Eine "Light"-Version gemeinsamer Staatsanleihen ist im Gespräch. Weil die deutsche Regierung die gemeinsame Ausgabe von Staatsanleihen durch alle Euro-Staaten derzeit strikt ablehnt, erwägt die EU-Kommission nun eine Art "Light"-Version. Die Idee dazu hatten mit Christian Hellwig and Thomas Philippon zwei französische Wissenschafter.
Euro-Bills unterscheiden sich von ihrer großen Schwester vor allem in der Laufzeit. Bills müssen spätestens nach einem Jahr zurückgezahlt werden. Der Vorteil: In diesem kurzen Zeitraum ist das Risiko eines Zahlungsausfalls für Investoren überschaubar - anders als bei Bonds, die erst nach zwei, fünf, zehn oder sogar 20 oder 50 Jahren an die Investoren zurückgezahlt werden müssen. Genau wie bei Bonds würden Krisenstaaten wie Spanien davon profitieren, dass die Bills gemeinsam mit wirtschaftlich starken Ländern wie Deutschland ausgegeben würden. Sie müssten weniger Zinsen zahlen, Deutschland dagegen höhere.
Ausgabe nur gegen Sparauflagen
Die kurze Laufzeit der Euro-Bills birgt noch einen entscheidenden Vorteil. Krisenstaaten erhalten sie nur gegen Auflagen, etwa Sparvorgaben. Gleichzeitig sollen sie in der Höhe begrenzt werden - als Limit sind zehn Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsproduktes im Gespräch. Wenn gegen Auflagen verstoßen wird, können die Sünder rasch von der Vergabe neuer Bills ausgeschlossen werden. Für Euro-Bills spricht auch, dass für deren Einführung nicht die europäischen Verträge geändert werden müssen. Sie könnten also rasch aufgelegt werden.
Allerdings sind auch Euro-Bills kein Wundermittel. Mit kurzlaufenden Staatsanleihen kann nur ein Teil des Finanzbedarfs gedeckt werden, der Bedarf von Anlegern an solchen Papieren nicht unbegrenzt. Der Bund beispielsweise leiht sich im zu Ende gehenden Frühjahresquartal insgesamt 68 Milliarden Euro von Investoren, weniger als ein Drittel davon mit Wertpapieren mit kurzer Laufzeit. Euro-Bills wären aber ein erster Schritt in Richtung von gemeinschaftlich begebenen Eurobonds.
(APA/Ag.)
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