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US-Notenbank weitet "Operation Twist" aus

20.06.2012 | 18:45 |   (Die Presse)

Die Fed wird bis Jahresende weiterhin Treasury Bonds mit langer Laufzeit kaufen. Ursprünglich hätte das umstrittene Programm Ende Juni enden sollen.

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[Wien/stef] Die Federal Reserve fährt weiterhin im Krisenmodus: Die umstrittene „Operation Twist", bei der die US-Zentralbank Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit verkauft und durch solche mit deutlich längerer Laufzeit ersetzt, wird nicht wie ursprünglich vorgesehen in zwei Wochen auslaufen. Stattdessen wird die Fed zumindest bis Jahresende heftig am Anleihenmarkt intervenieren.

Konkret will Notenbankchef Ben Bernanke amerikanische Treasury Bonds mit einer Laufzeit von weniger als drei Jahren verkaufen lassen und gegen solche mit einer Laufzeit zwischen sechs und 30 Jahren tauschen. Das soll den langfristigen Zinssatz nach unten drücken. Laut Lehrbuch werden dadurch Kredite billiger und das Sparen weniger interessant. Das wiederum soll Investitionen anregen und so die Konjunktur beleben.

Kein „Quantitative Easing III"

Die außergewöhnliche „Operation Twist" war im September des Vorjahres beschlossen worden. Die Fed legte den Umfang mit 400 Mrd. Dollar (317 Mrd. Euro) fest. Nun wird das Tauschprogramm um 267 Mrd. Dollar erweitert. Außerdem soll der Leitzins zumindest bis 2014 auf dem Tiefstwert von null bis 0,25 Prozent bleiben.

Die Investoren rechneten im Vorfeld der Entscheidung von Mittwochabend bereits mit einer Ausweitung der „Operation Twist". Einige erwarteten zusätzlich, dass die Zentralbank auch neue Staatsanleihen kaufen und ihre Bilanzsumme ausweiten wird. Ihnen erteilte Bernanke eine Abfuhr. Man sei zwar „vorbereitet", auch weitere Aktionen zu treffen. Derzeit hoffe man aber, dass die Ausweitung der „Operation Twist" reiche, um der stockenden Konjunktur wieder auf die Sprünge zu helfen.

Mit dem durchaus umstrittenen Kauf von Wertpapieren in großem Umfang begann die Fed bereits Ende 2008. Seitdem führte sie zwei Runden des sogenannten „Quantitative Easing" durch. Die Bilanzsumme erhöhte sich so auf knapp drei Billionen Dollar. 1600 Mrd. Dollar davon hält die Zentralbank in Form von US-Staatsanleihen. Sie ist damit die größte Gläubigerin der USA.

Kritiker verweisen darauf, dass die Notenbank einerseits den Markt heftig beeinflusse. Die Rendite für zehnjährige Treasury Bonds lag am Mittwoch bei 1,65 Prozent. Obwohl die weltgrößte Volkswirtschaft im Sommer des Vorjahres die beste Bonität Triple A verloren hat, gehen die Renditen kontinuierlich zurück - unter anderem dank der Intervention der Zentralbank. Doch erhöht das Anwerfen der Druckerpresse die Inflationsgefahr. Die Teuerung in den USA stieg im vergangenen Jahr auf 3,5 Prozent. Zuletzt reduzierte sich die Kerninflation allerdings auf zwei Prozent, weshalb manche Beobachter Bernanke wieder etwas mehr Spielraum einräumen.

Von echter Erholung keine Spur

Klar ist: Wirklich ins Laufen gebracht haben die bisherigen Eingriffe der Fed die US-Konjunktur nicht. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich im Mai leicht auf 8,2 Prozent. Das Wirtschaftswachstum ging auf unter zwei Prozent zurück - zu wenig, um die wachsende US-Bevölkerung mit ausreichend Jobs zu versorgen.

Bernanke sprach deshalb Mittwochabend auch von einer „Eintrübung" und einer „nicht zufriedenstellenden Lage". Sorge bereite ihm vor allem die Lage in der Eurozone. Die Schuldenkrise habe das Potenzial, die Konjunktur weltweit nach unten zu drücken, weil Investoren und Konsumenten angesichts der Unsicherheit zurückhaltend reagierten.

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8 Kommentare
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Der Rohölpreis ist abgestürzt, Sprit sollte wieder billger werden

Das sollte der Onkel Ben vielleicht öfters verkünden ???

Gast: Hans im Glück
21.06.2012 12:57
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Das kann nur bedeuten, dass US-Staatsanleihen mit längerer Laufzeit massiv von anderen Staaten verkauft werden.

Dadurch, dass sich die USA immer mehr über kurzfristige Staatsanleihen finanziert wird es immer schneller immer höhere Volumina an den Mann bringen.

Mir wird jetzt schon schwindlig bei dieser Vorstellung.

Das kann man nicht lange durchhalten.

Die Erlösung ist in greifbarer nähe.

2 0

Nach dem Motto:

einmal geht´s noch!

Billige Kredite der FED

haben zur Finanzkrise geführt. Sie treiben sprichwörtlich den Te u fel mit dem Be e l ze bu b aus. Man bezahlt Schulden mit Schulden und schließlich druckt man sich das Geld.

Dass dieses Geld am Ende nichts mehr wert ist, ist doch logisch. Damit wird aber auch das Sauerverdiente der Menschen entwertet.

Die Verantwortlichen gehören nach Sibirien, aber in manchen Fällen wäre ich auch für die Wiedereinführung des mittelalterlichen Prangers - mind. ein halbes Jahr anspucken...

Antworten Gast: baro palatinus
21.06.2012 09:04
1 0

warum?

die dummen europäer kaufen die faulen kredite der amis wieder auf, der binnemarkt brummt und für die amerikaner ist alles in ordnung.
besser geht's nicht.

Gast: Geldbetrachter
20.06.2012 22:34
2 0

Doch erhöht das Anwerfen der Druckerpresse die Inflationsgefahr

- nicht nur die Inflations"gefahr".
Wenn man die Druckerpresse anwirft, >schafft< man mehr Inflation.
Inflation bedeutet, dass die Geldmenge sich erhöht-> das Geld wird weniger wert.

Daher ist die Inflation auch viel höher als angegeben (-> Geld drucken der letzten Jahre). Die kommende Geldentwertung wird eine besonders starke Geldentwertung sein.


Gast: netter gast
20.06.2012 22:04
3 0

Wie

war letztens in der Presse so treffend zu lesen ?
Die Preise steigen ,
aber wir haben keine Inflation

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Re: Wie

Stimmt auch irgendwie, wenn man als Inflation die steigende Geldmenge sieht.

Diese steigt aktuell in Europa kaum (restriktive Geldpolitik der Deutschen) und daher laufen wir auch in eine Rezession hinein. Dieses Schuldensystem benötigt immer mehr Geld, sonst bricht es zusammen.

Hobbyökonom