''Goldener Windbeutel'': Kindertee zur frechsten Werbelüge gekürt

Der deutsche Konsumentenschutzverein Foodwatch vergab auch heuer wieder den "Goldenen Windbeutel" für die frechste Werbelüge. Rund 130.000 Stimmen wurden bei der Wahl im Internet abgegeben. Hier das Ergebnis ...(c) Erwin Wodicka - BilderBox.com (Erwin Wodicka - BilderBox.com)

1. Platz

Der Negativpreis geht - mit 34,1 Prozent der Stimmen - an einen Instant-Tee von Hipp . Die Sorten "Früchte", "Waldfrüchte" und "Apfel-Melisse" empfiehlt der Hersteller für Kinder ab dem 12. Lebensmonat. Foodwatch kritisiert, dass die Tees umgerechnet zweieinhalb Stücke Würfelzucker pro 200-Milliliter-Tasse enthalten und damit den Ernährungsempfehlungen für Kleinkinder widersprechen.

Hipp kündigte an, die umstrittenen Tees bis Ende 2012 vom Markt zu nehmen.

2. Platz

Auf dem zweiten Platz landete das "Viva Vital Hackfleisch" vom Discounter Netto. Foodwatch wirft dem Hersteller vor, das Hackfleisch, das mit der Aussage "30 Prozent weniger Fett" angepriesen wird, lediglich mit Wasser und Weizen zu strecken.

27,5 Prozent der Stimmen

3. Platz

Unilever bewirbt seine Margarine "Becel pro-aktiv" als Möglichkeit, den Cholesterinspiegel zu senken. Foodwatch kritisiert die Herstelleraussage, dass es bei der Margarine "aus wissenschaftlicher Sicht keinen Hinweis" auf Nebenwirkungen gebe. Die Verbraucherschützer sehen das anders, Pflanzensterine stünden bei Wissenschaftlern im Verdacht, das Risiko für Herzkrankheiten zu erhöhen.

22,2 Prozent der Stimmen

4. Platz

Das Bier "Clausthaler Classic" wird vom Hersteller Radeberger als "das Bier unter den Alkoholfreien" beworben. Laut Foodwatch enthält es aber 0,45 Volumenprozent Alkohol. In England werde dasselbe Bier deshalb auch als "alkoholarm" vertrieben.

10,1 Prozent der Stimmen

5. Platz

Der Tee "Landlust Mirabelle & Birne" von Teekanne hat es ebenfalls in die engere Auswahl der Konsumenteschützer geschafft. Auf der Verpackung wirbt der Hersteller mit der Abbildung von Mirabellen - die seien aber in den Teebeuteln nicht zu finden, kritisieren die Verbraucherschützer. Lediglich ein "nicht näher definiertes Aroma" imitiere den Geschmack. Der Tee landet auf dem "letzten" Platz.

6,1 Prozent der Stimmen

Auf den folgenden Bildern sehen Sie Produkte aus der Schwindelliste des Vorjahres ...AP Photo/Daniel Roland,File

Activia

Schwindel: Die Wunderwaffe gegen "träge Verdauung" und "Blähbauch"

Wahrheit: Activia kostet dreimal so viel wie Naturjoghurt und "reguliert" die Verdauung nicht besser.

Milch-Schnitte

Die Milch-Schnitte von Ferrero gewann den unbeliebten Preis im Jahr 2011.

Schwindel: Der Slogan sagt: "Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für Zwischendurch"

Wahrheit: Gegen einen Fett- und Zuckergehalt von etwa 60 Prozent kann im Vergleich selbst die Schokoladetorte mit Schlagobers nicht an.

Landliebe

Schwindel: Die "Landmilch" stammt von "ausgewählten Höfen" und wirbt mit artgerechter Tierhaltung.

Wahrheit: Die beworbene Tierhaltung wird von Hersteller Campina nicht belegt. Der satte Aufpreis kommt nicht bei den Bauern an, sondern landet im Marketing.(c) Herbert Asamer

Fitness Fruits

Schwindel: Die Flocken verhelfen zur "Wunschfigur" und sorgen für eine "leichte", "ausgewogene" Ernährung.

Wahrheit: Das Drittel Zucker, aus dem die Flocken bestehen, macht auf die Dauer dick.(c) Herbert Asamer

nimm2

Schwindel: Produzent Storck möchte den Konsumenten glauben lassen, im Vergleich zu anderen Süssigkeiten die gesündere Wahl zu sein.

Wahrheit: Der künstliche Vitamincocktail vermittelt den Kindern die problematische Botschaft, Zuckerl sind so "wertvoll" und wichtig wie Obst und Gemüse.(c) Herbert Asamer

Actimel

Schwindel: "Aktiviert" das Immunsystem und macht "wetterfest".

Wahrheit: Jedes Joghurt "aktiviert" ein bisschen. Und für einen Erkältungsschutz fehlen die wissenschaftliche Beweise.
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Konsumenten küren Kindertee zur frechsten Werbelüge

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