Immigration: Lehren aus der deutschen Nachkriegszeit

09.01.2013 | 14:16 |  Von Sebastian Braun und Michael Kvasnicka (Ökonomenstimme)

Reagieren Einwanderer stärker als Einheimische auf regionale und sektorale Unterschiede im Lohnniveau oder in der Arbeitslosenquote?

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Sind sie also also eher bereit, sich einen neuen Job in einer wirtschaftlich prosperierenden Region oder einem expandierenden Wirtschaftssektor zu suchen? Und treibt dies den Strukturwandel einer Volkswirtschaft voran? Erkenntnisse aus Nachkriegsdeutschland.

Eine kürzlich erschienene Studie (Braun und Kvasnicka, 2012) beleuchtet diese Fragen im Kontext der deutschen Nachkriegsgeschichte und zeigt, dass der Zustrom von Heimatvertriebenen aus Mittel- und Osteuropa den Strukturwandel in Westdeutschland deutlich beschleunigt hat.

Ein neuer Job bringt ein neues Arbeitsumfeld mit sich und kann im Falle eines Umzugs auch den Verlust sozialer Bindungen bedeuten. Viele Menschen schrecken daher davor zurück, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen – auch wenn sie an einem anderen Ort oder in einem neuen Beruf mehr verdienen könnten. Für neu Zugewanderte gelten diese Beschränkungen nicht oder nur in weitaus geringerem Maße. Durch ihre Migration haben sie sich bereits von ihrem angestammten Umfeld und ihrem alten Arbeitsplatz getrennt. Im Zielland verfügen sie zudem nur selten über soziale Bindungen an eine spezifische Region, die sich hemmend auf ihre weitere Mobilität auswirken könnte.  Es ist daher zu erwarten, dass Zuwanderer mehr als Einheimische ihren Arbeitsplatz nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten suchen, d.h. nach Tätigkeiten in einer wirtschaftlich prosperierenden Region oder in einem expandierendem Wirtschaftssektor Ausschau halten. Zuwanderer können daher den Wertschöpfungsanteil wirtschaftlich prosperierender Regionen oder Sektoren erhöhen und damit die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft stärken.

In unserer Studie analysieren wir, ob Zuwanderung tatsächlich den Strukturwandel von niedrig- zu hochproduktiven Sektoren vorantreiben kann. Wir werfen dazu einen Blick zurück auf die westdeutsche Nachkriegsgeschichte: Unmittelbar vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs waren noch mehr als ein Viertel der Erwerbspersonen im Deutschen Reich in der Landwirtschaft beschäftigt. Zum Vergleich: Im Vereinigten Königreich betrug der Anteil der Erwerbspersonen in der Landwirtschaft bereits damals gerade einmal noch fünf Prozent. Gleichzeitig lag die Produktivität des landwirtschaftlichen Sektors in Deutschland deutlich unter derjenigen im Vereinigten Königreich. Die Produktivität der Industrie hingegen war in beiden Ländern in etwa gleich. Als die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 gegründet wurde, “erbte” sie somit einen vergleichsweise großen und unproduktiven landwirtschaftlichen Sektor. Westdeutschland bot sich daher die Chance, durch eine Verlagerung der Beschäftigung aus der Landwirtschaft in die Industrie und den Dienstleistungssektor die gesamtwirtschaftliche Produktivität und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln (Broadberry 1997, Temin 2002).

Diese ineffiziente Sektorenstruktur mit einem aufgeblasenen landwirtschaftlichen Sektor fanden die Millionen von Heimatvertriebenen, die vor allem  aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reichs geflüchtet oder vertrieben worden waren, bei ihrer Ankunft im kriegszerstörten Nachkriegsdeutschland vor. Fast jeder sechste Einwohner Westdeutschlands war im Jahr 1950 ein Heimatvertriebener. Der Bevölkerungsanteil der Vertriebenen war hierbei regional sehr unterschiedlich und reichte von weniger als vier Prozent im Regierungsbezirk Trier bis hin zu fast 35 Prozent im Regierungsbezirk Lüneburg.

Im Gegensatz zu anderen Zuwanderungsepisoden waren sich Heimatvertriebene und die einheimische westdeutschen Bevölkerung in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich. So sprachen Vertriebene und Einheimische nicht nur die gleiche Muttersprache. Sie verfügten im Durchschnitt auch über ein sehr ähnliches Bildungsniveau (Bauer, Braun und Kvasnicka, im Erscheinen). Auch waren die Heimatvertriebenen keine selektierte Gruppe, sondern repräsentierten einen kompletten Querschnitt ihrer Herkunftsregionen, da Menschen jeden Alters und aller gesellschaftlichen Schichten gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Allerdings arbeiteten die Vertriebenen vor ihrer Flucht deutlich häufiger in der Landwirtschaft als die westdeutsche Bevölkerung. Man könnte deshalb vermuten, dass viele Heimatvertriebene auch nach ihrer Ankunft in Westdeutschland Arbeit in der Landwirtschaft gesucht und damit den sektoralen Wandel in Deutschland verlangsamst hätten. Doch tatsächlich war das Gegenteil der Fall: Die Heimatvertriebenen beschleunigten den strukturellen Wandel in Westdeutschland, da sie weit häufiger als die einheimische Bevölkerung einen Arbeitsplatz außerhalb der Landwirtschaft suchten.

Abbildung 1 zeigt für die Gruppen der Heimatvertriebenen und der Einheimischen den jeweiligen Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft in den Jahren 1939, 1950, 1960 und 1971. Betrachtet wird eine spezifische Alterskohorte (und zwar Männer, die zwischen 1910 und 1919 geboren worden sind). Datengrundlage ist die Mikrozensus Zusatzerhebung von 1971. Die Daten zeigen, dass die Heimatvertriebenen vor ihrer Flucht deutlich häufiger in der Landwirtschaft arbeiteten als die einheimische westdeutsche Bevölkerung. Der Beschäftigungsanteil der Heimatvertriebenen in der Landwirtschaft reduzierte sich jedoch zwischen 1939 und 1950 um mehr als die Hälfte und fiel in den darauffolgenden Jahren noch weiter ab. Viele der Heimatvertrieben, die vor dem Krieg in der Landwirtschaft gearbeitet hatten, zog es also nicht in diesen Sektor zurück,  in dem die Löhne niedrig und die Beschäftigungsmöglichkeiten begrenzt waren. Der landwirtschaftliche Beschäftigungsanteil der einheimischen westdeutschen Bevölkerung hingegen blieb zwischen 1939 und 1950 annähernd konstant und fiel auch danach nur langsam.

Abbildung 1: Landwirtschaftlicher Beschäftigungsanteil von zwischen 1910 und 1919 geborenen Männern

vergrößern



Diese unterschiedlichen Entwicklungen lassen sich dadurch erklären, dass die Heimatvertriebenen bei ihrer Ankunft in Westdeutschland gezwungen waren, in einer neuen Umgebung nach einer neuen Tätigkeit zu suchen. Sie besaßen also nicht die Option, wieder zu ihrem alten Arbeitgeber in ihrem Heimatort zurückzukehren. Ihre Arbeitsplatzwahl war daher weit mehr von den damals vorherrschenden sektoralen und regionalen Unterschieden im Lohnniveau und in der Arbeitslosenquote bestimmt als die der Einheimischen. Und so entschieden sich überdurchschnittlich viele Heimatvertriebene für einen Arbeitsplatz außerhalb der wenig attraktiven Landwirtschaft.

Daten der Volks- und Berufszählungen von 1939 und 1950 zeigen, dass die Bedeutung der Sektoren außerhalb der Landwirtschaft in Regionen mit einem hohen Bevölkerungsanteil von Heimatvertriebenen deutlich schneller gestiegen ist als in Regionen mit einem geringen Bevölkerungsanteil. Dieser positive Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Zuwanderung von Heimatvertrieben einerseits und der Veränderung des Anteil der nicht in der Landwirtschaft Beschäftigten andererseits ist in Abbildung 2 dargestellt. Diese Expansion der produktiveren nicht-landwirtschaftlichen Sektoren erhöhte das regionale Pro-Kopf Einkommen.


Abbildung 2: Zusammenhang zwischen Bevölkerungsanteil der Vertriebenen und Sektoralem Wandel

vergrößern

Zusammenfassend legt  unsere Studie also nahe, dass Zuwanderer in der Tat stärker auf regionale oder sektorale Unterschiede im Lohnniveau und in der Arbeitslosenquote reagieren als Einheimische und damit die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft erhöhen können.


Literatur:

Bauer, T., Braun, S., Kvasnicka, M. (Im Erscheinen). The Economic Integration of Forced Migrants: Evidence for Post-war Germany. The Economic Journal.

Braun, S., Kvasnicka, M. (2012). Immigration and Structural Change: Evidence from Post-war Germany. Kiel Working Paper, 1778.

Broadberry, S. N. (1997). Anglo-German productivity differences 1870-1990: A sectoral analysis. European Review of Economic History, 1(2):247-267.

Temin, P. (2002). The golden age of European growth reconsidered. European Review of Economic History, 6(1):3-22.

Die Autoren
Sebastian Braun ist Leiter des Forschungsbereiches «Globalisierung und Wohlfahrtsstaat» am Kieler Institut für Weltwirtschaft. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Arbeitsmarktökonomie, des realen Außenhandels und der Wirtschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Michael Kvasnicka ist Leiter der Forschungsgruppe Migration am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und affiliiert mit dem Kieler Institut für Weltwirtschaft sowie dem Institut der Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der empirischen Arbeitsmarktforschung, der Familien- und Bevölkerungsökonomie sowie der angewandten Ökonometrie.

Kooperation
Dieser Artikel wurde für "Ökonomenstimme", die Internetplattform für Ökonomen im deutschsprachigen Raum, erstellt. Die Presse ist exklusiver Medienpartner der Ökonomenstimme.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

20 Kommentare
3

eg

Es gibt keinen Unterschied in der Flexibilität der Zuwanderer, außer: 1946 gingen die damaligen Vertriebenen, die sich auch dem Land, wo sie Aufnahme fanden, verpflichtet fühlten dorthin, wo es Arbeit gab, im Gegensatz zu unseren heutigen kuturbereichernden Sozialpendlern, die zwischen den Orten wo die höchsten Sozialleistungen zu erwarten sind flexibel, je nach Angebot, hin und her pendeln, - auch zwischen 2 und mehr Wohnsitzen, je nach Größe der Sippe, - was sagt uns daher diese Studie?

Wenn es nun....


....türkische Ghettos in Wiener Bezirken gibt, oder serbische oder pakistanische in englischen Städten - dann werden die Migranten dorthin siedeln.
Dies relativiert die Aussage dieser Studie.

Ach ja

Die vertriebenen Ostdeutschen, Preußen, Sudetendeutsche usw. die kamen in die BRD um sofort an die sozialen Systeme anzudocken.

Richtig, die waren ja nicht für den Wiederaufbau da, den machten doch erst die Türken in den 60igern, sondern protestierten und forderten was das Zeugs hielt.

Was soll so eine "Studie" die, für meine Begriffe, zwei völlig verschiedene Migrationsströmungen in einen Topf werfen will, damit an den Wiederaufbau unterbewußt erinnert wird.

platzfüller?

Und was ist die Schlussfolgerung aus dieser Studie für die Leserschaft von2013? Wer also wird/soll die Leistungsfähigkeit unserer Volkswirtschaft erhöhen? Welche Migrationsströme brauchen wir? Wie teuer war diese Studie?

13

Sicher sehr interessant

und sicher richtig.
Mit der Situation heute ist das aber nur bedingt vergleichbar, wenn überhaupt.
Damals war Deutschland nach dem Krieg im Aufbau. Die Zugewanderten, waren tatsächlich Vertriebene, wie im Artikel auch angemerkt, alle Gesellschaftsschichten, meistens die gleiche Sprache und was besonders wichtig erscheint, der gleiche Kulturkreis.
Der Zuzug erfolgte nicht nur von den untersten Schichten, wie heute. Und zum größten Teil nicht mit anderem kulturellen und gesellschaftlichen, sowie religiösem Hintergrund. Auch war damals der heutige Standard des Sozialstaates noch in weiter Ferne, Medien in eigener Landessprache, soferne diese eine war, konnte noch nicht Tag und Nacht empfangen werden.
Nicht zu vergessen, die NGO s, die falsch verstandene Toleranz gegenüber allen Zuwanderern und der, zumindest in Österreich, vorherrschenden Anbiederung an die Zuwanderer.
Nach dem Krieg hatten alle ein Ziel und ähnlich Vorstellungen. Heute kommt ein Großteil, um vom Sozialstaat zu profitieren, will selbst aber wenig dazu beitragen.

Vorteilhafte Arbeitsmigration gibt es zu normalen Zeiten nicht.

Den deutschen Nachkriegsaufschwung, der tatsächlich durch Millionen Heimatvertriebene begünstigt wurde, mit der Migration zu normalen Zeiten zwischen verschiedenen Nationalstaaten zu vergleichen, zeugt von tiefer Ignoranz. Diese scheint durch die ideologisch bedingte Weigerung verursacht, nationale Verbundenheit und Identität als menschliche Motivierung und häufig bestimmendes geschichtliches Element zur Kenntnis zu nehmen. Die deutschen Vertriebenen wanderten nicht nur innerhalb des Siedlungsgebietes ihres eigenen Volkes, sondern brachten überdies eine unübersehbare Fülle von Fachkenntnissen und Know-How mit.
Dagegen hat man nur wenige Jahre später schon in der Benelux festgestellt, dass unterschiedliches Lohnniveau zwischen Belgien und NL kaum zu Arbeitskräftewanderung führte, obwohl der Arbeitsmarkt liberalisiert war. Die nationalstaatliche Verbundenheit wird nur durch extremste Unterschiede im Lohnniveau teilweise aufgehoben, führt aber gerade in diesem Fall zu keinerlei volkswirtschaftlichem Vorteil, da dann die Migranten so gut wie alle aus der Unterschicht kommen.

Polemisch-Dummer gehts nicht

Die von Stalin vertriebenen Altoesterreicher mit dem Muell von heute zu vergleichen geht auf keine Kuhhaut.

was für ein unsinniger und aan den haaren herbeigezogener vergleich

die "migranten" nach dem krieg waren zumeist heimatve.rtriebene deutsche und keine tür.ken

Vergleich

Die Vertriebenen von damals sind nicht mit den Zuwanderern von heute vergleichbar. Deshalb sind auch die Schlussfolgerungen fragwürdig.

die theorie stimmt

das zuwanderung vor allem ökonomischen gesetzen folgt ....

das österreichische sozialsystem ist schlieslich eines der besten und weltberühmt. drum werden asylanträge eben in österreich gestellt, anstatt in den fünf ländern die man vielleicht durchqueren muss um überhaupt in die votivkirche zu kommen ....

Immigration: Lehren aus der deutschen Nachkriegszeit

das was hier beschrieben wird ist entspricht tatsächlich den Fakten. Als Emigrant müssen sie immer besser sein als die angestammte Bevölkerung. Das ist eine Tatsache !!!!!!!!!
Dazu sollte angemerkt werden, die Sachsen waren und sind die besten Maschinenbauer und das innovativste Volk. Es gab fast kein Maschinenbaunternhmen im Westen das nicht einen excellenten technischen Leiter aus Sachsen hatte.
Aus dem DKW-Chemnitz wurde Audi-NSU-AUDI AG.
Schott Glaswerke- Zeiss Jena,
Leitz bekannt für Feinmechanik und Fotoapparate usw.
Spezialisten für Bergbau aus dem Sudetenland
Aber auch hervorragende Künstler kamen aus dem Sudetenland.
Es gibt eine große Unterscheidung durch sogenannte Händlervölker die sich nur auf den Handel spezialisiert haben und von dem Leben was sogenannte Produktionsvölker herstellen.
Gebohrene Händler sind Armenier-Libanesen-Griechen.
Ein Afghane ist ein gebohrener Handwerker als Schmied oder bei Metallverarbeitung.

Eines sollte in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Österreicher sind ebenfalls in andere Länder emigriert, da sie im eigenen Land keine Perspektive sahen und haben wesentlich zur deren Wirtschaft beigetragen.

Re: Immigration: Lehren aus der deutschen Nachkriegszeit

Also Begabung hängt von der Herkunft und Volkszugehörigkeit ab?

Interessant. Da gab es einen Herren Sarrazin, der stellte, doch etwas wissenschaftlicher als sie, genau so einen Zusammenhang mit Intelligenz her und wurde dafür medial geprügelt.

Sie kenn den Herrn doch sicher ;-)

Re: Immigration: Lehren aus der deutschen Nachkriegszeit

So so - das wusste ich nicht, dass Begabungen von der Herkunft abhängig sind.

Re: Re: Immigration: Lehren aus der deutschen Nachkriegszeit

So wie sich braune Augen, gute Zähne oder lange Haxen häufig vererben, aber nicht immer vererben müssen, vererbt sich auch Intelligenz häufig (und genauso nicht immer).
Diese Häufigkeit genügt aber im allgemeinen, dass Begabung von der "Herkunft" abhängt, also davon, ob auch die Eltern oder Grosseltern oder sonstwelche Vorfahren begabt waren oder nicht. Damit ist aber, nochmals, Intelligenz gemeint und nicht Bildung.
Intelligente Menschen haben zwar meistens den Willen sich zu bilden, aber nicht immer die Möglichkeit dazu.
Also: Förderung im Bildungswesen, aber für die, die Hirn haben. Bei den anderen kann man nicht was herausholen, was nicht drin ist.

Re: Immigration: Lehren aus der deutschen Nachkriegszeit

Wie kann man Sachsen mit Armenier-Libanesen-Griechen oder gar Afghanen gleichstellen? Die Sachsen sind Deutsche und das seit Jahrhunderten. Ja, die Sachsen sind ein kluges Volk, wenn auch ihre Sprache innerhalb des deutschsprachigen Raums viele zum Lächeln animieren. Das gilt auch für die Thüringer (Jena, Gera usw.). Insgesamt also hinkt Ihr Vergleich schon.

Re: Immigration: Lehren aus der deutschen Nachkriegszeit

... und wie soll der afgane, wenn er nicht mal lesen und schreiben kann, die CNC drehmaschine bedienen ? .. oder meinen sie, dass wir jetzt die voest auf lagerfeuer umstellen sollen, wo halt viele viele leute mit kleinen hämmerchen versuchen nahtlose stahrohre irgendwie rauszuhammerln ? :-):-)

Blablabla... Schwachsinn

Nach dem Krieg gabs keine soziale Hängematte und die Zuwanderer waren aus dem gleichen Kulturraum und keine rückständigen, ungebildeten, religiösen Fanatiker...

1946

gab es keine wunderbaren Hängematten, sondern Hungersnot und Chaos!

Re: 1946

Habe das Jahr 1946 als Kleinkind in Bayern erlebt. Hungersnot und Chaos gab es zwar damals nicht mehr, doch waren die Lebensumstände anders als heute. Und die damaligen Verhältnisse - Zuzug aus Ostpreussen und dem Memelland - mit den heutigen Zuwanderungen zu vergleichen, erscheint mir eher an den Haaren herbeigezogen. Die unfreiwilligen Zuzügler damals sprachen ein reines Deutsch und waren oftmals sehr gebildet, kamen sie doch nicht nur aus ländlichen Gebieten, sondern auch aus Städten wie Königsberg u.a. Man sollte also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

14

undifferenziert

Wenn die Studienersteller (Kvasnicka, Braun) im Inhalt wie auch im zusammenfassenden Ergebnis ihrer Studie undifferenziert zu dem Schluß kommen: "... dass Zuwanderer... stärker auf regionale oder sektorale Unterschiede ... reagieren als Einheimische und damit die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft erhöhen ..." ist eigenes Nachdenken angebracht. Eher erscheint es den Erfahrungen zu entsprechen, dass über Generationen hinweg überwiegend von Sozialleistungen lebende Zuwanderer die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft schädigen, und nur gut integrierbare Immigranten und ihre Nachkommen, welche gute Schulleistungen bringen (wie z.B. Einwanderer aus Vietnam und anderen Ost(!)-siatischen oder den meisten Europäischen Ländern) die Volkswirtschaft voranbringen. Aber solch ein Ergebnis wäre zu differenziert um politisch korrekt zu sein.

Meinung

Wirtschaftskolumnen auf DiePresse.com »

AnmeldenAnmelden