Handelskette Baumax rutscht tief in die roten Zahlen

Nach einem Gewinn im Jahr 2010 hat die Baustoff- und Gartenzubehör-Kette Baumax im Vorjahr in Osteuropa und in der Türkei hohe Verluste eingefahren.

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Handelskette Baumax rutscht tief

Die Baustoff- und Gartenzubehör-Kette Baumax hat im vergangenen Jahr hohe Verluste erlitten. Sowohl die Baumax AG (Österreich-Geschäft und Holding) als auch die Baumax-Gruppe - dazu zählen neben der Baumax AG alle in- und ausländischen Tochterunternehmen sowie assoziierte Unternehmen - bilanzierten 2011 tiefrot. Das geht aus der Bilanz hervor, die am Dienstag im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" veröffentlicht
wurde.

Demnach betrug der Nettoverlust der Baumax AG 14,6 Millionen Euro. Im Jahr 2010 wurde noch ein Gewinn von 18,4 Millionen Euro erzielt. Belastet wurde das Jahresergebnis 2011 durch außerplanmäßige Abschreibungen von zusammen rund 25 Millionen Euro in Ungarn und Kroatien. Die Gruppe fuhr unter dem Strich einen Verlust von 57,2 Millionen Euro (nach +1,5 Millionen Euro) ein. Die Umsätze der AG stagnierten bei 527,4 Millionen Euro, der Gruppen-Umsatz erhöhte sich leicht auf 1,246 Milliarden Euro nach 1,220 Milliarden Euro davor.

Kapitalzuschüsse

2011 erhielt das niederösterreichische Familienunternehmen Kapitalspritzen ("Großmutterzuschüsse") von der Karlheinz und Agnes Essl Privatstiftung in Höhe von 24,512 Millionen Euro sowie der Martin und Gerda Essl Privatstiftung in Höhe von rund 15,488 Millionen Euro. Martin Essl ist Baumax-Vorstandschef, seine Frau Gerda sitzt im Aufsichtsrat des Unternehmens - ebenso wie Karlheinz Essl, der Vater von Martin Essl.

Der Zuschuss von in Summe 40 Millionen Euro wurde in die (nicht gebundenen) Kapitalrücklagen eingestellt. Das Geld wird laut einer der APA übermittelten schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens unter anderem in die im Laufe des Jahres anstehende Fusion der Unternehmensbereiche Baumax und Schömer (Immobilien) investiert. Damit werde die neue Unternehmensgruppe über eine gestärkte finanzielle Basis verfügen, heißt es. Schömer gehört ebenfalls zum Imperium der Familie Essl. Der Name geht zurück auf den Großvater von Martin Essl, Fritz Schömer, der die Heimwerkerkette gründete.

Expansion in der Türkei

Baumax hat im Vorjahr in allen Auslandsmärkten hohe Verluste eingefahren. In Ungarn betrug der Jahresfehlbetrag (jeweils umgerechnet) 12,6 Millionen Euro, in Tschechien 11,3 Millionen Euro, in der Slowakei 359.000 Euro, in Kroatien 6,5 Millionen Euro, in Rumänien 12,7 Millionen Euro, in Bulgarien 4,2 Millionen Euro und in der Türkei 9,7 Millionen Euro. Besser gestaltet sich die Umsatzsituation: Sieht man von Einbußen in Tschechien und Rumänien ab, wurden die Erlöse in den übrigen Ländern zumindest gehalten oder leicht verbessert. Eine Ausnahme bildet die Türkei, wo sich der Umsatz auf 41 Millionen Euro mehr als verdoppelte - was wohl auf die Expansion zurückzuführen ist. Baumax betreibt inzwischen sechs Märkte in der Türkei.

Per Jahresende 2011 verfügte das Unternehmen über ein Grundkapital in Höhe von knapp 62 Millionen Euro, die Gewinnrücklagen beliefen sich auf rund 34 Millionen Euro. 2011 beschäftigte die Baumax-Gruppe durchschnittlich 9222 Personen, um 344 mehr als 2010. Die Kette betreibt etwa 159 Märkte in neun Ländern, in Österreich sind es 66.

(APA)

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