Wirtschaft der Eurozone entgeht knapp einer Rezession

06.06.2012 | 11:27 |   (DiePresse.com)

Während Deutschland trotz Schuldenkrise ein Wachstum schafft, bricht die Konjunktur in den Krisenländern ein.

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Durch das kräftige Wachstum seiner größten Volkswirtschaft Deutschland ist die Eurozone einer Rezession entgangen. Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte von Jänner bis März im Vergleich zum Vorquartal, teilte das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in einer zweiten Schätzung mit. Ende 2011 war es um 0,3 Prozent gesunken. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von Rezession. Während die Exporte um einen Prozent zulegten, blieben die Konsumausgaben stabil.

Die Unternehmen investierten angesichts der wachsenden Unsicherheit über die Zukunft der Währungsunion und der schwächeren Weltkonjunktur weniger.

Euroland tief gespalten

Die Währungsunion bleibt wirtschaftlich tief gespalten: Ihre Konjunkturlokomotive Deutschland schaffte trotz der Schuldenkrise mit 0,5 Prozent ein kräftiges Wachstum, weil Exporte und privater Konsum merklich anzogen. Die französische Wirtschaft stagnierte. Schlimmer sieht es in den Krisenländern aus: Die spanische Wirtschaft schrumpfte wie schon am Jahresende um 0,3 Prozent und steckt damit wieder in einer Rezession. In Italien brach das Bruttoinlandsprodukt sogar um 0,8 Prozent ein. Das war der dritte Rückgang in Folge. Auch Portugal findet nicht aus der Rezession: Hier gab es ein Minus von 0,1 Prozent.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr um 0,3 Prozent schrumpft. Für 2012 traut sie ihr wieder ein Wachstum von 1,0 Prozent zu.

 

(APA)

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5 Kommentare
Gast: h-eureka.com
08.06.2012 15:27
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Der Traum vom Wachstum

„Von diesem Wachstum kann Österreich nur träumen“. Wiederholt gehört – im ORF.
Einmal beim Besuch des Bundespräsidenten in Vietnam und dann im Bericht über den Besuch des österreichischen Außenministers in Nigeria. Gemeint war das Wirtschaftswachstum in Vietnam und in Nigeria.
Was die unglaubliche Dummheit dieser Sager ausmacht, ist (neben vielen anderen Kennzahlen) der Blick auf das Kaufkraft bereinigte Bruttonationaleinkommen je Einwohner in diesen Ländern: Vietnam: 3.359 $, Nigeria: 2.578 $. (World Economic Outlook Database, Daten 2011, Internationaler Währungsfond, Merkmal PPPPC).Armes Österreich, muss sich mit 41.822 $ bescheiden (bloß das 12- bis 16-Fache).

Und dann – was ist das, der Traum vom Wachstum in den sogenannten Wohlstandsgesellschaften reicher Staaten? Mehr Umsatz?
Mehr Lebensmittel wegwerfen, mehr Verschwendung, mehr Überfluss, Dritthandy, mehr Werbegebrüll, größere Müllhalden, mehr Plastik im Meer, mehr Lärm, mehr Gestank, mehr Autobahnen / Tunnel - damit die Tomaten aus Spanien frischer ankommen, mehr Klumpert, mehr Treibhausgase, größere Immobilienblasen, mehr und größere Banken, mehr verstopfte Straßen und Wege, längere Staus, mehr Supermärkte im Grünland, mehr Schulden, mehr Spielautomaten, mehr Licht in der Nacht, mehr Energieverbrauch, mehr Chemie im Boden, mehr Verschmutzung, höhere Frequenz bei den Finanzspekulationen, u.s.w.u.s.f. ??

Gescheiter wäre, mehr für Wohlbefinden und Lebensqualität zu tun. Besser statt mehr.


Gast: Reflector
06.06.2012 22:13
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Dies Zahlen sagen nicht viel aus

1.) orientieren sich diese am BIP

IM BIP sind aber genauso Gebühren, Steuererhöhungen und alles Sonstige was eigentlich keine Wertschöpfung bedeutet, enthalten.

2.) Wird eine viel zu niedrige, weil mit fragwürdigen Methoden entwickelte, Preissteigerung dagegen gehalten.

Näheres zu finden unter hedonischer Berechnung, Warenkorb, Gewichtung etc.

3.) Wird niemals die Geschwindigkeit, also die Zustandsveränderung pro Zeiteinheit betrachtet.

Diese ist aber von grosser Wichtigkeit; als Beispiel sei hier die Physik heranzuziehen; wenn ein Auto mittels Bremse von 100 km/h auf 0 abgebremst wird, passiert mit dem Wagen und den Insassen nicht das Gleiche wie wenn diese Bremsung durch Auffahren an eine Betonwand erfolgt, obwohl in beiden Fällen die gleiche, Geschwindigkeitsreduktion erfolgte.

Derzeit gibt es eine weltweite, relativ scharfe Abbremsung. Hier sind die Ursachen und Wirkungen oftmals sehr unterschiedlich zu langsamen 'Abkühlungen'.

Es sieht danach aus, als ob die Weltwirtschaft in eine globale Depression abzurutschen droht. Schon seit 2008 versucht man dieser mittels 'Stimuli' zu verhindern, was aber letzlich nie funktioniert (Mises).

Man konnte sie hinauszögern, aber nun ist die Fallhöhe grösser und dementsprechend die Bremscharakteristik unterschiedlich.

Und es wird vielleicht damit auch klarer, dass es in dem Unfallwagen alle Insassen in irgendeiner Form erwischen wird.

Gast: Tell 1291
06.06.2012 14:00
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Wachstum CH - ohne Euro

Fakten Schweiz ohne Euro, dafür mit knallhartem Franken mit grosser Aufwertung in den letzten 18 Monaten. Trotzdem Wachstum 1.Q 2012, 0.7%, Arbeitslosigkeit 3.2%. Verschuldung rund 40 % BIP. Noch Fragen, welches System besser funktioniert. (Die Schweizer schliessen sich politisch eben nicht immer den Deutschen an; den wie man sich bettet so liegt man.

Gast: gast1984
06.06.2012 13:29
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"Wirtschaft der Eurozone entgeht knapp einer Rezession"

Ja aber nur weils direkt in die Depression übergeht...

Gast: hahahallo
06.06.2012 13:14
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was braucht man den noch?

wie viele Daten muss man den noch sammeln bis diese EU-Heinis endlich verstehen das man mindestens eine zusätzliche Währung in der momentanen Eurozone braucht?

AUßerdem muss man den Vertrag sohingehend ändern, dass sich Länder (so wie Spanien) nicht mehr so lange ziehren dürfen um endlich unter den Schirm zu schlüpfen. Dieses Hinhalten und auf Zeit spielen verschlimmert die Situation nur noch. Also entweder unter den Schirm oder Raus aus der Zone

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