Eine Trennung, die Neues möglich macht

Die Kanzlei Kunz Schima Wallentin befindet sich im Umbruch. Eine Partnerin geht, zwei neue kommen.

Körber und Schima gehen getrennte Wege
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Körber und Schima gehen getrennte Wege
Die Presse

Vor eineinhalb Jahren hat sich die Kanzlei Kunz Schima Wallentin (KSW) entschlossen, fünf neue Partner in die Riege der Equities aufzunehmen. Die Verjüngungskur war ein längst überfälliger Schritt. 12 Jahre lang gab es keine einzige neue Partnerernennung bei KSW.

Zu den fünf Jungpartnern zählte auch die Arbeitsrechtsexpertin Katharina Körber-Risak. Die umtriebige Anwältin hat sich unter anderem als Anwältin des Ex-Burg-Chefs Matthias Hartmann einen Namen gemacht. Gemeinsam mit Georg Schima vertrat sie ihn nach seiner Entlassung.

Doch nun trennen sich Wege von KSW und der ambitionierten Juristin. Sie wird ihre Stammsozietät verlassen und mit 15. November mit ihrer eigenen Kanzlei starten. Wieso es zu dem überraschenden Ende kam? Sie sei sehr gerne bei KSW gewesen und habe auch an das Partnerschafts-Projekt geglaubt, sagt Körber-Risak: „Aber wenn man fünf alte Partner hat, die über 20 Jahre zusammen sind und fünf junge, die neu dazukommen, dann muss sich auch die Struktur wandeln. Ich hatte das Gefühl, dass die Bereitschaft für Veränderung jedoch tatsächlich gefehlt hat. Mein unternehmerischer Gestaltungswille wurde eher gebremst als gefördert.“ Nachdem sich herausgestellt hatte, dass „die Jungen“ auch nicht im Namen der Kanzlei aufscheinen würden, sei für sie der Entschluss zu gehen endgültig festgestanden.

Gemeinsam mit zwei Konzipienten wird sie vorerst ihre Klienten betreuen und sich auf „High-level-Fälle“ konzentrieren. Arbeitsrecht wird dabei weiterhin ihr Schwerpunkt sein, wenngleich sie sich darüber hinaus künftig verstärkt dem streitigen Zivilverfahren widmen will. „Mein Kollege und ich, wir sind Prozess-Freaks.“

"Sind nun zusammengeschweißt"

Auf den nahenden Abgang von Körber-Risak hat KSW sehr rasch reagiert. Seit kurzem arbeitet Nathalie Hahn wieder in der Kanzlei. Die Anwältin hatte schon bis 2016 zum Arbeitsrechtsteam von Georg Schima gehört, um danach ein einjähriges Intermezzo bei der Wirtschaftskanzlei Schönherr einzulegen. Außerdem ist nach zwei Babypausen die Anwältin Maria Schedle wieder an Bord. Gründungspartner Schima: „Unter der Führung von Birgit Vogt-Majarek und mir haben wir das größte Arbeitsrechts-Team im Markt aufgebaut. So etwas funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Unternehmerischer Gestaltungswille der einzelnen Partner ist mehr als gefragt, sofern er dem Gesamtunternehmensinteresse dient.“ Mit den jüngsten Personalrochaden habe sich das Arbeitsrechts-Department nicht nur weiter vergrößert, sondern es sei nun auch zusammengeschweißt. Das sei die Basis für weitere Wachstumsschritte.

In welcher Weise und auf welchen Gebieten Georg Schima die Kanzlei voran treiben und verändern will, ließ er noch offen. Aber es schaut ganz danach aus, als werde es in naher Zukunft noch weitere Umbrüche und Veränderungen geben. Schima: „Unser Ausbau ist noch lange nicht zu Ende.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2017)

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