Ticketsteuer lässt Air-Berlin-Chef über Verkauf nachdenken

Schon die Abgabe des 30 Prozent-Anteils an Etihad Airways sei in der Luftverkehrssteuer begründet gewesen. Mehdorn sieht die Existenz des Unternehmens gefährdet.

Der Air Berlin macht die Luftverkehrsabgabe schwer zu schaffen
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Der Air Berlin macht die Luftverkehrsabgabe schwer zu schaffen
(c) REUTERS (Fabrizio Bensch)

Der flyNiki-Mutter Air Berlin macht die Ticketsteuer offenbar schwer zu schaffen. So sehr, dass erstmals auch über einen Komplettverkauf nachgedacht wird. "Vielleicht verkaufen wir die Geschäfte mal ganz" sagte der CEO der Air Berlin, Hartmut Mehdorn, laut dem Nachrichtendienst "Dow Jones Newswire" am Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion in Berlin.

Die Einführung der deutschen Luftverkehrsabgabe sei schon Grund für den Verkauf eines 30prozentigen Aktienpaketes an Etihad Airways gewesen, erklärte er. Das Berliner Unternehmen habe die Kosten nicht mehr alleine stemmen können. Air Berlin hatte Ende 2011 fast ein Drittel des Unternehmens an Etihad verkauft.

Nettoverschuldung "alles andere als gesund"

Die Nettoverschuldung von Air Berlin sei dreimal höher als das Eigenkapital - "alles andere als gesund", zitierte Dow Jones Newswire einen Analysten, der nicht genannt werden wollte. Es sehe kritisch aus. Ein weiterer Kredit des neuen Eigentümers, der Golfairline Etihad, soll die erneute "Durststrecke überbrücken", heißt es in dem Bericht.

Air Berlin hatte im November die von Niki Lauda gegründete Billigfluglinie Niki (flyNiki) komplett übernommen, bevor sich Etihad im Dezember bei Air Berlin eingekauft hat. Durch neue Aktien und eine Kapitalerhöhung wurde Etihad mit fast 30 Prozent zum größten Aktionär der deutschen Airline-Gruppe.

(APA/Ag.)

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