Wallraff: "Moderne Sklaverei mitten in Deutschland"

31.05.2012 | 09:04 |   (DiePresse.com)

Enthüllungsjournalist Wallraff stellt den europaweit tätigen Paketzusteller GLS an den Pranger. Er spricht von "Arbeitsbedingungen, die ruinieren".

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Der bekannte deutsche Enthüllungsjournalist Günter Wallraff hat wieder einmal undercover recherchiert und Missstände aufgedeckt. Diesmal beim europaweit tätigen Paketzusteller GLS. "Ich habe dort an verschiedenen Standorten mitgearbeitet und recherchiert - und habe Arbeitsbedingungen festgestellt, die körperlich, nervlich und finanziell ruinieren", sagt Wallraff. Er hat nach eigenen Angaben mehrere Monate lang verdeckt bei GLS gearbeitet.

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Er spricht von "Menschenschinderei mit System". Sein Schluss: "Es ist ein System, das eine Form von moderner Sklaverei mitten in Deutschland darstellt". Betroffen seien vor allem jüngere Beschäftigte, die sich in die Scheinselbständigkeit drängen lassen würden - einfach weil sie froh seien, einen Job zu haben. So werden die GLS-Fahrer zu Subunternehmern gemacht. "Viele werden total ausgebeutet, geraten in eine Schuldenfalle - und GLS stiehlt sich geschickt und komplett aus der Verantwortung", lautet sein Vorwurf.

Skandalöse Arbeitsbedingungen

"Es konnten oft keine Pausen gemacht werden, nachts waren nur vier oder fünf Stunden Schlaf drin. Das Unfallrisiko ist enorm", schildert Wallraff. "Wir waren in verbeulten Karren und bei Schnee und Eis auch mit Sommerreifen unterwegs."

Und: "Ein Skandal ist auch, dass die ersten Stunden gar nicht bezahlt werden. Wenn die Fahrer um 5 Uhr die Pakete aus den Depots holen, vom Band nehmen, scannen und in die Wagen tragen, werden diese zwei, drei Stunden nicht bezahlt. GLS zahlt seinen Subunternehmern nur einen Preis pro Paket." Es handle sich um "prekäre Beschäftigung" und um Dumpinglöhne von oft nur umgerechnet drei bis fünf Euro pro Stunde. Er habe 14-Stunden-Einsätze bis zur totalen Erschöpfung erlebt, Schlafdefizite, Drangsalierung. Arbeitsschutzgesetze würden klar missachtet, sagt der 69-Jährige. "Gegenüber den Behörden werden manipulierte Angaben gemacht."

Firmenname bis zuletzt geheim gehalten

Nachzulesen sind die Details in der "Zeit"-Reportage "Armee der Unsichtbaren". Darin schildert Wallraff seine Eindrücke vom Knochenjob Paketzusteller. Am Mittwochabend wurde auch eine entsprechende TV-Doku auf RTL ausgestrahlt.

Den Namen des Unternehmens hatte Wallraff bis kurz vor Ausstrahlung seiner einstündigen Reportage um 21.15 Uhr bei RTL nicht nennen wollen. Er habe eine einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung im Fernsehen und auch im "Zeit-Magazin" am Donnerstag befürchtet, sagte er zur Begründung. Der Verbraucher könne diesem expandierenden europäischen Konzern möglicherweise Einhalt gebieten oder Verbesserungen bewirken, in dem er nicht immer "online, schnell und billigst" bestelle, meinte Wallraff.

GLS auch in Österreich tätig

GLS (General Logistics Systems) mit Sitz in Amsterdam hat nach eigenen Angaben gut 210.000 Kunden in Europa, davon rund 40.000 in Deutschland. Laut Homepage gibt es in ganz Deutschland für den Paket-und Express-Service 57 Depots, und 3.850 Zustellerfahrzeuge sind im Einsatz. Auch in Österreich ist der Konzern tätig.

GLS weist Vorwürfe zurück

Der Paketzusteller GLS hat die Vorwürfe von Wallraff zurückgewiesen. Es handele sich bei dem Beitrag um eine "einseitige und verkürzte Berichterstattung", erklärte das Unternehmen am Donnerstag im hessischen Neuenstein. GLS verpflichte Transportfirmen "zur Beschäftigung von Fahrern in rechtskonformen, sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverhältnissen", hieß es in einer Mitteilung. Das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam, das in Deutschland zu den vier größten Paketlogistikern gehört, "bedauerte" den Bericht.

"Die GLS Gruppe akzeptiert keine despektierlichen Äußerungen über Subunternehmen und deren Fahrer in ihrem Unternehmen", entgegneten der Geschäftsführer von GLS Germany, Klaus Conrad, und Rico Back als Chef der GLS-Gruppe

GLS kein Einzelfall

Nach seiner Einschätzung ist der Konzern nicht der einzige, der Dumpinglöhne zahlt und Verstöße gegen arbeitsrechtliche Regelungen bewusst in Kauf nimmt. "Bei mir häufen sich Zuschriften von vielen Betroffenen aus den unteren Hierarchie-Ebenen, aber auch von Managern, die diese Zustände nicht mehr verantworten wollen."

Er hoffe, nun auch möglichst viele Betroffene über den Privatsender RTL zu erreichen: "Die, auf die es mir sehr ankommt, sind die Jüngeren. Das sind die, die vielleicht weniger Bücher lesen", sagte Wallraff. Der Journalist hat auch diesmal sein Aussehen verändert und sich auf jünger trimmen lassen. Seit den 70er Jahren sorgt er mit seinen Undercover-Recherchen für Schlagzeilen, etwa als "Bild"-Reporter oder als türkischer Gastarbeiter Ali. Seine Recherche über schlechte Bezahlung und mangelnden Arbeitsschutz in einer Großbäckerei, die einem Discounter zuliefert, führte zu einem noch laufenden Prozess gegen den Firmenchef.

(Red.)

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94 Kommentare
 
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Wem nützts?

Ich freu mich schon wenn ein neues Wallraff Buch bei Amazon oder einem anderen online Händler erhältlich ist. Da kann man es nämlich versandkostenfrei bestellen und sich dann informieren, warum das alles so wunderbar billig funktioniert und wir Dinge, die wir vor 10 Jahren noch ganz selbstverständlich bezahlt haben (wie Zustellkosten) auf einmal keinen Wert mehr haben. Irgendjemand bezahlt immer!

Gast: List
01.06.2012 08:24
1

Das Traurige ist...

...dass ein Journalist seit den 70er-Jahren Mängel aufzeigt und gewerkschaft, kammer und Arbeitsinspecktion ungerührte Weiterfression als pragmatisierte Maden im Speck tunixen.

Gast: nolau
01.06.2012 03:38
1

Kein Wunder

Bei einem untergehenden (Schuld)Geldsystem, wie wir es zur Zeit erleben dürfen/müssen, ist das kein Wunder. Und den/die Letzten beißen ja bekanntlich die Hunde.

Aber unsere "Spitzenpolitiker" können/wollen nichts dagegen tun da sie selbst von dem System noch profitieren. Darum werden uns viele Maßnahmen als "alternativlos" verkauft.


Gast: lackmus
31.05.2012 22:00
0

Enthüllungsjournalisten

Auf etwas zeigen, Empörung wecken und andere auffordern etwas dagegen zu tun. Es mag gerechtfertigt sein, sehr sympathisch sind mir solche Typen trotzdem nicht. Herr Wallraff mag sich selbst vielleicht als Held fühlen, doch an sein Ziel kam er immer nur durch Verstellung. Wieviel kann man ihm am Ende glauben....?

Gast: UKW
31.05.2012 21:18
1

Was wäre gewesen, wenn was anderes rausgekommen wäre?

Er hätte monatelang gearbeitet, ohne im Anschluss "Skandal, Skandal" rufen zu können. Das wäre wirklich schade gewesen. Oder was wäre gewesen, wenn sein subjektiver Befund durchwachsen ausgefallen wäre, und er positve Dinge und negative Dinge aufgezählt hätte? Würden die Medien dann auch über die Landesgrenzen hinweg darüber berichten? Oder hätte er nur ein müdes Gähnen für monatelanges Paketzustellen geerntet?

Gast: UKW
31.05.2012 20:59
0

Was wäre gewesen, wenn was anderes rausgekommen wäre?

Er hätte monatelang gearbeitet, ohne im Anschluss "Skandal, Skandal" rufen zu können. Das wäre wirklich schade gewesen. Oder was wäre gewesen, wenn sein subjektiver Befund durchwachsen ausgefallen wäre, und er positve Dinge und negative Dinge aufgezählt hätte? Würden die Medien dann auch über die Landesgrenzen hinweg darüber berichten? Oder hätte er nur ein müdes Gähnen für monatelanges Paketzustellen geerntet?

Gast: Ohnmächtiger Konsument
31.05.2012 19:55
3

Von wegen Macht des Kunden

Viele schreiben hier, ich kann als Kunde zeigen, dass ich mit dem nicht einverstanden bin. Stimmt bei Kika, Schlecker etc. Tue ich und macht Sinn. Aber gerade bei den Paketzustellern wirds problematisch. Die Verträge mit dem Versender macht Amazon und Co, nicht ich. Ich kann mich nur entscheiden, nicht mehr beim Versandhandel zu kaufen. Das macht die Sache für derartige Paketzusteller doppelt sicher. Es ist eine Schweinerei, was da passiert, überall.

Antworten Gast: Ohnmächtiger Konsument
31.05.2012 20:32
2

Re: Von wegen Macht des Kunden

Ich meinte natürlich KIK, nicht Kika.

Habe gerade die Reportage vom Wallraff in der Zeit gelesen. http://www.zeit.de/2012/23/Wallraff-Paketzusteller/komplettansicht
Mir ist buchstäblich das Abendessen vergangen. Und es ist ja nicht nur bei den Paketzustellern, auch in andere Branchen.
Wallraff schreibt ziemlich am Ende des Textes: "Wie verblendet ist eigentlich eine Politik, die das zulässt?" ja, das würde ich echt gerne wissen. Sind das die "Jobs", auf deren Schaffung manche Politiker so stolz sind? Ich bin echt erschüttert.

PS: Ich bin Unternehmer.

Der sollte mal die Taxibranche in Wien kennen lernen ;D

80 Stunden Woche,kein Urlaubsgeld kein Weihnachtsgeld und ein Stundenlohn von 5 Euro.



es ist ja überall so:

bei den zeitungszustellern (wie der vorredner richtig festgestellt hat), prospektträger, etc. das ist ja auch alles das gleiche.

prinzipiell (und das ist in allen bereichen so) will der mensch, besonders der mitteleuropäer, ALLES SOFORT haben und das, wenn möglich, KOSTENLOS. die mentalität haben zu viele, deshalb macht es keinen unterschied, ob ich unternehmer bin oder kunde. es geht mir nicht darum, dass man kein geld verdienen soll, nein, mich ekelt diese nicht enden wollende raffgier. das ist ein übel, das die fetten gewerkschafter offenbar in kauf nehmen. wen wundert es, dass am 1. mai keiner mehr aufmarschiert?

Gast: Karl Schlosser
31.05.2012 17:54
4

Halten auch ÖSI-Zeitungen Sklaven ?

Auch österr. Zeitungen werden (gesetzwidrig !) von (oft ausländischen) "Scheinselbständigen" täglich an Abonnenten und Sonntags über Standeln ausgeliefert. Was Walraff beanstandet könnten unsere Journalisten vor der eigenen Tür auch feststellen. Aber warum soll jemand gegen Sklavenarbeit sein, wenn er selbst davon profitiert ? Erst kommt das Fressen dann ....

Gast: José Manuel Bonzoso
31.05.2012 15:55
4

Erfolgreiches Projekt zur Standortsicherung

Eine sofortige offene Erklärung der EU zum grenzenlos freien Sklavenmarkt war aus optisch-taktischen Überlegungen heraus nicht ratsam, darum hat sich die Kommission für einen Pakt zu dessen schrittweiser und verdeckter Einführung entschieden. Als Code-Bezeichnung wurde der Ausdruck "dringend notwendige Reformen des Arbeitsmarkts" gewählt.

Skalverei 2012

Diese Art der modernen Sklaverei hat mir ein Freund, der mangels Geldnot beinahe jeden Job macht, nur diesen eben nicht, erzählt. Soweit er micht damals informierte, mussten die Fahrer sogar die Pakerlautos vom "renomierten" Unternehmen leasen und wenn man sie den Auftragsverteiler nicht anständig geschmiert haben, so haben sie eben keine Aufträge bekommen und sind wegen der Leasingraten nur nocht tiefer in die Schuldenfalle geschlittert.

Sollten die Aufträge doch hingehaut haben, so mussten die Fahrer wie die Wahnsinnigen fahren um die Zeit-/Leistungsvorgabe nur annähernd zu erfüllen. Wen wundert es also, dass die Packerlfahrer telefonierend und gestikulierend wie die gesengten Säue mit ihren teilweisen Schrottkarren über sämtliche Straßen hetzen. Die meisten von ihnen dürften dabei mehr Glück als Verstand haben, dass dabei nicht mehr passiert.

Gast: tg
31.05.2012 14:10
10

Wo sind die Gewerkschaften?

Das ist doch nichts neues. Erst vor ein paar Wochen habe ich eine Doku gesehen wo jemand undercover bei DHL recherchiert hat - exakt das selbe. Und in vielen anderen Bereichen wo mehr oder weniger ungelernte Beschäftigte arbeiten wird es ähnlich sein (Supermärkte...).

Ich frage mich immer wo die Gewerkschaften bleiben. Wenn Höchstlöhne von Piloten verteidigt werden müssen oder grausame 2h Mehrarbeit bei Lehrern verhindert werden sollen sind sie mit aller Macht zur Stelle und schrecken nicht davor zurück ganze Firmen lahmzulegen.

Aber dort wo eine Gewerkschaft oder auch Sozialdemokratie (haha) gebraucht werden würde ist jeder sich selbst überlassen.

Eine Firma wie GLS usw. kann hier wenig tun. Die haben einen massiven Kostendruck weil jeder Kunde seine Pakete am liebsten KOSTENLOS geliefert haben möchte. Bei Amazon ab 20 EUR Bestellwert, das freut den Kunden...

Re: Wo sind die Gewerkschaften?

Es gab auch erst vor ein paar Monaten Berichte über Hermes, die den Zustellern pro - nur erfolgreiche - Hauszustellung 1 Euro zahlen. Auto und Treibstoff sind selbst zu stellen resp. zu zahlen.

Die Not anderer auszunützen indem man sie ausbeutet ist nicht akzeptabel. Die Versender können durchaus was machen. Nämlich die Branche wechseln, wenn da nichts zu verdienen ist.

Die Warenverteilung mit Einzelzustellung per Auto ist sowieso ein Wahnsinn in jeder Hinsicht.

Antworten Gast: Johan Meltini
31.05.2012 17:56
0

Re: Wo sind die Gewerkschaften?

Das ist Unsinn. Es gäbe unzählige Möglichkeiten für sich einen Marktvorsprung zu erzeugen mit guter Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen. Man muß nur darauf hinweisen und damit werben, offenlegen, Konkurrenten unter Zugzwang setzen. Der Konsument ist schlauer als sie denken. ihr Konsument ist nicht der Reale Konsument. Der Konsument weiß um diese Zustände ja nicht. Vermutlich würde man mindestens 15-20% der Konsumenten mit solchen Offenlegungen gewinnen. Die wählen einen Versand, der was kostet, aber dafür ok ist. Einen Großhändler interessiert es nicht, was der Versand kostet, solange der Konsument das zahlt. Das Problem ist, eine solcher Entwicklungspfad ist nicht vorstellbar in der engen Welt der Führungsetagen. Es ist nicht einmal der Profit das Problem. Es ist teilweise schlicht Dummheit und Voreingenommenheit, eine eingeengte Wahrnehmungsweise.

Antworten Gast: Schön bei der Wahrheit bleiben
31.05.2012 17:48
2

Re: Wo sind die Gewerkschaften?

Ja, Sie haben Recht. Hier muss die Gewerkschaft massiv auftreten. Hier gehört öffentlichkeitswirksam agiert, damit solchen "mutmaßlichen" Gaunern das Handwerk gelegt wird.

"GLS kann hier wenig tun." - So ein Schwachsinn. GLS ist das Übel. Schauen Sie sich die Reportage auf RTL.de an.

GLS ist, wie im Bericht ersichtlich, Menschenverachtung pur. Weg mit solchen Unternehmen.

Antworten Gast: niedermitGLS
31.05.2012 14:58
1

Re: Wo sind die Gewerkschaften?

Hier meldet sich der GLS-Sprecher.

Sehr schön, verteidigen Sie Ihren Konzern.

Aber der Konsument ist König und der wird den Untergang des Konzerns einleiten.

Versprochen

Antworten Antworten Gast: tg
31.05.2012 16:18
0

Re: Re: Wo sind die Gewerkschaften?

Nein ich arbeite für keinen "Konzern", sondern bin nur direkt / indirekt Kunde von diversen Paketdiensten.

Und ich weiß dass es völlig absurd ist hier etwa GLS zu verteufeln, denn
1) ist die Situation bei allen Paketdiensten ähnlich und
2) die Probleme bestehen bei den Frächtern, die im Auftrag eines Paketdienstes Pakete ausliefern. Und bei den Frächtern gibt es natürlich Unterschiede.

Von einem Paketfahrer (DPD) weiß ich ein wenig wie es bei ihm läuft:
- der Job ist hart und die Arbeitszeit ist lang
- die Bezahlung erfolgt pauschal pro Monat (ca. 1200eur), unabhängig von der Paketzahl
- Mit seiner Frächterin ist er sehr zufrieden
- Das Hauptproblem sind zu hohe Paketzahlen - das heißt wenn im Zustellbezirk mehr Pakete anfallen muss er das durch Mehrarbeit irgendwie schaffen
- das Fahrzeug wird von der Frächterin gemietet oder geleast. Es wird also nicht der Fahrer selbst in eine Leasing Schuldenfalle getrieben oder ähnliches.

Es gibt sicherlich weniger "angenehme" Zustände bei anderen Frächtern bzw. in anderen Regionen - aber hier muss der Gesetzgeber eben gewisse Regeln einführen.

Re: Wo sind die Gewerkschaften?

Gewerkschaften sind so stark wie ihre Mitgliederzahlen.
Wenn aber die Fahrer "Selbsständige" sind, sind Arbeitnehmervertreter nicht mehr zuständig, weil die Fahrer keine Gewerkschaftsmitglieder sind.
Diese Scheinselbstständigkeiten wurden ja auch geschaffen, um die Macht der Gewerkschaften auszuhebeln. Es ist nötig, dass sich Scheinselbsständige neu organisieren und eine Lobby gründen. Es ist nötig, dass sie Streikfonds aufbauen. Es ist nötig, dass sie auf ein gesetzliches Streikrecht für Selbstständige drängen, das keine Vertragsverletzung darstellt!

Antworten Antworten Gast: tg
31.05.2012 16:47
1

Re: Re: Wo sind die Gewerkschaften?

Fakt ist dass die Gewerkschaften vor allem in Bereichen wo es am wenigsten notwendig wäre am stärksten sind. Etwa bei Metallern, Lehrern oder - ganz extrem - bei Fluglotsen, Piloten usw. (also Bereiche wo wenige hundert MA durch einen Streik maximalen Schaden anrichten können).

Das schadet dem Ruf der Gewerkschaften in der Bevölkerung massiv.

Und ich glaube kaum dass sich das "von unten", also von den Betroffenen selbst, ändern lässt.

Fakt ist

Die Gewerkschaften sind dort am Stärksten, wo die Mitgliederzahlen stimmen.
Und sie gewinnen immer dann neue Mitglieder, wenn sie Verschlechterungen für ihre Berufsgruppe abwehren.

das ist längst present !

besonders zu Beginn des Euroraums begann es im Frachtbereich mit derarten ausnützerischen Arbeitsverträgen, welche die Leistungsträger zugrunderichten statt sie als das sehen und behandeln, was sie sind; wichtig und wertvoll für die eigene Konjunktur !

Der Wahnsinn dahinter, dass die Gewerkschaften da wegsahen oder wissentlich dabei mitgemacht hatten, heute davon aber nichts mehr wissen wollen ?!

Wollen die Österreicher wirklich einen solch (unfähigen) Sozialminister (Gewerkschafter) als künftigen Kanzler ???

Re: das ist längst present !

der zarte wird eh neuer wiener bürgermeister

Gast: udoWallner
31.05.2012 13:30
3

Einfach zum Nachdenken

Was sagt die Wirtschaftskammer und die ÖVP immer?

Geht es der Wirtschaft gut, geht es uns allen gut.

Wirklich?

Antworten Gast: WilfriedSemmler
31.05.2012 14:08
5

Re: Einfach zum Nachdenken

GLS ist nur die Spitze des Eisbergs.

Ein weiterer Fall ist der Textildiskonter KIK. Die Verkäuferinnen müssen sogar den Geschäftsmüll mit nach Hause nehmen, weil sich KIK die Müllabfuhr sparen will. Bei der Heizung wird ebenfalls gespart. Die Mitarbeiterinnen werden als Hilfsarbeiterinnen bezahlt, obwohl sie alles machen müssen.

Wer die ARD-Doku über KIK noch nicht gesehen hat, bitte ansehen.
http://www.youtube.com/watch?v=e2L8N6uNxW4

Nach dieser Doku werden Sie um den KIK einen großen Bogen machen.

Herr Leitl wird sicher gut leben. Er müßte eigentlich nach diesem Motto zurücktreten. Zynischer kann die Wirtschaftskammer nicht mehr sein.

 
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