"Die große Lösung": Der Euro für alle

30.04.2013 | 17:09 |  Von Fritz Breuss (Ökonomenstimme)

Es bleiben zwei Varianten: Die Schaffung eines optimalen Währungsraums oder die Ausweitung des Euroraums auf die gesamte EU.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Um aus dem gegenwärtigen Schlamassel im Euroraum rauszukommen, bleiben zwei Varianten: Erstens die Schaffung eines optimalen Währungsraums mit wenigen, dafür ähnlichen Mitgliedern. Zweitens die Ausweitung des Euroraums auf die gesamte EU. Die erste Lösung würde am Veto der auszuscheidenden Länder scheitern. Der zweite könnte hingegen die Spaltung der EU beseitigen.

Spätestens seit Ausbruch der sogenannten Euro-Krise dürfte es allen klar geworden sein, dass das derzeitige Eurogebiet kein optimaler Währungsraum ist. Der Euro hat auch nicht, wie von den Vertretern der Theorie der endogenen optimalen Währungsräume prognostiziert, zur Angleichung der Wettbewerbsfähigkeit via Intensivierung des Intra-Eurozonenhandels geführt. Selten wurde ein ökonomisches Großexperiment so eindrucksvoll falsifiziert. Die Politik hat sich bei der Gründung der Währungsunion 1999 - gestützt auf die theoretisch wenig fundierten Maastrichter Kriterien (die zudem durch Manipulation von Budgetzahlen – siehe Griechenland – ausgetrickst werden konnten) - gegen den ökonomischen Sachverstand durchgesetzt und forcierte eine möglichst große Eurozone. Anstatt der erhofften einigenden Kraft des Euro, hat er Europa ökonomisch und politisch gespalten.

Die Mehrzahl der Ökonomen plädierte damals für eine kleine Währungsunion mit Ländern, deren Volkswirtschaften einen mit Deutschland vergleichbaren Konjunkturzyklus aufwiesen, nicht zuletzt weil ihre Währungen mehr oder weniger eng an die Entwicklung der DM gekoppelt und daher auch ähnlich wettbewerbsfähig waren. Eine solcherart "kleine Eurozone" hätte auch den theoretischen Kriterien einer „Optimum Currency Area“ (OCA) entsprochen. Eine solche ökonomisch tragfähige OCA hätte vielleicht sechs bis acht Länder des DM-Blocks umfasst: Deutschland, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Frankreich, Österreich und vielleicht Dänemark (hätte es den Euro gewollt) und Finnland. Es handelt sich (nach heutigem Euro-Krisen-Speak) um die Länder des Nord-Euro, die die "Große Rezession" 2009 und die anschließende Euro-Krise relativ gut überstanden haben.

Die jüngsten Krisen haben dagegen die Länder der europäischen Peripherie, die Länder des Süd-Euro wirtschaftlich und deswegen auch politisch aus der Bahn geworfen. Es sind die PIIGS-Länder: Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien. Die dritte Gruppe der Eurozone besteht aus den neuen EU- Mitgliedstaaten: Estland, Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern. Während die PIIGS in den Strudel der dreidimensional (durch Staatsschulden, marode Banken und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit) verursachten Krise geraten sind, und in infolge der strengen Reform- und Austeritätsauflagen der Troika in einer tiefen Anpassungsrezession mit sozial gefährlich hoher Arbeitslosigkeit stecken, sind die EU-Neuen am ehesten für Bankenkrisen anfällig. Zypern als Staat und sein Bankensektor wurden soeben mit einer Kombination von Bail-out (Mittel aus dem ESM und IMF) und einem Bail-in (Beteiligung der Sparer an der Bankensanierung) gerettet. Es wird immer wahrscheinlicher, dass der „Zypern-Deal“ als Vorbild für künftige Rettungsaktionen von gestrandeten Banken in Europa herangezogen wird; er könnte auch Modell stehen beim geplanten Banken-Abwicklungsprozedere im Rahmen der geplanten Bankenunion.

Mit den Rettungsaktionen zur Vermeidung von Staatsbankrotten, beginnend mit Griechenland im Mai 2010 (und nochmals im März 2012), zunächst ad hoc mit bilateralen Krediten, dann im Falle Irlands (Dezember 2010) und Portugals (Mai 2011) mit dem provisorischen Rettungsschirm EFSF und später bei Spanien (Dezember 2012) und Zypern (März 2013) mit Mitteln aus dem inzwischen permanenten ESM ist die EU/Eurozone (unter großzügiger Auslegung der No-bail-out-Klausel von Art. 125 AEUV) in eine „Transferunion“ eingestiegen. Dies auch deswegen, weil wir noch nicht wissen, wie viel von den Krediten auch wirklich zurückgezahlt werden. Die in der derzeitigen Zusammensetzung ökonomisch nicht überlebensfähige Eurozone mit 17 Mitgliedern wird also durch Transfers künstlich, d.h. politisch gewollt am Leben erhalten. Ökonomische Optimalität wird durch eine (teure) politische erkauft (siehe Breuss 2011).

Die gegenwärtige Euro-Krise und der zu ihrer Überwindung eingeschlagene Weg erlaubt daher eigentlich nur zwei (logische) Schlussfolgerungen:

  • 1.) Zurück zum optimalen Währungsraum: Die politisch Verantwortlichen in der EU/Eurozone sehen ein, dass – solange die EU kein Staat ist – das Prinzip "One market, one money" nur funktionieren kann, wenn der Euro nur in jenen Ländern Zahlungsmittel ist, die eine ökonomische OCA bilden. Das würde erfordern, dass man die gegenwärtige Eurozone wieder entsprechend verkleinert. Das ist politisch wohl nicht machbar, da gerade die Transfernehmer (Schuldner) niemals freiwillig einem Euroaustritt zustimmen würden, selbst wenn dies politisch von den Transfergebern (Gläubigern) gewollt wäre (wie sich z.B. die „Alternative für Deutschland“ das wünscht). Auch juristisch gäbe es Hürden, kennt der EU-Vertrag doch nur eine Austrittsmöglichkeit aus der Union (Art. 50 AEUV), nicht aber nur einer aus der Eurozone. Zudem würde eine ökonomisch sinnvolle Verkleinerung (Optimierung) der Eurozone als politisches Eingeständnis des Scheiterns des Euro-Projektes („Zerfall der Eurozone“) gewertet werden. Die Aufspaltung der Eurozone in einen Nord- und einen Süd-Euro würde zu großen Verwerfungen führen (Aufwertung des Rest-Euro, Abwertung der Währungen der austretenden Länder; ungeklärte Schuldenbewertungen etc.). Eine kleine Eurozone hätte am Beginn 1999 Sinn gemacht, eine nachträgliche Rückabwicklung ist fast unmöglich, läuft sie doch auf die Beantwortung der populären Frage hinaus: „Lässt sich aus Rührei wieder Ei machen“?

 

  • 2.) Der Euro für alle: Wenn die EU-Politik die gegenwärtige Eurozone ohnehin nur mittels Transfers beisammen halten kann (und der Erhalt der Eurozone (der Euro) in der jetzigen Zusammensetzung von den wichtigsten Repräsentanten der EU – Barroso, Merkel, Draghi – eisern verteidigt wird), dann könnte man in einer Vorwärtsstrategie gleich zur "großen Lösung" übergehen und allen Mitgliedern der EU den Euro geben (siehe Breuss 2013). Dann hätten wir zwar auch keine ökonomische OCA, aber mittels einer „Transferunion“ würden wir uns zumindest dem geldpolitischen Normalzustand, "One country, one money" annähern.


Auch würde damit die Spaltung der EU in eine Euro- und Nicht-Eurozone der Vergangenheit angehören. Zudem würde der politische Druck steigen, über die Transferunion (EU/Eurozone mit Rettungsinstrumenten), die Fiskalunion (Überwachung bzw. Zentralisierung der Fiskalpolitik im Rahmen des Europäischen Semesters, des Six-Pack, Two-Pack und des Fiskalpaktes) und die Bankenunion zur Wirtschaftsunion und weiter zur politischen Union vorzustoßen (wie es ja bereits in den Plänen von Barroso und Van Rompuy angedacht ist) bis hin zum Zukunftsprojekt Vereinigte Staaten von Europa (VSE) voranzuschreiten. Es wäre dann immer noch nicht gesichert, dass diese große Wirtschafts- und Währungsunion auch einen "europäischen Konjunkturzyklus" als Voraussetzung für ein geräuschloses Funktionieren der Währungsunion aufwiese, aber wir hätten genügend politische Instrumente um eine den USA ebenbürtige VSE aufrecht zu erhalten.

Dann hätte Europa in der globalisierten Welt die ihm zukommende Stellung und mit dem Euro auch ein einprägsames und einheitlich wahrgenommenes Gesicht. Der erhoffte Anpassungsautomatismus, den man sich von der Einführung des Euro in einer möglichst großen Zahl von Mitgliedern erhofft hatte ("Lokomotivtheorie") ist zwar nicht eingetreten, aber im Laufe des Krisenmanagements hat die EU im Rahmen der „New Economic Governance“ bereits so robuste Rettungsinstrumente (ESM; bald die Bankenunion) zur Hand, die man noch aufstocken könnte, sodass die EU eine Politik "des Euro für alle" im Rahmen einer „echten Transferunion“ verkraften könnte.

Damit wären wir gleich bei der "Krönungstheorie" angelangt, die ja auch zuerst die Fiskalunion mit einer zentralisierten Wirtschaftspolitik verwirklichen wollte, bevor der Euro für alle eingeführt würde. „Der Euro für“ alle würde die schädliche Spaltung der EU in mehrfacher Hinsicht (Euro- versus Nicht-Euroländer mit jeweils unterschiedlicher Geldpolitik), eine Trennung der Fiskal- und Wirtschaftspolitik (Fiskalpaktteilnehmer und -nichtteilnehmer; uneinheitliche Bankenunion) und damit Störungen des Binnenmarktes durch unfaire Wettbewerbsverhältnisse (durch die Möglichkeit der Abwertung der Nicht-Euroländer gegen den Euro) beseitigen. Damit könnten endlich die vollen Vorteile des Binnenmarktes lukriert werden. Man könnte sich dann auch zusätzliche Wachstumsstrategien wie "Europa-2020" sparen. Vielleicht würde dann auch wieder das Vertrauen, das in der Euro-Krise laut jüngsten Erhebungen von Eurobarometer stark gelitten hat, wieder zunehmen.

Realistischerweise wird aber alles beim Alten bleiben! Die Eurozone wird schrittweise ausgeweitet, sobald die Krise vorüber ist und sich wieder einige weitere EU-Mitgliedstaaten der EU trauen, den Euro einzuführen.

Literatur:

Breuss, F., "Downsizing the Eurozone into an OCA or Entry into a Fiscal Transfer Union", CESifo Forum, Vol. 12, No. 4, Winter 2011, pp. 5-12.

Breuss, F, Towards a New EMU, Amazon Kindle eBook, April, 2013.

Der Autor
Fritz Breuss, Jahrgang 1944, ist Jean Monnet Professor für wirtschaftliche Aspekte der Europäischen Integration an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) und seit Oktober 2009 emeritierter Professor für Internationale Wirtschaft an der Wirtschaftsuniversität (WU). Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die internationale Ökonomie und die Europäische Integration.

Kooperation
Dieser Artikel wurde für "Ökonomenstimme", die Internetplattform für Ökonomen im deutschsprachigen Raum, erstellt. Die Presse ist exklusiver Medienpartner der Ökonomenstimme.

Mehr aus dem Web

165 Kommentare
 
12 3 4
0 0

große lösung

vse....
sind doch gut unterwegs.....integration...multikultur.....vielfalt nutzen....
ausdifferenzierter steuerwettbewerb der länder...neue grenzen...
bankenkonsolidierungen stehen bevor....
da einheitliche währung.....
tobin tax.....volumengewichtung...%...
neo-feudalismus aus brüssel...

?


0 0

Lasst uns ganz arm werden!

Steuersatz (Abgabenquote) auf 70% und bitte mit saftiger Vermögensteuer für den SPÖ Wahlkampf!

Nieder mit den Kapitalisten und Neodingspotentaten!

WARNUNG: Inhalt könnte sarkastisch gemeint sein und Ihre lebensgefährlichen sozialistisch-kommunistisch Ansichten gefährden. Für weitere Fragen richten Sie sich bitte an ihren Arzt oder Apotheker!

1 1

... Nein! Es gibt eine Dritte! Zurück zu einzelnen Staatswährungen und Eigenverantwortung!

Und zwar so lange, bis Steuerunterschiede, Staaten- und Bankenhilfen bedingungslos in einer Gemeinschaftswährung ausgeschlossen werden können! Es kann nicht sein, dass wenige Profiteure einer Gemeinschaftswährung alle anderen dafür Ausbluten lassen! Wir haben auch nicht so flexible Finanzsysteme wie die USA um uns immer wieder aus der Affäre schummeln zu können!

mir fehlt hier die gegenrechnung.

das erste jahrzehnt des euro hat doch den OCA-ländern einen riesigen wirtschaftlichen vorteil gebracht.
also: um wieviel niedriger wäre unser BIP, wenn die 'bösen' südstaaten nicht zu günstigem geld gekommen wären?
wenn sie zusätzlich noch regelmäßig ihre nationalen währungen abgewertet hätten und sich die einkäufe bei uns nicht leisten hätten können?

wer die heutigen kosten betrachtet, darf nicht auf die vorteile in der vergangenheit vergessen!

0 0

Re: mir fehlt hier die gegenrechnung.

über 70% aller Österreicher sind nachweislich EU Verlierer! Wie erklären Sie sich das mit Ihrem Argument?

Das Problem liegt darin, dass wir unterschiedliche Ziele haben.

Wir Bürger wollen ordentlich verwaltet werden.
Brüssel möchte eine EUdSSR schaffen.
Beides geht halt nicht zusammen.

10 0

jössas. der irrsinn ist grenzenlos.

wen interessiert, ob die bankrotten länder einem euro-austritt zustimmen?
seit wann geben die bankrotten die regeln vor?
sonst noch wünsche?
wenn sie ablehnen, gibts kein geld mehr.
da braucht man nicht lange herumfackeln.

und wie kommt man auf die total abgehobene idee, daß die reichen nicht-euro-länder, die schon bisher den euro nicht wollten, gerade jetzt den im übermaß vermurksten euro auf einmal haben wollen?
totaler realitätsverlust ist wohl die untertreibung des jahrzehnts für so viel geballte dummheit.
noch dümmer ist nur die idee, daß der euro besser wird, wenn man noch mehr pleiteländer aufnimmt.
genau die wird aber auf jeden fall umgesetzt.
und dafür gebührt allen verantwortlichen lebenslanger kerker, weil es absolut unverzeihlich ist, wieviel leid sie damit den menschen zufügen. lebenslanges tiefes leid, elend, armut und absolute hoffnungslosigkeit.
wer das tut, geht auch über leichen. und ist deshalb auch nicht besser als die größten massenmörder der geschichte.

"Auch juristisch gäbe es Hürden, kennt der EU-Vertrag doch nur eine Austrittsmöglichkeit aus der Union (Art. 50 AEUV), nicht aber nur einer aus der Eurozone."

im zuge der eurokrise sind so viele vereinbarungen und verträge bei bedarf einfach ausser kraft gesetzt worden, dass es völlig lachhaft wäre, jetzt plötzlich auf ihre einhaltung zu bestehen.

ansonsten: irrelevanter artikel da er die bedrängende enge im raum diskutiert ohne auf den elefanten der sie verursacht einzugehen.

17 3

Lösungsvorschlag nicht nachvollziehbar

Die Euro-Problem-Analyse kann ich zustimmen, nur der Lösungsvorschlag ist nicht nachvollziehbar:

1. Warum sollte ein wirtschaftlich gesundes Land mit einer gesunden Währung dem Euro und einer Transfer-Union wollen?
2. Wenn schon die Währungsunion der 17 nicht zusammenpasst (= kein optimaler Währungsraum), warum sollte irgendein Problem gelöst werden, wenn mehr Länder dazukommen? Die EU-Länder stehen ja nicht nur im Wettbewerb untereinander sondern vor allem im Wettbewerb mit Asien und Amerika.

Bei strikter Befolgung der No-bail-out Klausel hätten Pleite-Länder sehr wohl einen Anreiz die Euro-Zone zu verlassen. Sie würden bei den derzeitigen vertraglichen Rahmenbedingungen zwar auch aus der EU austreten müssen, könnten aber umgehend der EFTA der EFTA-Beitreten und so am EWR teilnehmen. Eine vertragliche Entkoppelung von Euro- und EU-Mitgliedschaft wäre sicherlich wünschenswert.

Re: Lösungsvorschlag nicht nachvollziehbar

Lieber c.ebner!
Sie haben Recht, daß die Lösungsvorschläge unbrauchbar sind.
Das kommt daher, dass es nicht um wirtschaftliche Lösungen geht sondern um politische...

Es gibt einfach Dogmen...

...die auf Teufel komm raus verteidigt werden.

Neben dem EURO ist das die Zuwanderung, es wird ohne Rücksicht auf Verluste integriert und eingebürgert und immer neue Ausländer werden ins Land geholt.

Niemand rechnet ernsthaft nach wieviel die Zuwanderung bisher gekostet hat und noch kosten wird in Anbetracht der Tatsache daß die Ausländerbeschäftigung stetig zurück geht. (was ja eigentlich logisch ist wenn immer mehr ins Land geholt werden)

Genauso verhält es sich mit dem Dogma EURO, jeder weiß daß kein einziger Euro aus ESM und anderen Rettungsfonds jemals in österreichische Budget zurückfließen wird. Trotzdem werden Zweifler als rechte Hetzer verunglimpft...

Re: Es gibt einfach Dogmen...

mittlerweile wird doch jeder der den elefanten im raum einen elefanten nennt als rechter hetzer bezeichnet. das zeigt doch nur die hilfslosigkeit der politischen klasse und ihrer medialen pudel.

wir sitzen gleich auf mehreren gesellschaftlichen zeitbomben, die einwanderung ist nur eine davon. daneben gibt es noch die zeitbombe der energiepolitischen geisterfahrt nicht nur im deutschen sprachraum, oder eben die zeitbombe der EU, die im wahn der gutheit gesellschaftspolitische entscheidungen trifft für die sie kein demokratisches mandat hat.

Re: Re: Es gibt einfach Dogmen...

Erinnert an die Nashörner von Ionesco. Muss ich unbedingt nochmal lesen

Re: Re: Es gibt einfach Dogmen...

Klimawandel ist auch so ein Dogma, da haben Sie Recht.


Alles für alle.

Euro für alle.
Arbeitslosigkeit für alle.
Altersarmut für alle.
Inflation für alle.
Bürgerkrieg für alle...?

Re: Alles für alle.

Jedoch "Dumme Kommentare schreiben" nur für "Freie-Meinung" reserviert!

Re: Re: Alles für alle.

War ja klar, wenn man keine Argumente hat wird man halt persönlich. Ist man von den linken Gutmenschen nicht anders gewohnt.

Alle den Euro?

Was machen mit jenen, die ihn partout nicht wollen? England wird nie den Euro einführen! Und die schwachen Volkswirtschaften werden von den starken dann mit billigen Krediten gefressen so wie in Griechenland! Halte ich für Schwachsinn! Das einzig positive: Der Euro sackt in den Keller und Europa wird wieder als Exportland aufholen!

Re: Alle den Euro?

"Europa wieder als Exportland"?
Exportland in Europa war immer Deutschland und das exportiert nach wie vor, derzeit sogar immens viel...

0 2

Re: Re: Alle den Euro?

genau. Und unter anderem ist dies möglich dank eines schwachen euros. Eine harte DM hätte gnadenlos aufgewertet und den Export ruiniert, und durch die DM-Bindung des ATS auch die österreichische Exportwirtschaft. Wenigstens ein positiver Aspekt im Drama ;)

18 3

Der Vergleich mit den USA...

welcher von Postern immer wieder hervorgebracht wird hinkt sehr gewaltig. Ohne ein Experte über das US-System zu sein (drum lass ich mich gern hier eines Besseren belehren sollte ich falsch liegen) habe ich noch nie gehört dass US-Bundesstaaten für die Schulden oder gar die Finanzierung des Haushaltes eines anderen US-Bundesstaats geradestehen müssen. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen dass die USA in ihrer heutigen Form noch bestehen würden käme einer auf die Idee zum Beispiel den Texanern zu sagen "Hey, ab morgen gibst ne kräftige Spritsteuer, neue Steuern aufs Einkommen und Grundbesitz, wir müssen Kohle ins klamme Kalifornien rüberschieben, weil selber können die ihre Pensionen für den aufgeblasenen Öffentlichen Dienst nicht mehr begleichen!". Um wieder zum Euro zu kommen: Von mir aus können die PIIGS Schulden machen bis sich die Balken biegen und solange sie Dumme zur Finanzierung finden. Wogegen ich bin ist dass die Euros zu diesem bösen Spiel von der EZB neu ins System eingeschleust werden (sprich die Währung inflationiert wird) und/oder mein Staat zur Weiterfinanzierung dieser Bankrotteure herangezogen wird wenn sich kein anderer mehr findet und/oder mein Staat die Verluste der Finanzierer bei etwaigen Kreditabschreibungen ersetzen muss. Und da dies alles leider mittlerweile zutrifft und immer ärger wird gibt es nur zwei Möglichkeiten: die Bankrotteure gehen aus dem EURO oder mein Staat.

0 0

Re: Der Vergleich mit den USA...

Die 'Dummen' die Griechenland und Co Kredite gegeben haben waren leider auch die Banken der nördlichen Hälfte der EU. Die Zahlungsfähigkeits-Krise des Südens wäre so oder so bei uns angekommen.

7 1

Re: Der Vergleich mit den USA...

Wer die USA als Beispiel nimmt muss aber auch akzeptieren, dass wie in den USA gelebt wird. D.h. zB, dass 100.000e aus dem Rustbelt in gerade wirtschaftlich attraktive Staaten wandern (oder in den 1930ern aus der Dustbowl nach California.

Das geht in den USA - mit einer gemeinsamen Sprache und Fertigteil-Häuschen, die man auf den Sattelschlepper packt - relativ leicht. Wie das in großem Stil zwischen Italien und Norwegen gehen soll, ist mir nicht so klar. Und wenn jetzt schon die schwachen Staaten ihren Braindrain beklagen, das wird dann noch viel schlimmer.

Re: Der Vergleich mit den USA...

Es ist keineswegs so, dass in den USA die Steuern nur im eigenen Staat verwendet werden. Das ach so marode Californien ist in Wahrheit ein Geberstaat und nur deswegen in Bedrängnis.

Was den Euro betrifft, stimme ich Ihnen durchaus zu.

12 2

Darüberhinaus wäre natürlich die Umwandlung in eine reine Freihandelszone naheliegend und sinnvoll...

... aber das darf gar nicht mehr gesagt werden....

Re: Darüberhinaus wäre natürlich die Umwandlung in eine reine Freihandelszone naheliegend und sinnvoll...

@Blitzky: Zustimmung. Ich hatte diesbezüglich einen Kommentar geschrieben, der nicht veröffentlicht wurde. Er war also leider nicht "Mainstream-konform". Ein Schelm, der Böses dabei denkt.....

 
12 3 4

Hobbyökonom

Meinung

Wirtschaftskolumnen auf DiePresse.com »

AnmeldenAnmelden