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Briten fordern Euro-Finanzspritze für Spaniens Banken

07.06.2012 | 10:42 |   (DiePresse.com)

Die britische Regierung will sich nicht an der geplanten Bankenunion beteiligen und fordert die Euro-Länder auf, Geld zuzuschießen. Ein anderer Ausweg wäre ein "kleiner" Rettungsschirm.

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Der britische Finanzminister George Osborne hat die Euro-Länder zu einer Finanzspritze für die angeschlagenen spanischen Banken aufgefordert. Dazu müsse Geld aus dem existierenden Euro-Rettungsfonds bereitgestellt werden, sagte Osborne am Donnerstag im BBC-Radio. Einer Beteiligung Großbritanniens an der von der EU-Kommission geplanten Bankenunion erteilte der Minister eine Absage. "Großbritannien wird sich auf gar keinen Fall an einer Bankenunion der Euro-Zone beteiligen", sagte Osborne. "Großbritannien wird gewisse Schutzmaßnahmen treffen, wenn sich eine Bankenunion voll entfaltet."

Die Idee der Bankenunion - also einer gemeinsamen Bankenaufsicht und Krisenabwehr aller EU-Staaten - wird seit Wochen als eine Antwort auf die Schuldenkrise in der Euro-Zone diskutiert. Großbritannien mit seiner traditionell großen Finanzindustrie wehrt sich dagegen, die Regulierung aus den Händen zu geben.

G-20 schalten sich ein

Die Gruppe der 20 größten Industrie- und Schwellenländer hat den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy zum G-20-Gipfel am 18. und 19. Juni in Mexiko eingeladen. Der mexikanische Finanzstaatssekretär Gerardo Rodriguez Regordosa sagte der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" (Donnerstag-Ausgabe), die G-20 würden nachdrücklich auf eine Marktstabilisierung pochen und die Situation der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone ansprechen. Vor allem die USA, wo Präsident Barack Obama um seine Wiederwahl bangt, befürchten, dass die Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise infolge der Probleme Spaniens auch die heimische Konjunktur empfindlich bremsen könnte.

Ein Alarmruf von Spaniens Finanzminister Christobal Montoro hatte am Dienstag die Finanzmärkte verschreckt. Der Minister hatte erstmals offen Probleme bei der Geldbeschaffung eingestanden. Daher wurde die geplante Anleihenemission des Landes an diesem Donnerstag mit besonderer Spannung erwartet. 1,25 bis zwei Mrd. Euro sollten damit eingenommen werden. Analysten zufolge könnten die Anleger in Unruhe geraten, sollte nicht das obere Ende der Zielspanne erreicht werden. Spanien hat bereits 56 Prozent seiner für dieses Jahr geplanten Emissionen unter Dach und Fach gebracht.

"Kleiner" Rettungsschirm als Ausweg

An den Finanzmärkten wachsen mittlerweile die Hoffnungen auf eine rasche Rettung der unter immensen faulen Hypothekenkrediten leidenden spanischen Banken. Die Regierung in Madrid will erst in einigen Wochen über eine Anzapfung des Euro-Rettungsfonds entscheiden, wenn Ergebnisse einer Prüfung der Bankbilanzen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) und unabhängige Wirtschaftsprüfer vorliegen. Brüsseler Kreisen zufolge suchen Vertreter der EU-Kommission unter Hochdruck nach Möglichkeiten, den spanischen Geldhäusern Finanzhilfen zuzuschießen, ohne Spanien unter ein großes Rettungsprogramm mit umfangreichen Haushalts- und Reformauflagen zu drängen. Der Rahmenvertrag für den aktuellen Euro-Notfonds EFSF sieht auch einen "kleinen" Rettungsschirm vor, den Spanien ausschließlich zur Rekapitalisierung seiner Banken in Anspruch nehmen könnte. In diesem Fall wären auch die Reformauflagen vornehmlich auf den Bankensektor begrenzt, den die Regierung sowieso umbauen muss.

(Ag.)

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36 Kommentare
 
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fordern Finanzpritze ? Oder bieten diese an ?

Hatte ich mich doch verlesen.
Ich dachte zuerst, die Briten bieten die Finanzspritze an oder wollen sich wenigstens beteiligen.
Aber nein, ...

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Weder die Briten, noch die Amerikaner sind Euro-Länder,

daher sollten die sich lieber um ihre eigenen Währungen kümmern
und sich selbst retten.

Damit haben sie Arbeit genug.

Bundesstaat Europa

Ihr werdet es erleben.
vor lauter Angst vor den Märkten fummeln die doch schon in aller Eile an 3 Projekten.
Fiskalunion, Politische Union, Banken Union.

daher habe ich die Befürchtung das wieder mal der Bürger auf der Strecke bleibt und um alles zu Retten werden die EU-Kommisare den Staat EUROPA ausrufen, und die nationalstaaten zu Bundesstaaten mutieren.

Und weil es eilig wird, werden die Bürger nicht gefragt werden, Volksabstimmung mit fadenscheinigen Argumenten verhindert werden und der Bundesstaat Europa genausso übereilt den Bürgern übergestülpt werden wie die Währungsunion.

Und genau wie die Währungsunion wird diese Zwangsehe nie und nimmer auf Dauer halten.

Bereitet euch schon mal drauf vor.

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Re: Bundesstaat Europa

und wieder schlägt die (vorhandene?) direkte Demokratie unbarmherzig zu.

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
07.06.2012 15:23
4 0

Re: Bundesstaat Europa


Schuld daran sind einerseits die populistischen Sozial(Illusion)isten
und andererseits deren verblödetes Stimmvieh.


Re: Bundesstaat Europa

Wenn wir uns nicht in 20 Jahren von den BRICS (Brasilien; Indien; China; Russland und Südkorea) Staaten und Amerika diktieren lassen wollen was wir zu tun haben, gibt es keine Alternative zu einer Politischen und Finanziellen Union.
Ein Staat wie Amerika müssen wir nicht werden.
Alles was wir benötigen haben wir schon: Eine Außenamtssprecherin, eine für inneres, eine für Finanzen...
Was noch fehlt, ist diesen eine Entscheidungsmacht zu übertragen. Und vor allem das Europäische Parlament zu stärken.

Re: Re: Wenn wir uns nicht in 20 Jahren von den BRICS ...

Die Alternative hieß und heißt noch immer EU. Sie heißt jedoch nicht EURO-Währungsunion (mit 10 Ländern weniger als die EU). Im Gegenteil, diese Währungsunion war kontraproduktiv, da man sich nicht an selbst die gegebenen Regeln (von max. 60% bis no bail out) gehalten hat. Die BRICS haben daher schon lange begonnen mit zu spielen. Die "20 Jahre" haben nämlich schon vor rund 1 Jahrzehnt begonnen.

Und zudem ergeben sich zu so etwas Fragen über Fragen, wie z.B.:
Wer sollte zur EUdSSR gehören? Alle EU-Länder oder nur die Länder der EURO-Zone?
Wer bestimmt wer dazu gehören soll? Das Volk der betroffenen Länder oder die Bürokratie in Brüssel?
Wer, wie und was soll für Brüssel gewählt werden (ich nehme an, Sie reden keiner Diktatur das Wort)?
Wie wird Exekutive und Legislative, von Brüssel bis zu den "National-Bundesstaaten" aufgeteilt?
......?

Schlagworte für Fernziele lassen sich leicht formulieren, nur deren Umsetzung ist meistens etwas schwieriger.

Antworten Antworten Gast: machmuss verschiebnix
07.06.2012 15:33
1 0

Re: Re: Bundesstaat Europa

"..haben wir schon"
und wer stoppt die durchgeknallten Populisten, die vor jeder
Wahl mit dem Geld (Versprechungen) um sich werfen, als
gäbe es kein Morgen ?

Solange aber das politische System in den einzelnen
Nationalstaaten so bleibt wie bisher, bleibt auch die Fahrtrichtung
gleich: hin zum Bankrott .

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Shut up!


Die Negeranten und Mit-Verursacher der Finanzkrise, die sich nur die Filetstücke aus der EU picken, sollen sich schl...... .

Gast: eastindiacompany
07.06.2012 13:09
7 0

die londoner city zockerbanker u GB machen irre profite auf kosten der restlichen europäer und nun spielen sie sich als oberlehrer auf. durch die EUdssr wird europa wieder in den abgrund stürzen


1 1

So...

....wird das nix nit EINEM Europa...

Gast: HansWurst1
07.06.2012 12:29
5 0

Na dann sollen sich die Briten

keinen Zwang antun und die spanischen Banken retten, wenn sie es wollen.

Antworten Gast: die briten sind to big to fail
07.06.2012 13:12
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Re: Na dann sollen sich die Briten

gar nix werden die.

"schadensbegrenzung" gibts nicht nur weil, sondern hauptsächlich, daß.

Die Briten fordern dies....


....Merkel fordert das....

....Hollande fordert was anderes...

....EU-Kommision fordert jenes

....Junker weiss es besser.

Typisch EU-geprägtes Krisenmanagement.

Da kann man sich doch beruhigt zurücklehnen, oder?

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
07.06.2012 15:36
0 0

Re: Die Briten fordern dies....

ja - man kann drauf vertrauen, daß es sowieso NIE was wird !

Blöd nur, daß Europas Wirtschaft dabei auf der Strecke bleiben wird !


Re: Die Briten fordern dies....

Stimmt zu 100%

Interesant,

eigentlich könnten den USA und GB der Euro ziehmlich Wurst sein, trotzdem rufen die beiden am lautesten. Warum ????
Weil deren Banken in Spanien exponiert sind und ihr Geld nicht wiedersehen wenn die letzten verbliebenen AAA-Deppen nicht wieder die Zeche zahlen.
Eigentlich sollte man als AAA-Land daraufhinarbeiten ein BB zu bekommen dann könnte man zumindest die irrsinnige Bankenrettung den anderen überlassen.

Re: sollte man als AAA-Land daraufhinarbeiten ein BB zu bekommen ...

Wir haben zwar kein durcgehendes AAA mehr, aber an der Zielrichtung BB (und darunter) wird trotzdem eifrigst gearbeitet.

Und, über kurz oder lang, wird die Währungsunion EURO nicht mehr den bisher fehlenden Plan "B" brauchen, sondern einen Plan "C". Nämlich wer zahlt in die diversen Rettungsschirme ein, wenn bereits alle nur mehr daraus herausnehmen müssen?

Da aber Realitätsverweigerung und Überheblichkeit keine Alternativen im Denken zulassen, wird's den auch nie geben. Wetten das?

Re: Re: sollte man als AAA-Land daraufhinarbeiten ein BB zu bekommen ...

Die Märkte und Investoren gehen fest davon aus das Deutschland das bisschen auch noch zahlen wird.

Genauso wie diese Personen auch davon ausgegangen sind das in 'Europa für Staatsschulden von allen die Haftung übernommen wird. Das es die No-Bail-Out regel gab hatten die glatt nicht zur Kenntnis genommen.

Und sollte Deutschland unerwartet doch nicht ganz Europa finanzieren können dann läuft es in der Währungsunion auf auf Währungsreform hinaus.

Also alles ganz normaler EU-Alltag ;-)

Re: Re: Re: sollte man als AAA-Land daraufhinarbeiten ein BB zu bekommen ...

Die Währungsunion haben wir ja schon. Währungsreformen waren, in der bisherigen Menschheitsgeschichte, immer nur Synonyme für horrende Abwertungen.

D.h., die von Ihnen angeführten Optionen für die Realität, dass nämlich Deutschland nicht den Rest der Währungsunion erhalten können wird, klingen leider auch nicht sehr optimistisch.

Gast: Bonn
07.06.2012 11:57
3 1

Zukunft GB

Nach den Olympischen Spielen werden wir andere Töne aus London hören. Die wirtschaftlichen Erwartungen der Spiele werden wegen der hohen Kosten nicht erfüllt. GB braucht anschließend neues Geld. Welches Land wird GB helfen?

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
07.06.2012 15:39
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Re: Zukunft GB

die haben noch immer jemanden gefunden, den Sie abzocken können !


Die EU ist ein Konkursfall -

die Spanier sind für sich selbst verantwortlich!

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Keine Pflichten, deshalb auch keine Rechte für die Briten

Zitat aus Artikel oben:
"Großbritannien mit seiner traditionell großen Finanzindustrie wehrt sich dagegen, die Regulierung aus den Händen zu geben."

Offensichtlich haben die Briten nur noch als "Industrie" eine Finanzindustrie, womit sie alle anderen abzocken (hineinlegen)!
Sowohl Briten als auch die USA wollen weiterhin Spekulieren anstatt endlich zu sparen und dadurch die Weltwirtschaft destabilisieren (aus den Angeln heben)!

Antworten Gast: E.T.
07.06.2012 12:40
1 0

Re: Keine Pflichten, deshalb auch keine Rechte für die Briten

Wie sagt man doch zu den Briten
"A n g e l - Sachsen". (Zu Ihrer Anmerkung aus den Angeln heben).

 
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Hobbyökonom