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Briten wollen faulste Beamte kündigen

21.06.2012 | 16:41 |  von unserem Korrespondenten Felix Lill (Die Presse)

Die britische Regierung will die Produktivität der Staatsdiener messen. Um den öffentlichen Sektor effizienter zu machen, sollen die schlechtesten zehn Prozent gekündigt werden. Die Gewerkschaft tobt.

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London. Um den öffentlichen Sektor effizienter zu machen, will die britische Regierung ihre Angestellten künftig aufgrund mangelnder Leistung feuern können. Das erklärte Francis Maude, Minister des Cabinet Office, des Büros des Premierministers, am Dienstag. Es sollen Rankings erstellt werden, um die Leistung der Staatsdiener zu beurteilen. Die schlechtesten zehn Prozent sollen entlassen werden. Es sei der Versuch, mit Anreizen zur erhöhten Produktivität den Staatsapparat wie ein privates Unternehmen zu führen.

Ein Angriff auf den öffentlichen Dienst sei dies aber nicht, beteuerte Maude. Auch viele Beamte sähen den Apparat als „zu bürokratisch, hierarchisch und mehr auf Prozesse als Ergebnisse fokussiert“ an. Schon vor einem Monat ist der Plan der Regierung ans Licht gekommen. Dem „Daily Telegraph“ gegenüber hat Maude damals gesagt: „Es ist ein Mythos, dass man öffentlich Bedienstete niemals feuern kann.“ Dabei beklagte er, dass dies allerdings schwierig sei, wenn der Grund dafür die Arbeitsleistung betreffe.

Opposition kritisiert Pläne

Zudem zitierte die Zeitung eine Quelle aus Regierungskreisen mit den Worten: „Sie sind faul. Es gibt keine Führung. Du wirst sie nicht los.“ Daher gebe es große Probleme mit der Servicequalität im öffentlichen Sektor. „90 Prozent zu feuern und den verbleibenden zehn bessere Bezahlung anzubieten“, würde demnach die Arbeit „revolutionieren.“

Wie auch die Opposition kritisiert die Gewerkschaft der öffentlich Bediensteten PCS den Vorstoß. PCS-Generalsekretär Mark Serwotka meinte, dass es keine „underperformance“ im öffentlichen Sektor gebe. „Die Menschen arbeiten schon jetzt unter sehr stressigen Bedingungen.“ Wenn das Service erhöht werden solle, müsse die Beschäftigtenzahl angehoben und nicht gesenkt werden. Die Gewerkschaft, die zuletzt mehrere Streiks gegen Schnitte im öffentlichen Budget unternahm, ließ offen, ob sie bald wieder auf die Straße gehen werde.

Großbritanniens öffentlicher Sektor beschäftigt 434.000 Arbeitskräfte, der geringste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg. Bei Antritt der konservativ-liberaldemokratischen Regierungskoalition im Mai 2010 waren es noch 500.000. Die Zahl der Beamten konnte durch andere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung bereits gesenkt werden.

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9 Kommentare

Besser "unter Verschluss" geben

Das sind beeindruckende britische Realwerte für einen Bürger aus Österreich! Wenn diese Angaben betreffend die Anzahl der Arbeitskräfte im öffentlichen Sektor (434 TS) auch nur ansatzweise stimmen, führt jeder weiterführende Gedanke bezogen auf die Anzahl der Arbeitskräfte hier (rd. 450 TS) automatisch zur Revolution!

Gast: eigner9H
22.06.2012 10:20
1 0

Eine gute Idee auch für AT.

Die faulsten Beamten und Mitarbeiter von Staatsbetrieben kündigen. Den faulsten Bauern die Subventionen streichen. Die faulsten Politiker aus dem Land werfen. Das wäre zwar das Ende der rot/schwarzen/blauen Klientelpolitik, aber das soll ja auch das Ziel sein!

Und was ist mit den Politikern?


Gast: hmmmm
21.06.2012 21:08
2 0

Die Regierung...

...will sich selbst entlassen?

Finde ich gut

Wäre in AT auch nicht schlecht - allerdings könnte man da ruhig die Zahl der zu entlassenden Minderleister etwas hochschrauben. 20-30% würde keiner merken.

Re: Finde ich gut


Oder vielleicht die fleißigsten 10 Prozent der Schreibtisch-Akteure in Amt und Würden belassen, und weg mit dem Rest? Die Büro-Jobs wären dann noch immer überbesetzt.

Re: Finde ich gut

Diese britische Idee sollte sofort übernommen werden!

Gast: Martin_S
21.06.2012 19:38
7 2

Schau an

Über 60.000 Kipfler weg, und der Laden läuft immer noch.... Sollte auch in Ö so gemacht werden!!!

Re: Schau an

wird eh gemacht.
Bauen nur noch ab, nicht auf

Hobbyökonom