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Banker-Boni: EU-Gesetz naht

15.05.2012 | 18:21 |  Von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Das Europaparlament bringt bei der Reform der Bank-Kapitalregeln mit der Forderung nach Gehaltsregeln und einer Frauenquote von 33 Prozent die Finanzminister unter Zugzwang.

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Brüssel. Kein Bankmanager soll in Europa einen Bonus verdienen, der höher ist als sein Grundgehalt: Mit dieser Forderung tritt das Europäische Parlament in Verhandlungen mit den 27 Finanzministern um die Verschärfung der Eigenkapitalregeln für rund 8300 europäische Banken. Doch während die Minister sich am Dienstag in Brüssel erst im zweiten Anlauf und nur durch die Aufnahme etlicher Ausnahmen für die britischen Banken auf eine gemeinsame Position einigen konnten und dabei zahlreiche wichtige Detailfragen noch gar nicht behandelten, sind sich die politischen Parteien im EU-Parlament in seltener Harmonie einig: Ohne gesetzliche Regeln für die erfolgsabhängige Bezahlung von Bankern, ohne eine Beschränkung der Handlungsfreiheit von „Schattenbanken“ und ohne Erleichterungen für die Kreditvergabe an kleine und mittelgroße Betriebe kann es für Europas Banken nicht weitergehen.

„Ich habe es satt, Leuten wie Josef Ackermann dabei zuzuhören, wie sie sagen, dass wir mit unseren Vorschlägen die Wirtschaft killen. Was wir killen, ist in Wirklichkeit eine räuberische Art und Weise, Banken zu führen“, sagte der belgische Grüne Philippe Lamberts. Ackermann, der scheidende Vorstandschef der Deutschen Bank, hatte Vorschläge zur Regulierung der Vorstandsgehälter in der Finanzbranche stets scharfzüngig kritisiert.

 

Fekter für Solidaritätszuschlag

Das Parlament möchte aber nicht nur die Höhe der Boni begrenzen. Es möchte auch verhindern, dass Banker Erfolgszahlungen bloß deshalb einstreifen, weil sie mit billigen Krediten von der Europäischen Zentralbank höher verzinste Wertpapiere kaufen und damit leichte Gewinne erzielen.

Allerdings zeichnet sich schon jetzt ab, dass Rat und Parlament um die Bankerentlohnung besonders hart streiten werden. „Die Boni-Regelung wird sicher ein Thema in den Verhandlungen mit dem Rat“, sagte Othmar Karas von der ÖVP, der als Berichterstatter für dieses Gesetzespaket verantwortlich war. Zur Erinnerung: Rat und Parlament sind gleichberechtigte Gesetzgeber in diesem Dossier, das aus einer Richtlinie und einer Verordnung besteht und die sogenannten „BaselIII“-Vorgaben über die Eigenkapital- und Liquiditätsregeln für Banken in europäisches Recht einführen soll.

Österreichs Finanzministerin, Maria Fekter (ÖVP), reagierte am Dienstag kühl auf den Vorstoß: „Eine gesetzliche Regelung ist nicht zwangsläufig notwendig.“ Sie verwies auf den österreichischen „Solidaritätszuschlag“ für Besserverdiener. Diese Sondersteuer berührt allerdings verteilungspolitische Fragen. Das Argument für gesetzliche Höchstgrenzen von Bonuszahlungen lautet demgegenüber, dass zu hohe Boni für die Erreichung zumeist willkürlich festgelegter Erfolgskriterien einen Anreiz zu riskantem Verhalten der Manager liefern.

Doch die Managerbezüge sind nicht der einzige Zankapfel, der das Inkrafttreten dieses Gesetzespakets über den geplanten Termin Anfang 2013 verzögern könnte. Das Parlament fordert auch eine verpflichtende Frauenquote von 33Prozent für die obersten Führungsebenen. Hier ist Fekter deutlich aufgeschlossener: „Ich unterstütze alles, was Frauen in ihrer Karriere unterstützt.“ Sie halte es mit der EU-Justizkommissarin Viviane Reding, die stets zu sagen pflegt: „Ich mag Quoten nicht. Aber sie wirken.“

 

Großbritannien stimmt zu

Die Finanzminister konnten am Dienstag ihren britischen Kollegen, George Osborne, im zweiten Anlauf davon überzeugen, dem grundsätzlichen Rahmen für die Einführung von speziellen Eigenkapitalpuffern für systemisch wichtige Banken zuzustimmen. Wie berichtet, war die erste Verhandlung der Minister vor zwei Wochen in einen 16-stündigen Gesprächsmarathon entgleist, weil Osborne es den britischen Finanzmarktaufsichtsbehörden erlauben wollte, in Eigenregie höhere Kapitalregeln für britische Banken einzuführen. Am Dienstag einigten sich die Minister auf ein System mit allerlei Ausnahmeregeln, innereuropäischen Verständigungspflichten und Einspruchsrechten.

Der Finanzministerrat brachte auch eine neue Debatte um das Bankgeheimnis, das es in der EU nur mehr in Österreich und Luxemburg gibt. Doch Fekter lehnte hier Änderungen kategorisch ab.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2012)

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14 Kommentare

Umgehen leicht gemacht

Werden halt wichtige Leute über Briefkastenfirmen auf kleinen, liberalen Inseln angestellt, schon fallen sie nicht mehr in die Regel hinein.

Gast: gast45
16.05.2012 09:59
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na dann :-)

kein poliitiker und kein beamter soll mehr als das doppelte des durchschnittslohnes im jeweiligen lande verdienen .. warum ? .. weil sie ja alle diener des volkes sind und da ja bekanntlich alle bürger gleich sind, ist selbstverständlich kein politiker und beamter mehr als das doppelte jedes einzelnen bürgers wert ...
ich bin schon sehr gespannt, wann dieser logisch begründete und richtige vorschlag im EU-parlament diskutiert wird :-):-):-):-)

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Kein Mann

ist zehnmal besser als der Durchschnitt. Deshalb sollte das in den Bezügen merkbar sein.

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Na schoen

wenn Boni das Grundgehalt nicht uebersteigen duerfen, steigert man halt das Grundgehalt oder sonst einen Aspekt des Vertrages. Was fuer eine praepotente Willkuer der FU, einzelne private Unternehmen in derartigen Details regulieren zu wollen - heute gehts gegen boese Banker , morgen gegen dich.

Na eh schon.

Da bin ich aber beruhigt - und das wird ganz sicher diese Gauner bremsen. Wuhahah.
Das einzige was hilft ist:
Verhaften, enteignen, einbuchten - oder ggf. an die Wand mit den Gaunern.
PUNKT
Wer das grausam findet, der sollte sich jetzt einmal überlegen, wieviele Menschen deren Zockerei bereits das Leben ruiniert hat - weil der Staat ihre Gesundheitsversorgung nicht mehr zahlen kann, oder deren Ausbildung etc...
Ganz abgesehen davon, was diese Bagage in Russland, Afrika, Südostasien angerichtet hat und wieviele Leichen dort ihre Börsenkurse pflasterten.

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Re: Na eh schon.

Banken sind Unternehmen und nicht da zur Dauerfinanzierung budgetaer unverantwortlicher Regierungen oder zur Fortpaeppelung sonstiger Kreditnehmer. Wer sich nicht mehr ausborgt als er zurueckzahlen kann, hat mit Banken kein Problem.
Wer sein Geld den Banken zur Spekulation ueberlaesst, tut das aus eigenem Risiko und eigener Gier. Der Verbrecher hier ist der Staat der Grossbanken erwirtschaftete Verluste aus oeffentlichem Gut ausgleicht.

Nieder mit diesem Hass gegen Banken der von eigenem Risikoverhalten und Regierungsunfaehigkeit ablenkt. I LOVE MY LOCAL BANKSTER !

Ach ja - Literaturtipps für sie

Naomi Klein - Die Schock Strategie
und wenn ihnen das zu dick und sachlich ist
John Perkins - Bekenntnisse eines economic hitman
Beides eine ganz brauchbare Einstiegslektüre.

NIx da

Unternehmen leisten etwas. Wenn eine Bank dem Staat Geld borgt, besorgt sie sich dieses um fast null % von der EZB und schmarotzt dann mit 10% in Griechenland herum. Wenn die Anleihe in Griechenland wackelt, geht die Bank nach Deutschland oder Österreich und kauft sich ein Würschtel wie den Pröll, der für einen Posten nach der Politkarriere schon mal 5mrd. Steuergeld rausrückt. Das hat mit unternehmertum nichts zu tun, das ist Korruption.
Ich borge mein Geld schon lange keiner Bank mehr. Und trotzdem werde ich und meine Kinder für diese Gauner bezahlen müssen.
Ihr lokaler Bankster, irgendein Würstel hinter dem Schalter der Raika Gigritzbatschen ist dabei irrelevant. Der kapiert ja nicht einmal was rennt.

Gast: Basel
15.05.2012 18:44
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Verhinderungsstrategie und Kostenüberwälzung

Das wurde seit ca. 1980 ergebnislos versucht durchzusetzen. Zeitgerecht eingeführt, hätte man sich so manche für die Steuerzahler teure Banken/Finanzkrise erspart. Die Rechnung zahlen infolge Kostenüberwälzung jetzt bald die Kunden.

http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/banksandfinance/9264793/JP-Morgan-chief-investment-officer-Ina-Drew-to-retire-after-2bn-loss.html
"We need to stop the cycle of bankers taking on risky activities, getting bailed out by the taxpayers, then using their army of lobbyists to water down regulations"

Hauptsache, die Bankster & Lobbyisten haben am Verhindern toll verdient.


Gast: sittenwächter
15.05.2012 18:39
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keine sterne in athen

Wenn die Banken mehr Eigenkapital brauchen, dann müssen sie es von den Aktionären über eine Kapitalerhöhung holen.

Kein Aktionär ist aber heute so blöd und kauft Bankaktien. Schauen sie sich die Kurse an. Minus 80% seit 2007 ist die Regel. Keine Eurobank traut sich ihre Aktionäre um Geld zu bitten.

Also kommt die 2. Lösung. Die Bilanzsumme herunterfahren, d.h. weniger Kredite vergeben.

Wie dann Euroland reagiert, wenn in der folgenden Rezession und Depression eine Regierung nach der anderen purzelt, darauf kann man gespannt sein.


Gast: smilefile
15.05.2012 15:53
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Dh,...



...wenn die Liquitität der Banken steigt, muß das der Kunde bezahlen,.....

Dh. weiterhin sponsern der Banken,...!

Re: Dh,...

Lieber der Kunde oder (gottbewahre) der Eigentümer als der Steuerzahler.

Re: Dh,...

??
also sollten laut ihnen die Eigenkapitalquoten gleich bleiben oder gesenkt werden!?
gute Idee ;)))

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Re: Re: Dh,...

Der Sinn der Eigenkapitalquote ist, dass man Reserven für eine Krise hat. Jetzt haben wir eine Krise und da darf man da die Reserven nicht angreifen, nein, man muss sie sogar noch erhöhen.

Das ist als ob Sie jedes Monat 200 Euro für schlechte Zeiten auf die Seite legen. Dann werden Sie arbeitslos, die schlechten Zeiten sind da, und Sie beschließen ab jetzt 300 Euro im Monat auf die Seite zu legen.

Hobbyökonom