Deutschland in der Target-Falle

27.03.2012 | 16:24 |  Von Charles B. Blankart (Ökonomenstimme)

Griechenland hat über Target2-Kredite im Eurosystem 106 Milliarden Euro Schulden bei der Deutschen Bundesbank angehäuft. Der politische Unwille, diese Kredite zu beachten, gibt zu Sorge Anlass.

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Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien stecken in einer tiefen Haushaltskrise, die von der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank (EZB) durch vier Instrumente zu bekämpfen versucht wird: durch EU-Fiskalspritzen zum Haushaltsausgleich, durch den EZB-Direktkauf von Staatsanleihen, durch eine den Geschäftsbanken von der EZB verabreichte «Mega-Geldspritze» von einer Billion Euro zu lockeren Bedingungen und zu derzeit einem Prozent Zins für drei Jahre und schließlich durch die sogenannten Target2-Kredite der EZB, über die sich fast grenzenlos Zahlungsbilanzdefizite finanzieren lassen.

Die Wirkung all dieser Maßnahmen ist bisher nicht nur verpufft. Sie haben im Gegenteil das moralische Risiko der Kreditnehmer begünstigt und auf diese Weise die Krise mehr angefeuert als gedämpft. Am besten scheinen noch die Fiskalspritzen abzuschneiden, weil sie nur unter Auflagen abgegeben werden. Die drei EZB-Instrumente wirken jedoch eindeutig kontraproduktiv. Das erste von ihnen, der Direktkauf von Staatsanleihen, eröffnet den begünstigten Staaten die Möglichkeit, sich sorglos weiter zu verschulden. Das zweite, die Mega-Geldspritze, motiviert die Banken dazu, Staatsanleihen zu kaufen, und gibt den Regierungen damit ebenfalls Spielraum, sich zu verschulden. Mehr noch: Staat und Banken verschmelzen zu einem systemrelevanten und krisenanfälligen staatsindustriellen Komplex. Die EZB hält den Zins tief, weil die Staaten bei einem höheren Zins Insolvenz anmelden müssten. Eine alles andere als rosige Perspektive.

Bundesbank als Lender of Last Resort

Das dritte EZB-Instrument sind die von der Öffentlichkeit wenig zur Kenntnis genommenen Target2-Kredite. Diese Kredite sind im Eurosystem eigentlich gar nicht vorgesehen, sondern entstehen aus einer Lücke im Vertrag über den Zahlungsverkehr unter den Euro-Zentralbanken. Im Zuge des täglichen Geldverkehrs kann es vorkommen, dass eine Zentralbank mal ins Plus und mal ins Minus rutscht, je nachdem, ob die heimischen Geschäftsbanken bei ihr mehr oder weniger Geld abrufen. Eine Pflicht zum umgehenden Ausgleich besteht zwar, ist aber nicht formal geregelt, denn Zentralbanker halten sich für einen Klub von Gentlemen, von denen jeder lieber sein Hemd verpfändet als seine Schuld stehen lässt.

Doch die Bank of Greece nimmt es mit den Pflichten eines Gentleman nicht so genau. An der Grenze ihrer Kapazität angekommen, «versäumt» sie gelegentlich den Ausgleich und lässt sich Minuspositionen des Zahlungsverkehrs bei der gewährenden Zentralbank anschreiben. Und wenn auch diese an der Grenze ihrer Kreditfähigkeit ankommt, wendet sie sich an die nächstgrössere Euro-Zentralbank, um den (ursprünglich griechischen) Kredit dort anschreiben zu lassen, usw., bis schließlich fast alle diese Target2-Kredite bei der grössten nationalen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, landen. Diese verfügt in der Regel über hinreichend Kapazität, weil Deutschland eine positive Zahlungsbilanz hat und nicht von Kapitalflucht betroffen ist. Aus den über die Zeit akkumulierten «Versäumnissen» der griechischen Zentralbank ist mittlerweile ein großer Schuldenberg Griechenlands gegenüber der Deutschen Bundesbank von 106 Milliarden Euro entstanden.

Aber warum gleichen sich bei der griechischen Zentralbank die Minus- und die Pluspositionen nicht mit der Zeit aus? Das hängt damit zusammen, dass die Griechen in letzter Zeit mehr Kapital ins Ausland schaffen, als Ausländer ins Inland bringen. Somit übertrifft auf dem privaten Markt die Nachfrage das Angebot an Liquidität. Ein Ausgleich könnte nur zu exorbitanten Zinsen hergestellt werden. Das vermeiden aber die griechischen Geschäftsbanken. Sie wenden sich stattdessen an die griechische Zentralbank, die ihnen zum Satz von derzeit 1% einen Kredit gibt, den sie sich ihrerseits wie beschrieben bei den anderen Zentralbanken, letztlich bei der Deutschen Bundesbank, holt. Die Deutsche Bundesbank wird dadurch zu einem Lender of Last Resort für alle darbenden Euro-Zentralbanken.

Defizitäre Zahlungsbilanzen und daher negative Target2- Saldi haben u. a. Spanien (–175 Mrd. €), Frankreich (–100 Mrd. €), Portugal (–60 Mrd. €). Dem stehen Deutschland mit +547 Mrd. €, die Niederlande mit +168 Mrd. €, Luxemburg mit +103 Mrd. € sowie Finnland mit +45 Mrd. € gegenüber.

Nicht nur die Höhe der Target2-Kredite ist beängstigend. Der politische Unwille, sie zu beachten, gibt zur Sorge Anlass. Auf der einen Seite zeigen sich die Euro-Finanzminister streng, indem sie die Finanzspritzen an strenge Kriterien knüpfen. Auf der anderen Seite lässt die EZB über Target2 Wasser aus vollen Schläuchen in die lecken Problemstaaten fließen. Auf den Punkt gebracht: Draghi gibt Gas, und Schäuble bremst.

Das ganze Target2-Konstrukt verdreht die Anreize der griechischen Investoren. Statt ihr Kapital in Griechenland zu investieren, wo es dringend gebraucht wird, bringen sie es nach Deutschland, um dort teure Autos und Immobilien zu kaufen. Vereinfacht lässt sich sagen: Jeder Porsche, der nach Griechenland geliefert wird, wird derzeit von Deutschland bezahlt. Eine Immobilie, die mit griechischem Fluchtgeld in einer deutschen Großstadt gekauft wird, ist mit einem Kredit von Deutschland bezahlt und erhöht dort die Mieten. Spiegelbildlich ist die Situation in Griechenland: Das abgezogene Kapital drückt Einkommen und Beschäftigung und verursacht öffentliche Unruhen. Oder marxistisch ausgedrückt: Die Armen werden durch das Target2-System in Arbeitslosigkeit gehalten, zu Demonstrationen motiviert und instrumentalisiert, dieses System aufrechtzuerhalten und so den Wohlstand der Reichen zu finanzieren.

Rückzahlung ist kein Thema

Von Rückzahlung ist nicht die Rede. Im Gegenteil: Die Demonstranten schüren den Hass gegen die Gläubiger, besonders gegen Deutschland, bis dieses gar nicht mehr anders kann, als die Schulden zu stunden und schliesslich zu streichen. Diese landen dann in der deutschen Staatsschuld und werden dort vom deutschen Steuerzahler bedient. Weiter verdüstert hat sich die Lage, seit in weit grösserem Ausmass Italiener und Spanier ihr Fluchtkapital ausser Landes bringen und so die Deutsche Bundesbank dazu zwingen, auch ihnen Target2- Kredite zu gewähren.

Warum haben sich die Deutschen und die anderen leistenden Regierungen überhaupt auf das Target2-System eingelassen? Die EZB hätte auch ein anderes System annehmen können. In der Schweiz sind die SIX Group, die ihrerseits im Auftrag der Schweizerischen Nationalbank (SNB) das Zahlungssystem SIC betreibt, und die PostFinance für die operative Abwicklung des elektronischen Zahlungsverkehrs zuständig. Die SNB kontrahiert und ist damit von der eigenen Bürokratie unabhängig. Statt mit zweien kann sie auch nur noch mit einem kontrahieren. Daher können sich SIC und PostFinance ein Target2-Debakel nicht leisten. Umgekehrt hat sich in der EZB die eigene Bürokratie durchgesetzt und wohl aus Prestigegründen ein eigenes, alternativloses System errichtet. Die EZB ist Gefangene ihrer Bürokratie.

Das Target2-System wurde von den Eurostaaten einstimmig eingeführt. Folglich lässt es sich nur einstimmig aufheben. Das scheitert schon an der Stimme Griechenlands, dessen Banken am meisten davon profitieren. Innerhalb des Systems lassen sich Veränderungen mehrheitlich durchsetzen. In diesem Sinne wirbt Bundesbankpräsident Weidmann vorsichtig für höhere Sicherheiten und damit indirekt für die Begrenzung der Target2-Kredite, was seitens der EZB mit Zurückhaltung aufgenommen wird.

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Denn die Mehrheit der vierzehn schwachen profitiert von den vier starken Staaten. Für die EZB ist es viel einfacher, wenn weiterhin die Mehrheit die Minderheit ausbeutet und die Target2-Kredite sich weiter auftürmen. Ein spannendes Kräftemessen steht bevor.

Der Autor
Charles B. Blankart ist Senior-Professor für Öffentliche Finanzen an der Humboldt-Universität zu Berlin und Ständiger Gastprofessor an der Universität Luzern. Er war Gastprofessor an der Universität Rom, Hayek-Gastprofessor an der Wirtschaftsuniversität Wien, Fellow des Center for Study of Public Choice VPI in Blacksburg und des Wissenschaftszentrums Berlin sowie des Centers for Study of Public Choice der George Mason University in Fairfax. Derzeit nimmt er einen Lehrauftrag an der Bucerius Law School in Hamburg wahr.

Blankart ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, der European Public Choice Society, der Mont Pèlerin Society, des Vereins für Socialpolitik und der Hayek Gesellschaft. Er ist Autor verschiedener Bücher und zahlreicher Aufsätze.

Kooperation
Dieser Artikel wurde für "Ökonomenstimme", die Internetplattform für Ökonomen im deutschsprachigen Raum, erstellt. Die Presse ist exklusiver Medienpartner der Ökonomenstimme.

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29 Kommentare
 
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"Die Presse ist exklusiver Medienpartner der Ökonomenstimme."

Das stimmt so nicht, laut Webseite (http://www.oekonomenstimme.org/) weiters auch das Handelsblatt und die Neue Züricher Zeitung. Ich gehe davon aus, dass die Exklusivität sich auf Österreich beschränkt.

Gast: EFF EFF
10.05.2012 20:31
1

unvorbereiteter, fehlerhafter Artikel

Herr Blankhart hat sich in die Problematik der LTRO, Einlagefazilität und target2 offensichtlich nicht wirklich eingearbeitet. Ziel der LTRO war die Liquidität südländischer Banken insbesondere der italienischen Unicredit zu erhalten und Renditen der Staatsanleihen zu drücken. Beides hat nicht funktioniert. Auch Fluchtgelder und Leistungsbilanzdefizit erreichen niemals die Höhe zweistelliger monatlicher Milliardenbeträge (buba März 2012: 70 Milliarden). Anscheinend handelt es sich bei den LTRO in Verbindung mit target2 um eine Geldschieberei des Interbankensystems auf Kosten der Steuerzahler. Hintergrund sei in dem Fall die Wette, dass nach einem Zusammenbruch des Eurosystems die Forderungen aus LTRO in Höhe von rund einer Billion Euro nicht zurück gezahlt werden.
vgl. Strafanzeige des Bundes der Steuerzahler http://www.querschuesse.de/strafanzeige-in-sache-target2/

Auch wird die buba nicht einem Druck ausgesetzt oder irgendwie gezwungen target2-Liquidität zu überweisen. Sie ist verpflichtet target2-Anforderungen nachzukommen. Die Banken nutzen diesen Automatismus aus. Bank A stellt einen Zahlungsauftrag an Bank B, der nicht direkt, sondern via target2 über die Notenbanken transferiert wird.

Muss man einen Kredit überhaupt zurück zahlen?

Ein einfaches Beispiel:

Wenn sie heute ihrem Nachbarn 100€ leihen, und er dafür jährlich 10% Zinsen zahlt, werden sie wenig Interesse haben das Geld zurück zu bekommen.

Es sei denn:

a) sie brauchen selbst 100€, für was auch immer sofort.

b) der Nachbar ist pleite, und kann die Zinsen nicht mehr zahlen.

In beiden Fällen werden sie ihr Geld nicht bekommen.

Warum?

Im Falle von a) hat der Nachbar ein Budget erstellt, nach dem er erst nach mehreren Jahren in der Lage ist es ihnen zurück zu zahlen.

im Falle von b) war das Budget falsch, oder der Nachbar hatte nie geplant zurück zu zahlen.

Nun kommt aber der Fall c) ins Spiel, der nie bedacht wurde.

Der Nachbar erklärt ihnen, wenn sie nicht weitere 100€ ihm leihen können, wird er auch nicht mehr bei ihnen einkaufen. Und spätesten jetzt wird ihnen klar, dass ihr Nachbar inzwischen ihr wichtigster Kunde geworden ist.

Sie haben sich ihren Kunden erkauft. Mit echten Kunden könnten sie ihren Lebensstil nicht erhalten.

Was nun?

Antworten Gast: Bärenfalle...
09.05.2012 06:03
1

Re: Muss man einen Kredit überhaupt zurück zahlen?

Einfach:

Weimarer Depression 2.0

Die auf Kredit(Kunden) aufgeblähten Produktionskapazitäten werden nicht mehr benötigt, dies führt zu Massenarbeitslosigkeit.

Gleichzeitig verpuffen mit den abgeschriebenen Krediten die Forderungen ans System; egal ob Sparbuch, Rente.

Verbriefte Sachwerte (Fonds, Aktien) fallen massiv, gleichzeitig bricht der Binnenmarkt mangels Nachfrage (Arbeitslosigkeit, EInkommens- und Vermögensverluste) zusammen.

Tja, Exportweltmeister sein lohnt sich nicht.

Lustigerweise kennt das US-Fed System einen regelmäßigen Leistungsausgleich der Target Forderungen zwischen den einzelnen FED Niederlassungen.

In Europa wurde das "vergessen" und ich unterstelle hier durchaus "Absicht"


Antworten Gast: Gast2
06.05.2012 16:45
1

Re: Muss man einen Kredit überhaupt zurück zahlen?

Antwort ist klar: Eigenen Lebensstil zurückfahren und auf den Nachbarn als Kunden verzichten. Geschäft auf echten Kunden neu aufbauen.

Von Luftschlössern hat keiner etwas.

D hat noch mehr T2

Auf der Internetseite der dt. Bundesbank kann man sich den aktuellen T2-Saldo und dessen Entwicklung abrufen.

Stand März 2012 hat D inzwischen über 612 MRD T2-Forderungen in den büchern stehen.

Und die entwicklung: Seit Ausbruch der Krise haben sich die T2-Forderung um fast 2000 % erhöht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

die dt. werden an den Rand des Ruins kommen wenn diese T2-Forderungen nicht ausgeglichen oder gar der € platzt.

Gast: radius
29.03.2012 22:00
3

Eine Riesenschweinerei.


Gast: HWSinn
29.03.2012 11:51
2

Dieses...

...Thema ist seit einem Jahr bekannt, als HW Sinn die Thematik aufgriff. Dieser Kommentar ist also nur eine Zusammenfassung längst bekannter Fakten und somit nicht neu.

Re: Dieses...

sinn hat dieses Problem bekannt gemacht, herausgefunden hat es ein ehemaliger Präsident der dt. Bundesbank.

Und als Sinn Alarm schlug belief sich der T2-Saldo von D auf ca. 100 MRD €. dieser T2-Saldo hat sich aber inzwischen versechsfacht. Stand März 2012 612 MRD € weiter steigend.

Gast: Be-obachter
28.03.2012 19:43
7

Wenn mal Italien bei und in der Kreide steht,

dann könnten sie ja einfach als Ausgleich Südtirol zurückgeben.

Re: Wenn mal Italien bei und in der Kreide steht,

Tja dann wird aber Süd-Tirol wohl nicht an A gehen !!!

A selbst einen negativen T2 Saldo von ca. 50 MRD Euro.

Die höchsten Forderungen hat D mit etwa 612 MRD €. (Nur wer will schon wieder ein Deutschland das sich dann über halb Europa erstreckt ??)

Schuld sind immer die Anderen ....



Da ist sie wieder: die Aussage, dass D,NL,A,FIN,LUX den GIIPS Ländern, bes, Griechenland, deren verheerendes Handelsungleichgewicht aufgezwungen haben: Wie? Indem sie einerseits zuviel "Produkte geliefert" haben und abdererseits dort zuwenig Ouzo, Feta, Olivenöl gekauft und dort zuwenig Urlaub gemacht haben. Die sind also Schuld.

Und was ist mit den TVs, PCs, Handys, Smartphones aus USA & Asien, die sich vom Staat auf Pump über-bezahlte Griechische Beamtenheere geleistet haben, was mit dem Import an Erdölprodukten/Energie aus dem MIttleren und Nahen Osten und Nordafrika? Die haben nichts mit dem Handeldefizit von GR zu tun?

Antworten Gast: Isch*ißmian
29.03.2012 13:43
3

Re: Schuld sind immer die Anderen ....

Die Erklärung ist ganz einfach. Griechen können sich deutsche Waren nur leisten wenn diese BILLIG genug sind. Wie macht man diese billig? Indem man die Löhne nicht an die Produktivität anpasst. Der durchschnittliche deutsche Ingenieur hat in den letzten 20 Jahren keine Reallohnerhöhung mehr gehabt - die Gewinne sind aber immer mehr gestiegen. Wer hat diese Gelder bekommen? Die Griechen, nämlich als Kredit von deutschen Banken.

Es ist ja letzten Endes das Problem von Deutschland selbst dass es systematisch unter seinen Verhältnissen lebt (genau das tut man nämlich bei einem permanenten Aussenhandelsbilanzüberschuss), weil die Masse der Deutschen vom Export lohnmäßig gar nix hat. Und dieses System kippt eben jetzt.

Diese Tatsache wahrhaben wollen aber die wenigstens Menschen weil die bedeuten würde dass die Predigten der letzten 20 Jahre großteils falsch waren - so ähnlich wie mit dem Spruch "lassen Sie ihr Geld für sich arbeiten".....

Re: Re: Schuld sind immer die Anderen ....

Richtig.

Für D ist der Euro unterbewertet und für GR überbewertet.

Dazu hat D in den letzten 20 Jahren massiv Lohndumping betrieben. Die Reallöhne sind in den letzten 20 jahren in D gefallen und nicht gestiegen. In den Süd-Ländern hingegen sind die Löhne im gleichen Zeitraum nahezu verdoppelt worden.

die AN der Süd-Länder verdienen im Verhältnis zu Ihrer Produktivität viel zu viel und die deutschen hingegen viel zu wenig. Dazu war die Lohnentwicklung in den Süd-Ländern kreditfinanziert und nicht abhängig von der Produktivität.

Das macht alle Waren aus D in den EU-Ländern und dem Rest der WElt sehr sehr billig.

Wir werden erleben das durch die fehlenden Währungsinstrumente innerhalb der Eu an dessen Stelle die Lohnkosten treten. Das heisst nichts anderes:

WILL EIN LAND SEINE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT WIEDER HERSTELLEN ERFOLGT DAS NUN ÜBER SENKUNG DER LÖHNE.

damit ist absehbar das der Wohlstand der Arbeitnehmer in der EU sehr rasch sinken wird, die Unternehmensgewinne hingegen explodieren. (Sieht man sehr schön an den letzten 20 Jahren in D. Löhne sinken Unternehmensgewinne steigen rasant. )


Komisch

des Ganze hab i schon vor 2 Monaten af http://info.kopp-verlag.de gelesen - und in den Medien ka Spur.

Re: Komisch

der Kopp Verlag ist auch lächerlich

Muss ja so kommen

Das es kommen musste wusste doch wirklich jeder.

eine Währung für 16 Staaten bedingt nunmal das alle in etwas gleich stark sind.

sind einige wesentlich schwächer, oder stärker kann eine gemeinsame Währung nur funktionieren wenn die stärkeren den schwächeren Ausgleichszahlungen leisten.

Da dies "OFFEN" den EU-Bürgern die zahlen sollen nicht zu vermitteln ist, ist das Target 2 System das perfekte Mittel einen Länderfinanzausgleich XXL (nach dem Vorbild von D) in aller Stille zu etablieren.

eigentlich dachten die Erfinder des T2-System das keiner dahinter komme, aber der ehemalige bundesbankpräsident von D hat dies durchschaut. Als Sinn das dann publik machte stellten sich erst ALLE Zentralbänker dumm und stellten T2 lediglich als durchlaufenden Posten dar, der immer wieder ausgeliechen werden würde. Nun kommt es langsam ans Licht was wirklich passiert.

Die starken Staaten, D, Ö NL etc. zahlen Ihren Export in die Krisenländer am Ende selbst, das wäre so als hätten wir die Schuldenländer zur Shopping-Tour eingeladen und freigehalten.

Am Ende werden die starken Ihre Steuern weiter erhöhen müssen um die T2-kredite zu bezahlen, funktioniert das nicht mehr werden alle der Reihe nach abgewertet und der Euro wird Geschichte sein. Der Euro überlebt nur solange wie noch ein paar starke Staaten diesen am Leben halten.
Das Ende wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen und grausam werden. Frieden war dann einmal, Krieg alternativlos.

Antworten Gast: cdo
28.03.2012 08:38
0

Re: Muss ja so kommen

österreich is übrigens nicht "stark", unser Target2 Saldo befindet sich im negativen bereich, ~50 mrd. wenn ich das richtig im kopf hab, also keine sorge, wir profitiern unter umständen noch von einem eurozusammenbruch

Antworten Antworten Gast: xom
28.03.2012 10:25
0

Re: Re: Muss ja so kommen

na immerhin etwas!

Gast: Halbwissen
27.03.2012 18:21
1

Tja, wer Exportweltmeister sein will

sollte auch Importweltmeister sein !

Sonst wird es auf dauer nicht funktionieren.

Schuld sind immer die Anderen ....

Da ist sie wieder: die Aussage, dass D,NL,A,FIN,LUX den GIIPS Ländern, bes, Griechenland, deren verheerendes Handelsungleichgewicht aufgezwungen haben: Wie? Indem sie einerseits zuviel "Produkte geliefert" haben und abdererseits dort zuwenig Ouzo, Feta, Olivenöl gekauft und dort zuwenig Urlaub gemacht haben. Die sind also Schuld.

Und was ist mit den TVs, PCs, Handys, Smartphones aus USA & Asien, die sich vom Staat auf Pump über-bezahlte Griechische Beamtenheere geleistet haben, was mit dem Import an Erdölprodukten/Energie aus dem MIttleren und Nahen Osten und Nordafrika? Die haben nichts mit dem Handeldefizit von GR zu tun?

Gast: gast999
27.12.2014 17:54
1

ist ja logisch

es gab ja keine neuen gesetze um den finanzmarkt zu regulieren

mehr geld in dem system verursacht mehr spekulationen - war jedem halbwegs vernünftig denkendem menschen klar

das system kann nur zusammenbrechen

Re: ist ja logisch

omg was fuer ein bloedsinn...

Werner Faymanns tiefgruendige Thesen erreichen also wirklich jmd

Gast: prof sinn
27.03.2012 17:47
8

Tja, prof. Sinn sagt richtig, dass die EU so wie sie heute aufgestellt sit

inZukunft eher nicht mehr als "Friedensprojekt" funktionieren wird, zumindest was die EURO-Währung angeht!

Es wird nämlich der nächsten Generation der EU-Nettozahler-länder vorbehalten bleiben, die Billionen target-2 Schuldne bei den Pleitestaaten des Südens einzutreiben!

Mangels Produktivität - die durch den atemberaubenden Aufstieg der ungeheuer fleissigen, intelligenten und produktiven Asiaten noch mehr geschmälert wird - wird dieses Vorhaben aber wenig erfolgversprechend sien!

Angenommen - D, AUT liefert an
Russland
China
Brasilien
Norwegen
Waren - und kriegt nicht gleich dafür Geld sondern Schuldverschreibungen.

Gut - die Wahrscheinlichkeit später einmal für die gelieferten Waren etwas zu kriegen ist ebi diesen Nationen sehr hoch (Öl, Rohstoffe, Konsumgüter, Eisenerz, etc.).

Doch - WAS um himmelswillen - ist von
Griechenland
Portugal
Spanien
Italien
zu erwarten?

Wenn der Wohlstand eigentlich nur am Fremden-verkehr und dem Geld hängt das sie vom Norden kriegen?

Und - Deutschland hat NUR mehr mit den rückständigen EU-Südländern positive Leistungsbilanz! (und mit USA, GB)!

Mit ländern ausserhalb der EU sind meist negative Leistungsbilanzen zu verzeichnen!
(China, - 50 Mrd. $, Norwegen neg., Russland neg., etc.)!

D.h.: die rel. Produktivität Deutschlands ist garnichtmehr SO gut - sie wird nur durch den ungehinderten Zugang zu den Märkten des unproduktiven Südens aufgebauscht!

Deutschland, Öst. sind Handelsgiganten mit den Sparringpartnern im EU-Hinterhof...

Gast: freund?
27.03.2012 17:23
7

so ist das, wenn politruks einfach ihr land



zur geisel fremder schulden machen !

danke, ferkel, danke, feigmann, spindi, und wie die =()/&%/ alles heißen !

Gast: Ukulelel
27.03.2012 17:15
0

Sorry, aber ein derartige Clearing

ist ganz normal und nichts neues. Sogar Hans Werner Unsinn, der hierüber stark gelästert hatte, musste zurückrudern.

 
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