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Felderer: Griechen-Austritt würde 500 Mrd. Euro kosten

10.06.2012 | 14:32 |   (DiePresse.com)

Der scheidende IHS-Chef hält es "für sehr unwahrscheinlich", dass Griechenland die Währungsunion verlassen könnte.

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Der scheidende IHS-Chef und Präsident des Staatsschuldenausschusses, Bernhard Felderer, glaubt nicht, dass Griechenland die Währungsunion verlassen könnte. "Das halte ich für sehr unwahrscheinlich", sagte der Wirtschaftsforscher am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Für Europa wäre dies machbar, aber für Griechenland selbst sehr schwierig. In Europa würde ein Euro-Austritt Griechenlands zwar Schocks auslösen, aber man habe ein solches Szenario seit eineinhalb Jahren studiert, wäre also gut vorbereitet.

Bei einem Austritt der Griechen "müsste man ihnen ein Geschenk von mehr als 500 Mrd. Euro machen", sagte Felderer, sonst könnte sich die griechische Wirtschaft nie erholen. Es wäre sehr unwahrscheinlich, dass Griechenland je in der Lage wäre, das Geld, das es bereits erhalten habe, zurückzuzahlen. Auch Österreich würde sicher mehr als die 1,5 Mrd. Euro verlieren, die Griechenland von Wien erhalten habe. Jedenfalls sei die Frage eines Euro-Austritts nicht nur ökonomisch zu beantworten, sondern auch politisch. Der Fehler sei bereits am Anfang gemacht worden: "Griechenland hätte nicht als Mitglied der Eurozone aktzeptiert werden dürfen."

Gutes zeugnis für spanische Wirtschaft

Die EU-Bankenhilfe für Spanien begrüßt Felderer. Das Budgetdefizit des Landes sei durch die bereits erfolgten Staatshilfen für die Banken ohnehin schon höher ausgefallen als geplant, "aber das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein", so Felder. Weitere Bankenhilfen wären für das Land selbst nicht tragbar gewesen, weil seine Verschuldung sonst sprunghafte angestiegen wäre. Wenn Spanien in die gleiche Situation käme wie Griechenland, "dann hätte die Krise eine ganz andere Dimension", so Felderer.

Dass die spanischen Banken tatsächlich 100 Mrd. Euro brauchen werden, glaubt Felderer nicht, aber das sei schwer zu sagen. "Man kann so viel in einer Bankbilanz verstecken, dass es schwierig ist zu wissen, was los ist."

Felderer stellte der spanischen Wirtschaft insgesamt ein gutes Zeugnis aus. In diesem Jahr könnte Spanien sein Leistungsbilanzdefizit auf Null reduzieren, "das ist ein wichtiges Kriterium, um an der Währungsunion teilzunehmen". Spaniens Probleme seien anders gelagert als die anderer Länder, die bisher gerettet wurden. Es seien vor allem die Probleme der Banken, die erst in den letzten Monaten aufgedeckt worden seien. Die Immobilienpreise seien in Spanien um ein Viertel gesunken - in den USA seien die Preise vergleichsweise um mehr als die Hälfte eingebrochen. Die Bankenhilfe wird nach Ansicht Felderers auch eine Hilfe für das ganze Land sein, das sich derzeit nur teuer finanzieren kann. "Wenn die Banken stabilisiert werden, wird sich auch der Zins senken."

Lob für Italiens "Primärüberschuss"

Auch Italien sei auf einem guten Weg, sagte Felderer. Immerhin habe Italien beim Budget einen Primärüberschuss (aus laufenden Einnahmen und Ausgaben) - das könnten nur wenige Länder vorweisen, Österreich übrigens auch nicht. Auch die italienischen Exporte seien im vergangenen Jahr gestiegen.

Den Vorwurf, dass durch zu strenge Sparmaßnahmen das Wirtschaftswachstum der Länder zu sehr behindert werde, will Felderer nicht gelten lassen. Die Sparpolitik habe "sicher auch einen Effekt, aber welche Alternative gibt es dazu?". Eine Schuldenquote von 90 Prozent und mehr sei gefährlich, warnte Felderer. Zudem würden "Infrastruktur-Investitionen in ihrer Wirkung überschätzt", da sie nur punktuell wirken würden.

Vom Plan des Euro-Gruppenchefs Jean-Claude Juncker und des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble, wonach Eurostaaten künftig nur so viel Geld selbst ausgeben dürfen, wie sie selbst einnehmen, und für darüber hinausgehende Ausgaben die Zustimmung der anderen Euro-Finanzminister brauchen, hält Felderer nicht viel. "Ich glaube nicht, dass das die richtigen Anreize schafft." Bessere Chancen auf Verwirklichung habe der Vorschlag, dass Schulden, die über 60 Prozent des BIP hinausgehen, vergemeinschaftet werden, aber zusätzlich durch die Goldreserven des jeweiligen Landes besichert werden müssen.

(Forts. mögl.) ivn/has

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30 Kommentare
 
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Gast: ME AGAIN
11.06.2012 07:12
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Und wieder eine Verlängerung

Warum sollen wir diesmal irgend welchen Zahlen glauben....Fekter und Nowotny tanzen am Philharmonkerball und Zöller mit seinem Griechen schauen zu!

Mit Blindheit geschlagen mussten die Politiker und Bankenbosse gewesen sein oder absichtlich weggeschaut haben

500 Milliarden müsste man den Griechen nachwerfen, meinte der scheidende Chef des IHS, Prof. Felderer, heute in der ORF-Pressestunde, um sie aus dem Euro-Verbund entlassen zu können. Soviel würden sie brauchen, um nachher auf eigenen Beinen stehen zu können.
Vor diesem Hintergrund drängt sich allerdings die Frage auf, ob man die noch vernunftbegabt nennen kann, die in den Staatskanzleien bzw. Chefetagen der Großbanken unmittelbar vor der Aufnahme Griechenlands in die Euro-Zone und in den Jahren nachher politische und wirtschaftliche Verantwortung getragen haben.
Mit Blindheit mussten sie geschlagen gewesen sein oder aber bewusst weggeschaut haben, dass sie nicht gesehen haben, besser vielleicht: nicht sehen wollten, was sich in Griechenland zusammenbraute: Eine kleine Clique von Wirtschaftsverbrechern häufte dort mit tatkräftiger Unterstützung internationaler Banken einen riesigen Schuldenberg auf, der das Vielfache von dem überstieg, was die Griechen in einem Jahr erwirtschafteten.

Und wer waren diese "wegschauenden" Politiker und Bankbosse?

Waren das nicht genau dieselben, die Sanktionen über Österreich verhängt haben??

Die wollten ganz offensichtlich den Sozialismus innerhalb der Eurozone stärken !!!!!

Am Beispiel Griechenlands werden die Grenzen des freien Kapitalverkehrs sichtbar

Doch das ist nicht der einzige Skandal, der uns noch viele Jahre beschäftigen wird. Denn der zweifellos noch viel größere ist der, dass noch zu einer Zeit, als die Bürger der Euro-Zone bereits mit Milliardenbeträgen die griechischen Banken vor dem finanziellen Zusammenbruch retten mussten, es dieselben Banken waren, die die reichen Griechen dabei unterstützten, ihr Geld, das nie das ihrige war, am griechischen Fiskus vorbei ins Ausland zu verschieben. Hier werden die Grenzen des freien Kapitalverkehrs sichtbar. Trotzdem ist gerade der eine heilige Kuh für die EU-Kommission und das Europa-Parlament, an dem nicht gerüttelt werden darf. Viel eher lässt man die 16 anderen Euro-Länder finanziell bluten, um es den Griechen möglichst leicht zu machen, das ergaunerte Geld aus hinterzogenen Steuern ins Ausland zu bringen.
Um astronomisch hohe Beträge muss es sich bei den hinterzogenen Steuern handeln, wenn selbst der oberste Steuereintreiber der Griechen meint, dass schon 15 bis 20 % der hinterzogenen Beträge genügen würden, und Griechenland wäre alle Budgetsorgen los.

Griechenland ist nicht zu retten! Das werden die nächsten Wahlen zeigen.

Griechenland hätte schon längst die Staatspleite erklären müssen. Die Pleite dieser relativ kleinen Volkswirtschaft würde der Euro leicht aushalten. Außerdem wäre es eine Gelegenheit, ein Verfahren zur Abwicklung von Staatspleiten innerhalb der EU zu entwickeln.

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Der Barde der Raubritter


flötet wieder einmal das gewünschte Lied. Verniedlichen, verharmlosen, beruhigen.

Nach dem Motto "Bleib ruhig, mein Sohn - es könnte schlimmer kommen."
Und er blieb ruhig und es kam schlimmer.

Im Gegensatz zu unserem Top-Gouverneur von Parteibuchs Gnaden hat unser Ober-Forscher noch eine Rest-Glaubwürdigkeit; die er zur Zeit sich anschickt mit aller Kraft zu verspielen.


Gast: ewrtert
10.06.2012 19:33
0 0

"die Griechenland von Wien erhalten habe"

Griechenland hat von Wien genau nichts erhalten, sondern die Politik hat das Geld der Steuerzahler in Griechenland verbrannt. Dafür zahl ich gerne 50% Abgaben...

".....dass Schulden, die über 60 Prozent des BIP hinausgehen, vergemeinschaftet werden, aber zusätzlich durch die Goldreserven des jeweiligen Landes besichert werden müssen."

Schulden, die mit Gold besichert sind, müssen nicht mehr vergemeinschaftet werden, s.g.Hr. Felderer.

Außerdem würde das zu einer total perversen Situation führen: Jene Schulden, die sich das Land NICHT leisten kann, werden mit Gold besichert und daraus folgend eine viel NIEDRIGERE VERZINSUNG haben, als jene innerhalb der 60 % (wie auch immer sie hier die Mascherl verteilen, und das zu bestimmen). Wer zieht schon eine unbesicherte Forderung einer besicherten vor, außer sie bietet erheblich höhere Zinsen, sie etwa?

M.E. ist eine Aufteilung auf über oder unter 60% BIP mit Besicherung völliger Quatsch.

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Alternative zu einem Austritt?

Wenn man Griechenland nicht die Rute ins Fenster stellt und vor allem den Mut hat, gegebenenfalls etwaige Konsequenzen auch durchzuziehen, welchen Anreiz hat denn Griechenland für Strukturreformen? Soll dieses Land ein Fass ohne Boden werden, dass die gesamte Wirtschaft Europas mitnimmt und das auf Jahre, vielleicht Jahrzehnte hinaus?

Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Gast: anderswo
10.06.2012 18:37
1 0

"Man kann so viel in einer Bankbilanz verstecken, dass es schwierig ist zu wissen, was los ist."


Man kann nicht nur in der Bilanz alles mögliche verstecken, sondern auch in Schattenbanken, Briefkastenfirmen in Dublin, etc.

Und es ist natürlich äußerst bedenklich, dass der Gesetzgeber so überhaupt nicht auf die Idee kommt, diesen Zustand zu beenden.

Stattdessen wird auf im Grunde unüberprüfbaren Zahlen der Steuerzahler in Geiselhaft genommen, wie diese angebliche Überschuldung zustande kam und ob hier eventuell strafbare Tatbestände vorliegen, interessiert niemand.

Gott sei Dank ist er weg der Felderer!

Dieser Mann hat ohnehin viel zu viel Unsinn in seinsm Leben verbreitet!

Gast: Defender
10.06.2012 18:27
0 0

Warum?

"müsste man ihnen ein Geschenk von mehr als 500 Mrd. Euro machen"

Keinen CENT!

Im Gegenteil alles Volksvermögen der Griechen, welches im Ausland ist, wird zwecks Schuldentilgung eingezogen und fertig!

Pleite gehen lassen...

rechnen sich die 500 milliarden aus den faulen Papieren die bei der ezb hinterlegt worden sind und aus den target2 Forderungen!?
bitte um Infos...
be

Der scheidende IHS-Chef hält es "für sehr unwahrscheinlich", dass Griechenland die Währungsunion verlassen könnte

Bitte wie soll dieses Land jemals wieder auf die Beine kommen, mit dem Euro unmöglich!

500 Millionen nach Griechenland ist wie ein paar Millionen Wasser auf sandigen Boden schütten...

das ist in ein paar Monaten einfach weg!
Wenn man um das gleiche Geld in einem Entwicklungsland zweckgebunden Straßen baut, dann hat man wenigstens ein Ergebnis!

Gast: 12SO-re-na45
10.06.2012 17:44
8 0

Griechenaustritt

habe heute die diskussion mit hr felderer gesehen
im prinzip hat man das gefühl, dass er auch nicht
so recht weiß, was los ist, einmal hat es ihm sogar
die sprache verschlagen. und eigentlich kann einem niemand genau sagen, was zur zeit los ist.
wenn griechenland nach der wahl aus der eurozone austritt, was wahrscheinlich ist, dann
wird sich das blatt wenden, und man kann nicht sagen, ob es teurer kommt, wenn sie in der euro-
zone bleiben. die frage ist, wenn sie drinnen blei-
ben, wielange dauert dann noch die geschenkver-
gabe, denn zurückzahlen können sie ja sowieso
nichts, also sind es geschenke, ob uns auch einmal jemand beschenken wird?

Re: Griechenaustritt

Wir werden nicht beschenkt, sondern beklaut.

Gast: expertenfürwas?
10.06.2012 17:43
5 0

solche politische finanzexperten wie felderer, nowotny(SPÖ),gusenbauer(SPÖ,konzernlobbyist) usw..., haben die krise durch ihr versagen und schönreden herbeigeführt- die finanzmärkte können nur wegen dem eu weiten politischen versagen europas völker wiedermal in den ruin treiben.


Was spielt ......

..... das eigentlich noch groß eine Rolle. WIR haben das Geld ja so oder so nicht. Und was man nicht hat - kann man bekanntlich auch nicht verlieren.

ei einem Austritt der Griechen "müsste man ihnen ein Geschenk von mehr als 500 Mrd. Euro machen"

Und welche "Geschenkhöhe", über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, steht uns bevor, wenn GR in der EURO-Zone bleibt?

Hier werden nicht Alternativen und Fakten verglichen, sondern nur "etwas billige, einseitige" Propaganda gemacht.

500 Mrd.

Die man genüsslich enteignen könnte- von den internationalen Zinseszinshyänen.
500 Mrd. - ein Federstrich und ein paar erhängte Banker und die Sache wäre wieder im Lot.

12 0

Bleiben wir doch bei der Wahrheit

Griechenland wird gehen, so oder so, nur, dass jeder Tag den sie länger bleiben teurer für uns wird.

Warum also halten?

Sind die Ziele der globalen Finanzmafia noch immer nicht erreicht?
So gesehen müsste JEDER der hier zum Verbleib der Griechen (bald wohl auch der Spanier) aufruft, zumindest der Mittäterschaft angeklagt werden.

Re: Bleiben wir doch bei der Wahrheit

die Ziele erreicht?
der weg hat erst begonnen...
jetzt kommt jedes Land, eins nach dem anderen dran...

Gast: Avalanche
10.06.2012 16:18
13 0

Ironie an: Ich mag es, wenn uns alle diese alten Herren erklären warum die Griechen weiter von uns in Europa durchgefüttert werden müssen. Ironie ab


Wenn diese sogenannten Wirtschaftsheinis so kluge Burschen sind - wieso haben sie uns nicht rechtzeitig vor Griechenland gewarnt? Wie die noch nicht im Euro aufgenommen waren. Das alleine zeigt ja schon, dass Herr Felderer kein echter Fachmann ist. Also nur ein gut besoldeter Interessensvertreter? Oder schlicht und einfach ahnungslos?

Die "Wirtschaftswissenschaften" sind per se eine einzige Dampfplauderei !


Gast: Pump
10.06.2012 15:46
3 1

Wurscht was es kostet

wir haben ja sowieso für alles und jedes die Marie.
Nehmen wir uns halt auch dafür ein Krediterl.

 
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Hobbyökonom