen muss. Berichten des „Wall Street Journal“ zufolge müssen noch zwei Mitglieder ihres Teams gehen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg will indes von einem Insider erfahren haben, dass gleich das ganze Londoner Büro zur Disposition steht. Davon betroffen wären „einige Dutzend“ Mitarbeiter des „Chief Investment Office“.

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28 Kommentare
 
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Gast: trader1
15.05.2012 14:05
0 0

und ?

long oder short ? noch immer keine position ?
das ist halt der unterschied, zu einem politiker, einem universitätsprofessor und sonstigen leuten die zu feig sind ihr eigenes geld einzusetzen und statt dessen immer nur gross daherreden :-)

Antworten Gast: Hudriwudri
15.05.2012 15:21
0 0

Re: und ?

Diese Investmentbanker haben auch nicht ihr eigenes Geld verjuxt.

Antworten Antworten Gast: trader1
15.05.2012 17:01
0 0

Re: Re: und ?

lieber hudriwudri :-) .. es interessiert niemand ob herr hudriwudri oder herr trader1 jetzt die wallstreet oder die ina drew verurteit, weil weder die wallstreet noch die ina drew überhaupt wissen dass es uns gibt :-):-)
aber es könnte für ihr bankkonto ganz ok sein, wenn sie sich für die wirklich wichtigen dinge ..wie wo könnte der kurs in der nächsten zeit sein, interessieren würden :-):-)

0 0

Frage:

Wie bekommt man die verzockten 2 Mrd. wieder rein?
Antwort: In dem man noch mehr zockt!

Ja, die Finanzwirtschaft - der Sargnagel der Realwirtschaft.

Gehaltskürzung

Wenn Ina Drew angeblich 14 Milliarden verdient, kann sie der Bank ja den Verlust aus eigener Tasche zahlen.

Re: Gehaltskürzung

denke, da hat ein redakteur millionen gemeint.....

Wie geht denn das?

Und ich dachte immer, wenn mehr Frauen in Führungspositionen kämen, würde alles super, weil die sind ja viel besser und so...

Bankerin...

Offensichtlich bauen Frauen genauso Mist, wie Machos. Aber Hauptsache, sie sind Frauen...

Antworten Gast: Trollblume
14.05.2012 22:20
0 1

Re: Bankerin...

vollkommen sinnfreies postin! was hat das bitte damit zu tun, ob das ein mann oder eine frau ist!? sind alles aasgeier!

Gast: gast333
14.05.2012 17:27
1 1

Iksil, der französische Händler von JPM in London

Auffallend viele Franzosen bescheren den Banken Verluste (5 Milliarden, Kerviel-Societe Generale).

Investmentbanking kann nicht jeder und sollte den Angelsachsen überlassen werden.
Gut, ein paar Inder kann man auch dazumischen.

1 0

Re: Iksil, der französische Händler von JPM in London

Stimmt, Lehmann war ja praktisch auch eine Hochburg der Franzosen;-)

Antworten Gast: trader1
14.05.2012 19:18
0 0

Re: Iksil, der französische Händler von JPM in London

. ich ziehe französische investmentbankerinen vor.:-)

Antworten Antworten Gast: Mehr Sex
14.05.2012 19:53
1 0

Ich ziehe Debrahlee Lorenzana vor.

Diese wurde von Citibank gefeuert, weil sie zu sexy war.
Ich meine, sexy sein sollte kein Diskrimierungsgrund sein...

http://www.youtube.com/watch?v=E8m_9HEKHNc

Antworten Antworten Antworten Gast: trader1
15.05.2012 22:11
0 0

Re: Ich ziehe Debrahlee Lorenzana vor.

aber weil wir schon bei schönen frauen sind ... und sehr gesund ist es noch dazu :-)

http://www.youtube.com/watch?v=ri8PjNh_4Q8&feature=relmfu

Antworten Antworten Antworten Gast: trader1
15.05.2012 00:32
0 0

Re: Ich ziehe Debrahlee Lorenzana vor.

sehr hübsch .. und sie scheint auch wirklich nett zu sein ... die optimale kollegin eben ...

Gast: EZB
14.05.2012 15:56
1 1

In nur sechs Wochen verspielten sie zwei Milliarden Dollar.

Ein Italiener könnte das auch an einem Tag schaffen.

Gast: YT!
14.05.2012 15:11
0 1

was sind schon 2Mrd.

Die Grruppe um Ina Drew verwaltete ca. 390Mrd. $ - was sind da schon 2Mrd. $ verlust? nicht einmal 1% ... warum also die ganze Aufregung?

Ich übernehme die Verantwortung und nehme das Geld

... ist keine Entschuldigung.

Ich hoffe, dass diese Manager zur Verantwortung gezogen werden, und ihnen die Hosen aus.

Es wäre eine Example für die Deutschen-Bank-Manager, die in nächster Zeit in der "Zeitung" stehen werden.

Über was ich froh bin: Offensichtlich hat sich die Bank an der Stabilität des Euros die Zähne ausgebissen.
Irritiert vielleicht ein bißchen, aber scheint passiert zu sein.

Gast: trader1
14.05.2012 12:12
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nebenbei .

de drop der letzten woche hat ungefähr 15 Mrd USD marktkapitalisierung gekostet .. die verluste selbst liegen zwischen 2 und 4 Mrd USD .....
also was jetzt :-):-)?

Re: nebenbei .

ja gut selbst schuld wer da eingestiegen ist, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen ;)

Antworten Antworten Gast: trader1
14.05.2012 19:21
0 0

Re: Re: nebenbei .

na gehns ... ich habe doch gemeint wer heute beim open die nerven hat long zu gehen ?, .. ist doch nicht so schlecht 1% plus in zwei stunden :-):-):-)

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Re: nebenbei .

Was heisst "gekostet"?

Gast: Beno
14.05.2012 10:02
0 1

--

Na hoffentlich wird nicht europäisches Geld mit einem Trick. hier durch us-Banken kassiert.
USBanken lassen jeden übrdie Klinge springen,sogardie eigenen Leute

0 1

Interessant ist,

dass dieser "Skandal" die US- Bankaktien im Allgemeinen gar nicht belastet hat.

Die europäischen Bankaktien sind ohnehin schon lange unter Wasser.


Gast: nestbeschmutzer
14.05.2012 07:34
0 1

Wer cashed hier ab?

Was mich immer - und auch viele Presse Poster- interessieren würde, wäre das Wissen, wer denn von diesen Verlusten profitieren würde. Zwei Milliarden, die lösen sich ja auch nicht so einfach in blauen Rauch auf. Irgendjemand cashed hier ja odentlich ab. Oder sind die Morganleute so blöd, dass die mit den Geldscheinen ihre Morgenzigarre (!) anzünden????

Antworten Gast: jpmm
14.05.2012 12:34
0 1

Re: Wer cashed hier ab?

Angeblich sollen Hedgefonds auf die riesigen Positionen von JPM aufmerksam geworden sein und dagegen gehalten haben.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/fragen-ueber-fragen-zu-jp-morgan_1.16881286.html

 
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