11.02.2012 06:46 | Meine Presse Merkliste0

Erwachsenenbildner: Zurück zur virtuellen Schulbank

08.02.2007 | 15:42 |   (Die Presse)

Expertentagung. Trotz regen Zulauf fühlen sich Anbieter von Erwachsenenbildung benachteiligt. Ein professionelles Zertifikat für die Weiterbildung soll kommen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

WIEN (hes). 1,4 Millionen Teilnehmer pro Jahr zählen die Anbieter der Erwachsenenbildung - und sie fühlen sich dennoch benachteiligt. Was bisher fehlte, war eine allgemein anerkannte Ausbildung. Diesem Zustand sollte am 1. Februar durch eine gemeinsame Kraftanstrengung  der Weiterbildungsverbände Österreichs ein Ende gesetzt werden. "Es ist ein Professionaliserungs- und Qualitätssicherungsschub gelungen", erklärt etwa Margarete Wallmann vom Bundesinstitut für Erwachsenenbildung im Gespräch mit der "Presse" am vergangenen Donnerstag am Rande einer Tagung der Experten für die Erwachsenenbildung in Wien.


Konkret ging es darum, für die Erwachsenenbildung ein System zu schaffen, das im Hochschulsektor mit dem European Credit Transfer System (ECTS) vergleichbar ist. Mit der neu ins Leben gerufenen Weiterbildungsakademie, "wba", gibt es nun erstmals einen Qualifikationsrahmen für Erwachsenenbildner mit fixen Standards und  der Möglichkeit, Kompetenzen zu überprüfen. Damit sollen die Qualifikationen vergleichbar werden.

Angeboten werden zwei Abschlüsse, ein Zertifikat und ein Diplom. Auch für Durchlässigkeit zum Hochschulsystem ist mit einer Vereinbarung mit  der Donau-Uni Krems gesorgt. Im neu entwickelten Master-Lehrgang "Life Long Learning" können Erwachsenenbildner einsteigen und einen akademischen Grad erreichen. Der erste Lehrgang startet in Krems im Sommersemester 2008.

Wie kommt jetzt aber jemand, der in der Erwachsenenbildung tätig ist zur wba? Am leichtesten über das Internet, wie Anneliese Heillinger von der Weiterbildungsakademie das Procedere erläutert. Unter www.wba.or.at sind nicht nur alle weiteren Schritte übersichtlich aufgeschlüsselt, sondern auch alle Studienpläne abrufbar. Wer also im Bildungsmanagement, in beratender Tätigkeit oder als Bibliothekar im öffentlichen Bibliothekswesen tätig ist,  erfährt im Internet, welche seiner Ausbildungen oder praktischen Erfahrungen für welches Diplom oder Zertifikat angerechnet werden kann.

"Die Anerkennung in diesem Sinne erfolgt also eher virtuell", führt Heillinger aus. Für die Vertreter der Erwachsenenbildung ist dies ein Vorzeigemodell und ein Meilenstein. Die nächsten Monate werden zeigen, wie die Erwachsenenbilder von dem neuen Angebot Gebrauch machen.

Soziale Kompetenz, Management

Interessierte Erwachsenenbildner drücken als wba-Studierende nicht die Schulbank im klassischen Sinn, sondern durchlaufen die Weiterbildungskademie großteils virtuell. Um ein anerkanntes wba-Zertifikat zu erlangen, müssen neben ausreichender Praxiserfahrung, Wissen über Pädagogik, Gesellschaft und Bildung, didaktische und soziale Kompetenz sowie Management- und Beratungskompetenz nachgewiesen werden.

Wilhelm Filla, Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen, brachte bei der Tagung auch die von den Weiterbildungsverbänden stets kritisierte geringe Unterstützung durch die öffentliche Hand zur Sprache. Vom Bildungsministerium wurden zuletzt nur 0,2 Prozent des Bildungsbudgets für die Erwachsenenbildung aufgewendet. Dazu Filla: "Lebenslange Bildung ist die Grundlage für Wettbewerbs- und Beschäftigungsfähigkeit, soziale Integration, gesellschaftliche Teilhabe und persönliche Entwicklung jedes Einzelnen." Daher müssten die Unterstützungen für die Erwachsenenbildung  auf zumindest 1 Prozent des gesamten Bildungsbudgets angehoben werden.

Trainer-Award des Wifi

Eine interne Qualifizierungsaktion führt auch dieses Jahr (zum insgesamt dritten Mal) Wifi Österreich mit seinem "Award Wifi-Trainer/in 2007" durch. Bis zum 28. Februar können Trainer - nach dem Gesichtspunkt der "innovativsten Konzepte und der herausragendsten Leistungen" - eingereicht werden. Bei Wifi Österreich wirken in den Lehrgängen und Kursen insgesamt rund 12.000 Trainer mit.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

Mein Geld

Hobbyökonom