Jeder zwölfte OECD-Bürger ohne Job

12.06.2012 | 17:38 |   (Die Presse)

Auch im OECD-Vergleich ist die Jugendarbeitslosigkeit doppelt so hoch wie die allgemeine. Die Organisation fordert die Staaten zu höheren Ausgaben auf. Österreich steht im Vergleich mit den OECD-Ländern gut da.

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Wien/hie. In puncto Arbeitslosigkeit tut sich in der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) seit Anfang des Vorjahres nicht viel: Die Arbeitslosenquote in den Industrieländern lag im April bei 7,9 Prozent, der Wert verharrt seit Jänner 2011 auf diesem Niveau. In der Eurozone betrug die Arbeitslosigkeit elf Prozent. Das ist zwar genauso viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber um 3,7 Prozentpunkte mehr als im März 2008, als die Arbeitslosenquote in den Ländern der Währungsunion ein Rekordtief verzeichnete.

Österreich steht im Vergleich mit den anderen Mitgliedern des „Klubs der Reichen“, wie die OECD-Länder wegen ihrer Wirtschaftskraft genannt werden, gut da. Mit 3,9 Prozent Arbeitslosigkeit liegt der heimische Arbeitsmarkt nicht nur in der Eurozone, sondern auch im OECD-Ranking im absoluten Spitzenfeld. Nur Südkorea schafft neben Österreich noch einen Dreier vor dem Komma (siehe Grafik).

Wie überall ist die Jugendarbeitslosigkeit in den OECD-Ländern vergleichsweise hoch. Sie war mit 16,1 Prozent im April etwa doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosigkeit. In den EU-Ländern hatten im April sogar durchschnittlich 22,4 Prozent der unter 25-Jährigen keine Arbeit.

Bis 2016 „dramatisch hoch“

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) der Vereinten Nationen warnte wiederholt vor den Folgen der steigenden Jugendarbeitslosigkeit. Die Organisation schätzt, dass die Arbeitslosigkeit unter den Jungen zumindest bis 2016 auf einem „dramatisch hohen Niveau“ verharren wird. Die OECD fordert angesichts dessen, dass die Staaten ihre Ausgaben für Qualifizierungsprogramme auf dem Arbeitsmarkt erhöhen sollen.

Seit Ausbruch der Krise 2008 hat die Jugendarbeitslosigkeit weltweit um 5,3 Prozent zugelegt. In den EU-Staaten und anderen Industrieländern betrug der Anstieg 26,5 Prozent.

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3 Kommentare
Gast: Aktivierter
13.06.2012 11:29
1

"Qualifizierungsprogramme"

Wer das AMS kennt, weiß was das heißt.
Der alte Wichtigtuerklub OECD outet sich als Lobby der Scheinschulungs-Industrie.

Gast: 1. Parteiloser
13.06.2012 08:49
0

Die große Österreichische Lüge!

Um die Lüge zu entlarven muss man sich nur die Daten zu den verfügbaren Arbeitskräften in % der Gesamtbevölkerung anschauen, Daten aus 2011.

1) Schweiz........55,7%
2) Deutschland..53,6%
3) Tschechien....51,8%
4) USA..............48,9%
5) Griechenland..46,2%
6) Frankreich......45,0%
7) Österreich......44,6%

Hätte Ö die gleiche Struktur wie die CH, dann hätte Ö um satte 932.000 mehr Arbeitslose, also knapp 20%!

Hätte Ö die gleiche Struktur wie die D, dann hätte Ö um satte 750.000 mehr Arbeitslose, also auch gut 15%.

Der Frühruhegenusswahnsinn und die riesigen geschützten Bereiche verschleiern die Wahrheit nur, die ändern aber nur wenig. Dazu muss man sich nur die verfügbare Arbeitskräfte in % der Gesamtbevölkerung anschauen, Daten aus 2011.

Das muss einfach den Staatshaushalt gewaltig belasten. Die Regierung hat zur Verwirklichung dieses Wahnsinns auch mehr als 40 Mrd. Euro an neuen Schulden gemacht, nur ab Ende 2008!

Aktuell schaut es so aus:
https://www.bmf.gv.at/budget/akthh/2012/201204hauptueberblicke.htm

Ausgaben:.....24.711,6 Mio. Euro
Einnahmen:...16.697,3 Mio. Euro
Defizit:...........8.014,3 Mio. Euro (4 Monate!)
Im gleichen Zeitraum 2011 war das Defizit nur bei 6.635 Mio. Euro.

Das Defizit ist ohne die ausgegliederten Bereiche, ohne Länder und ohne Gemeinden!

Gast: 1. Parteiloser
13.06.2012 08:49
0

Das große Versagen der EU Planwirtschaften!

Das Versagen ist der katastrophale Einsatz von Betriebsmitteln und Arbeitskräften zur Versorgung der Gesellschaft. Es wird immer klarer, dass die Versorgung so wegkippt, dass nicht nur der Wohlstand bedroht ist auch die Armutsberichte schauen immer schlimmer aus.

Die Daten zur realen Produktion in der Eurozone zeigen das auch ganz deutlich!

http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/download/konindikat/ki05.xls

Industrieproduktion in der Gesamtindustrie ohne Baugewerbe im Euro-Raum (saisonbereinigt, reale Werte). Basis 2005 = 100%
2001: 96,3%
2006: 104,2%
2011: 100,5%

Die Daten zum Baugewerbe:
Basis 2005 = 100%
2001: 95,7%
2006: 103,4%
2011: 85,5%
Pro Einwohner gerechnet würde der Rückgang noch viel dramatischer aussehen, das Bevölkerungswachstum lag bei gut 5%.

Seit dem Jahr 2001 sollte das reale BIP in der Eurozone, nach Meinung der Planwirtschafter, ja um gut 30% gewachsen sein, die Realität zeigt aber nur traurige Daten. Die fehlenden nutzbare volkswirtschaftliche Leistung wird aber bei der BIP Berechnung kaum sichtbar. Die wird bei der BIP Berechnung durch die Kosten der staatlichen Dienstleistungen dann überkompensiert. Dazu kommt noch, dass das nominelle BIP Wachstum durch die hedonisch berechnete Teuerungsrate korrigiert wird und sich so jedes Jahr Fehler zwischen 1 und 4 % eingeschlichen haben. Über die letzten 15 Jahre gesehen ein massives Problem.

Abgewirtschaftet durch Planwirtschaft!

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