EU-Kommission zweifelt an Gaspipeline Nabucco

15.06.2012 | 09:32 |   (DiePresse.com)

Der EU-Generaldirektor für Energie sagt, dass das "Nabucco-Konsortium noch lebt", sieht aber "kostengünstigere Alternativen".

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Die EU-Kommission fürchtet um die Zukunft des Pipeline-Projekts Nabucco, das Erdgas vom Kaspischen Meer nach Europa bringen soll und an dem der österreichische börsenotierte Mineralölkonzern OMV beteiligt ist. Der EU-Generaldirektor für Energie, Philip Lowe, sagte, dass das "Nabucco-Konsortium noch lebt." Aber das Projekt konkurriere "mit anderen Alternativen, die eventuell kostengünstiger erscheinen". Die EU-Kommission hatte sich in den vergangenen Jahren für Nabucco eingesetzt, das Europa unabhängiger von russischem Gas machen soll.

Lowe ist in Energiefragen der höchste EU-Beamte, er arbeitet eng mit EU-Energiekommissar Günther Oettinger zusammen. Der Brite sagte, die Kommission habe sich seit dem November 2011 bewusst beim Thema Nabucco zurückgehalten, um "etwas politischen Abstand von den kommerziellen Verhandlungen zu nehmen". Nun seien die Unternehmen am Zug. "Die politischen Entscheidungen sind wichtig, um den Projekten die notwendige Rechtssicherheit geben. Aber wir nehmen Abstand von den einzelnen Entscheidungen in kommerziellen und technischen Dimensionen."

Zweifel an Plänen

Der deutsche Nabucco-Partner RWE hatte Mitte Mai Zweifel an den Pipeline-Plänen für den Fall angemeldet, dass das Projekt nur von der türkischen Grenze bis nach Österreich gebaut werden kann und zu wenig Gas bekommt. Die Leitung soll durch die Türkei laufen und von dort nach Österreich führen. Die Streckenaufträge werden aber separat vergeben - über den "Europa-Abschnitt" soll bis Ende Juni entschieden werden, über den "Türkei-Abschnitt" erst 2013. Besonders der Zuschlag für die Durchquerung der Türkei wäre für Nabucco wichtig, sagte Lowe.

Für Investoren stelle sich auch die Frage, ob das Leitungsprojekt europäischem oder türkischem Recht unterliege. Für das ursprüngliche Nabucco-Projekt gebe es ein Abkommen der beteiligten Staaten nach europäischem Recht. Sollte Nabucco für die Türkei-Querung nicht zum Zug kommen, fiele ein Alternativkonzept wohl unter türkisches Recht. "Das wird dann für Investoren wahrscheinlich weniger interessant", sagte Lowe.

Eine Sprecherin des Nabucco-Konsortiums sagte auf Anfrage, man konzentriere sich auf den Teil "Nabucco West" von der türkischen Grenze nach Österreich. Die Möglichkeit, auch den Zuschlag für den Türkei-Abschnitt zu bekommen, sei aber noch nicht vom Tisch.

 

(APA)

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5 Kommentare

Ruttensdorfers Deal ...

Prolongation der SPÖ Storry!

Europa sollte weiterhin Gas aus Russland beziehen und

sich von der Türkei und vom Iran fernhalten! Das ist vermutlich das Beste für alle Beteiligten!

Antworten Gast: TürkAusGERMANY
16.06.2012 19:06
2

Re: Europa sollte weiterhin Gas aus Russland beziehen -> Mit Risiken inbegriffen


Quatsch.

Die Türkei ist und bleibt ein sehr zuverlässiger, alter Partner Europas.

Diese Tatsachen werden durch zahlreiche Partnerschaften und Bündnisse seit Jahrzehnten unter Beweis gestellt--> Die TÜRKEI:
1. EG-Assoziierung seit 1963
2. EU-Zollunion seit 1996
3. EU-Beitrittskandidat seit 1999 (ab 2005 Verhandlungen)
4. Im Europarat seit 1949 (Gründungsjahr)
uvm ...

Die Türkei war zudem bereits vor dem letzten Weltkrieg westlich-demokratischer geprägt als das kommunistische Russland.

Über Stalingrad, 2.Weltkrieg und kalter Krieg brauchen wir auch nicht zu reden.

UND selbst die EU hat erklärt, das die Türkei eine Schlüsselposition bei dem Energeibedarf der EU zu kommt (grosse & kleiner Piplines Türkei).

Das Beste und sicherste für Europa ist und bleibt die Türkei.

Alternativkonzept wohl unter türkisches Recht. "Das wird dann für Investoren wahrscheinlich weniger interessant"

Na bitte. Es geht doch!

Gast: netter gast
15.06.2012 11:09
0

Machtpolitik

Nabucco wäre nur mit iranischem Erdgas
ausgelastet und damit effizient .

Aber der Iran darf aus machtpolitisch Gründen nicht an die Erdgasleitung angebunden werden

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