Gibraltar als "Insel der Seligen"

18.05.2012 | 13:27 |   (DiePresse.com)

Das britische "Übersee-Gebiet" will unbeeindruckt von der Krise im benachbarten Spanien um mehr als zehn Prozent pro Jahr wachsen.

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Das britische "Übersee-Gebiet" Gibraltar hat sich in den vergangenen Jahren weder durch die europäische Finanzkrise noch durch die geplatzte Immobilienblase im benachbarten Spanien beeindrucken lassen und ist zuletzt mit 6,5 Prozent gewachsen. "Wir gehen davon aus, dass es uns in den nächsten Jahren möglich sein sollte, zweistellig zuzulegen", sagte Gilbert Licudi, Finanzminister der Mittelmeer-Enklave, am Freitag. Die Bautätigkeit des weitgehend selbstregierten Territoriums habe sich abgekühlt, von einem Platzen einer Blase könne aber keine Rede sein.

Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des noch vor wenigen Jahrzehnten zu 60 Prozent aus den Ausgaben des britischen Verteidigungsministeriums entstanden war, werden heute 30 Prozent über Finanzdienstleistungen und 20 Prozent über Internet-Wettanbieter (wie bwin.party) generiert. In beiden Gebieten lege Gibraltar "Wert auf hohe Qualität", beteuerte Licudi. Die Regulierung der Glücksspielanbieter sei strenger als anderswo und die Urteile eines Gerichts in einem EU-Land könnten in Gibraltar durchgesetzt werden.

Unternehmensbesteuerung: Zehn Prozent

Die Besteuerung der Unternehmen ist in Gibraltar besonders günstig: Sie beträgt durch die Bank zehn Prozent. Als EU-Mitglied (über Großbritannien) unterliegt Gibraltar im übrigen der EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie. Seit 2011 ist zwischen Österreich und Gibraltar ein Abkommen zum Austausch von steuerlichen Informationen in Kraft, zu einem Doppelbesteuerungsabkommen soll es in weiterer Zukunft kommen.

Und in der Finanzindustrie lege man keinen Wert auf Gelder von zweifelhaftem Ursprung, Gibraltar erfülle "schon heute alle wesentlichen Vorgaben der OECD und wird 2014 alle erfüllen", sagte Licudi bei einer Veranstaltung

(APA)

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