Hewlett-Packard setzt 27.000 Mitarbeiter vor die Tür

Der weltgrößte Computerhersteller HP verkauft immer weniger Computer und Drucker. Im letzten Quartal schrumpfte der Gewinn um 31 Prozent.

Symbolbild: Tonerpatronen von HP
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Symbolbild: Tonerpatronen von HP
(c) dapd (Stew Milne)

Angesichts eines schrumpfenden Geschäfts baut der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard massiv Personal ab. Voraussichtlich rund 27.000 Beschäftigte müssen das Unternehmen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 verlassen, teilte der Konzern am Mittwoch im kalifornischen Palo Alto mit. Das sind etwa acht Prozent aller Mitarbeiter. Durch die harten Einschnitte will HP 3,0 bis 3,5 Milliarden Dollar (2,4 bis 2,8 Mrd Euro) im Jahr sparen. "Ein Stellenabbau ist niemals leicht", sagte Konzernchefin Meg Whitman. "Aber in diesem Fall ist er absolut notwendig." HP verkauft immer weniger Computer und Drucker. Der kalifornische Konzern droht sogar, die PC-Marktführerschaft an den chinesischen Rivalen Lenovo zu verlieren, der zuletzt merklich zulegen konnte.

In Medienberichten aus der vergangenen Woche war bereits von Plänen für massive Entlassungen die Rede. Der Stellenabbau variiere je nach Land, erklärte das Unternehmen. Ein Teil der Mitarbeiter soll in Frühruhestand gehen. HP beschäftigt in Österreich rund 850 Mitarbeiter. Wie viele hier gehen müssen, ist unklar. "Es wird noch Wochen dauern, bis länderspezifische Informationen vorhanden sind", sagte eine Sprecherin am Donnerstag zur APA. HP sei in Österreich aber "sehr schlank und effizient aufgestellt".

Einbruch der PC-Verkäufe tut weh

HP leidet darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen und sich den Kauf eines neuen PC sparen. Erschwerend hinzu kamen in der jüngeren Vergangenheit Querelen und konfuse Entscheidungen im Management. Die frühere Ebay-Lenkerin Whitman hat den Job bei HP im September angetreten und räumt seitdem auf.

Im zweiten Geschäftsquartal von Februar bis April ging der Umsatz um 3 Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar zurück und der Gewinn gab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar nach. Im vorangegangenen Weihnachtsquartal war der Rückgang allerdings noch drastischer ausgefallen.

Es dauere, HP wieder in die Spur zu bringen, so Whitman. "Aber wir machen Fortschritte." Alleine die Kosten für den Stellenabbau veranschlagt das Unternehmen mit 3,5 Milliarden Dollar.

Aktienkurse reagieren positiv

Bei den Börsianern kamen die Sparpläne gut an. Zudem lief das Geschäft besser als befürchtet. Die Aktie stieg nachbörslich um 10 Prozent auf 23 Dollar. Für viele Anleger dürfte aber selbst dieser Sprung nur ein schwacher Trost sein: Vor einem Jahr kostete das HP-Papier noch 36 Dollar.

Selbst die einstige Geldmaschine von HP stottert: die Drucker. Der Umsatz der Sparte ging um satte 10 Prozent zurück. Whitman hatte im März angekündigt, die Drucker- mit der PC-Sparte zusammenzulegen. Das soll Verbesserungen bei Produktion, Einkauf, Kundendienst und Marketing bringen und sparen helfen.

Es ist eine radikale Abkehr von den Plänen von Whitmans Vorgänger, dem aus Deutschland stammenden Léo Apotheker. Der hatte das PC-Geschäft abspalten und sich auf IT-Dienstleistungen und Software konzentrieren wollen. Damit eckte er bei seinen Managerkollegen und bei den Anteilseignern an. Er musste schließlich gehen.

(APA)

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