12.02.2012 02:54 | Meine Presse Merkliste0

"Null-Zinsen": Werbung ist irreführend

15.07.2010 | 11:19 |  PHILIPP AICHINGER (DiePresse.com)

Der Oberste Gerichtshof entscheidet gegen die Möbelhäuser Kika und Leiner. Nur im Kleingedruckten wurde hingewiesen, dass es trotz "Null-Zinsen-Aktion" zu Bearbeitungs- und Kontoführungsgebühren kommt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) darf sich über einen Erfolg vor dem Obersten Gerichtshof freuen. Die Werbungen der Möbelhäuser Kika und Leiner wurden als irreführend eingestuft. Der VKI hatte im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums Klage eingebracht.

Die Firmen warben mit Finanzierungs-Aktionen - z.B. "4 Jahre - 0% Zinsen!" - wobei nur im Kleingedruckten auf die Details der Aktionen hingewiesen wurde. Tatsächlich fielen zusätzlich Bearbeitungs- und Kontoführungsgebühren an, womit es auch zu einem Effektivzinssatz von 1,9% bzw 5,02% p.a. kommen konnte.
 
Der VKI argumentierte damit, dass ein Produkt nicht als "gratis" beworben werden dürfe, wenn tatsächlich Kosten anfallen. Auch sei die Blickfangwerbung zur Irreführung der Konsumenten geeignet, weil der Hinweis auf die Kosten nicht ausreichend sei.Der Oberste Gerichtshof (OGH) habe die Werbungen – als Blickfangwerbungen – verboten, betonte der VKI in einer Aussendung. Die Hinweise im Kleingedruckten würden die Irreführung im blickfangartigen Slogan („0% Zinsen“) nicht aufwiegen.
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

4 Kommentare
Gast: Gast-0-8-15
19.07.2010 13:28
0 0

Eine Aktenzahl bitte...

Danke!

Mfg,

Gast: ASVG-Sklave
15.07.2010 16:58
1 1

Banken sind die größten Betrüger bei Zinsangaben - Die Justiz deckt diesen Betrug

Die Pflicht der Bekanntgabe des Effektivzinses wird in Österreich nicht kontrolliert.

Der Betrug wie er von woizi weiter unten aufgezeigt wird, gehört bestraft. Eine Effektivzinsangabe muss auf die gesamte Laufzeit (inklusive ALLER Nebenspesen) beziehen und nicht nur auf einen kurzen Anfangsintervall.

Handlanger ist einmal mehr die untätige Justiz, die diesen Betrug (es geht hier um SEHR viel Geld) nicht ahndet, weil sie mit den Banken verhabert ist.

woizi
15.07.2010 13:43
0 0

Fixzinssatz bei der Raika:

Die Raika macht auch den Effektivzinssatz mit dem Fixzinssatz, der aber nur ein paar MOnate gilt.

Das ist auch Irreführung (ich würde sagen Betrug)

Denn nach den paar Monaten mit 1,875 % zahlt man dann plötzlich 3,6 % und das mit aktuellem Zinsniveau.

Obwohl ein Effektivzinssatz von sage und schreibe: 2,13 % dem langjährigen und treuen Kunden ausgewiesen wurde.

Dann kommt man zur Hypo und die sagen: Super Mann, sie sind sicher Kreditgebühren befreit.
Dann hat man unterschrieben und sie sagen:
Herr ... Sie sind doch nicht Kreditgebührenbefreit, sie sind aber selber schuld, denn sie hätten sich selber besser informieren müssen.

Besten Dank!
25 Jahre zahlen bitte!

Antworten Gast: ehemals Praktiker
15.07.2010 16:03
0 0

Re: Fixzinssatz bei der Raika:

bei der Vergabe eines Fixzinssatzes wird in der Regel nach Ablauf der Fixzinslaufzeit der neue (wahrscheinlich variable) Zinssatz an bestimmte Zinssatzparameter angepasst. Diese Zinssatzparameter sind auch i.d.Regel im Kreditvertrag angeführt. Da aber die genaue Höhe der zukünftigen Zinssatzparameter (nach Ablauf der Fixzinslaufzeit) zum Zeitpunkt der Verbriefung des Kredites nicht bekannt ist/sind, wird der Effektivzinssatz aufgrund des zum Zeitpunkt der Krediteinräumung bekannten Fixzinssatzes berechnet. Ihr Hinweis steht allerdings mit dem oben angeführten Beitrag nicht im Zusammenhang.

Erstmals in Österreich

  • Sichern Sie sich jetzt die Jahresvorschau des renommierten Magazins "The Economist", erstmals mit Österreichschwerpunkt aus der Wirtschaftsredaktion der "Presse".

    Für "Presse"-Abonnenten statt 6,90 nur 4,90 Euro.