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Studie: Deutschland ist bester Standort Europas

22.06.2012 | 14:33 |   (DiePresse.com)

Trotz der sich zuspitzenden Euro-Schuldenkrise glauben Investoren an den Standort Deutschland, ergab eine Studie von Ernst & Young.

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Deutschland ist Europameister - zumindest im Wettbewerb um den attraktivsten Standort für Investoren. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Studie der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young, die auf einer Umfrage unter Managern von 840 internationalen Unternehmen beruht. "Die Schuldenkrise in Europa kann dem Ansehen Deutschlands offenbar bisher nicht schaden - im Gegenteil: Der Standort Deutschland wird durchweg besser beurteilt als im Vorjahr", hieß es darin. "Und 60 Prozent der Manager erwarten, dass die Attraktivität Deutschlands weiter zunehmen wird." Ob das tatsächlich so sein wird, daran gibt es nach aktuellsten Zahlen berechtigte Zweifel: Der ifo-Geschäftsklimaindex verheißt jedenfalls nichts Gutes (mehr dazu ...).

Weltweit belegt Deutschland in dem Standort-Ranking den sechsten Platz, hinter China, Indien, den USA, Russland und Brasilien. Für Deutschland sprechen demnach die gute Infrastruktur, gut ausgebildete Arbeitskräfte und das soziale Klima. Das zahlt sich aus: Die Investitionsprojekte in Deutschland stiegen der Studie zufolge im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 597. Dabei wurden etwa 17.600 Arbeitsplätze geschaffen, 43 Prozent mehr als 2010. Österreich wurde in der globalen Studie nicht erfasst.

"Fast immer in engerer Wahl"

"Wer in Europa investieren möchte, nimmt fast immer Deutschland in die engere Wahl", sagte Ernst & Young-Experte Peter Englisch. "Das war noch vor fünf Jahren ganz anders." Viele andere europäische Länder drohten dagegen in die zweite Liga abzusteigen.

Im Gegensatz zu den Ratingagenturen schauten die Unternehmen mehr auf die Fundamentaldaten Deutschlands und Europas, so Englisch. Sie interessiere vor allem der große Absatzmarkt sowie die hohe Zahl an Konsumenten, schließlich wollten sie ihre Produkte verkaufen. Fast jeder zweite Investor ist laut Umfrage der Meinung, dass Deutschland und Europa als Standorte vom Euro profitieren - bei der Befragung vor einem Jahr waren es allerdings noch 60 Prozent gewesen.

Starkes Plus bei chinesischen Investoren

2011 investierten ausländische Unternehmen deutlich mehr in Deutschland. Laut Untersuchung stieg die Zahl der Projekte um 7 Prozent auf rund 600. Rund 18.000 neue Jobs wurden geschaffen, das waren 43 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten Projekte kamen laut Umfrage erneut aus den USA, allerdings war die Anzahl rückläufig. Dahinter folgten Unternehmen aus der Schweiz und Großbritannien, dann mit einem starken Plus China. In Europa lag Deutschland bei der Zahl der Projekte auf Rang zwei hinter Großbritannien, das auch wegen der Sprache für US-Unternehmen der bevorzugte Standort ist.

Chinesische Investoren sind außerdem zunehmend an der Übernahme deutscher Firmen interessiert, wie eine erst vor kurzem vorgestellte Studie von Ernst & Young ergeben hatte. Ihnen gehe vor allem darum, zusätzliche Absatzmärkte zu erschließen.

(Ag.)

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